Wird Gold wieder glänzen?

Die Inflationssorgen haben den Goldpreis zuletzt kaum beflügelt. Worauf Anleger achten müssen.

Raja Korinek. Für manch einen Investor mag die jüngste Entwicklung des Goldpreises ein wenig paradox wirken. Schließlich steigt die Inflation zügig an. In den USA erreichte sie im Dezember bereits

7 %. In der Eurozone waren es immerhin 5 %. Und dennoch: Seit der Goldpreis ein historisches Hoch von rund 2.000 USD (rund 1.800 Euro) im August 2020 erreichte, pendelt die Notierung in einem Seitwärtstrend. Dabei wird das gelbe Edelmetall doch oftmals als klassischer Inflationsschutz gehandelt.

Der Grund für die jüngst verhaltene Entwicklung des Goldpreises liegt in dem allmählichen Anstieg der Renditen länger laufender Staatsanleihen. Damit werden solche Papiere im Vergleich zu einem zinslosen Goldinvestment wieder zunehmend interessant. Das heißt: Gold ist vor allem dann ein begehrter Inflationsschutz, wenn Anleger nicht damit rechnen, eine steigende Teuerung anhand eines Bondinvestments künftig ausgleichen zu können. Scheinbar wiegen Anleger derzeit aber ab, ob die Bondrenditen demnächst noch weiter ansteigen, sodass die Inflation mit solch einem Investment endlich wieder abgedeckt wäre.

Die Renditen steigen an
Immerhin: In den USA erreichten die Renditen 10jähriger US-Treasuries zuletzt rund 1,8 %. Die Renditen deutscher Pendants lagen hingegen bei mageren minus 0,045 %. Auch bei den Leitzinsen wird es heuer in den USA erste Anhebungen geben. Aaron Alber, Analyst bei Raiffeisen Research, meint zudem, „die Verringerung des geldpolitischen Stimulus bleibt auch 2022 ein bestimmendes Thema, wobei die Akzente der Fed ausgeprägter sein werden als bei der EZB“.

Dennoch dürfte die Erwartung einer restriktiveren Geldpolitik auf dem aktuellen Niveau des Goldpreises weitgehend eingepreist sein, so Alber. Zudem dürften sich die Zinsanhebungen in Grenzen halten, ergänzt Benjamin Louvet, Fondsmanager OFI Financial Investment Precious Metals. Ein allzu rasches Ende der lockeren Geldpolitik könnte das Wirtschaftswachstum dämpfen. „Hinzu kommt, dass die derzeit hohe Inflation mit Problemen in den Lieferketten verbunden ist, wogegen Zinserhöhungen kontraproduktiv wären.“

Interessierte Anleger können auf unterschiedliche Szenarien bei der weiteren Goldpreisentwicklung setzen. Optimisten können etwa auf einen weiteren Anstieg mit einem Investment in Goldminenaktien hoffen. Diese profitieren überproportional von einer höheren Goldnotierung, verlieren allerdings in Baisse-Zeiten kräftiger. So gibt es etwa das „Best of Gold Miners Indexzertifikat“ von Alphabeta Acces Products (ISIN: DE000DA0AAY4). Darin sind elf Aktien enthalten, zu denen Kirkland Lake Gold (CA49741E1007), Endeavour Mining (GB00BL6K5J42) und Barrick Gold (CA0679011084) zählen.

Lukrativer Seitwärtstrend
Anleger, die in nächster Zeit hingegen mit einer zügigen Korrektur des Goldpreises rechnen, können auf dieses Szenario mit einem Faktor-Short-Zertifikat setzen. Als Berechnungsgrundlage wird bei diesen Produkten stets der Schlusskurs des Basiswertes vom Vortag herangezogen und die – in diesem Fall negative – prozentuelle Kursveränderung zum Vortag mit dem Faktor multipliziert. Allerdings können auch größere Verluste entstehen, wenn der Basiswert prozentuell stärker seitwärts tendiert oder steigt.

Ein entsprechendes Produkt bietet beispielsweise die Société Générale (DE000SF5DDL6) mit einem Faktor von 2 an. Weil Gold aber in US-Dollar notiert, dürfen Anleger das Währungsrisiko nicht außer Acht lassen.

Foto: AdobeStock / Subbotina Anna

 

 

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