Das Vermögen schrittweise aufbauen

Zertifikatesparpläne: Mit kleinen Summen auf verschiedene Strategien setzen

Raja Korinek. Die Finanzmärkte werden von einer Vielzahl an Meldungen auf Trab gehalten und verzeichneten in den vergangenen Monaten teils kräftige Verluste. Doch solch ein Umfeld kann auch Chancen bieten: Mit einem Wertpapiersparplan zahlen Anleger einen fixen Betrag regelmäßig auf viele Jahre ein und profitieren davon umso mehr in Zeiten, in denen die Kurse korrigieren. So erhält man einen günstigeren Durchschnittskurs, wenn man davon ausgeht, dass die Börsen langfristig steigen. Im Fachjargon ist vom Cost-Averaging-Effekt die Rede.

Zertifikatesparplan als Langfristinvestment
Die RCB bietet seit 2019 einen Zertifikatesparplan mit Bonuszertifikaten an. „Die Palette wurde heuer um nachhaltige Produkte erweitert“, sagt Philipp Arnold (Foto), RCB-Zertifikate-Experte, im Gespräch mit dem Börsen-Kurier.

Bei Bonuszertifikaten wird zum Laufzeitende eine fixe Bonuszahlung in Höhe eines vorab festgelegten Indexstandes – dem Bonuslevel – in Aussicht gestellt. Je weiter das Zertifikat darunter notiert, desto höher ist die Bonusrendite, die zu Laufzeitende winkt. Doch Vorsicht: Allzu tief darf der Kurs des zugrunde liegenden Basiswerts während der Laufzeit nicht sinken. Wird nach unten hin die Barriere berührt oder unterschritten, verfällt die Bonuszahlung zum Laufzeitende. Zudem richtet sich dann der weitere Kursverlauf des Zertifikats während der Laufzeit 1:1 an jenen des Basiswerts.

Schrittweiser Vermögensaufbau
Einsteigen können Anleger ab 100 € monatlich. Dabei gibt es beim Zertifikate-Sparen kein fixes Laufzeitende. Stattdessen wird das angesparte Kapital alle fünf Jahre automatisch reinvestiert. Anleger können dabei aus sechs Bonuszertifikaten wählen. „Der Klassiker ist das Produkt auf den Euro Stoxx 50“, sagt Arnold. Genauer gesagt handelt es sich um das „Bonus-Zertifikat Europa Unlimited“ (ISIN: ATSPARPLAN16). Arnold verweist aber auch auf die neuen nachhaltigen Produkte, zu denen das „MSCI World Climate Change Bonus Unlimited“-Zertifikat (AT SPARPLAN57) zählt.

Der zugrundeliegende Index ist hierbei der „MSCI World Top ESG Select 4.5% Decrement Index“, in dem jene Unternehmen aus den Industrieländern enthalten sind, die sehr nachhaltig agieren. Die Nettodividende der Unternehmen wird in die Indexberechnung reinvestiert, im Gegenzug wird eine „fixe Dividende“ von 4,5 % p.a. bei der Indexberechnung abgezogen (täglich aliquot). Die Dividendenunsicherheit wird damit eliminiert, stattdessen werden bei Emission automatisch die 4,5 % p.a. in Form eines Auszahlungsprofils an Anleger weitergeben.

Rund ein Drittel des Indexes entfällt auf die IT-Branche mit Titeln wie Nvidia (US67066G1040), ASML (NL0010273215) oder Cisco Systems (US17275R1023). Auch Finanz- und Konsumtitel haben eine relativ hohe Gewichtung im Index.

Wahlweise Indexinvestments
Die Erste Bank bietet ihren Zertifikate-Sparplan ab 50 € monatlich auf ausgewählte Indexzertifikate an. Zu den Basiswerten zählen zum Beispiel ebenfalls ein nachhaltig ausgerichteter Index, aber auch das „Erste Group Index Zertifikat Austria Top 10 Open End“ (AT0000A2TWN3). Der Index setzt auf die zehn größten heimischen Börsenkonzerne, wobei die Marktkapitalisierung, gemessen am Streubesitz, im Fokus steht.

Anleger haben zudem die Möglichkeit, auf mehrere Anlageklassen mit dem „Erste Group Index Zertifikat Smart Invest Open End“ (AT0000A2TWJ1) zu streuen. Der zugrundeliegende Index investiert mit ETFs vorwiegend in Anlageklassen wie Anleihen, Aktien, Rohstoffe und Gold.

Foto: Raiffeisen Centro Bank

 

 

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