Bitcoin: Warum hohe Kursschwankungen ein Mythos sind
Kunden fragen nach – Vermögensberater sollten Lösungen anbieten.
10.04.2026
„Entscheidend ist weniger der kurzfristige Marktimpuls, sondern die Nachfrage nach Bitcoin als Alternative zum Finanzsystem.“ – Bernhard Wenger, 21Shares.
Der gebürtige Grazer Bernhard Wenger, Head of Northern Europe bei 21Shares, einem Schweizer Finanzdienstleister, der börsengehandelte Krypto‑Produkte (ETPs) entwickelt und anbietet, spricht über die turbulenten Wochen an den Finanzmärkten, die Rolle von Bitcoin in geopolitischen Krisen und die wachsende Bedeutung von Krypto-Produkten für professionelle Anleger.
Bei Bitcoin folgt nach Kursrückgang die Erholung – weitere Szenarien
„Kurzfristig war eine Erholungsrallye absehbar, weiter Kurszuwächse sind möglich.“
Wenger sieht kurzfristig Potenzial für eine Erholung, betont aber die Abhängigkeit von geopolitischen und makroökonomischen Faktoren.
- Positives Szenario: 80.000–90.000 USD
- Seitwärtsphase bei Unsicherheit: 65.000–75.000 USD
- Eskalation: Rücksetzer auf 50.000–58.000 USD
Langfristig entscheidend sei, wie stark Bitcoin als Alternative zum bestehenden Finanzsystem nachgefragt wird.
Bitcoin im Iran-Krieg: Robust trotz geopolitischer Schocks
„Bitcoin zeigte relative Stärke und eine gewisse Entkopplung.“
Während klassische Märkte schwächelten, legte Bitcoin zeitweise +7 bis +10 % zu. Trotz hoher kurzfristiger Volatilität sieht Wenger eine überraschend robuste Performance im Vergleich zu Aktien und Gold.
Volatilität im Krypto-Markt: Mythos oder Realität?
„Die Volatilität ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken.“
Wenger widerspricht dem gängigen Narrativ der extremen Schwankungen:
- Volatilität sinkt langfristig
- zeitweise sogar unter Gold
- Diversifikation durch Kombination mit traditionellen Assets sinnvoll
Ein Beispiel: BOLD, ein Bitcoin‑Gold‑Produkt von 21Shares, bietet ein ausgewogenes Risiko‑Rendite‑Profil.
Wie viel Krypto gehört in ein ausgewogenes Portfolio?
„Für Buy-and-Hold-Investoren liegt die typische Allokation bei 1 bis 5 %.“
Professionelle Anleger wissen um Chancen und Risiken, aber nicht jeder ist Day-Trader, so Wenger und empfiehlt:
- langfristiger Horizont
- kleine, aber gezielte Beimischung
- klare Risikodefinition
Einstieg für Anfänger: Erst verstehen, dann investieren
„Erst informieren, dann investieren.“
Krypto sei eine relativ neue Anlageklasse, die Diversifikation und langfristiges Potenzial bietet. Regulierte Produkte wie jene von 21Shares ermöglichen einen einfachen und transparenten Zugang.
MiCA-Verordnung: Mehr Transparenz und Anlegerschutz
„MiCA stärkt das Vertrauen in regulierte Krypto-Produkte weiter.“
Die EU‑Verordnung schafft einheitliche Standards. Physisch besicherte Krypto‑ETPs existieren jedoch bereits seit Jahren mit hohem Sicherheitsniveau.
Professionelle Anleger: Nachfrage steigt – Kunden üben Druck aus
„Berater sollten zumindest eine durchdachte Krypto-Lösung anbieten.“
Wenger beobachtet:
- stark steigendes Interesse bei Vermögensberatern und institutionellen Investoren
- viele große Finanzinstitute bauen Krypto-Angebote auf
- Endkunden fragen aktiv nach Krypto-Exposure
Für Berater gehe es weniger um hohe Quoten, sondern um Relevanz im Kundengespräch und eine gezielte Beimischung zur Diversifikation.
Interview: Klaus Schweinegger
Foto: 21 Shares
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