Wie Anleger mit ETCs und Zertifikaten flexibel auf Gold und Öl setzen können
Rohstoffe im Aufwind: Die Chancen mit Zertifikaten können vielfältig genutzt werden
9.3.2026 Rohstoffe zählen aktuell zu den dynamischsten Anlageklassen weltweit. Besonders das Gold sorgt für Rekordmeldungen: Auf Jahressicht legte der Preis um mehr als 77 % zu, über fünf Jahre sogar um knapp 200 % – jeweils in US-Dollar (Stand: 2. März).
Getrieben wird die Rallye vor allem durch massive Goldkäufe zahlreicher Notenbanken, insbesondere aus Schwellenländern. Gleichzeitig erhöhen geopolitische Spannungen und handelspolitische Konflikte die Unsicherheit an den Märkten. In solchen Phasen steigt traditionell die Nachfrage nach sicheren Häfen – und Gold profitiert.
Gold: Die Hausse könnte weitergehen
„Unser Research erwartet einen weiter steigenden Goldpreis“, sagt Volker Meinel, Leiter Zertifikate bei BNP Paribas, im Gespräch mit dem Börsen‑Kurier. Zwar habe sich die Euphorie der Anleger, die Ende 2025 und Anfang 2026 besonders ausgeprägt war, zuletzt etwas beruhigt. Ob der Nahostkonflikt erneut für Auftrieb sorgt, bleibt abzuwarten.
Fest steht: Das Interesse an Gold-Zertifikaten war zuletzt enorm. „Es gab Tage, an denen Gold der meistgehandelte Basiswert für Zertifikate war“, so Meinel.
Ölpreis unter geopolitischem Einfluss
Nicht nur Edelmetalle stehen im Fokus. Auch der Ölmarkt reagiert empfindlich auf die jüngsten geopolitischen Entwicklungen. Der Angriff der USA und Israels auf den Iran hat die Nervosität erhöht.
Der Preis für Brent-Rohöl stieg von rund 60 USD zu Jahresbeginn auf zuletzt 77,47 USD. Wie es weitergeht, hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf der Eskalation ab.
ETCs und Zertifikate: Zugang zu Rohstoffen – ohne physischen Besitz
Anleger können sowohl auf Gold als auch auf Öl über ETCs (Exchange Traded Commodities) setzen. Diese funktionieren ähnlich wie Zertifikate, sind jedoch mit einem Kollateral besichert, das im Fall einer Emittenteninsolvenz ausgezahlt wird.
Öl: Futures statt physischer Lieferung
Bei Öl-ETCs erwerben Anleger nicht den Rohstoff selbst. Stattdessen investieren Anbieter in Futures, also Terminkontrakte auf die künftige Preisentwicklung. Diese können vom aktuellen Kassapreis abweichen – je nach Markterwartung nach oben oder unten.
Um Preisschwankungen zwischen verschiedenen Fälligkeiten abzufedern, setzt das „RICI Enhanced Brent Öl (TR) ETC“ von BNP Paribas auf drei unterschiedliche Futures:
- den nächstfälligen Future (derzeit Juni),
- den übernächsten Future (derzeit Dezember),
- sowie einen dritten Future, der abhängig von der Marktlage gewählt wird, um ungünstige Preisstrukturen zu vermeiden.
Aktuell handelt es sich ebenfalls um den Dezember-Future.
Zertifikate: Wachsende Nachfrage trotz Zinsen
Was passiert, wenn Anleiherenditen weiter steigen und Bonds wieder attraktiver werden?
Meinel sieht das gelassen: „Unsere Experten erwarten heuer keine Änderung der Zinssituation – weder in Europa noch in den USA.“
Stattdessen rechnet er mit einem weiter steigenden Interesse an Zertifikaten. Besonders bemerkenswert: Auch die jüngere Generation zeigt zunehmend Mut am Kapitalmarkt. „Da kommt man an Zertifikaten und Optionsscheinen kaum vorbei“, so der langjährige Experte.
Autor: Raja Korinek
Foto: BNP Paribas
Im Artikel vorgestellte Zertifikate
| Name | ISIN |
| RICI Enhanced Brent Öl (TR) ETC | DE000PB6R1B1 |
| Gold ETC | DE000PS7G0L8 |
