Ein starkes Comeback der Bayer-Aktie
Neue Medikamente drängen die Monsanto-Altlasten in den Hintergrund.
Roman Steinbauer (30.01.2026). Jene Investoren, die noch vor einem Jahr – im Umfeld größter Unsicherheiten – Aktien des einstigen Flaggschiffs der europäischen Pharma-Gesellschaften erwarben, schätzen sich nun glücklich. Stufenweise bis auf 0,11 Euro/Aktie (2024) gestutzte Dividenden (für das Geschäftsjahr 2022 wurden noch 2,40 Euro ausgezahlt) bewogen Value-Anleger noch zuvor zum Ausstieg aus dem Titel. Wenn auch noch nicht absehbar ist, wann Bayer die Ausschüttung erstmals wieder erhöhen wird: Die künftige Entwicklung der Gewinne dürfte deutlich nach oben zeigen. Kräftige Dividenden-Anhebungen rücken wieder näher.
Doppel-Stimulation der Notiz
Nach zermürbenden Quartalen ist zu verfolgen, wie die Kursentwicklung des Leverkusener Unternehmens nun an Aufwärts-Momentum gewinnt. Die Marktkapitalisierung kommt mit 44 Milliarden Euro erstmals wieder an den Wert der Umsatzerlöse von 47 Milliarden Euro (2024) heran. Die Bank of America (BofA) gab erst in der Vorwoche eine Kaufempfehlung mit einem neuen Ziel für die Aktie von 55 Euro (nach 35 Euro zuvor) aus. Die Investmentstrategen erkennen einen „großen Schritt“ nach vorne, um die im Zuge der Monsanto-Übernahme „geerbten“ und jahrelang belastenden Bilanz-Rückstellungen durch Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA zu beenden. Der BofA zufolge stehen für das Unternehmen die Chancen nun bei 70 %, die Klagswellen im eigenen Sinne abschließen zu können.
Umsatztreiber durch neue Arzneien
Wie das Handelsblatt nach einem Interview mit dem Chef der Bayer-Pharmasparte, Stefan Oelrich, bei der JP Morgan-Health-Konferenz aus San Francisco bereits am 15. Jänner berichtete, entpuppt sich für Bayer mit dem neuen Prostatakrebs-Medikament Nubeqa ein ausgesprochener Hoffnungsträger. Nubeqa könnte in der Pharmasparte nach weiteren Zulassungen weit höhere jährliche Umsätze (bisher auf 3 Milliarden Euro geschätzt) generieren als von Analysten bisher angenommen. Damit sei sogar ein Übertreffen des Verkaufsvolumens des Blutverdünners Xarelto (der Patentverlust von Xarelto wirkt sich heuer letztmals belastend auf die Bilanz aus) möglich. Oelrich sagte: „Mit großer Wahrscheinlichkeit ist Nubeqa das prägendste Produkt, das wir je hatten.“ Nach der EU-Zulassung von Eylea (Behandlung von Netzhautvenenverschlüssen) und der beschleunigten FDA-Zulassung für Sevabertinib in den USA (ein Medikament gegen eine Lungenkrebsvariante) nähert sich der Pharma-Portfolio-Mix wieder der Erfolgsspur.
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