Mit Edelmetallen die eigene Zukunft absichern

Gold und Silber als defensive Bestandteile eines Vorsorgemix.

Michael Kordovsky. Gold ist als solide Beimischung zur Altersvorsorge, bzw. korrekter ausgedrückt als „Generationenabsicherung“ geeignet. Es behielt über langjährige Zeiträume seinen Wert, wurde aber immer wieder zum „Politikum“, in der Folge von Besitzverboten oder langen Perioden festgelegter Umtauschverhältnisse zum US-Dollar.

Gold ist aber eine Art Feuerversicherung für Situationen wie einst die Hyperinflation im Jahr 1923. Von 1913 bis 1923 konnte die Teuerung durch den Anstieg des Preises pro Feinunze Gold in „Papiermark“ zum überwiegenden Teil ausgeglichen werden. Das macht Gold zu einem Wertspeicher über Generationen.

Ein Blick in die Geschichte
Laut Wolfgang Reuters, Autor des Buches „Deutschland im Sturzflug“, erhielt man im alten Rom für eine Feinunze Gold eine sehr gute Toga, einen Gürtel und ein Paar Schuhe. Heute geht sich das mit 1.741 Euro (der Betrag für eine Feinunze Gold am 14. Mai 2022, Anm.) für einen individuell zugeschnittenen Anzug, ein paar Schuhe und einen Gürtel ebenso aus. Seit der Römerzeit gab es also einen beeindruckenden Werterhalt.

Entfesselt wurde die Kraft des Goldpreises nach dem Zerfall des Bretton-Woods-Systems, das von 1944 bis 1973 (ab 1971 starke Goldpreisanstiege) bestand und eine fixe Bindung des US-Dollar an den Goldpreis vorsah. Der Dollar war die Ankerwährung eines Währungssystems, das nur geringe Schwankungen zuließ. Der Goldpreis war offiziell auf 35 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt, ein Wert, der bereits im Zuge des Gold Reserve Act vom 21. Jänner 1934 festgelegt wurde. Erst als US-Präsident Richard Nixon am 15. August 1971 in einer Rundfunk- und Fernsehansprache die Verpflichtung der USA, Dollar in Gold zu tauschen, einseitig kündigte, war der heutige Goldmarkt geboren. Von 12. August 1971 bis 12. April 2022 stieg der Goldpreis von 43,2 auf 1.960,8 US-Dollar pro Feinunze, was einem geometrischen Anstieg (CAGR) von 7,82 % p.a. entspricht, bzw. bezogen auf den CPI-U mit Basisjahr 1982 einer realen Wertsteigerung von 3,73 % p.a.

Umsetzung der Vorsorge
15 % des liquiden Nettovermögens sollten in physischen Edelmetallen veranlagt werden. Die Positionen sollten dabei in mehreren Etappen breit gestreut aufgebaut werden.

Da Russland mit einer Goldbindung des Rubels begonnen hat und dieses Beispiel eines Tages auch in anderen Ländern wieder Schule machen könnte, sollte auf zwei Drittel Gold und ein Drittel Silber gesplittet werden. Silber war in früheren Jahrhunderten ein normales Zahlungsmittel und über 1.000 Jahre bis ins späte 19. Jahrhundert wiesen Gold- und Silberpreis eine übliche Relation von 12 bis 20 auf.

Heute ist Silber ein Industrierohstoff mit einer stark schwankenden Bullion-Nachfrage. Seit die New Yorker Terminbörse Comex am 5. Juli 1933 den ersten Silber-Future einführte, lag die Preissteigerung (Zeitraum Juni 1933 bis Dezember 2021) bei real 1,26 %. Silber hat den Vorteil, dass es viel weniger stark gesetzlich reguliert wird als Gold.

Allerdings sollte Silber aufgrund der dort vorherrschenden Umsatzsteuerfreiheit zum erheblichen Teil über ein Zollfreilager in der Schweiz erworben werden und dort eingelagert bleiben, denn bei Auslagerung und Lieferung nach Österreich sind 20 % USt fällig. In Österreich etwas günstiger erwerbbar sind differenzbesteuerte Angebote von Silbermünzen wie Maple Leaf und Krugerrand, was aus Diversifikationsgründen auch ratsam ist. Gold hingegen kann in Österreich beispielsweise in Form von Bullion-Münzen wie Philharmoniker (1 Unze), Maple Leaf oder Krugerrand umsatzsteuerfrei erworben werden. Bei größeren Beträgen kommt zusätzlich der Kauf von Barren im Schweizer Zollfreilager ins Spiel. Hier bietet beispielsweise das Edelmetallhaus Philoro bereits ab Investments von 5.000 CHF die Einlagerung von Gold, Silber, Platin und Palladium an. Die Lagergebühren betragen 0,95 % p.a. für Silber und 0,65 % p.a. für Gold, Platin und Palladium. Notare und Wirtschaftsprüfer zählen mindestens einmal jährlich den Bestand der Kunden und attestieren die Vollständigkeit der Ware.

Foto: AdobeStock / NathalieVanBergen

 

 

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