Turnaround fast geschafft

Bei Rosenbauer lief das Geschäft sehr gut.

(22.05.2026) Die 34. ordentliche Hauptversammlung des Leondinger Feuerwehrausrüsters stand unter einem weitaus besseren Stern als im Vorjahr, konnte CEO Robert Ottel doch über das erfolgreichste Geschäftsjahr in der 160-jährigen Geschichte des Unternehmens berichten.

Zuerst gab er aber einen Überblick, um den Anteilseignern die Firma näherzubringen. Das Flughafenlöschfahrzeug Panther bezeichnete er als „das Aushängeschild, das es jetzt auch in einer elektrischen Version gibt.“ Ein erstes Exemplar ist schon am Flughafen Dallas (Texas) im Einsatz. „Das ist ein eindrucksvoller Beweis unserer Innovationskraft“, so Ottel.

Er betonte auch, dass alle Feuerwehrautos eigentlich Einzelanfertigungen sind, die an die Bedürfnisse der jeweiligen Kunden angepasst werden. Einschränkung: „Die große Komplexität unserer Produkte birgt manchmal auch Schwierigkeiten mit sich.“

Gute Zahlen

Dass Ergebnis des vergangenen Jahres kann sich durchaus sehen lassen: Der Umsatz stieg um 9,4 % auf 1,429 Milliarden Euro, die Verschuldung wurde halbiert und das Ergebnis vor Steuern lag bei mehr als 54,7 Millionen Euro. „Das hört sich ja sehr gut an, aber eine solche Steigerung muss ein Unternehmen auch ein-mal verkraften“, so Ottel. „Gleichbleiben ist leichter als wachsen, glauben Sie mir!“

Zufrieden zeigte er sich auch mit dem Auftragsbestand, der bei 2,35 Milliarden Euro liegt. Das verspricht auch für 2026 ein Wachstum, das unter anderem durch stärkere Bearbeitung des US-Marktes erreicht werden soll. „Dort sind wir Nummer drei, das ist nicht unser Anspruch“, erklärte der CEO. Für 2026 rechnet er mit einem Umsatz von rund 1,6 Milliarden Euro und einer Ebit-Marge von rund 6 %.

Zufriedene Aktionäre

In der folgenden Generaldebatte kamen viele Redner zu Wort, die ebenfalls ihrer Zufriedenheit mit dem fast geschafften Turnaround zum Ausdruck brachten. Die Frage nach einer möglichen Dividende kam natürlich zur Sprache. „Wenn 2026 so verläuft, wie wir es erwarten, werden wir wohl nächstes Jahr wieder eine Dividende vorschlagen können“, so Ottel.

Ein Aktionär, der sich über Fehler im Geschäftsbericht mokierte und unterstellte, man habe die Erstellung „wohl nicht ernst genommen“ rief eine heftige Reaktion hervor: „Dagegen verwehre ich mich auf Schärfste“, wurde Ottel laut. „Wir nehmen das sehr wohl ernst, wenn Fehler drin sind, haben wir schlecht gearbeitet, aber uns Unernst vorzuwerfen verdirbt mir den Tag!“

Ein anderer Anteilseigner monierte, dass im vergangenen Jahr die AR-Vergütung um 27 % gestiegen sei. „Da vergessen Sie aber, dass in den fünf Jahren davor nur die Inflation abgegolten wurde“, entgegnete der scheidende AR-Vorsitzende Christoph Reisinger.

Nicht sehr gefiel einigen Aktionären auch, dass man die Anzahl der AR-Mitglieder auf sechs erhöhen wollte, gegen die beiden Kandidatinnen hatte aber keiner etwas einzuwenden.

Und so kam es nach knapp drei Stunden zu den Abstimmungen, die alle im Sinne der Verwaltung verliefen. Neu in den AR wurden Michaela Scheibelauer und Cornelia Zeinler gewählt.

Live aus der HV: Cornelius M. Pirch
Foto: Rosenbauer