Hält das Kursfeuerwerk der Banken an?
RBI, Erste und Bawag sind aktuell Top-Performer. Die Frage stellt sich, ob ein Einstieg noch lohnt.
Patrick Baldia. Dass der ATX seit Jahresbeginn mit einem Plus von mehr als 30 % zu den weltweiten Top-Performern unter den Indizes zählt, liegt auch an der starken Entwicklung der heimischen Banken. Am stärksten unterwegs seit Jahresbeginn ist unter den „Indexschwergewichten“ die RBI, die um mehr als 50 % zugelegt hat, gefolgt von der Erste Group mit fast 40 %. Und auch die Bawag muss sich mit einem Plus von rund 35 % nicht verstecken. Bleibt abzuwarten, ob der Aufwärtstrend an der Börse auch im vierten Quartal 2025 und darüber hinaus anhält.
Während Erste Group und RBI erst Ende dieser Woche ihre Zahlen für das dritte Quartal veröffentlichen werden, war das bei der Bawag bereits vergangene Woche der Fall. Die positive Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr setzt sich bei dem Institut jedenfalls fort. Der Nettogewinn lag mit 219 Millionen Euro um 23 % über dem Vorjahrszeitraum, das Ergebnis vor Risikokosten mit 354 Millionen Euro um 33 %. Die operative Entwicklung der verschiedenen Geschäftsbereiche umschreibt CEO Anas Abuzaakouk als „solide“. „Gleichzeitig bleiben wir in einem Marktumfeld, das unserer Einschätzung nach seit einiger Zeit von übermäßiger Kreditvergabe und nachlässiger Risikoprüfung geprägt ist, weiterhin geduldig und diszipliniert“, so der Bawag-Chef.
Organisatorische Neuausrichtung bei der Bawag
Die Bawag befindet sich jeden-falls, nach eigenen Angaben, in einer organisatorischen Neuausrichtung. „Grundlage dieser Neuausrichtung ist ein ‚Digital-First‘-Ansatz im Banking, ergänzt durch ein stark beratungsorientiertes Filialnetz“, erklärt Abuzaakouk, der von einer „Entwicklung hin zu einer paneuropäischen und US-amerikanischen Bankengruppe“ spricht. Die Analysten sind aktuell jedenfalls überwiegend positiv auf die Aktie eingestellt, was die Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten betrifft. Die Kursziele liegen in einer Bandbreite von 115 und 144,15 Euro.
Update zur Ersten
Auch die Erste Group genießt derzeit die Zustimmung des Großteils der Analysten, die das Unternehmen covern. Erst in der vergangenen Woche haben etwa die Experten der Deutschen Bank ein Update zum Unternehmen veröffentlicht. Konkret wurde die Empfehlung „kaufen“ bestätigt und gleichzeitig das Kursziel von 86 auf 95 Euro angehoben. Für das dritte Quartal gehen die Analysten von steigenden Nettozinserträgen und Provisionserlösen aus, was aller-dings angesichts höherer Kosten zu einem Rückgang beim Ergebnis führen könnte. Die Übernahme von 49 % der Santander Bank Polska könnte wiederum die Rentabilität deutlich steigern, so ihre Einschätzung.
RBI: Strabag und Rasperia belasten
Bei der RBI gehen Analysten von einer Ergebnisverbesserung im zweiten Halbjahr 2025 aus. Unter anderem sollen dabei geringere Risikokosten im polnischen Kreditportfolio, eine stärkere Kreditnachfrage und geringere Regulierungsabgaben helfen. Indes laufen die Bemühungen der Bank, das Russlandgeschäft zu verkaufen, weiter.
Kein Erfolg in Sicht ist auch beim Bestreben, dass eingefrorene Strabag-Aktien im Besitz der russischen Rasperia im Wert von rund 2 Milliarden Euro freigegeben werden. Ein positiver Newsflow in beiden Fällen würde der Aktie sicher Auftrieb geben.
Foto: Bawag Group AG
