Neue Glanzlichter für die Solarindustrie

Wie Anleger von der Schlüsselrolle des Sektors beim Wandel zur klimaneutralen Energiewirtschaft profitieren.

Stefan Riedel, München. Der Name ist Programm: 450 Aussteller und 26.000 vornehmlich europäische Besucher trafen sich in der Vorwoche in München auf der erstmals seit 2019 wieder als Präsenzveranstaltung durchgeführten „Intersolar/The smarter E Europe Restart 2021“, Europas größter Solarmesse.

Aber nicht nur die über Jahre gebeutelte europäische Solarindustrie ist wieder zurück. Weltweit wurden 2020 138 Gigawatt Solarleistung neu installiert. Dafür sind laut Bloomberg New Energy Finance 148,6 MrdUSD ausgegeben worden – ein Plus von 12 % gegenüber 2019. Im Jahr 2022 könnte die weltweite Photovoltaik-Leistung die Marke von einem Terawatt, also eine Million Megawatt, knacken.

Spekulative Beimischung
Um die klimaneutralen Zukunftsantriebe Elektromotor und Brennstoffzelle ins Laufen zu bringen, muss der Strom muss aus erneuerbaren Energien wie eben Solar kommen. Solaraktien sind deshalb eine hochspekulative und sehr volatile Depotbeimischung. Anleger sollten hier auf Firmen setzen, die in ihren Marktnischen führend sind, über solide Bilanzen und dicke Cashpolster verfügen und mit über mehrere Jahre konstant hohen Wachstumsraten überzeugen.

Die Aktie von Enphase Energy (ISIN: US293555A1079) etwa bietet nach der kräftigen Korrektur bei Umweltaktien wieder gute Einstiegskurse zu einer vernünftigen Bewertung. Das US-Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Herstellern für Mikroinverter. Weil die Modultechnik der Enphase-Wechselrichter dezentral gesteuert wird, eignet sie sich vor allem für die Energiespeicherung bei Solaranlagen auf Wohnhäusern – ein Endmarkt, der noch seine beste Zeit vor sich hat. Für den Zeitraum 2020 bis 2023 erwarten die Konsensschätzungen der Analysten, dass Enphase Energy den Konzernumsatz auf fast 2,3 MrdUSD verdreifacht. Der operative Gewinn soll sich um 150 % auf 450 MioUSD verbessern.

SolarEdge Technologies (US83417M1045) aus Israel ist eine weitere Firma, die über eine technologische Top-Position Skaleneffekte ausspielt. SolarEdge ist führend in der Dünnfilm-Technologie bei der Beschichtung der Solarzellen. Diese erhöht den Wirkungsgrad der erzeugten Energie und senkt zugleich Kosten für die neue Produktionsanlage.

ETFs und Fonds als Depotbausteine
ETFs bieten dagegen eine kostengünstigere Option, um an der Performance von ausgewählten Branchenindizes zu Erneuerbaren Energien mitzuverdienen. Der „iShares Global Clean Energy UCITS ETF“ (IE00B1XNHC34) bildet beispielweise die 30 größten Unternehmen ab. Mit einem Volumen von rund 5,4 MrdUSD ist dieser börsegehandelter Fonds ein etabliertes Produkt in seinem Segment. Der „L&G Clean Energy UCITS ETF“ (IE00BK5BCH80) wurde dagegen erst im November 2020 aufgelegt und beinhaltet auch Zulieferer sowie Stromanbieter aus den Bereichen Solar, Wind, Wasser und Erdwärme. Ganz neu ist der erst im August aufgelegte „Invesco Solar Energy UCITS ETF“ (IE00BM8QRZ79). Dieser ETF enthält neben den Herstellern von Solarstromanlagen und Solarmodulen auch Spezialisten für solarbetriebene Ladesysteme.

Aus der Vielzahl der Aktienfonds mit dem Fokus Umwelt hebt sich auch der „RobecoSAM Smart Energy Equities“ (LU2145462052) mit seinem Fokus auf energiesparende Technologien und Produkte ab. In dem mit gut 60 Positionen recht konzentrierten Fondsportfolio sind die USA sind mit rund 50 % Länderanteil klar übergewichtet.

Der „Ökoworld Klima“ (LU0301152442) ist mit 80 Titeln etwas breiter gestreut und investierte in Unternehmen, die energie- und wassersparende Produkte entwickeln oder in der Herstellung von Regenerativer Energie unterwegs sind.

Foto: AdobeStock / FenrisWolf

 

 

Auf Facebook teilen Diesen Artikel teilen