Dollar-Stärke in der Endphase

Jeder weitere Höhepunkt der US-Devise nährt Spekulationen zu einer Kehrtwende.

Roman Steinbauer. Übertreibungen dauern weder an den Aktien- noch an den Devisenmärkten ewig. Ein Trendwechsel bei überzogenen Relationen im Währungsgefüge wird zumeist von atypisch, überproportional hohen Ausschlägen oder von Notenbank-Interventionen (der Börsen-Kurier berichtete im BK40) eingeleitet. Umso weiter Extrembereiche bei Währungspaaren getestet werden, umso mehr steigt die Wahrscheinlichkeit eines raschen Rücksetzers oder eines sich vollziehenden Trendbruchs. Absicherungen gegen Währungsverluste bei US-Anleihen oder Aktien (oft selbst in Mischfonds deutlich gewichtet) mittels Derivate gewinnen an Relevanz. Aber auch hoch spekulativ orientierte Investoren wittern eine Chance, in der „Dürrezeit“ an Renditen mit Zertifikaten erfolgreich gegen den US-Dollar eine hohe Performance zu erzielen.

Erfüllte Erwartungen als Endspiel?
Am 29. September erreichte der Dollar-Index (geometrisch zu sechs weiteren relevanten Währungen gewichtet; ISIN: XD0009982303) mit 113,6 Punkten vorläufig einen historischen Höchststand. Ob die Federal Reserve Bank (Fed) am 2. November die Anhebung des Leitzinssatzes um weitere 50 oder auch um 75 Basispunkte verkünden wird, dürfte die Richtung an den Devisenmärkten gering beeinflussen. Eine stärkere Straffung könnte sogar zu einer nachgebenden US-Devise führen, da Erwartungen zu weiteren Zinsschritten in den Folgemonaten gedämpft würden. Im Dollar-Raum investierten Anlegern bietet sich eine entsprechende Auswahl an Emittenten, um sich gegen eine Abschwächung der Währung zu wappnen.

Ein Beispiel, um auf eine Stärkung des Euro gegenüber dem Dollar zu setzen, ist etwa ein Endlos-Faktor-Zertifikat von Morgan Stanley (DE000MC40L27). Der Basispreis lag zu Redaktionsschluss mit 88,58 USD recht komfortabel um 9,7 % unter der aktuellen Notiz, die Hebelwirkung (Faktor) beträgt 10. Allerdings ist stets auf die implementierte Reset-Barriere (diese Schwelle liegt knapp am finalen Schmelzpunkt des inneren Wertes) zu achten. Beim oben genannten Produkt wird bei Unterschreiten der Barriere von 0,895 USD pro Euro die kaum noch vorhandene Differenz abgerechnet. Je nach Risikoprofil oder Zweck eines Einsatzes des Derivats, bleibt es dem Käufer natürlich überlassen, bei ungünstigem Verlauf eine Stop-Loss-Marke zu setzen. Der Spread (Differenz der Kursstellung zwischen der An- und Verkaufsnotiz) liegt bei 1 %. Neben dem Handel über die Stuttgarter Derivate-Börse Euwax, werden Orders ebenso außerbörslich über den jeweiligen Emittenten abgewickelt.

Für eine gewagtere Hebelwirkung von 18 steht das „Faktor 18X Long Index EUR/USD“-Zertifikat (DE000VX1PGX0) der Bank Vontobel. Die höhere Gewinnchance ist allerdings mit dem Nachteil eines Spreads von 10 % verknüpft, zudem befindet sich die Abrechnungsschwelle mit 0,93 USD/Euro auf riskanterem Terrain.

Unter der ISIN DE000DV51 ZV1 hat wiederum die DZ Bank einen Endlos Turbo Call mit einer Hebelwirkung von 30 im Angebot.

Welche Währung bäumt sich zuerst auf?
Aber nicht nur der Euro, sondern insbesondere der Yen und das britische Pfund bewegen sich rund um ein historisches Tief zur US-Devise. Um auf eine Erholung des Pfund gegen den US-Dollar zu setzen, können Open End Turbo Calls Warrants der UBS Bank gezeichnet werden (Hebel 26; DE000UK7H052). Doch liegt hier die Knock-Out-Schwelle bei 1,067, ein Wert der kurzzeitig bereits unterschritten wurde. Wer ein Ende der Yen-Schwäche herannahen sieht, wird unter anderem bei Morgan Stanley fündig. Das Open-End- Short-Faktor-Zertifikat DE000MD31UQ3 (Reset-Barriere von 152,97) wirkt 15-fach zur Veränderung im Währungspaar.

Foto: AdobeStock / edi

 

 

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