Historischer Hintergrund: Vom Ölreichtum zum Finanzvermögen
Steiermärkische Sparkasse Private Banking analysiert das Erfolgsmodell des norwegischen Staatsfonds im Detail.
(20.02.2026) Die Erfolgsgeschichte begann Ende der 1960er‑Jahre mit der Entdeckung großer Erdöl- und Erdgasvorkommen in der Nordsee. Um eine Überhitzung der Wirtschaft und Abhängigkeit von Rohstoffpreisen zu vermeiden, beschloss Norwegen 1990 die Gründung eines Staatsfonds.
1996 erfolgten die ersten Einzahlungen. 2006 wurde der Fonds in Government Pension Fund Global umbenannt – als Symbol für langfristige finanzielle Stabilität.
Größe erster Zwischentitel HS 2: So funktioniert der norwegischer Staatsfonds
Der norwegische Staatsfonds – offiziell Government Pension Fund Global (GPFG) – ist mit fast 2 Billionen Euro Vermögen (Ende 2025) der größte Staatsfonds der Welt. Er gilt als internationales Vorzeigemodell: Nicht nur, weil das rohstoffreiche Norwegen seine Einnahmen für künftige Generationen sichert, sondern auch aufgrund seiner langfristig erfolgreichen Investmentstrategie. Geduld, eine breite Diversifikation und politische Disziplin sind die Eckpfeiler des Erfolges, so die Experten der Steiermärkischen Sparkasse Private Banking.
H3 Investmentstrategie: Rund 70 % Aktienquote
Verwaltet wird der norwegische Staatsfonds von der Norges Bank Investment Management (NBIM). Investiert wird breit gestreut in:
- Aktien
- Anleihen
- Immobilien
- Infrastruktur für erneuerbare Energien (v. a. Wind und Solar)
Die Zielallokation liegt bei etwa 70 % Aktien und 30 % Anleihen. Nur rund 2 % fließen in Immobilien und Infrastruktur. Ende 2025 hielt der Fonds 1,5 % aller weltweit börsennotierten Aktien – insgesamt rund 7.200 Beteiligungen.
Globale Beteiligungen: Von Apple bis Siemens
Der norwegische Staatsfonds investiert in Unternehmen in fast 70 Ländern. Die größten Positionen liegen in den USA, gefolgt von Japan, Großbritannien, Deutschland und Frankreich. Die größte Einzelposition war Ende 2025 Nvidia mit einem Anteil von 1,26 %.
Anleihen und Immobilien: Fokus auf Stabilität
Auch bei Anleihen dominiert die USA, gefolgt von Japan, Deutschland, Großbritannien und Kanada. Das Immobilienvermögen konzentriert sich vor allem auf Wohnimmobilien in Frankreich. Im Infrastrukturbereich investiert der Fonds überwiegend in Solar- und Windprojekte in Spanien, Deutschland, Dänemark und Großbritannien.
Ethische Investitionsregeln als Markenzeichen
Der norwegische Staatsfonds ist bekannt für strenge ESG‑Kriterien. Ausgeschlossen werden Unternehmen, die:
- Atomwaffen oder Streumunition herstellen
- schwere Umweltzerstörung verursachen
- Menschenrechte verletzen
- stark in Kohleförderung involviert sind
Der Fonds nutzt seine Stimmrechte aktiv, um Transparenz, Klimaschutz und gute Unternehmensführung zu fördern.
Kapitalerhalt als oberstes Prinzip
Die norwegische Haushaltsregel ist zentral für den Erfolg: Nur die Rendite wird genutzt, das Kapital bleibt unangetastet.
Der Staat darf jährlich nur rund 3 % entnehmen – die langfristig erwartete Rendite. Dadurch bleibt der Fonds geschützt vor kurzfristigen politischen Interessen und sichert:
- stabile Staatsfinanzen
- ein robustes Sozialsystem
- wirtschaftliche Stabilität trotz schwankender Öl- und Gaspreise
- nachhaltigen Wohlstand für zukünftige Generationen
Autor: Steiermärkische Private Banking
Foto: Getty Images für Unsplash+
