Das bunte Eigenleben der Textilaktien
Wie sich die Werte von Inditex, Prada und Hugo Boss im positiven Börsenumfeld schlagen.
Roman Steinbauer (09.01.2026). Nach wie vor zählen die Titel der spanischen Inditex (Zara, Pull&Bear bis Massimo Dutti) zum Top-Aktieninvestment in der Textilbranche. Nicht das erste Mal hielten viele Anleger die Papiere bereits für zu hoch bewertet und tippten auf ein Ende des jahrelangen Kursanstiegs. Die neuerliche Spitze der Notierung um 56 Euro bewies jedoch, dass diese Annahme ein Irrtum ist. Angetrieben wurden die Kursavancen durch jüngste Stellungnahmen des Analysehauses Jefferies, das eine Bewertung von 67 Euro pro Anteilschein als gerechtfertigt hält und eine Kaufempfehlung abgab. Die Umsatz- und Ergebnisperspektiven für 2026 wurden neuerlich angehoben.
Ignoriertes Premium-Segment
Von prominenten Namen im Luxussegment profitieren Aktionäre hingegen derzeit kaum. Auch die Übernahme weiterer Elite-Marken zieht zurzeit keine Aktieninvestitionen an. Der Umstand, dass die Prada Group nun vollständig das Modehaus Versace übernimmt (das prominente Mailänder Unternehmen war zuvor in die Capri Holding/USA eingegliedert, Anm.) stimulierte die Entwicklung der Wertpapiere bisher nicht. Doch weist Prada seit 19 Quartalen ununterbrochenes Wachstum auf. In den ersten neun Monaten 2025 kletterten die Gesamterlöse gegenüber 2024 um 9 % auf 3,65 Milliarden Euro, wobei die Marke Miu Miu mit +41 % einen regelrechten Boom verzeichnet. Derzeit notiert der Titel mit dem 21-Fachen des Gewinns.
Umstrukturierung bei Hugo Boss
Nach zwei enttäuschenden Börsenjahren hoffen die Aktionäre von Hugo Boss weiter auf einen Aufschwung. Vorerst bleiben die Prognosen des Konzerns eher unerfreulich. 2026 sei als „Übergangsjahr“ zu sehen und ein Umsatzrückgang um einen „mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz“ zu erwarten. Im Zusammenhang mit einer Strategie laufe unterdessen ein Umbau des Sortiments und des Vertriebs. Die Metzinger beabsichtigen abzuspecken, um den Fokus auf die Profitabilität zu legen. Um langfristig die Ebit-Marge auf 12 % zu heben, würden Einbußen bei den Erlösen in Kauf genommen. Zur Optimierung der Ziele sei dabei Einigkeit mit dem Großaktionär, der Frasers Group, die 25 % der Anteile hält, erreicht worden. Auch stehe die Auszahlung einer möglichst attraktiven Dividende (die Rendite erreicht anhand der aktuellen Notiz 3,1 %) nicht mehr im Vordergrund. Nach Angaben des Vorstands gelte es vielmehr, den Unternehmenswert zu steigern. Dabei werde die Damenmode deutlicher von der Herrenbekleidung abgegrenzt und ins Rampenlicht gebracht sowie die Marke Hugo forciert. Der im deutschen MDax gelistete Titel sprang bisher nicht an. Die dünnen Umsätze weisen indes kaum noch auf Abgabedruck hin.
Foto: Adobe Stock / Piter2121
| Rating Inditex | |
| Analysehaus | Bewertung |
| Jefferies | Kaufen |
| Bernstein Research | Outperform |
| RBC Capital Markets | Outperform |
| UBS | Kaufen |
| Deutsche Bank | Halten |
| Rating Hugo Boss | |
| Analysehaus | Bewertung |
| JP Morgan Chase & Co | Neutral |
| Deutsche Bank | Halten |
| Jefferies | Halten |
| RBC Capital Markets | Outperform |
| DZ Bank | Kaufen |
| Warburg | Kaufen |
| Rating Prada | |
| Analysehaus | Bewertung |
| Credit Suisse | Outperform |
| Morgan Stanley | Neutral |
