EVN mit stabilen Ergebnissen und ambitionierten Plänen

Höheres Vorsteuerergebnis 2024/25, Dividende unverändert 90 Cent/Aktie.

Marius Perger. Die EVN hat in ihrem Geschäftsjahr 2024/25 (per 30.9.) Umsatz und Vorsteuerergebnis steigern können, unterm Strich musste beim Konzernergebnis aber ein Rückgang hingenommen werden.

Die Umsatzerlöse stiegen um 3,8 % auf 3.000,0 Millionen Euro. Positiv ausgewirkt hätten sich Mengen- und Preiseffekte sowie die im Vergleich zu den Jahren davor deutlich kältere Witterung, negativ allerdings rückläufige Erlöse aus der Vermarktung der eigenen erneuerbaren Erzeugung und im Erdgashandel. Das Ebitda verbesserte sich um 19,2 % auf 909,1 Millionen Euro. Zurückzuführen ist dieser Anstieg einerseits auf einen höheren Beitrag aus dem Segment „Netze“ aufgrund eines höheren Strom- und Erdgas-Netzabsatzes und höherer Netztarife in Niederösterreich, andererseits auf einen wesentlich gestiegenen Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen. Hauptgrund für Letzteres sei die „wie erwartet eingetretene Ergebnisnormalisierung der EVN KG“, heißt es dazu im Geschäftsbericht.

Stark rückläufig hat sich dagegen das Finanzergebnis entwickelt, Ursache sei in erster Linie die niedrigere Dividende der Verbund AG gewesen, daneben habe auch ein Währungseffekt im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung in Russland das Finanzergebnis belastet. Während aber das Ergebnis vor Ertragsteuern dennoch um 4,5 % auf 574,4 Millionen Eur stieg, lag das Konzernergebnis nach Minderheiten aufgrund einer höheren Steuerbelastung und eines negativen Ergebnisses des aufgegebenen Geschäftsbereiches mit 436,7 Millionen Eur um 7,4 % unter dem des Jahres davor.

Der Hauptversammlung am 25. Februar wird eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 90 Cent/Aktie vorgeschlagen.

Aktualisierte Strategie
Die Strategie 2030 mit dem Titel „Nachhaltiger. Digitaler. Produktiver.“ wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr aktualisiert. Im Zentrum stehe dabei der Beitrag der EVN zur Transformation des Energiesystems, geplant seien unter anderem die Errichtung und der Betrieb von Großbatteriespeichern und Investitionen in die E-Ladeinfrastruktur. Wichtiger werden auch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, so das Unternehmen.

Im Rahmen der Klimainitiative habe man eine ambitionierte Anpassung der Ziele für den Klimaschutz vorgenommen und den „1,5-Grad-Übergangsplan“ im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen finalisiert. Ziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen umfassen neben der eigenen Geschäftstätigkeit auch Emissionen entlang der Wertschöpfungskette wie beispielsweise der Energienutzung durch Kunden.

Vier Fünftel des bis 2030 jährlich geplanten Investitionsvolumens von rund einer MrdE sollen nach Niederösterreich fließen; Schwerpunkte liegen hier auf der Netzinfrastruktur, der erneuerbaren Erzeugung und der Trinkwasserversorgung. 89 % aller Investitionen seien „grün“ im Sinne der EU-Taxonomie, betont die EVN.

Ausblick und langfristige Ambitionen

Unter der Annahme eines stabilen regulatorischen und energiepolitischen Umfelds erwartet die EVN im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 ein Ebitda und ein Konzernergebnis „etwa auf dem Niveau des Vorjahres“. Planungsunsicherheiten gebe es aber bei den energiewirtschaftlichen Parametern (Annahmen für Erzeugungskoeffizienten, temperaturabhängige Energienachfrage) sowie beim Finanzergebnis (Dividende des Verbund).

Zuversichtlich zeigt sich die EVN dank einer „gut abgesicherten Projektpipeline“, ihre Ausbauziele für Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeicher bis 2030 erreichen zu können. Aus Windkraft sollen dann 770 MW stammen (30.9.2025: 532 MW), aus Photovoltaik 300 MWp (30.9.2025: 120 MWp). Das Ausbauziel für Großbatteriespeicher liegt für 2030 bei 300 MW (30.9.2025: 8 MW). Die Netzkapazität in Niederösterreich soll im selben Zeitraum auf 6.000 MW verdoppelt werden.

Finanzziele für das Geschäftsjahr 2029/30 sind ein Ebitda in einer Bandbreite von rund 1,1 bis 1,2 Milliarden, eine Ausschüttungsquote von 40 % und eine Dividende von 1,10 Euro/Aktie. Bereits ab dem laufenden Geschäftsjahr wird eine Mindestdividende von 90 Cent/Aktie angestrebt.

Foto: EVN Veith

Die Zahlen der EVN im Überblick

2024/25 2023/24 (angepasst)
Umsatzerlöse 3.000,0 2.889,2
Ebitda 909,1 762,9
Ebit 490,9 404,3
Ergebnis vor Steuern 574,4 549,9
Konzernergebnis 436,7 471,7
Alle Zahlen in Millionen Euro