Brillantes Umfeld an der Schweizer Börse

Ein Blick nach Zürich lässt Spuren diverser Weltkrisen vermissen.

Roman Steinbauer. Mit 12.300 Punkten liegt der Swiss Market Index (SMI) um gelinde 4,6 % unter dem Allzeit-Top vom 28. Dezember. Der Zürcher Aktienmarkt weist aktuell damit nicht nur eine Zwölf-Monats-Performance von +10 % auf, sondern stieg darüber hinaus um 11 % über den Stand vor Ausbruch der Covid-Krise im Feber 2020. Stark verhielten sich zuletzt erneut Schwergewichte wie Nestle (ISIN: CH0038863350), Novartis (CH0012005267), Zurich Ins. (CH0011075394) und der Vertreter für Augenheilkunde Alcon (CH0432492467). Deutlicher abgestuft wurden indes Papiere des Zahntechnik-Spezialisten Straumann (CH0012280076) und jene von Geberit (CH0030170408). Nach Rückschlägen um bis zu 35 % seit Dezember scheinen hier Bodenbildungen möglich.

Fehlende Börsenäquivalenz
Durch das Scheitern eines erneuten Rahmenabkommens zwischen Bern und der EU erfuhr der Erwerb von Schweizer Valoren durch EU-Bürger seit 1. Juli 2019 deutliche Einschränkungen. Die von der EU-Kommission als „gleichwertig“ gewährte Börsenregulierung (Börsenäquivalenz) unserer Nachbarn lief mit diesem Datum ersatzlos aus. Im Gegenzug entzog Bern seinerseits den EU-Handelsplätzen die Anerkennung, womit Eidgenössische Aktien dort ebenso nicht mehr handelbar sind. Abwicklungen bleiben aber weiterhin über die Börse Zürich oder über den OTC-Markt (Direkthandel über Brokerhäuser) möglich.

Fonds auf unterschiedliche Gewichtsklassen
Ebenso sind auf Schweizer Aktien ausgerichtete Fondsanteile nicht von Beschränkungen betroffen. Um auf führende Dividendentitel zu setzen, bieten sich Produkte wie der „Schroder International Selection Swiss Equity IZ“ (LU2016220936) an. Derzeit hält das Management in dem auf Franken lautenden Anlagepool vorrangig die Roche Holding (CH0012032113) mit 9,7 %, Novartis und Nestle mit jeweils 9,6 %, Richemont (4,7 %; CH0210483332), Zurich Ins. (4,5 %), ABB (3,7 %; CH0012221716) und Givaudan (CH0010645932) mit 3,2 %. Die Gesamtkostenquote (TER Ratio) beträgt 0,81 %.

Um auf geringer kapitalisierte Gesellschaften abzuzielen, ist Mirabaud Asset Management mit dem auf Euro lautenden und ebenfalls thesaurierenden „Equities Swiss Small & Mid I“-Fonds (LU1115429026) präsent. Die TER-Ratio liegt hier bei 1 %. Favorisiert wird hier Sonova (CH0012549785) mit 6,2 % vor Schindler (6,0 %; CH0024638212), Lindt & Sprüngli (5,6 %; CH1110085060), Temenos (5,4 %; CH0012453913) und Vifor Pharma (5,3 %; CH0364749348).

Sehr gute Wirtschaftsdaten
Überraschend: Die Inflation stieg laut dem Schweizer Bundesamt für Statistik im März auf Jahresbasis um beeindruckend niedrige 2,4 % (Euro Raum 7,4 %). Teils ist dies dem starken Franken geschuldet, der die steigenden Energie-Importpreise bremst. Der Kapitalstrom in die Valuta, die derzeit mit 1,03 CHF pro Euro nahe dem Rekordstand von Jänner 2015 steht, hielt zuletzt an, obwohl die SNB am 24. März den negativen Leitzinssatz von -0,75 % bestätigte. Starke Anzeichen kommen von der Binnennachfrage. Die Einzelhandelsumsätze zogen im Feber um 12,8 % an. Wie erfolgreich exportorientierte Unternehmen unter-wegs sind, zeigt auch der Handelsbilanzüberschuss im Feber. Wie bereits im Dezember wurde mit 5,95 MrdCHF (5,77 Mrd Euro) ein historischer Rekordüberhang der Ausfuhren registriert.

Das Eidgenössische Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) meldete zudem für März eine Arbeitslosenrate (aktiv Beschäftigung suchender Anteil der arbeitsfähigen Bevölkerung) von 2,2 %. Dies markiert den tiefsten Stand seit dem Jahr 2002 und kommt einer Vollbeschäftigung gleich.

Foto: Pixabay / anncapictures

 

 

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