UBM-CEO Winkler sieht Licht am Ende des Tunnels
Neue Anleihe soll Liquidität stärken und richtet sich vor allem an Privatanleger.
Marius Perger. „Erfolg in schlechten Zeiten schaut anders aus als Erfolg in guten Zeiten.“ Das sagte Thomas Winkler, CEO der UBM Development AG, vor einigen Monaten bei der Hauptversammlung. Die Frage, ob wir uns aktuell in guten oder schlechten Zeiten befinden, müsse man differenziert sehen, betonte er nun im Gespräch mit dem Börsen-Kurier.
Zwar habe niemand erwartet, dass die Krise so lange dauert, doch es gebe eine gute Nachricht: „Wohnen ist aus der Krise heraus.“ UBM verkaufe derzeit im Schnitt 100 Wohnungen pro Quartal. Und die steigende Nachfrage führe aufgrund des gleichbleibenden Angebots auch zu einem Preisanstieg. „Extrem mühsam“ sei es allerdings nach wie vor im Bereich der Vermietung. Doch nach einer langen Durststrecke zeige sich auch hier Licht am Ende des Tunnels. Erste Indikatoren aus Deutschland würden darauf hinweisen, dass sich der massive Rückstau der vergangenen 18 Monate aufzulösen beginnt – ein Grund zur Entwarnung sei dies aber noch nicht, so Winkler.
Mit beigetragen zur positiven Entwicklung habe das Auslaufen der KIM-Verordnung. Denn damit sei bei vielen privaten Wohnungskäufern eine psychologische Barriere weggefallen: „Die KIM-Verordnung hat bei vielen potenziellen Käufern für Verunsicherung gesorgt – nicht unbedingt wegen ihrer praktischen Auswirkungen, sondern wegen der gefühlten Hürde. Wer will schon gern zurückgewiesen werden?“ Die nun etwas flexiblere Handhabung der Kreditvergabe habe UBM „im Jahresverlauf sicherlich geholfen, die hohe Verkaufsrate in Österreich zu halten“, so Winkler.
Nach wie vor schwierig sei die Situation im Büro-Bereich. Erst vor wenigen Tagen hat die heimische Finanzmarktaufsicht gewarnt, dass Risiken bei Gewerbeimmobilien präsent bleiben. Angesichts der Tatsache, dass es im Bürobereich nahezu keinen Neubau gebe, würden Bestandsvermieter die Konkurrenz darstellen. Und die seien „zu allem bereit, die Mieter zu halten“. Dennoch habe man zuletzt Mietverträge auf hohem Preisniveau abschließen können: „Es gibt Mieter, die bereit sind, das zu zahlen“, sagt Winkler.
Die guten Ergebnisse des zweiten Quartals – beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) wurde eine „schwarze Null“ erzielt – seien aber fast ausschließlich auf die positive Entwicklung beim Wohnen zurückzuführen gewesen. Winkler: „Wir können vom Wohnen leben. Aber nicht gut.“ Für das dritte und vierte Quartal erwartet der CEO wieder ein positives EGT, auch weil der Aufschwung beim Wohnen anhalten dürfte.
Neue Anleihe richtet sich an Privatanleger
War die Sicherung der Liquidität zuletzt vorrangig, so gehe es seit dem zweiten Quartal um „Liquidität und Profitabilität“, betont Winkler. Entscheidend sei es, keine Zweifel über die Anleihen-Rückzahlungen aufkommen zu lassen. Dank erfolgreicher Refinanzierungen seien im November nur noch 87 Millionen Euro und im nächsten Mai 110 Millionen Euro zurückzuzahlen. Gleichzeitig verfügte UBM zum Halbjahr über 167 Millionen Euro Cash. Das sei „riesig viel Geld“, so Winkler, aus Sicherheitsgründen sei man aber aufgrund der anhaltenden Krise nicht in der Lage, die Cash-Position zu reduzieren: „Wir fahren nach wie vor auf Sicht und halten einen größeren Sicherheitsabstand, als es unter normalen Umständen notwendig wäre.“
Und damit „möglichst wenig Geld für die Zukunft verloren geht“, launcht UBM nun eine weitere Anleihe, die vor allem der Reduktion der Rückzahlungsverpflichtung dienen soll. Dabei handelt es sich um einen „Senior Green Bond“, also eine „ganz normal vorrangig zu bedienende Anleihe“, mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Coupon von 6,75 %.
Mit diesem vergleichsweise hohen Zinssatz wolle man „loyalen Gläubigern, die kontinuierlich bei uns investiert sind“ ein attraktives Angebot machen. Und mit einer Stückelung von 500 Euro wende man sich vor allem an Privatanleger. Winkler betont, dass UBM damit „einer der letzten Retail-Anleihen-Emittenten“ in Österreich sei. Man adressiere auch in der Ansprache ganz bewusst das Retail-Publikum und sei mittlerweile bei Anlegern ein „populärer Wert“ – das gelte auch für die Aktie.
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