Frequentis-Aktie startet stark ins neue Jahr

Nach +180 % im Vorjahr: Verteidigungsinvestitionen geben neue Impulse.

Patrick Baldia (16.01.2026). Was nun? Diese Frage beschäftigt vermutlich gerade nicht wenige Frequentis-Aktionäre. Nach einem Jahr wie 2025, in dem die Aktie des Spezialisten für Kommunikations- und Informationssysteme für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben einen Kursanstieg von nicht weniger als 180 % erlebte, ist das auch nicht weiter verwunderlich. Bislang zeigte die Aktie jedenfalls auch im neuen Jahr keine Schwäche: Zu Buche steht ein vorläufiges Kursplus von rund 12 %.

Analysten eher vorsichtig

Die Mehrheit der vier Analysten, die die Aktie aktuell covern, ist jedenfalls eher vorsichtig, was ihre weitere Entwicklung betrifft: Dreimal „halten“ bzw. „neutral“ stehen einer „Kauf“-Empfehlung gegenüber. Die Kursziele bewegen sich zwischen 53,94 und 81 Euro, liegen damit allesamt unter dem aktuellen Kurs von 81,6 Euro (Stand kurz vor Redaktionsschluss, Anm.). Werden Späteinsteiger weitere Impulse setzen können?

Im laufenden Geschäftsjahr ist Frequentis stark unterwegs: Sowohl Auftragsbestand und Auftragseingänge als auch die Umsätze konnten bislang deutlich gesteigert werden. Damit kann das Unternehmen den positiven Trend der vergangenen Jahre bestätigen. Dabei profitiert man auch von der Kundenstruktur, die sich zu 90 % aus Behörden zusammensetzt, sowie insgesamt von verstärkten Investitionen in Mobilität und Sicherheit. Gegenüber dem Vorjahr zielt das Management jedenfalls auf ein Umsatzplus von 10 %, eine Steigerung des Auftragseingangs im unteren zweistelligen Prozentbereich und eine Ebit-Marge zwischen 6,5 und 7 %.

Verteidigung als Wachstumstreiber

Das Management geht davon aus, in den kommenden Jahren von steigenden Verteidigungsausgaben, sprich Investitionen in Flugsicherung und Luftverteidigung, zu profitieren. So soll etwa die Kontrollzentralen-Infrastruktur modernisiert werden, um die Einbindung von Drohnen in die Systeme zu ermöglichen. Ein unmittelbarer Sprung bei Auftragseingängen und Umsatz wird allerdings nicht erwartet. „Beschaffungsprozesse laufen oft über mehrere Jahre und zuerst wird in militärische Hardwarekomponenten investiert, bevor diese über Softwarelösungen in Kontrollzentralen eingebunden werden“, erklärt das Vorstandsteam im Bericht für das 1. Halbjahr 2025.

Militäraufträge ab 2027

Auch Analysten erwarten, dass Frequentis ein Profiteur der steigenden Verteidigungsausgaben der Nato-Staaten sein wird. Vor allem „das Timing der Auftragseingänge ist allerdings unsicher“, meint Philip Hettich von ODDO BHF in einer Analyse Ende des Vorjahres. Er glaubt, dass die Aufträge ab Anfang 2027 zu fließen beginnen werden, sobald die neue Hardware beschafft wird und die Anforderungen für deren Integration zuverlässig eingeschätzt werden können.

Foto: Adobe Stock / indyntk / mit KI generiert