Die lukrative Zukunft der Energiespeicherung

Der Einsatz von Batterien wächst, die Investmentchancen für Anleger ebenso.

Raja Korinek. Wenn es um den US-amerikanischen Technologiekonzern Tesla (ISIN: US88160R1014) geht, drehen sich die Meldungen längst nicht nur um den Bau von Elektroautos. Auch die Batterieherstellung steht im Fokus. So sollen am neuen deutschen Standort, in Grünheide bei Berlin, auch Batterien mit neuer Technologie produziert werden. Anfang Dezember gab zudem die südkoreanische LG Chem (KR7051910008) bekannt, die Produktion an Batteriezellen 2021 in China kräftig anzuheben, um der steigenden Nachfrage von Tesla nachzukommen.

Tatsächlich sei der wachsende Markt für Elektroautos eine wichtige Nachfragequelle für Batterien, konstatiert auch Aanand Venkatramanan, Leiter ETF-Investmentstrategien bei LGIM, gegenüber dem Börsen-Kurier. Er verweist auf Prognosen von Bloomberg New Energy Finance, denen zufolge bis zum Jahr 2030 die Zahl der strombetriebenen Boliden auf 28 Millionen Stück an der Zahl wachsen dürfte.

Wind- und Solar ausgleichen
Dabei sind die Einsatzmöglichkeiten für Batterien längst nicht auf das Transportwesen begrenzt. Auch in der Energieerzeugung sieht Nitesh Shah, Analyst bei Wisdom Tree, reichlich Potenzial und verweist in diesem Zusammenhang auf die Stromproduktion durch erneuerbare Energien. Er meint, gerade weil Wind nicht immer gleichmäßig wehe, es zu-dem auch reichlich bewölkte Tage gebe, an denen die Photovoltaik wenig Strom produziere, müsse es Zwischenspeicher geben. „Hier kommen Batterien ins Spiel, wobei solche Lösungen entweder direkt beim Produzenten oder beim Konsumenten eingesetzt werden können“, sagt Shah.

Immerhin dürften 90 % der zusätzlich generierten Stromkapazitäten im Jahr 2020 aus dem Bereich der erneuerbaren Energien kommen. Damit rechnet die Internationale Energieagentur. Dort werfen die Experten auch einen Blick in die Zukunft: Bereits 2025 dürften erneuerbare Energien den größten Anteil am gesamten Energiemarkt ausmachen.

Batteriepreise sinken
Hinzu kommt eine weitere Entwicklung: Bei Lithium-Ionen-Batterien (sie werden am häufigsten eingesetzt) sinken die Preise seit Jahren, während die Speicherkapazitäten dank neuer Technologien zunehmen. Laut Bloomberg New Energy Finance kostet eine Kilowattstunde mit solchen Batterien nur noch rund 150 USD. Bis 2030 dürfte der Preis sogar auf 70 USD sinken. Venkatramanan von LGIM erklärt zudem, dass bei einem Preis von weniger als 100 USD je Kilowattstunde die Kosten ex aequo mit jenen eines treibstoffbetriebenen Autos seien.

Mit ETFs auf den Batteriemarkt setzen
Und wie können Anleger auf die weitere Entwicklung setzen? Eine Möglichkeit bietet der „L&G Battery Value-Chain UCITS ETF“ (IE00BF0M2Z96), der insgesamt 29 Aktien umfasst. Es geht um Unternehmen, die etwa notwendige Batterietechnologien oder Rohstoffe liefern, wie zum Beispiel Lithium. Zu den größten Positionen zählen nebst Tesla auch Sony (JP3435000009) sowie Hitachi Chemical (JP3785000005). Immerhin entfällt fast die Hälfte des Fondsvermögens auf Japan.

Eine weitere Möglichkeit bietet der „WisdomTree Battery Solutions UCITS ETF“ (IE00BKLF1R75), dessen Index 93 Titel umfasst. Der Zugang ist ein wenig anders, der größte Anteil mit fast 30 % entfällt auf China. Dazu zählen Ganfeng Lithium (US3647231063) und Shenzhen Capchem Technology (CNE100000K15). Auch der US-Brennzellenhersteller Plug Power (US72919P2020) zählt dazu, sowie Livent (US53814L1089). Das US-Unternehmen stellt batterietaugliches Lithiumhydroxid her. Bei beiden Produkten müssen Anleger sowohl Kurs- als auch Währungsschwankungen beachten.

Foto: Pixabay / MikesPhotos

 

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