Von der steigender Inflation profitieren

Die Teuerung zieht weltweit weiter an. Das kommt einer speziellen Anleiheklasse zugute.

Raja Korinek. Die Teuerung ist derzeit nicht zu stoppen. Allein im September erreichte die Inflationsrate in den USA 5,4 % auf Jahressicht. In der Eurozone lag der Wert bei 3,4 %. Dabei ist der Anstieg nicht nur auf die Konjunkturerholung seit Jahresbeginn 2021 zurückzuführen. Zahlreiche Lieferengpässe führen ebenso zu höheren Preisen bei Rohstoffen und Waren. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Sollten die steigenden Rohstoffpreise auch noch das globale Wirtschaftswachstum zunehmend beeinträchtigen, könnte es unter Umständen zu einer Stagflation kommen, warnen erste Experte. Noch scheint das Szenario für die meisten Volkswirte aber unrealistisch.

Inflation bleibt hoch
Sehr wohl dürfte ihnen zufolge die Inflationsrate aber auf höherem Niveau verharren. „Infolge der gestiegenen Energiepreise sehen wir das Risiko, dass die Inflationswerte im vierten Quartal etwas höher ausfallen und sich vor dem Frühjahr 2022 kaum abschwächen werden“, sagt Mark Dowding, Chief Investment Officer bei Blue Bay Asset Management in Hinblick auf die USA. Ähnliche Auswirkungen dürften höhere Rohstoffpreise auf andere Regionen, etwa auf die Eurozone haben.

Einen interessanten Schutz gegen solch eine Entwicklung können inflationsgeschützte Anleihen bieten. Anleger erhalten hierbei einen fixen Kupon, der aber niedriger ist als bei vergleichbaren normalen Anleihen. Dafür werden Kupons und Rückzahlung an einen Verbraucherpreisindex gekoppelt, wobei Emittenten in Europa meist den harmonisierten Verbraucherpreisindex „HVPI ohne Tabak in der Eurozone“ heranziehen.

Inflationsschutz bleibt gefragt
Dabei reicht schon allein die Sorge vor einem Anstieg der Inflation aus, um mit diesen Bonds ein Geld zu verdienen. Dann werden solche Anleihen vermehrt nachgefragt, was wiederum deren Kurse antreibt. Die Aussichten sind jeden-falls gut. „Die Experten der Schoellerbank meinen, dass die Inflationserwartungen möglicherweise noch weiter steigen und inflationsgeschützte Anleihen von diesem Umstand weiterhin profitieren können“, so Jakob Frauenschuh, selbst Leiter Investment Management & Strategy bei der Schoellerbank.

Ein Fonds, der sich langjährig behaupten konnte, ist der „LLB Obligationen Inflation Linked ESG“ (ISIN: LI0028614878). Mit knapp mehr als 37 % entfällt die größte Gewichtung auf die USA. Tatsächlich ist die Region weltweit größter Emittent solcher Papiere. Doch gleich an zweiter Stelle mit knapp weniger als 30 % reihen sich im Fonds Inflationlinker aus Großbritannien ein. Tatsächlich stiegen dort die Inflationserwartungen zu-letzt recht zügig. Grund sind die steigenden Engpässe bei einer Vielzahl an Waren, ein Umstand, zu dem auch der Brexit beiträgt. Auf die vergangenen zehn Jahre erzielte der Fonds eine Wertentwicklung von jährlich rund 3,8 %.

USA im Fokus
Auch der „Fidelity Funds – Global Inflation-linked Bond Fund“ (LU0353648891) kann sich langfristig behaupten. Die jährliche 10-Jahresentwicklung lag zuletzt bei rund 2,60 %. Die Ländergewichtung fällt in diesem Portfolio jedoch ein wenig anders aus, als beim LLB-Produkt. Gut 63 % des Fondsvermögens werden in inflationsindexierte US-Staatspapiere veranlagt. Britische Papiere sind allerdings mit weniger als 8 % gewichtet, gefolgt von Wertpapieren aus Italien und Frankreich.

Trotz des unterstützenden Umfelds für ein Investment in einen Inflationsschutz müssen Anleger aber beachten, dass natürlich auch mit diesen Produkten Verluste möglich sind.

Foto: AdobeStock / peshkova

 

 

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