Insourcing Gebot der Stunde

AT&S erweitert Kapazitäten in der Heimat statt in Fernost.

Roman Steinbauer. Zur Grundsteinlegung des Baus eines neuen Forschungs-Centers (Grafik) für Substrat- und Packaging-Lösungen der AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG reisten knapp 100 Gäste nach Leoben-Hinterberg an. Auf dem direkt an den Geschäftssitz angrenzenden Areal von 18.000 m2 werden nach Fertigstellung 2023 ein Drittel der Fläche der Forschung, zwei Drittel einer angeschlossenen Kleinserien- und Prototypen-Produktion zur Verfügung stehen. Die Steirer gehen davon aus, dass der Nachfrage-Boom im Mikroelektroniksektor nicht so schnell abebben wird. Zudem würden die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit elektronischer Systeme weiter zunehmen, der Fokus auf F&E müsse daher verstärkt werden. Inklusive aller Ausbaustufen werden bis zum Jahr 2025 rund 500 Mio Euro in das Projekt investiert und damit 700 neue Arbeitsplätze in der Region geschaffen.

Geortetes Potential
Neben CEO Andreas Gerstenmayer und dem AR-Vorsitzenden Hannes Androsch lobten die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Margarete Schramböck, der steirische LH-Stv. Anton Lang sowie der Leobner Bürgermeister Kurt Wallner das Zustandekommen des Projekts. Das Management selbst zeigte sich insbesondere über den jüngst von der Europäischen Union beschlossenen „European Chips Act“ erfreut. Mit dieser Initiative sollen nicht nur für die Halbleiterproduktion starke Impulse ausgehen, vielmehr werde die Kontrolle über die Stationen und Elemente der gesamten kritischen Wertschöpfungskette angestrebt. AT&S (die Sparten Substrate und „advanced packages“ abdeckend) wolle durch innovative Lösungen diese Europa-Kompetenz wirtschaftlich realisieren und somit zur digitalen Souveränität des Kontinents einen Beitrag leisten. Als entscheidenden Faktor, in Österreich zu investieren, führte er zudem die Rechtssicherheit an.

Den Anschluss wahren
Androsch skizzierte in der zweistündigen Veranstaltung die 30-jährige Geschichte des Unternehmens, stellte aber auch einen Bezug zur Gegenwart her: „Wir rüsten uns selbst in diesen dunklen Zeiten für die Zukunft. Das Herz, Hirn und Nervenzentrum unserer Firma wird dabei in Leoben-Hinterberg bleiben!“ Er stellte aber auch Relationen her, in dem er Europas nachhinkende Rolle im Verhältnis zu den asiatischen Marktführern erwähnte, die in dieser Branche im selbigen Zeitraum 360 Mrd Euro investieren würden. Schließlich prognostizierte Androsch für AT&S ein starkes Wachstum. 2025 sieht dieser Umsätze von 3,5 Mrd Euro, die Belegschaft werde sich auf Konzernebene auf 25.000 Mitarbeiter ausweiten.

Illustration: AT&S

 

 

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