Was Klimainvestments bewirken können

Lösungen für die Klimawende sind gefordert. Anleger können einen wichtigen Beitrag leisten.

Raja Korinek. Der Einsatz gegen den Klimawandel wurde einmal mehr am internationalen Weltklimagipfel im schottischen Glasgow eingefordert. Dabei sollen Lösungen gefunden werden, um den Anstieg der Erderwärmung im Vergleich zu den vorindustriellen Niveaus auf deutlich unter zwei Grad Celsius, idealerweise sogar auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, wie es die Pariser Klimaziele von 2015 vorsehen.

Doch was müsste getan werden, damit sich die aktuelle Entwicklung bremsen lässt? Dazu versuchten Andrea Johanides, Geschäftsführerin des WWF Österreich, und Thomas Kraus, Mitglied der Geschäftsführung der Erste Asset Management (EAM), auf der Pressekonferenz zum Thema „Weltklimakonferenz COP26: Hebel für Investments in den Klimaschutz?“ Antworten zu finden. Der Börsen-Kurier war dabei.

Wenige Grade für große Veränderungen
Johanides unterstrich einmal mehr die Dringlichkeit zu einem Umdenken. Und meint, „nur 0,5 Grad Unterschied können etwa bei der Eindämmung von Wetterextremen entscheidend sein“. Sie verweist aber auch auf dramatische Entwicklungen, etwa das Sterben vieler Korallenriffs. Sollte die Erderwärmung dabei nur auf zwei Grad begrenzt werden, werde es bis 2030 praktisch keine solcher Vorkommen mehr geben. Bei einer Senkung auf 1,5 Grad wären wenigstens „nur“ rund 70 % der Riffs verloren.

Der WWF-Expertin zufolge müssten endlich Taten den vielen Worten der Regierungen folgen, und zwar in sämtlichen Bereichen, angefangen vom Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bis hin zu Änderungen in der globalen Landwirtschaft und dem Vorantreiben der Mobilitätswende. Dafür würden öffentliche Mittel nicht ausreichen. „Auch der Finanzmarkt ist massiv gefordert. Schließlich kann man mit seinem Investment eine Veränderung bewirken“, betont Johanides. Dabei wären private Finanzmittel in Höhe von 1 Bio Euro nötig, um die Pariser Klimaziele zu erreichen.

Ein Beirat als wichtiger Ratgeber
Eine solche Möglichkeit bietet etwa der „Erste WWF Stock Environment“ (ISIN: AT0000705678). Er wurde bereits 2006 aufgelegt, unterstreicht Kraus. Dabei initiierte der WWF Österreich einen Umweltbeirat, der das Fondsmanagement bei den Investitionsentscheidungen unterstützt. Das Ergebnis: Zu den aktuell größten Positionen zählen etwa Evoqua Water Technologies (US30057T1051), Kurita Water Industries (JP3270000007) und Schneider Electric (FR00001 21972).

Auf Nachhaltigkeit wird aber nicht nur bei entsprechenden Aktieninvestments geachtet. Zu-gleich spendet die EAM einen Teil der Verwaltungsgebühr des Fonds an diverse Initiativen. Beispiele gibt es zahlreiche.

Dazu zählt etwa die Entstehung von Europas größtem Flussschutzgebiet entlang der Flüsse Mur, Drau und Donau. Am 15. September wurde dieser weltweit erste Fünf-Länder-Biosphärenpark von der Unesco als Flussschutzgebiet anerkannt.

Nachhaltige Gelder wachsen weiter
Überhaupt wachse das Interesse an nachhaltig ausgerichteten Investments immer stärker, betont Kraus. Allein bei der Erste AM erreichte das Volumen seit Jahresbeginn gut 14 Mrd Euro. Zum Vergleich: 2016 lag das Volumen erst bei knapp mehr als 4 Mrd Euro.

Auch bei anderen heimischen Fondsgesellschaften wächst das Volumen, wie der Blick auf den Bericht des Forums Nachhaltige Geldanlagen für 2020 aufzeigt. Da erreichte das entsprechend investierte Volumen in Österreich mehr als 38 Mrd Euro. 2016 waren es 12,63 Mrd Euro. Tendenz weiter steigend, zieht Kraus ein deutliches Fazit.

Foto: Pixabay / nattanan23

 

 

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