Von günstigen Nahrungsmittel-Aktien profitieren

Mit Discount-Zertifikaten auf niedergeprügelte Basiskonsumgüterwerte setzen.

Michael Kordovsky. Mehrere Nahrungsmittelgiganten gerieten mangels Ertragsdynamik und infolge sinkender Rentabilität zuletzt massiv unter Druck. Generell erscheint die Basiskonsumgüter-Sparte in Europa günstig bewertet zu sein. So weist der „MSCI Europe Consumer Staples Index“ (in USD) per 30. September nur noch ein Forward-KGV von 15,1 auf, und dies bei einer Dividendenrendite von 3,6 %. Der Index zeichnet sich durch eine unterdurchschnittliche Volatilität aus. Dabei sind die Risens Nestlé und Unilever mit je 19,7 bzw. 12,1 % im Index am stärksten gewichtet.

General Mills, Nestlé und Unilever
Die Nestlé-Aktie liegt auf fünf Jahre 24 % im Minus und könnte gerade in der Phase der Bodenbildung sein. Das Unternehmen beschleunigt sein Kosteneinsparungsprogramm, fokussiert sich auf operative Effizienz, einschließlich der Automatisierung von Prozessen. In den kommenden zwei Jahren sollen rund 16.000 Stellen abgebaut werden, 12.000 Angestellte in verschiedenen Funktionen und Regionen (jährliche Einsparung umgerechnet 1,08 Milliarden Euro) und weitere 4.000 Mitarbeiter im Rahmen laufender Produktivitätsinitiativen in der Fertigung und Lieferkette. Das gesamte Kosteneinsparungspotenzial von Nestlé liegt bis Ende 2027 bei umgerechnet 3,24 Milliarden Euro.

Unilever mit den Eismarken „Ben & Jerry‘s“ und Magnum, den Brühwürfeln von Knorr, der Kartoffelprodukt-Marke Pfanni und den Parfums von Axe hat im dritten Quartal beim Umsatz positiv überrascht. Das für 2027 geschätzte KGV liegt nur noch bei 16,2.

In den USA ein ausgebombter Wert ist General Mills, Hersteller von Frühstückscerealien, Backwaren, Snacks, Joghurt und Fertiggerichten. Mit sinkender Rentabilität brach der Aktienkurs auf Jahressicht um rund 30 % ein.

Im gesamten Geschäftsjahr 2025/2026 werden das bereinigte Betriebsergebnis und das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie voraussichtlich um 10 bis 15 % bei konstanten Wechselkursen zurückgehen.

Bei einem Kurs von 47,93 USD liegt laut Schätzungskonsens von Zacks das für 2026/27 geschätzte KGV nur noch bei 12,6. Das Unternehmen hat bereits ein Kostensenkungsprogramm eingeleitet und zahlt 125 Jahre ununterbrochen Dividenden. Aber es bleiben noch Restrisiken.

Discount-Zertifikate – der „abgesicherte“ Modus
Die drei genannten Aktien haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind fundamental günstig und verfügen über gute Chancen auf Kurserholung bei bestehenden Rückschlags-Risiken. Genau da kommen nun die Discount-Zertifikate ins Spiel. Sie ermöglichen den Einstieg in einen Basiswert mit einem Abschlag, wodurch Anleger am Ende der Laufzeit vor leichten Kursverlusten des Basiswerts geschützt sind. Dafür sind die Gewinnchancen durch einen festgelegten Höchstbetrag (Cap) begrenzt. Je höher dieser gewählt wird, desto geringer fällt der Discount aus – und umgekehrt.

Im Falle von General Mills wäre beispielsweise ein Cap von 50 USD (43,06 Euro) – also knapp über dem aktuellen Kurs von 47,93 USD (NYSE, 23.10.; 41,28 Euro) möglich, um bei einer Laufzeit bis 25.6.2026 eine Seitwärtsrendite (Rendite bei gleichbleibenden Kursen des Basiswerts bis Fälligkeit) von 9 % bzw. 13,8 % p.a. zu erzielen, denn auf Basis eines Briefkurses des Zertifikats von 37,86 Euro liegt der Discount zum Börsenkurs bei rund 8,3 %. Die maximal mögliche Gesamtrendite beträgt 13,7 % bis Fälligkeit – so die Daten eines von Morgan Stanley emittierten Discount-Zertifikats auf General Mills.

Etwas bullischer kann bei Nestlé vorgegangen werden mit einem von Vontobel emittierten Discount-Zertifikat, dessen Cap mit 92 CHF (99,44 Euro) um ca. 14,1 % über dem aktuellen Kurs (23.10.) von 80,64 CHF (87,16 Euro) liegt. Der Discount beträgt 3,15 %, woraus eine maximal mögliche Gesamtrendite bis Laufzeitende am 26.6.2026 von 17,8 % resultiert. Die Seitwärtsrendite beträgt immerhin noch 3,25 % und bzw. rund 5 % p.a.

Eine Unilever-Kurspartizipation im abgesicherten Modus bis zu einem Cap von 65 Euro (Kurs am 23.10. in Amsterdam: 54,04 Euro) bietet ein von Vontobel emittiertes Discountzertifikat auf Unilever, das bei einem Discount von 2,87 % eine Maximalrendite von 23,8 % bietet, während die Seitwärtsrendite 2,95 % bis Fälligkeit am 26.6.2026 bzw. rund 4,5 % p.a. beträgt.

Die Eckdaten der einzelnen Discountzertifikate unterliegen mit den Kursschwankungen des Basiswerts schnellen Änderungen.

Anmerkung: Zertifikate haben ein Emittentenrisiko. Im Falle einer Insolvenz des Emittenten wären sie eine Forderung in der Masse.

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