In den 3D-Druck investieren

Die lukrativen Dimensionen des 3D-Druckens

Raja Korinek. Es wirkt wie aus einem Science-Fiction-Film, ist aber längst Realität. Und wohl auch eine Geschmackssache. In-zwischen werden selbst Lachse mittels eines 3D-Druckers hergestellt. Freilich, die Druckmasse selbst ist pflanzlich. Doch zumindest Geschmack und Aussehen sollen „echte“ Lachse möglichst nachahmen.

Überhaupt setzen immer mehr Unternehmen mit ihren Geschäftsmodellen auf den 3D-Druck, oder dem „Additive Manufacturing“, wie der Vorgang im englischen Fachjargon genannt wird. Doch worum geht es? In einem ersten Schritt liegt das Stück, das gedruckt werden soll, im Computer als virtueller Datensatz vor. Gemäß diesem Bauplan wird dann das Objekt hergestellt, wobei die Materialien Schicht für Schicht aus dem Drucker aufgetragen werden. Die eingesetzten Materialien sind nebst pflanzlichen Input für Lebensmittel beispielsweise Metallpulver, Kunststoffe oder Kunstharze. Der Vorteil wird vor allem in einer geringeren Lagerhaltung für Unternehmen gesehen. Aber auch in dem Umstand, dass damit der globale Transport entlastet und somit die Umwelt geschont wird.

Großes Potential
Das Potential ist jedenfalls groß. Der US-amerikanische Consulter Allied Market Research rechnet bis 2025 mit einem weltweiten Marktumsatz von rund 45 MrdUSD. Zuletzt wurde die Marke von 10 MrdUSD überschritten, wobei der größte Anteil auf Nordamerika entfällt. Dabei dürfte ausgerechnet die Corona-Pandemie für einen weiteren Schub sorgen. Sie offenbart, wie anfällig internationale Lieferketten für Unterbrechungen sind. Industrielle 3D-Drucker können eine „regionale“ Lösung bieten.

Doch wofür wird die Technologie gebraucht? So können in der Gesundheitsbranche Prothesen, in der Automobilindustrie Ersatzteile hergestellt werden. Ein Beispiel ist der Rolls-Royce Ghost, der zahlreiche Teile aus dem 3D-Drucker enthält. Zu den weiteren Profiteuren zählt auch die Flugzeugindustrie. Denn Triebwerks- und Turbinenteile sowie Bauteile für die Kabineninnenausstattung sind weitere Anwendungen des Additive Manufacturing.

General Electric größter Anbieter
Damit bleibt die Frage, wie der Markt aussieht. Der weltweit größte Hersteller von 3D-Druckern mit Metallpulver ist General Electric Additive, Tochter des US-Mischkonzerns General Electric (ISIN: US3696041033). Die Aktie ist im Übrigen auch Teil des „Additive Manufacturing Basket“, auf den die Bank Vontobel ein Partizipationszertifikat begeben hat (DE000VQ5J6M4). Insgesamt umfasst der zugrundeliegende Aktienkorb 16 Titel, wobei der Großteil in den USA gelistet ist.

Bei der Selektion werden dabei drei Kategorien näher unter die Lupe genommen: Hersteller von Software, die entsprechend für die Erstellung von 3D-Modellen und Designs notwendig ist, Zulieferer der Materialien, die für die Fertigung gebraucht werden, sowie Hersteller der 3D-Drucker. Konkrete Beispiele gibt es nebst General Electric genügend: Toray Industries (JP3621000003) produziert ebenfalls Metall-3D-Drucker. Die notwendige Software stellt Autodesk (US0527691069) her. Proto Labs (US7437131094) bietet Kunst-stoffe, Metalle und Flüssigsilikone für den 3D-Druck an.

Gehebelte Chancen
Risikobereite Anleger können mit einem Turbo-Long-Zertifikat gehebelt auf Proto Labs setzen. Ein solches Produkt bietet die Société Générale an (DE000SB1HHF3).

Der aktuelle Hebel liegt bei rund 2,71. Wird aber die Marke von 85,96 USD berührt oder unterschritten, verfällt das Zertifikat.

Foto: Adobe Stock / jean song

 

 

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