Setzt die FACC-Aktie ihren Höhenflug fort?
Rückenwind hat das Papier zuletzt von starken Zahlen für das dritte Quartal 2025 bekommen.
Patrick Baldia. Die FACC-Aktie zählte 2025 zu den absoluten Top-Performern an der Wiener Börse. Aktionäre des Luftfahrt-Zulieferers können sich über ein Kursplus von rund 95 % freuen. Dennoch sehen Analysten auch nach der Veröffentlichung der Zahlen für die ersten drei Quartale von Mitte November weiterhin beträchtliches Kurspotenzial. Erst Anfang Dezember haben etwa die Experten der Erste Group ihre Kaufen-Empfehlung bekräftigt und das Kursziel von 11,30 auf 15 Euro angehoben. Begründet wird der Schritt mit höheren Gewinnschätzungen auf mittlere Sicht sowie der Annahme einer stärkeren Entwicklung der Ebit-Marge.
Luftfahrt boomt weiter
Tatsächlich könnte der Ausblick für die Luftfahrtindustrie wohl nicht besser sein. Die Erste-Group-Analysten verweisen darauf, dass Airbus und Boeing – und damit wichtige FACC-Kunden – trotz einiger aktueller Herausforderungen ihre Produktionsraten weiter hochfahren. Allein in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres steigerten die Flugzeugbauer ihre monatlichen Auslieferungsraten um 20 % gegenüber den Vorjahreszeitraum. Stark: In den kommenden 20 Jahren soll die Branche um durchschnittlich 3,6 % pro Jahr wachsen und sich die Gesamtzahl der Flüge nahezu verdoppeln.
Nicht alle Analysten euphorisch
Etwas vorsichtiger schätzen die Analysten von Raiffeisen Research die Entwicklung von FACC ein. Kürzlich haben sie zwar ebenfalls ihr Kursziel für die Aktie angehoben – konkret von 8,20 auf 10 Euro – das neutrale Rating bzw. die Halten-Empfehlung jedoch bestätigt. Verwiesen wird auf die weiterhin geringe Visibilität, was die mittelfristige Margenentwicklung betrifft. Fraglich sei, ob die angestrebte Verbesserung auf 8 bis 10 % bis 2027 wirklich möglich sei. So sei etwa der operative Hebel aufgrund des hohen Anteils manueller Arbeit begrenzt. Auch belaste die anhaltende Inflation der Inputkosten die Marge.
Ausblick: Ebit steigt weiter
Das FACC-Management erwartet jedenfalls für 2025 einen Konzernumsatz von 1 MrdE, was einem Plus von 10 % gegenüber 2024 entspricht. Gleichzeitig soll das operative Ergebnis wie geplant weiter steigen und die Ebit-Marge zum Jahresende bei 4 bis 5 % liegen. Um das Unternehmen auf Kurs zu halten will das Team um CEO Robert Machtlinger den Fokus weiterhin auf das Effizienzsteigerungsprogramm „CORE“ legen. Im Vordergrund stehen dabei unter anderem Effizienzsteigerungen in der Produktion, die Kompensation globaler Inflationseffekte, die Restrukturierung der Lieferantenkette zur Senkung der Materialkosten, die Verringerung der allgemeinen Sach- und Fixkosten und die nachhaltige Reduktion der Lagerbestände.
Unser Fazit
Die Chancen stehen gut, dass FACC weiter vom langjährigen und konstanten Wachstumskurs der Luftfahrtindustrie profitiert. Dafür sprechen vor allem langfristige Verträge mit allen großen Herstellern.
Zu den Kunden zählen Flugzeugbauer wie Airbus, Boeing, Bombardier und Embraer, ebenso wie Triebwerkproduzenten wie Rolls-Royce und Pratt & Whitney. Auch vom jüngsten Leonardo-Deal (das österreichische Verteidigungsministerium will zwölf Kampfjets ankaufen) sollte FACC profitieren, so Experten. Kein Nachteil ist hier, dass der Konzern die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt.
Foto: FACC
