Luxus ist sehr begehrt

Edle Marken sind vor allem bei jungen Menschen beliebt, Kooperationen erweitern die Reichweite.

Raja Korinek. Das weltweite Luxussegment profitiert der-zeit kräftig von der globalen Konjunkturerholung. Doch es gibt noch weitere unterstützende Entwicklungen. Immer mehr Branchenfirmen gehen inzwischen auch Kooperationen mit globalen Konzernen aus anderen Branchen ein, wie Swetha Ramachandran, Investmentmanagerin für Luxusaktien bei GAM Investments, im Gespräch mit dem Börsen-Kurier konstatiert. Damit sollen neue Zielgruppen erreicht werden.

Dies scheint vor allem bei der Generation Z gut anzukommen. Zu dieser Gruppe zählen jene, die zwischen Ende der 1990er und Anfang der 2010er Jahre geboren wurden.

Junge Menschen lieben Luxus
„Jüngere Konsumenten im Allgemeinen und insbesondere die Generation Z tendieren verstärkt zum Kauf von ‚Collaboration‘-Kollektionen als ältere Konsumenten“, so Ramachandran. Einige solcher Kooperationen schaffen insbesondere ein gewisses Gefühl der Exklusivität und Knappheit bei den Kunden, betont die Marktkennerin. Sie meint, das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage erzeuge zugleich eine Begeisterung und Aufmerksamkeit für die Marke.

Beispiele gibt es freilich zahlreiche. Ein solches ist die Zusammenarbeit zwischen der französischen Dior (ISIN: FR0000130403), die etwa für Parfüms bekannt ist, und dem US-Sportartikelhersteller Nike (US6541061031) mit der limitierten Auflage der „Air Jordan 1“-Turnschuhe. Sie wurden erstmals im Vorjahr auf den Markt gebracht, mit einer streng limitierten Auflage. Die Preisspanne lag dabei zwischen 2.000 und 2.200 USD. Die Aktion war sichtlich ein Erfolg: „Fünf Millionen Menschen registrierten sich auf der Website, um an der Verlosung teilzunehmen und ein Paar zu erwerben“, blickt Ramachandran zurück.

Lukrative Lederwaren
Hagen Ernst, der stellvertretende Leiter Research und Portfoliomanagement bei der DJE Kapital AG, verweist auf eine weitere Entwicklung im Luxussegment und meint, „besonders gefragt sind seit Längerem Lederwaren“. Eine der angesehensten Marken in diesem Segment sei dabei Hermès International (FR0000052292). Das französische Familienunternehmen ist in den vergangenen zehn Jahren um im Durchschnitt 12,5 % beim Umsatz bzw. 15 % beim Gewinn gewachsen. „Beliebt ist Hermès International vor allem in Asien, wo mehr als die Hälfte des Umsatzes erzielt wird. Neben Lederwaren sind aber auch Accessoires sehr gefragt“, konstatiert Ernst.

Und auch beim französischen Luxusgüter-Konzern LVMH (FR0000121014) entwickelt sich Ernst zufolge das Lederwarensegment sehr gut. Das zum Konzern gehörige Unternehmen Louis Vuitton – vor allem bekannt für hochpreisige Gepäckserien, Handtaschen und Accessoires – werde weiterhin stark nachgefragt.

Mit Zertifikaten in die Branche investieren
Interessierte Anleger können auf die weitere Entwicklung des Sektors etwa mit einem Indexzertifikat setzen. Dazu gibt es das Open-End-Index-Zertifikat auf den „Vontobel Luxury Performance-Index“ (DE000VTA3LU9). Mehr als ein Drittel entfallen im Index auf Aktien aus der Eurozone, zu denen nebst Hermès International und LVMH auch Compagnie Financière Richemont SA und Estée Lauder zählen. Auch die britische Burberry Group ist enthalten. Risikobereite Anleger können gehebelt auf die weitere Kursentwicklung von LVMH setzen. Darauf bietet etwa die UniCredit ein Turbo-Long-Zertifikat an (DE000HR3DMX6). Der aktuelle Hebel (per 29.10.) liegt bei 2,8. Wird die Marke allerdings von 439,193 USD berührt oder unterschritten, verfällt das Zertifikat.

Foto: nike.com

 

 

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