Ökostrom: Warum viele Anbieter grün werben, aber wenige liefern

Oekostrom-Innovation: Tarife machen sich smarte Technik zu Nutze.

Ökostrom‑Entwicklung in Österreich

Der österreichische Strommarkt befindet sich seit 2022 in einer Phase tiefgreifender Transformation:

  • Der Anteil erneuerbarer Energien liegt bei über 80 %, soll aber bis 2030 weiter steigen und bis 2040 soll die Stromerzeugung Österreichs gar zu 100 Prozent CO2-frei erfolgen.
  • Dynamische Tarife gewinnen an Bedeutung, weil sie Netzstabilität fördern und Lastspitzen reduzieren.
  • Nur wenige die als Ökostromanbieter auftreten, erfüllen die hohen Anforderungen
  • Haushalte werden zunehmend zu aktiven Marktteilnehmern – durch PV‑Anlagen, Batteriespeicher, E‑Autos und flexible Tarife.
  • Die EU‑Vorgaben (u. a. RED III, Energy Market Design Reform) beschleunigen die Einführung von Smart‑Meter‑basierten Preismodellen.

In Österreich gibt es 129 Stromanbieter, davon werben über 120 Anbieter mit Ökostrom, aber nicht alle Angebote sind echter Ökostrom. WWF & GLOBAL 2000 bewerten das in ihren regelmäßigen Stromanbieter‑Check.

Demnach sind nur zwei Anbieter echte „Top‑Ökostromanbieter“ mit durchgehend hohen Standards einzustufen. Rund 12 Anbieter (Top + solide) liefern nachweislich hochwertigen Ökostrom.

Warum gibt es so viele „Ökostromanbieter“?

Österreich hat eine gesetzliche Stromkennzeichnungspflicht, aber viele Anbieter nutzen:

  • Herkunftsnachweise (HKN) aus dem Ausland
  • Zertifikate, die Strom „grün färben“, ohne dass er aus neuen erneuerbaren Anlagen stammt

Das erklärt, warum über 120 Anbieter Ökostrom bewerben, aber nur wenige tatsächlich zur Energiewende beitragen (Quelle: Smartmeter.portal.at)

Top-Ökostromanbieter und Treiber der Stromzukunft laut Umweltschutzorganisationen:

Solide Grünstromanbieter gelten unter anderem

  • oekostrom AG — größter unabhängiger Ökostromanbieter in Österreich, lie
  • illwerke vkw (Vorarlberg) — hohe eigene Erzeugung, Strategie Richtung Klimaneutralität.

Über Oekostrom AG

Oekostrom liefert 100 % erneuerbare Energie, ist TÜV-zertifiziert, hat eigene Windparks und PV-Anlagen und gilt als Anbieter, der früh auf Transparenz, Bürgerbeteiligung und digitale Flexibilitätslösungen gesetzt hat. Vorstandssprecher Ulrich Streibl: “Wir haben die Genehmigung von Balkonkraftwerken in Österreich und die Stromkennzeichnung durchgesetzt.”

Die Oekostrom AG, eine nicht börsenotierte Aktiengesellschaft, die sich selbst als „Bürgerbeteiligungsgesellschaft“ versteht und deren Aktien auf einer eigenen Online-Plattform handelbar sind, hat in der Vorwoche zwei neu entwickelte Produkte vorgestellt, mit denen Kunden Preisschwankungen bei Strom nützen und so sparen können.

Tarife von Oekostrom

Oekostrom bietet zwei Tarife: „oeko spot+“ (dynamischer Tarif) und „smartSparen“ (automatische Gerätesteuerung).

Beim  Tarif „Oeko Spot+“ erhalten Oekostrom-Kunden auf ihr Smartphone Informationen darüber, wann der Strompreis günstig ist. Das ermögliche es beispielsweise, Waschmaschinen oder Geschirrspüler so zu programmieren, dass Kosten gespart werden.

Bei der Option Smart sparen werden Großgeräte wie Wärmepumpen oder E-Autos über Preissignale von der Oekostrom von außen gesteuert. Dabei werde aber gewährleistet, dass bei der Raumheizung Temperaturschwellen nicht unterschritten werden. Und bei E-Fahrzeugen wird der Ladevorgang zwar gestoppt, wenn der Strom teuer ist, gleichzeitig aber sichergestellt, dass der gewünschte Ladestatus zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht ist. Oberste Prämisse sei es gewesen, den Komfort der Kunden nicht einzuschränken: „Der Kunde soll nicht merken, was im Hintergrund passiert“, so Steiner.

Hier geht es zum Chart, der die tägliche Spotpreisentwicklung anzeigt: SPOT Preis – oekostrom AG.

Autor: Marius Perger

Foto: oekostrom AG