Steigendes Interesse an Aktien unterstützen!

Nach einem erfolgreichen Jahr 2021 erneuert die Wiener Börse ihre Forderungen an die Politik.

Red. Die Wiener Börse hat in der Vorwoche bei ihrer Jahres-Pressekonferenz Bilanz über das Geschäftsjahr 2021 gezogen (Im Bild: Aufsichtsratsmitglied Angelika Sommer-Hemetsberger und Börsechef Christoph Boschan bei der Präsentation der Jahresergebnisse 2022). In einem dynamischen Marktumfeld habe die strategisch breite Aufstellung im 250. Jubiläumsjahr der österreichischen Nationalbörse das Wachstum unterstützt. Nach wie vor erwirtschaften Handel und Listings den Hauptteil der Erträge, aber auch das Verwahrgeschäft, Marktdaten und Indizes sowie IT-Services trugen 2021 zum Gewinnwachstum bei.

„Der Blick auf das vergangene Jahr, aber auch die derzeitigen Entwicklungen zeigen, dass der Kapitalmarkt immer in Bewegung ist. Als Infrastrukturunternehmen ist es unsere Aufgabe, in jeder Marktsituation stabilen Handel zu gewährleisten“, erklärte CEO Christoph Boschan. Das Wachstum bekräftige die solide Wettbewerbsposition des Unternehmens und mache die Wiener Börse in der europäischen Börsenlandschaft sichtbar. Auch würden die strategischen Initiativen bereits Früchte tragen.

Für die Herausforderungen, die der Klimawandel, die alternde Gesellschaft und die derzeitigen geopolitischen Entwicklungen bringen, werden Kapitalflüsse in Innovationen und neue Ideen notwendig, heißt es in einer Aussendung der Börse. Eine Umsetzung der im Regierungsprogramm enthaltenen Bausteine – wie etwa die Behaltefrist für langfristigen Wertpapierbesitz – könne privates Kapital aktivieren und die Transformation in die Wirtschaft der Zukunft stärken.

„Das Interesse der Österreicherinnen und Österreicher für Aktien und Investmentfonds steigt, besonders bei jungen Menschen. Diese Entwicklung sollte politisch unterstützt werden, um den Wohlstand zu wahren und die private Altersvorsorge zu stärken“, ergänzt Angelika Sommer-Hemetsberger, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Börse und Vorstandsmitglied der Oesterreichischen Kontrollbank.

Nachhaltige Anleihen im Fokus
Mit dem Vienna-ESG-Segment bietet die Wiener Börse zusätzlich zu bereits bestehenden Initiativen eine neue höchsttransparente Plattform für Emittenten von ESG-Anleihen. Bereits in dieser Woche tritt ein neues Regelwerk für nachhaltige Anleihen, basierend auf international etablierten Standards (ICMA Principles), in Kraft. Durch das verpflichtende Einholen einer Second Party Opinion, also der Bewertung einer unabhängigen Partei, sowie verstärkten Folgepflichten soll die Transparenz weiter gesteigert und Greenwashing verhindert werden. Neu sind auch eine visuelle Kennzeichnung sowie eine Filtermöglichkeit für ESG-Bonds auf der Website der Wiener Börse.

„2021 verdoppelte die Wiener Börse mit mehr als 7.000 Anleihen die Zahl der Neulistings und zählt zu den führenden Anleihen-Listingplätzen Europas. Ein Aufwärtstrend zeigt sich auch bei ESG-Bonds sowohl auf Angebots- als auch Nachfrageseite. Mit dem neuen Vienna ESG Segment schaffen wir Transparenz und einen klaren Rahmen mit Kriterien nach internationalen Standards“, so Boschan.

Stabiles Wachstum
Der Konzernumsatz der Wiener Börse stieg 2021 dank anhaltend hoher Handelserlöse um 6,7 % auf 79,3 Mio Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EGT) stieg auf 47,58 Mio Euro (+15,3 %), der Jahresüberschuss belief sich auf 36,5 Mio Euro. Das Eigenkapital betrug per 31. Dezember des Vorjahres 157,28 Mio Euro.

Das Handelsvolumen mit Wertpapieren am Wiener Markt konnte um 7 % auf 73 Mrd Euro gesteigert werden. Einmal mehr hätten sich Effekte der zyklischen Zusammensetzung des ATX gezeigt, der im Jahresverlauf eine Performance von +38,87 % (inklusive Dividenden +43,59 %) erreicht hat. In Prag stieg das Handelsvolumen mit Wertpapieren sogar um 19 % auf 12 Mrd Euro.

Foto: Wiener Börse / Alex Felten

 

 

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