Gezillmert oder ungezillmert? Die Unterschiede
Die Rolle von Standard Life in der privaten Vorsorge
(20.02.2026) Unumstritten bildet die erste Säule – das staatliche Pensionssystem – die Basis der Altersversorgung. Während die zweite Säule politisch im Fokus steht, rückt die private Vorsorge zunehmend in den Hintergrund. Dabei spielen Versicherungen eine zentrale Rolle.
Der Börsen‑Kurier sprach in Wien mit Christian Nuschele, Head of Distribution für Deutschland und Österreich bei Standard Life, über Chancen und Herausforderungen.
Fondspolizzen als effiziente Vorsorgelösung
Fondspolizzen seien in Österreich durch steuerliche Vorteile eine besonders effiziente Möglichkeit, Vermögen für die Pension aufzubauen. Nuschele betont: Langfristigkeit ist entscheidend. Nur wer investiert bleibt, profitiert von den Märkten.
Doch zuerst müsse das Bewusstsein bei den Beratern ankommen: „Wenn der Berater nicht weiß, wofür er beim Kunden steht, kann er ihn nicht überzeugen.“
Gezillmert oder ungezillmert? Die Produktwahl hängt vom Alter ab
Vorsorge früh beginnen
Was man in jungen Jahren nicht spart, lässt sich später kaum aufholen. Für junge Versicherte empfiehlt Nuschele klassische, gezillmerte Produkte, die langfristig Zinseszinseffekte und Steuervorteile bieten.
Mit 40+ ändern sich die Prioritäten
Wenn das berufliche Leben stabiler wird, kommen ungezillmerte Varianten ins Spiel. Mit 40 oder 45 Jahren sei meist klar, wie viel zusätzlich zur Seite gelegt werden kann. Gezillmerte Produkte machen in diesem Alter wenig Sinn.
Vorteile ungezillmerter Produkte
Ein großer Vorteil: Bei ungezillmerten Produkten kann bis zum Zweifachen der geplanten Prämie zugezahlt werden – ohne höhere Versicherungssteuer wie bei Einmalerlägen.
Auch Flexibilität ist ein Pluspunkt:
- Zahlungen können ausgesetzt werden
- Aufstockungen sind möglich
- Kosten und Vergütungen sind nicht vorab „verbraucht“
Beratung als Schlüssel zur erfolgreichen Vorsorge
Wichtig sei, die demografische Entwicklung realistisch zu erklären – ohne Untergangsszenarien. Das System bleibe bestehen, aber nicht in der bisherigen Höhe.
Die Frage „Was werde ich später brauchen?“ müsse pragmatisch beantwortet werden. Berater sollten Kunden langfristig begleiten und regelmäßig prüfen:
- Passen die Produkte noch?
- Haben sich Lebensumstände geändert?
- Muss nachjustiert werden?
Die Generation 50+: Warum Vorsorge weiterhin sinnvoll ist
Auch für über 50‑Jährige eignen sich ungezillmerte Produkte. Denn das durchschnittlich angesparte Vermögen reicht oft nur für 15 Jahre – zu wenig bei steigender Lebenserwartung.
Hier geht es um:
- Analyse der vorhandenen Mittel
- Zusammenspiel von erster und zweiter Säule
- Planung der letzten Erwerbsjahre
Vertrauen ist entscheidend: „Ein Kunde spricht nicht über alles mit einem Berater, den er erst zwei Jahre kennt.“
Steuervorteile, die oft übersehen werden
Einmalerläge bieten attraktive steuerliche Vorteile: Nach 15 Jahren (bzw. 10 Jahren ab dem 50. Lebensjahr) fallen nur 4 % Versicherungssteuer an – deutlich weniger als die Steuerlast auf Erträge von Bankkonten oder Depots.
Standard Life engagiert sich sozial
Standard Life unterstützt seit 18 Jahren die Österreichische Krebshilfe Wien. Die aktuelle Spende von 6.000 € fließt in das Projekt „Zurück ins Leben“, das Betroffene beim Wiedereinstieg in den Alltag begleitet.
Autor: Marius Perger
Foto: Standard Life
