CA Immo CEO Viscius: „Heute bessere Immobilien als 2018“

HV der CA Immo beschließt niedrigere Dividende, der Immobilienkonzern schaffte 2025 wieder den Sprung in die Gewinnzone.

(06.05.2026) 2025 habe es zahlreiche Herausforderungen und Unsicherheiten gegeben, betonte CEO Keegan Viscius in seiner in englischer Sprache gehaltenen und simultan übersetzten Präsentation bei der 39. ordentlichen Hauptversammlung der CA Immo am Mittwoch. Das Unternehmen sei aber widerstandsfähig geblieben, man habe Meilensteine erreicht und die Fundamentaldaten gestärkt.

Die Kapitalrotation sei konsequent fortgesetzt worden:
70 % der Bestandsimmobilien liegen inzwischen in Deutschland, der Büroanteil beträgt 98 %. “Wir verfügen heute über bessere Immobilien und einen klareren Marktfokus als 2018″ erklärt Viscius. Jenem Jahr, in dem Starwood eingestiegen ist.

„Wir sind auf dem richtigen Weg“ – Werttreiber und strategische Stoßrichtung

CEO Viscius zeigte sich überzeugt, dass sich die CA Immo auf dem richtigen Weg befindet und gut positioniert sei, ihre Ziele zu erreichen. Werttreiber seien die Vermietung von Leerständen, organisches Wachstum durch die Fertigstellung der Projekte und der Verkauf von Nicht-Kern-Assets, was die zukünftige Rendite verbessere.

Finanzvorstand Schillhofer: Premium-Strategie zahlt sich aus

Finanzvorstand Andreas Schillhofer hob die positiven Effekte der strategischen Positionierung als „Premium-Büroanbieter“ hervor. Die Kapitalrotation der vergangenen Jahre habe das Portfolio widerstandsfähiger gemacht.

2025 habe man:

  • ein positives Bewertungsergebnis erzielt
  • die Gewinnzone erreicht
  • einen FFO1 deutlich über der Zielsetzung ausgewiesen

Zudem verfüge die CA Immo über ein Investment-Grade-Rating, und die Aktie notiere ohne Abschlag auf den Buchwert.

Portfolio im Fokus und viele Fragen zur Kapitalrotation

Im Zentrum vieler Fragen stand die „Kapitalrotation“. Dabei werden nicht-strategische Assets verkauft, Kriterien dafür seien Lage, Rendite, Alter, Nachhaltigkeit und Qualität, so Schillhofer.

  • Ziel sei es, die Resilienz des Portfolios zu stärken. Man müsse die Konkurrenz am Büromarkt zur Kenntnis nehmen, für die CA Immo sei deshalb „premium“ wichtig.
  • In Deutschland seien zusätzliche Mietsteigerungen möglich, während die Mietmärkte in Osteuropa schwächer seien.
  • Die Renditen in Prag und Budapest blieben hinter jenen in den Kernmärkten zurück, ergänzte Viscius.

Die durch Verkäufe freigesetzten Mittel sollen genutzt werden für:

  • Akquisitionen
  • Bilanzstärkung
  • AktienrückkäufeWas brachten Immobilienverkäufe wirklich?

Viscius betonte mehrfach die „disziplinierten Underwriting-Kriterien“:

  • Verkäufe im Vorjahr lagen im Schnitt 4 % über Buchwert
  • nur zwei Objekte unter Buchwert

Erst nach mehrmaliger Nachfrage gab er preis:

  • 8 der 17 verkauften Immobilien waren im Jahr davor abgewertet
  • 2 Objekte hatten Zuschreibungen

Informationen zu Käufern oder Renditen einzelner Objekte würden nicht veröffentlicht.

Projektentwicklung in Deutschland – alles in Plan

Zu Immobilienentwicklungen in Deutschland betonte Viscius, die drei Projekte Upbeat, Anna-Lindh-Haus (Foto) und Karlsgärten in Berlin würden sich im Budget und im Zeitplan befinden und seien voll vorvermietet. Man verfolge eine klare Wachstumsstrategie und beobachte den Markt hinsichtlich Akquisitionen kontinuierlich. 2025 habe man mehrere Projekte in Berlin und München geprüft, aber keine Käufe getätigt.

Buwog, Klagen, alte Verfahren – und warum es einen langen Atem braucht

Zu den Klagen gegen die Republik Österreich im Zusammenhang mit der Causa „Buwog“ erklärte Schillhofer, man habe aus Kostengründen eine „kleine“ Klage über 1 Millionen Euro eingebracht mit dem Ziel, dass die Ansprüche dem Grunde nach anerkannt werden.

Hier rechne man mit einer Entscheidung nicht vor 2030, anschließend wolle man dann einen Betrag von 1,9 Milliarden Euro einklagen. Experten hätten bestätigt, dass eine „Obsiegenswahrscheinlichkeit“ bestehe, diese sei durch die rechtskräftige Verurteilung von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser im Buwog-Korruptionsprozess gestiegen. Zu vier Anfechtungsklagen von „Petrus Advisers“ gegen Hauptversammlungsbeschlüsse früherer Jahre, in denen Sonderprüfungen abgelehnt wurden, erklärte Schillhofer, das sei „alles überholt“, er bedauere die Verfahren, sei aber „guter Dinge“.

Finanzierung, Zinsen und Dividende – die großen Aktionärsthemen

Aktionärssorgen über die Finanzierungsstrategie entgegnete Schillhofer, man habe bewiesen, dass man kapitalmarktfähig sei, das Investment-Grade-Rating sei Grundlage für den Kapitalmarktzugang. Die CA Immo habe Zugang zu besicherten und unbesicherten Instrumenten, man strebe kostenoptimierte Lösungen an. Zum Risiko von Zinsänderungen erläuterte er, dass die Immobilienbewertung von höheren Zinsen profitieren würde, während man bei der Finanzierung abgesichert sei; steigende Zinsen würden die CA Immo „erst über die Zeit“ treffen.

Warum hat die CA Immo die Dividende gesenkt?

Zur Aktionärskritik an der von 1 Euro auf 90 Cent gesenkten Dividende erklärte Schillhofer, dies entspreche der Dividendenpolitik, und außerdem habe man Aktien zurückgekauft, was den Aktionären ebenfalls nütze: „Das muss man zusammen betrachten.“

Wo es deutliche Gegenstimmen gab

Nach zwei Pausen waren zur Beschlussfassung nur noch rund 20 Personen im Festsaal der alten Börse. Da IVA-Präsident Florian Beckermann jedoch 307 Aktionäre vertrat, kam es bei einzelnen Tagesordnungspunkten – etwa der Entlastung des Aufsichtsrats oder dem Vergütungsbericht – zu deutlichen Gegenstimmen aus dem Streubesitz.

Autor: Marius Perger
Foto: CA Immo / Anna-Lindh-Haus, Berlin