RBI schlägt um 45 % höhere Dividende vor

Die Erträge der Raiffeisen Bank International – ohne Raiffeisen Russland – sprudeln. Auch der Blick in die Zukunft ist optimistisch.

Tibor Pásztory. Die Raiffeisen Bank International AG (Raiffeisen Bank International AG ) hat im abgelaufenen Jahr ein außerordentlich gutes Ergebnis hingelegt, wenngleich der eine oder andere Analyst noch mehr erwartet hätte. Der sich seiner baldigen Pensionierung erfreuende RBI-CEO Johann Strobl übergibt seinem Nachfolger Michael Höllerer trotz offener Rechtsstreitigkeiten rund um das Russlandgeschäft ein gut bestelltes Haus.

Optimismus selbst bei Worst-Case-Szenario für Russland-Geschäft

Um die Sicht auf das nicht-russische Kerngeschäft zu schärfen, bilanziert die Bank mit und ohne Russland und Belarus. Gleichzeitig wird betont, dass auch für ein etwaiges Worst-Case-Szenario vorgesorgt sei. Ihren Optimismus möchte die Bank mit einer um 45 % auf 1,60 € erhöhten Dividende unter Beweis stellen.

RBI-Kernergebnis plus 48 %

Dass es bei der RBI 2025 gut laufen würde, war schon lange klar. Der Markt hatte dies mit einer Beinahe-Kursverdoppelung quittiert. Ein Ergebnisanstieg um 48 % auf 1,44 Mrd€ im Kernmarkt (ohne Russland) bzw. um 19 % auf 1,37 Mrd€ (mit Russland) legt nun den Nachweis vor. Verantwortlich für diese Entwicklung waren Steigerungen im Kreditgeschäft um 6 % und ein um 9 % gestiegener Provisionsüberschuss von 2 Mrd€, vor allem in Rumänien, Ungarn und Tschechien. Die Kernerträge stiegen um 3 % auf 6,19 Mrd€. Die harte Kernkapitalquote (ohne Russland) liegt nun bei 15,5 %.

Raiffeisenbank Russland ohne Schadenersatz entkonsolidieren?

Inkludiert ist hier allerdings wiederum die Annahme eines Worst-Case Szenarios bezüglich des Russland-Geschäftes – sollte die RBI die Raiffeisenbank Russland ohne Schadenersatz entkonsolidieren müssen und dadurch deren gesamtes Eigenkapital verlieren.

Klagen durch Rasperia: Verfahren läuft

Zur Erinnerung: Als Folge westlicher Sanktionen gegenüber der Rasperia-Gruppe um Putin-Freund Oleg Deripaska waren deren Strabag-Aktien eingefroren worden, worauf ein Königsberger (heute: Kaliningrad) Gericht die Kernaktionäre (also RBI) zu Schadenersatz in Höhe von 2 Mrd€ verurteilte. Das Verfahren ist im Laufen.

Hoffnung: Sanktionen gegen Rasperia werden eingestellt

Ginge es nach Strobl, würde die EU ihre Sanktionen gegen Rasperia einstellen. „In Brüssel denkt man über unterschiedliche Themen nach“, verleiht er seiner Hoffnung Ausdruck, dass besagte Aktien freigegeben und andere Kompensationsmöglichkeiten gefunden würden.

Raiffeisen Russland: Eigenkapital auf 5,6 Milliarden Euro gestiegen

Der Geschäftsabbau der Raiffeisenbank Russland soll jedenfalls auch heuer fortgesetzt werden, wenngleich deren Eigenkapital durch Gewinnrücklagen und Dividendenbeschränkungen paradoxerweise auf 5,6 Mrd€ gestiegen ist.

RBI: Andere Länder im Osten erfolgreich

Bis auf Polen, wo die Bank mit den negativen Folgen der Vergabe zahlreicher Fremdwährungskredite im Schweizer Franken kämpft, kann die RBI auf allen ihren östlichen Märkten durchwegs mit positiven Informationen für unsere Aktionäre halten.