Rendite von mehr als 400 % in zwei Jahren

Versicherungen und Banken verstärken Investitionen und Kooperationen mit Startups.

Christian Sec. Anfang Dezember wurde bekannt, dass die internationale Ratingagentur Moody‘s den österreichischen Firmendatenanbieter 360Kompany zu 100 % übernehmen wird. Vor etwas mehr als zwei Jahren sind auch Uniqa Ventures und Elevator Ventures (Raiffeisen Bank International) als Investoren in das Wiener Startup eingestiegen. Für beide hat sich die Investition jedenfalls ausgezahlt. Uniqa Ventures gibt an, dass die Rendite etwas über dem Vierfachen des eingesetzten Kapitals liegt, also bei rund 450 % für die kurze Zeit der Beteiligung.

Uniqa verdoppelt Investitionen
Uniqa Ventures, der Direktinvestment-Arm von Uniqa erweist sich offenbar auch insgesamt als Gewinnbringer. Die 35 Investments, die das Vehikel seit 2016 getätigt hat, brachten laut Unternehmensangaben eine Rendite von mehr 20 % per anno. In diesem Jahr konnte durch Exits die Gesamtperformance des Portfolios weiter gesteigert werden. Nicht zuletzt deshalb hat die Uniqa im September beschlossen, ihr Investitionsvolumen für Startups von 75 auf 150 Mio Euro zu erhöhen. Neben 360Kompany wurden in den vergangenen drei Monaten weitere Exits bekanntgegeben: Das Zahngesundheits-Startup Playbrush, welches um 20 MioUSD an den Schweizer-Japanischen Sunstar- Konzern verkauft wurde. Twisto Payments, ein Anbieter von Buy-Now-Pay-Later-Lösungen, wurde an den australischen Konzern Zip Money verkauft. Investitionsschwerpunkt bilden bei Uniqa Ventures europäische Startups in der frühen Wachstumsphase (Serie A-, B- und C-Finanzierungen). Dabei ergeben sich oft über die finanzielle Rendite hinaus im Rahmen von Kooperationen und Zusammenarbeitsprojekten zusätzliche Mehrwerte, erklärt der Uniqa-Ventures-CEO Andreas Nemeth. Vor allem in den Bereichen Digitalisierung im Kerngeschäft oder in der Erweiterung der Serviceangebote im Gesundheitsbereich gibt es Kooperationen, so Nemeth. So z. B. Omnius, ein Spezialist für KI-basierte Automatisierung von Schadensprozessen aus Berlin, Telemedico, ein Anbieter von telemedizinischen Leistungen mit Uniqa Polen oder Insly, ein Cloud IT-Dienstleister für Makler- und Versicherungsunternehmen aus Estland.

Unterschiedliche Strategien
Die Raiffeisen Bank International hat mit dem 360Kompany-Exit nicht nur eine hohe finanzielle Rendite erzielt, sondern kooperierte mit dem Startup schon lange, bevor man in das Unternehmen finanziell eingestiegen ist. „Das Datenservice von Kompany hat das Onboarding von Unternehmenskunden der RBI stark vereinfacht“, heißt es von Seiten Raiffeisen Bank International (RBI). Regelmäßig werden von Seiten der RBI die besten Fintech-Startups eingeladen, in Pilotprojekten an strategischen Partnerschaften mit RBI zu arbeiten. Elevator Ventures, dem Venture-Capital-Arm der RBI, steht über die nächsten Jahre ein kommittiertes Kapital von 50 Mio Euro zur Verfügung. Investiert wird hauptsächlich in Österreich und im CEE-Raum.

Auch bei der Erste Group wird der steigenden Bedeutung von Private Equity als Asset-Klasse Rechnung getragen, so wurde vor kurzem mit der Erste Private Capital eine neue Tochtergesellschaft gegründet.

Bei der Bank Austria geht man einen anderen Weg: Kooperation ja, Beteiligung nein, heißt die Devise. So arbeitet das Institut mit vielen verschiedenen jungen Unternehmen zusammen, wie z. B. Authentic Vision. Das Startup bietet mittels holografischen Fingerabdrucks auf der Debit MasterCard ein nicht manipulierbares Sicherheitsfeature, wie die Bank Austria erklärt.

Foto: AdobeStock / Anthony Leopold

 

 

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