Schnäppchenjagd am Immo-Markt
In welchen Regionen Anleger in Österreich am günstigsten investieren können.
Patrick Baldia. Schön langsam kommt der heimische Immobilienmarkt wieder in Schwung. Zumindest verdichten sich die Anzeichen, dass der Tiefpunkt, der seit dem Sommer 2022 anhaltenden Krise, tatsächlich überwunden ist. Wer etwa im ersten Halbjahr 2025 eine Immobilie gekauft hat, musste um 0,3 % mehr auf den Tisch legen als am Ende des Vorjahres, wie der Wohnimmobilienpreisindex der OeNB aufzeigt. Am Wiener Markt belief sich das Plus sogar bei 0,8 %. Zur Erinnerung: Seit dem Beginn des Zinsanhebungszyklus der EZB im 3. Quartal 2022 bis Ende 2024 haben die Immobilienpreise österreichweit um 5 % nach unten korrigiert.
„Die Eiszeit auf dem Immobilienmarkt wurde im ersten Halbjahr beendet“, meint Matthias Reith, Senior Ökonom für den österreichischen Wohnimmobilienmarkt bei Raiffeisen Research. Er mahnt allerdings weiter zur Vorsicht, denn die Erholung sei keine Einbahnstraße, wie leicht rückläufige Preisdaten für das 2. Quartal 2025 vor Augen führen würden. Für eine nachhaltige Trendwende würden jedoch die gesunkenen Zinsen und vor allem die gestiegenen Einkommen sprechen. Für das Gesamtjahr rechnet der Analyst jedenfalls mit leicht steigenden Preisen – erstmals seit 2022.
Vor allem in demographischen Hotspots wie Wien, Innsbruck und Salzburg-Stadt, wo die Nachfrage nach Wohnraum hoch ist und – bei gleichzeitig knappem Angebot – weiterwächst, erwartet man bei Raiffeisen Research steigende Immobilienpreise. Anders ausgedrückt: Bereits Teures sollte schneller wieder teurer werden. Weniger groß sind daher die Chancen in Wien zu einem Schnäppchen zu kommen, wo der Quadratmeter laut einer Studie von ImmoScout24 aktuell 6.615 Euro kostet. Daraus ergebe sich ein durchschnittlicher Preis von 463.000 Euro für eine 70-Quadratmeter-Wohnung, so die Studienautoren. Deutlich weniger kostet ein Objekt derselben Größe nur in Bezirken wie Rudolfsheim-Fünfhaus (375.808 Euro), Favoriten (403.262 Euro) oder der Brigittenau (416.737 Euro).
Tipp: Burgenland
Schnäppchenjäger sollten sich also abseits der betretenen Pfade bzw. in entsprechender Entfernung zu den Ballungszentren bewegen und etwa ihre Fühler ins Burgenland auszustrecken, wo laut Raiffeisen Research aktuell für den Quadratmeter Einfamilienhaus im Schnitt 2.760 Euro verlangt werden. Nirgendwo sonst in Österreich kostet es weniger, sich den Traum vom Haus im Grünen zu verwirklichen. Besonders günstig sind die Preise im Burgenland in den Bezirken Oberpullendorf (2.049 Euro pro Quadratmeter), Güssing (2.134 Euro), Jennersdorf (2.227 Euro) und Oberwart (2.260 Euro).
Neben dem Burgenland gehören Kärnten und die Steiermark zu den günstigsten heimischen Bundesländern. In der grünen Mark lag der Quadratmeterpreis laut RE/MAX Ende des Vorjahres bei 2.795 Euro. Einfamilienhäuser wechseln dort für typischerweise 265.880 Euro den Besitzer. Deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegen die Bezirke Bruck-Mürzzuschlag (211.729 Euro), Voitsberg (208.244 Euro) und Südoststeiermark (205.432 Euro). Wohnungen kosten in der grünen Mark im Schnitt 177.877 Euro. Im Murtal hingegen rund 100.908 Euro, in Bruck-Mürzzuschlag nur 90.822 Euro.
Zu den Kärntner-Schnäppchentipps für Wohnungssuchende der RE/MAX-Experten gehören wiederum Hermagor, wo im Vorjahr jede vierte gehandelte Wohnung billiger war als 99.000, in Völkermarkt unter 90.000 und in St. Veit günstiger als 70.000 Euro. Wer ein Einfamilienhaus bevorzugt, musste dafür in Wolfsberg weniger als 185.500 Euro auf den Tisch legen. In Völkermarkt und in Feldkirchen sogar weniger als 150.000 bzw. 147.742 Euro.
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