Die „Befeuerung“ der Energie-Fonds hält an

Das Rückschlagpotential des Segments nimmt aber laufend zu.

Roman Steinbauer. In der Vorwoche erwiesen sich Energie-Aktien erneut als lukrativstes Anlagesegment. Es profitierten vor allem jene Fonds, deren Management es möglich ist, Aktien jener Unternehmen stark zu gewichten, die in der Exploration, Förderung oder dem Handel von Kraftstoffen aller Art involviert sind.

Potenzielle Neu-Einsteiger beschäftigt, wie weit der massive Liquiditätsfluss im Segment noch anhalten kann. Spricht das politische Geschehen auch noch für einen fortlaufenden und ausgedehnten Trend, sind die Prognosen der International Energy Agency (IEA) für den Investor schon kaum mehr hilfreich. So skizzierte die Agentur beim jährlichen „World Energy Outlook“ im Herbst für das Jahr 2030 eine Ölnachfrage, die (je nach Szenario) einen Tagesbedarf zwischen 103 und 72 Mio Fass pro Tag (mb/d) voraussieht. Die Spannweiten, denen stets mehrere Szenarien zugrunde liegen, weiten sich immer weiter aus.

Das stärkste Aufwärts-Momentum liegt bei Energieaktien aber wohl hinter uns. Zudem könnte ein deutlicher als zurzeit vermutet ausfallender globaler Konjunktureinbruch die Nachfrage schwächen – mit Auswirkungen, die aktuell nicht eingepreist sind.

Zyklen und eine hohe Schwankungsbreite
Die Entwicklung der Energie- bzw. Rohstoff-Fonds lässt indes weitere Kategorien verblassen. So legte der „Schroder ISF Global Energy C EUR T“ (ISIN: LU0374901725) seit August um 70 % auf 17,68 Euro zu. Auch der in US-Dollar aufgelegte „BlackRock World Energy Fund A2“ (LU0171301533) drückt das rasante Geschehen in diesem Sektor klar aus. Mit einem Wertpapierbestand von 3,03 Mrd USD (2,88 Mrd Euro) ergab sich für den thesaurierenden, in Luxemburg domizilierten Fonds alleine für die letzten drei Monate eine Wertsteigerung um 20 %. Auf Jahressicht protzen die Anteile mit einem Zugewinn von 53 %.

Dass es aber auch rasant in die Gegenrichtung laufen kann, bekamen Anteilhaber im Zeitfenster von Mai 2017 bis Mai 2020 zu spüren, als Einbußen von bis zu 60 % hinzunehmen waren. Durch die bittere Pille eines einmaligen Ausgabeaufschlages von 5 % (Mindestanlagesumme 5.000 USD) wird deutlich, dass Anlagen in diese Kategorie mit einem langen Horizont zu betrachten sind. Die jährlichen Gebühren (TER-Ratio) betragen 2 %.

Abweichende Ertragsentwicklung „Grüner“ Energiefonds
Andere Auswahlkriterien – differenzierte Erfolgserlebnisse für den Anleger. Diese simple Erkenntnis bestätigt vergleichsweise der Blick auf Energie-Fondsprodukte, die zusätzlich als ESG(Environmental-Social-Governance)-tauglich bzw. als „Grün“ definiert sind. Herangezogen sei der von BlackRock herausgegeben „BGF Sustainable Energy Fund“ (LU0124384867), der aktuell weltweit zu 70 % in Aktien nachhaltig agierender Energieunternehmen investiert ist.

Für das Depot werden Gesellschaften berücksichtigt, die entweder selbst alternative Energien anbieten oder in der Herstellung oder Forschung zu Techniken für die alternative Energiegewinnung aktiv sind. Bei der Auswahl werden die Risiken und Chancen im ESG-Bereich bewertet. Ausgewählt werden Emittenten aus allen relevanten Wirtschaftszweigen – mit Ausschluss des Erdöl-, Gas- und Kohlesektors. Der Ausschluss betrifft sowohl die Exploration als auch die Förderung, darüber hinaus den Sektor für Verbrauchsmaterialien.

Insgesamt sind 90 % der einbezogenen Titel Emittenten zuzuordnen, die über ein ESG-Rating verfügen.

In Luxemburg domiziliert, verwaltet der Fonds derzeit 6,67 Mrd USD (6,37 Mrd Euro). Rückblickend auf zwölf Monate wies er zwar eine negative Rendite von 10 % auf, in Hinsicht dreier Jahre stiegen die Anteile hingegen um ins-gesamt 16 %.

Foto: Pixabay / sakulich

 

 

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