Die Zinswende mahnt aber zur Vorsicht.

Die Zinswende mahnt aber zur Vorsicht.

Roman Steinbauer. Während der MSCI Emerging Market Index (ISIN: CH0007292201) im Vorjahr um herbe 7 % sank, legte der MSCI World Index (CH0001693230) um deutliche 18 % zu. Um sogar 26 % stieg der führende Barometer der westlichen Welt, der S&P 500 (US78378X107). Grund genug, um aufgrund günstigerer Bewertungen Aktien aufstrebender Staaten wieder in Investment-Überlegungen einzubeziehen?

Gegen diese Strategie spricht die eingeleitete Zinswende, die den US-Dollar an Attraktivität gewinnen lässt. Tendenziell stellt dies für Gesellschaften aufstrebender Volkswirtschaften (durch vorwiegend in US-Dollar laufende Verbindlichkeiten) eine Belastung dar. Zudem wurden historisch betrachtet die für Schwellenländer wichtigsten, in US-Dollar gehandelten Rohstoffe von Preiskorrekturen mitgetroffen. Bloomberg Research spekuliert sogar über eine heraufziehende Deflation der Rohwaren. Portfolio Manager Luis Lemus, Continous Capital Partners, hingegen, der heute 26 Staaten unter „Emerging Markets“ einreiht, erkennt in einer Analyse große Chancen: „Die Bewertungen sind depressiv, die Fundamentaldaten attraktiv. Der Abschlag zu US-Titeln ist auf einem Allzeithoch, es fehlt bloß der Start des Kurs-Momentums, dann läuft es.“ Die Auswahl werde vorrangig auf die Filterung von steigenden Dividendenbringern hin, nicht nach Ländern getroffen.

Betrachtung des Verpackungsinhalts ist notwendig
Als Schwellenländer definierte Staaten sind heute nicht mehr umfassend Volkswirtschaften mit außergewöhnlichem Wachstum, wofür die involvierten Länder einst standen. Weder Südkorea, noch Taiwan, die VAE oder Russland, und schon keineswegs China, Thailand oder Polen können heute zu Entwicklungsstaaten mit Eintritt in den globalen Handel gezählt werden. Noch in diese Zuordnung passen hingegen Indien, Malaysia, Pakistan, Indonesien, Vorderasien, die Philippinen und die afrikanischen Beispiele. Bei einer Fonds-Auswahl für Schwellenländer lohnt es sich, neben den Kosten der Gebühren auch einen Blick auf die Engagements des jeweiligen Managements bzw. der Top Holdings zu werfen.

Als Beispiel dient der in zwölf Ländern investierende „Barings Global Emerging Markets Umbrella Fund Class A Fonds“ (IE0004850503). Chinesische Titel sind derzeit mit 36 % vertreten, taiwanesische mit 16 %, südkoreanische mit 14 %. Erst danach folgen Unternehmen aus Indien (11 %), Brasilien und Indonesien (jeweils 3 %). Es handelt sich hauptsächlich um einen Tech-Fonds: Das Management favorisiert Aktien wie Taiwan Semiconductor mit 9 % (US8740391003), Samsung Electronics mit 8 % (KR7005930003) oder die Tencent Holdings mit 6 % (KYG875721634).

Foto: AdobeStock / photon_photo

 

 

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