Geht Dax-Rekordjagd im zweiten Halbjahr weiter?
Wie Anleger auch von einem seitwärts tendierenden oder fallenden Markt profitieren.
Patrick Baldia. Der Höhenflug des Dax hat sich auch zu Beginn des dritten Quartals weiter fortgesetzt. Am 9. Juli stieg der deutsche Leitindex auf den neuen Rekordstand von knapp 24.480 Punkte. Damit wurden allein seit Jahresbeginn mehr als 30 (!) neue Allzeithochs gefeiert. Und dass obwohl der Dax Anfang April nach der Ankündigung neuer Zölle durch US-Präsident Donald Trump zwischenzeitlich die 20.000-Punkte-Grenze nach unten durchbrach. Auch der Anfang vergangener Woche verkündete Zoll-Deal zwischen den USA und der EU, der vor allem in Deutschland viel kritisiert wird, scheint bislang keine gröberen Spuren zu hinterlassen.
Nach dem besten ersten Halbjahr seit der Finanzkrise, der vor allem auf Zuflüsse aus Übersee zurückzuführen ist und in dem sich Anleger auf konjunktursensible Sektoren wie Energie, Industrie und Finanzen (Top-Performer in Q2/2025: Siemens Energy, Rheinmetall und Commerzbank) konzentriert haben, stellt sich die Frage, ob es in einer ähnlichen Tonart weitergehen wird? Zuletzt haben sich die Stimmen gemehrt, die zur Vorsicht mahnen oder zumindest über die Sommermonate, von einer Konsolidierung ausgehen. Aber auch gröbere Turbulenzen können in den kommenden Wochen und Monaten angesichts der erratischen Wirtschaftspolitik von Trump und der Vielzahl an aktuellen globalen Herausforderungen keineswegs ausgeschlossen werden.
Für Optimisten: Indexzertifikate
Gerade in so einem schwierigen Umfeld wie derzeit können Zertifikate mit ihren unterschiedlichen Charakteristiken der richtige Zugang sein, wenn man Einzelaktien als zu riskant einstuft. Für all jene, die auf eine wirtschaftliche Erholung bzw. einen weiter steigenden Markt setzen, bieten sich Partizipationszertifikate an, die den Dax 1:1 abbilden. Dazu gehört etwa das Index-/Partizipations-Zertifikat „Long DAX (TR) EUR“. Philipp Arnold, Head of Department Certificates Sales & Marketing beim Emittenten Raiffeisen Zertifikate, spricht von einem „absoluten Klassiker“ mit dem man auch von Dividenden „voll profitiert“. Ein weiteres Beispiel: das Partizipationszertifikat auf den Dax 40 von Société Générale Zertifikate.
Wer wiederum eine Verschnaufpause des Dax bzw. seitwärts tendierende, leicht fallende oder leicht steigende Kurse erwartet, könnte zu Bonus-Zertifikaten greifen. Bewegt sich der deutsche Leitindex über die Laufzeit hinweg innerhalb einer vorab bestimmten Kursspanne, erhält der Anleger einen Bonusbetrag – vorausgesetzt die bei der Emission definierte Barriere wird nicht berührt oder unterschritten. In diesem Fall entspricht die Rückzahlung am Laufzeitende der Performance des Dax.
Mit dem Bonus-Zertifikat auf den Dax von Vontobel erhält man etwa 260 Euro falls bis zum Ende des letzten Handelstags (20.3.2026) die Barriere von 18.000 Euro nicht berührt wird. Mit etwas mehr Risiko ist das Dax-Bonus-Zertifikat von Goldman Sachs verbunden, bei dem Anleger 480 Euro ausbezahlt bekommen sofern bis zum Laufzeitende am 20.3.2026 die Barriere von 19.600 Euro unberührt bleibt.
Foto: Börse Frankfurt / Gerald Schilling
