Öl-Poker: Spezial-Dienstleister im Brennpunkt

Steigender Bedarf an Förderplattformen und Equipment zu erwarten.

Roman Steinbauer (20.03.). Ölpreisprognosen gleichen im gegenwärtigen Umfeld einem Glücksspiel. Nachvollziehbar ist hingegen, dass sich Investitionen in Aktien relevanter Marktakteure aus dem Bereich Ölförder- und Arbeitsplattformen erhöht haben. Dabei verzeichneten zuletzt besonders die Kurse jener Gesellschaften, die mobile Offshore-Bohreinheiten (Mobile Offshore Drilling Units) anbieten, einen imposanten Auftrieb.

Um den Einsatzort auf See möglichst rasch auf eine neue Position verlegen zu können, basieren die Geschäftsmodelle auf teils komplexen Dienstleistungsverträgen zwischen Bohrunternehmen und Öl- und Gasgesellschaften. Im Vordergrund stehen dabei schwimmende oder am Meeresboden zu verankernde Bohrschiffe und Plattformen für tiefe Gewässer. Unabkömmlich sind in diesem Zusammenhang die Einsätze von Jack-up-Rigs (Hubbohr-Vorrichtungen) und Semi-Submersibles (Halbtauchern), spezielle Wasserfahrzeuge oder Bohrinseln, die durch Fluten von Ballasttanks unter Wasser getaucht werden, um ihre Stabilität zu erhöhen.

Insider senden Kaufsignale
Als großer Vertreter im Segment mobiler Förderstationen sowie rund um Bohrdienstleistungen im Öl- und Gassektor agiert die Schweizer Gesellschaft Transocean. Das Unternehmen mit Sitz in Steinhausen beschäftigt global 5.530 Mitarbeiter und ist primär an der NYSE gelistet (der Titel wird zudem an deutschen Börsen wie Frankfurt oder Stuttgart gehandelt), nachdem es sich 2016 vom Handelsplatz Zürich zurückzog.

Als positives Signal galt unter Beobachtern die „Form-4-Meldung“ an die US-Börsenaufsicht SEC am 26. September des Vorjahres über den Zukauf von 4 Mio. Aktien des Direktors Frederik Wilhelm Mohn, der nun über die Perestroika AS 8,8 % der Anteile hält. Unter weiteren Anteilseignern finden sich prominente Investmenthäuser wie die Vanguard Group (8,8 %), BlackRock Fund Advisors (8,0 %) sowie Dimensional Fund Advisors mit 3,9 %. Zu den Mitbewerbern zählen die texanischen Gesellschaften Seadrill (schwimmende Bohrvorrichtungen) sowie die Noble Corp., die eine nahezu gleich lautende Palette wie Transocean bietet. Auf aktuellem Kursniveau bringt die Noble-Aktie Anlegern eine attraktive Dividendenrendite von 4,3 %. Auf die Beistellung von Hubbohrvorrichtungen für seichtes Gewässer hat sich wiederum die norwegische Borr Drilling spezialisiert.

Nachfrageanstieg vorgezeichnet
Abgesehen von den derzeitigen politischen Turbulenzen stellt vor allem der Baker Hughes Rig Count (wöchentlich erhoben durch den gleichnamigen US-Servicedienstleister, Anm.) einen bedeutenden Indikator für die Aktivitäten der Ölbranche dar. Dieser Geschäftsbarometer misst die Anzahl aktiver Öl-Bohrplattformen (an Land und Offshore) in den USA. Er unterstützt nicht nur Prognosen bezüglich des Öl-Fördervolumens, sondern zeigt Dienstleistern auch die Inanspruchnahme von Öltanker-Kapazitäten in der Ölbranche auf.

Demnach waren in den USA in der Woche per 13. März 411 Ölbohranlagen (Gasprojekte nicht inkludiert) in Betrieb. Im Vergleich zu vor zwölf Monaten ist das zwar ein Minus von 16 %, doch zeichnet sich ein Wendepunkt ab. Anhand des Baker-Hughes-Reports der Vorwoche war bereits ein leichter Anstieg (+2) zu beobachten. Die Analysten der Gesellschaft erwarten auf der Basis vorliegender Berechnungsmodelle im Laufe des Jahres 2027 ein Überschreiten der Schwelle von 460 Öl-Förderstandorten. Ergänzend zu diesem Ausblick nahmen im Vergleich von Jänner zu Februar 2026 auf internationaler Ebene die Öl- und Gas-Aktivitäten bereits um deutliche 3 % zu.

Autor: Roman Steinbauer
Foto: Adobe Stock / Tgad /Generiert mit KI

Im Artikel angeführte Aktien

Name  ISIN
Transocean Ltd. CH0048265513
Noble Corp. GB00BFG3KF26
Borr Drilling BMG1466R1732
Seadrill Ltd. BMG7998G1069