Investieren in unendliche Weiten

Die Raumfahrt ist keine exotische Branche mehr, die Chancen für Anleger sind spannend.

(27.03). Der Weltraum rückt zunehmend in den Fokus – auch bei vielen Anlegern. Allein die jüngsten Pläne von Tesla-Chef Elon Musk sorgten für reichlich Aufsehen. So hat er noch vor dem geplanten Börsengang seiner Weltraumfirma SpaceX, die etwa den satellitengestützten Internetdienst Starlink betreibt, die verlustträchtige xAI übernommen. Auch die weiteren Vorhaben sind ambitioniert. So plant SpaceX den Bau von Rechenzentren im Weltall, die entsprechend im Orbit mit Photovoltaik gespeist werden sollen.

Doch die Konkurrenz schläft ebenso wenig. Der Onlinehändler und Cloud-Dienst-Anbieter Amazon ist mit 32 Satelliten auf der europäischen Trägerrakete „Ariane 6“ Mitte Februar in den Weltraum gestartet. Damit soll das bestehende Satellitennetzwerk Amazon Leo gestärkt werden. Leo steht für „Low Earth Orbit“ und umfasst die niedrige Erdumlaufbahn. Derzeit hat Amazon Leo 175 Satelliten im All.

Kommunikation als Treiber
Überhaupt finde gerade eine Revolution im All statt, konstatiert Alicia Daurignac, Analystin beim französischen Vermögensverwalter LFDE. „Mittlerweile befinden sich fast 15.000 Satelliten im Orbit“, sagt Daurignac und sieht die Satellitenkommunikation als eine der wichtigsten Wachstumsmotoren. Der Markt, der derzeit auf mehr als 20 Milliarden US-Dollar geschätzt werde, dürfte bis 2034 jährlich im Schnitt um gut 20 % wachsen, verweist die LFDE-Expertin auf Schätzungen der „United Nations Office for Outer Space Affairs“.

Private ersetzen den Staat
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt. Einst wurde der Bereich von staatlichen Agenturen dominiert. Inzwischen hat sich dieses verstärkt hin zu einem kommerziellen Wirtschaftssektor entwickelt, in dem Unternehmen aus den Bereichen Satellitentechnik, Raketenstarts, Kommunikation und anderen Weltraumanwendungen rasch wachsen, auch da die Kosten für den Zugang zum Weltall sinken. LFDE-Expertin Daurignac verweist zudem auf den steigenden Konnektivitätsbedarf. „Damit entwickelt sich die Satellitenbranche zu einem Kernbereich der Raumfahrtindustrie“.

Wer sind die Player?
Anleger können auf die Weltraumbranche etwa mit dem „Echiquier Space Fund“ setzen. Darin wurden reine Weltraum-Player wie Rocket Lab, Planet Labs und Firefly Aerospace, aber auch Karman Holdings, die in der Weltraumverteidigung mitmischt, im Februar aufgestockt. Letzterer Konzern stellt unter anderem Komponenten für Lenkwaffen und taktische Verteidigungssysteme her. Obendrein erzeugt Karman Trägerraketen, mit denen Satelliten ins All gebracht werden. Firefly Aerospace aus den USA bietet Dienstleistungen an, die Flüge zum Mond ermöglichen und Satelliten befördern.

USA dominieren
Der „VanEck Space Innovators UCITS ETF“ bildet den „MVIS Global Space Industry ESG Index“ ab und investiert in 25 Unternehmen ebenfalls vorwiegend aus den USA, die in der Raumfahrt tätig sind. Dazu zählt nebst Rocket Lab und Planet Labs etwa AST SpaceMobile. Letzteres Unternehmen arbeitet an einem satellitengestützten Breitband-Mobilfunknetzwerk, ohne dass spezielle Hardware erforderlich ist. Damit sollen Funklöcher geschlossen und eine Verbindung aus dem Weltall ermöglicht werden.

Anleger sollten aber auch die Risiken vor allem bei technologielastigen Unternehmen beachten: Solche Titel schwanken in unsicheren Zeiten oftmals stärker. Zudem werden internationale Lieferketten aufgrund des Iran-Kriegs unterbrochen, ein Umstand, der zu Lieferengpässen bei wichtigen elektronischen Komponenten führen könnte.

Autor: Mag. Raja Korinek
Foto: Getty Images für Unsplash

Im Artikel vorgestellte Produkte und Aktien
Name ISIN
Echiquier Space Fund LU2466448532
VanEck Space Innovators UCITS ETF IE000YU9K6K2
AST SpaceMobile US00217D1000
Firefly Aerospace US31816X1063
Karman Holdings US4859241048
Planet Labs US72703X1063
Rocket Lab US7731211089