Österreichs Techwerte stark unterwegs

Vom coronabedingten Digitalisierungsschub haben auch heimische Firmen profitiert.

Patrick Baldia. Zu den Profiteuren der Covid-19-Pandemie an den Börsen gehört bekanntlich der Technologiesektor. Vor allem die großen US-Technologiekonzerne – sprich die FAANGs (für Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google, Anm.) – dominierten im Vorjahr die Schlagzeilen. Dahinter steht die pandemiebedingte Beschleunigung der Digitalisierung bzw. die damit verbundene boomende Nachfrage nach einschlägigen Produkten und Dienstleistungen. Auch wenn das Universum an börsennotierten Tech-Playern hierzulande eher dünn gesät ist, so lässt sich doch ein interessantes einschlägiges Portfolio zusammenstellen.

„Die Corona-Pandemie hat in vielen Lebensbereichen zu einem Digitalisierungsschub geführt. In fast allen Ländern der Welt ist es zu einem massiven Ansteigen des Datenverkehrs gekommen, was unter anderem die Nachfrage nach ,ABF-Substraten‘ stärkt“, so Andreas Gerstenmayer, CEO AT&S. Er gehe jedenfalls von weiterwachsenden Märkten in allen Geschäftsfeldern des Leiterplattenherstellers – Mobile Devices, Automotive, Industrial, Medical und Advanced Packaging – aus.

Um dieser Entwicklung gerecht zu werden bzw. um daran noch stärker partizipieren zu können, baut AT&S die Kapazitäten derzeit massiv aus. So ist etwa das IC-Substratewerk im chinesischen Chongqing (CQ I) mittlerweile fertiggestellt. Im zweiten Halbjahr 2022/23 soll dort ein weiteres (CQ III) die Produktion aufnehmen und die stark wachsende Nachfrage nach Prozessorenleistung, für die leistungsfähige IC-Substrate und Leiterplatten benötigt werden, abdecken.

Dank neuer Kapazitäten, starker Nachfrage nach High-End Smartphones und neuen IC-Substraten sowie moderaten Anstiegen in den Bereichen Automobil und Medizin hat das Unternehmen starke Zahlen für das dritte Quartal 2020/21 vorgelegt und auch den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben (der Börsen-Kurier berichtete).

Daraus lässt sich ein starkes 4. Quartal sowie ein gutes Geschäftsjahr 2020/21 ableiten. Die Aktie des Leiterplattenherstellers hat jeden-falls in den vergangenen zwölf Monaten einen Kursanstieg von fast 70 % hingelegt. Seit Jahresbeginn steht allerdings ein Minus von rund 2 % zu Buche.

ams-Aktie reagiert verhalten
Eine weniger rasante Kursentwicklung hat mit rund +5 % die Aktie der ams AG auf Einjahressicht vorzuweisen. Dabei ist auch der global tätige Halbleiterhersteller und Marktführer für optische, bildgebende, und audio-basierte Sensorlösungen aktuell gut unterwegs und hat etwa Anfang Feber starke Zahlen für 2020 vorgelegt – auch wegen der guten Performance der übernommenen Osram. Analysten führen die gemäßigte Reaktion der Aktie auf den verhaltenen Ausblick auf das erste Quartal mit einem Umsatzplus von nur 4 % zurück – trotz der erwarteten Stärke der iPhone-Nachfrage. Dennoch stehen Experten der Aktie positiv gegenüber und heben vor allem die attraktive Bewertung im Peer- Group-Vergleich hervor.

Und auch das Linzer Softwareunternehmen Fabasoft hat zuletzt gute Zahlen vorgelegt und in den ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2020/21 den Nettogewinn um 60 % steigern können. Dennoch berichtet das Unternehmen davon, dass mit dem Lockdown im Herbst die Kunden wieder zurückhaltender geworden seien. Die Zahlen reflektieren jedenfalls laut dem Management einen Anstieg bei den Recurring-Umsätzen aus Software und Dienstleistungen, ein sehr starkes Projektgeschäft und hohe Lizenzerlöse aus Einmallizenzen. Die Börsen-Performance kann sich mit +63 % in den vergangenen zwölf Monaten jedenfalls sehen lassen. Die Analysten von M.M. Warburg halten weitere

Anstiege für möglich und haben erst kürzlich ihr Kursziel von 58 auf 59 Euro pro Aktie erhöht. Kurz vor Redaktionsschluss notierte das Papier bei 41,50 Euro.

Vor den Vorhang geholt sollte mit der S&T ein weiterer börsennotierter heimischer Tech-Player. Der Anbieter von IT-Dienstleistungen – das Leistungsspektrum umfasst unter anderem die Bereiche Rechenzentrumsbetrieb, Workplace Management, Managed Printing, Beschaffung, Integration und Wartung von IT-Produkten sowie Softwareentwicklungen – beschäftigt weltweit rund 6.000 Mitarbeiter in mehr als 30 Ländern. Auch die S&T ist im aktuellen Geschäftsjahr gut unterwegs und konnte sein profitables Umsatzwachstum trotz Krise fortsetzen. Die Aktie kann ein Plus von mehr als 10 % seit Jahresbeginn vorweisen. 2020 legte sie immerhin um mehr als 4 % zu.

Foto: AdobeStock / Coloures Pic

 

 

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