Zertifikate-Strategien für den rauen Börsenherbst

Im DAX wird aufgestockt, die US-Geldpolitik noch heuer gestrafft – das bietet Chancen.

Raja Korinek. Am Freitag, den 3. September, ist es so weit. Da wird das deutsche Leitbarometer, der DAX, von 30 auf 40 Titel aufgestockt. Freilich, dies geschieht unter strengeren Selektionskriterien, als bislang. Künftig zählt die Marktkapitalisierung des Unternehmens und nicht dessen Handelsumsatz. Zudem müssen Unternehmen vor Aufnahme zwei Jahre lang durchgehend profitabel gewesen sein. Als Aufsteiger gelten unter anderem Zalando, Airbus und Siemens Healthineers.

Volker Meinel, Marketing Manager bei der BNP Paribas, meint zum Börsen-Kurier, „der neue DAX 40 könnte sich vorteilhaft für Anleger zeigen. In einer Rückrechnung der Deutschen Börse hätte ein DAX 40 auf drei Jahre im Schnitt 0,2 %punkte mehr Rendite gebracht als der DAX 30.“ Meinel meint, das liege unter anderem daran, dass sich mittelschwer kapitalisierte Unternehmen – und diese stehen nun als Auswahlkandidaten zur Verfügung – tendenziell besser entwickelten als hoch kapitalisierte Werte.

Gehebelte Chancen für Risikobereite
Die Chancen auf die weitere DAX-Entwicklung zu setzen, sind vielfältig. Risikobereitere Anleger können dies gehebelt, etwa mit einem Faktor-Long-Zertifikat, machen. Als Berechnungsgrundlage bei diesen Produkten wird stets der Schlusskurs des Basiswertes vom Vortag herangezogen und die prozentuelle Kursveränderung zum Vortag mit dem Faktor multipliziert. Aus diesem Grund können aber auch größere Verluste entstehen, wenn der Basiswert prozentuell stärker seitwärts schwankt oder fällt.

Ein solches Produkt bietet etwa die Société Générale mit einem Faktor von 2 an (ISIN: DE000SD0UNL2). Wer sich das höhere Risiko zutraut, kann in das Faktor-Long-Zertifikat der BNP Paribas mit einem Faktor von 4 investieren (DE000PF4DAX3).

US-Geldpolitik ebenso im Fokus
Jenseits des Atlantiks steht freilich die Geldpolitik verstärkt im Fokus. Sie könnte noch vor jener in der Eurozone gestrafft werden, da auch die US-Inflation stärker anzieht. Vergangenen Freitag deutete US-Fed-Chef Jerome Powell immerhin ein mögliches Drosseln des umfangreichen Anleihekaufprogramms per Jahresende an. Sollte die lockere Geldpolitik tatsächlich vor jener in der Eurozone beendet werden, dürfte das dem US-Dollar kräftigen Rückenwind verleihen. Denn die Aussicht auf ein höheres Renditeniveau jenseits des Atlantiks lockt jede Menge internationales Kapital an.

Auf einen steigenden US-Dollar zum Euro können Anleger mit einem Turbo-Short-Zertifikat auf den Euro setzen, wie es etwa die UniCredit anbietet (DE000HX45QA3). Der aktuelle Hebel liegt bei 3,19 per 27.8.2021. Um diesen verändert sich der Kurs des Zertifikats im Verhältnis zum Basiswert. Wird aber die Knock-Out-Schwelle von 1,541 Euro berührt oder überschritten, verfällt das Zertifikat.

Für die nächste Krise wappnen
Weil aber Korrekturen an den Aktienmärkten wegen eines nahenden Ende der lockeren Geldpolitik nicht ausgeschlossen sind, können Pessimisten auf so eine Entwicklung ebenso mit Turbo-Short-Zertifikaten setzen. Dieses bietet etwa JP Morgan auf den DAX an (DE000JN0H5G7). Der aktuelle Hebel liegt bei 2,949 per 27.8.2021. Die Knock-Out-Schwelle liegt bei 21.034 Punkten.

Für Anleger, die in Bitcoin eine alternative Krisenwährung zu Gold sehen, gibt es auch etwas. Mit einem Partizipationszertifikat der Bank Vontobel (DE000VQ63TC1) kann auf die Entwicklung der Kryptowährung gesetzt werden.

Foto: AdobeStock / Sergey Nivens

 

 

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