Weshalb sich der Blick gen Osten lohnen kann

Das Wirtschaftswachstum dürfte auch heuer solide bleiben, die Chancen sind da.

(08.05.2026). Die Schwellenländer haben in jüngster Zeit für reichlich Aufmerksamkeit gesorgt, insbesondere, da die zahlreichen Konfliktherde in ebensolchen Regionen toben. Neben der Ukraine verschärft sich der Krieg zwischen dem Iran und den USA. Die Straße von Hormus bleibt gesperrt, die Energiepreise steigen weiter an.

Vorschusslorbeeren für Ungarns neue Regierung

Doch wie sieht es in der Region Zentral- und Osteuropa (Central and Eastern Europe, kurz CEE) aus? Hier sorgte zuletzt ein weiteres Ereignis für reichlich Aufsehen, die Parlamentswahl in Ungarn am 12. April. Schließlich war es ein knappes Rennen zwischen dem bislang amtierenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán und seinem Herausforderer und Wahlsieger Peter Magyar.

Die Nachricht kam in der Politik sowie an den Finanzmärkten (der Börsen-Kurier berichtete) sichtlich gut an: „Das Ende der 16-jährigen Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán schürt an den Märkten die Hoffnung, dass Ungarn nun die belastete Beziehung zu Brüssel wieder ins Lot bringt“, konstatiert Ronald Schneider, Leiter für den Bereich Anleihen, CEE & Global Emerging Markets bei Raiffeisen Capital Management.

Schneider hebt eine weitere Entwicklung hervor und sagt, dass auch ungarische Aktien, Anleihen und insbesondere die Währung, der Forint sich im Zuge der Nachrichtenlage und in Erwartung einer kooperativeren Ausrichtung nach Europa gut entwickelt. „Während vor der Wahl noch große Unsicherheit herrschte, legte der Forint zuletzt eine beeindruckende Rallye hin.“ Und der BUX, der Leitindex an der Budapester Börse mit 16 der größten Titel, schnellte am Montag nach den Wahlen zum ersten Mal in der Geschichte auf knapp 140.000 Punkte. Auch der HTX (Hungarian Traded Index) erreichte zwischenzeitlich ein neues Rekordhoch von 11.272 Punkten.

Wiener Börse mit Ost-Index

Letzterer Index wurde von der Wiener Börse ins Leben gerufen und wird auch von ihr berechnet. Darin enthalten sind sieben Titel, etwa Magyar Telekom, OTP Bank und der Pharmawert Richter Gedeon. Der HTX ist obendrein Teil des CECE-Index, der ebenfalls von der Wiener Börse berechnet wird. Dieser Index bildet die Wertentwicklung der wichtigsten Börsenfirmen in der CEE-Region ab. Neben ungarischen Unternehmen sind vor allem polnische, aber auch tschechische Titel enthalten. Insgesamt kommen 30 Aktien im Index vor.

Polen voran
An der Warschauer Börse dominieren dabei insbesondere Bankentitel. Da sind die robusten Wirtschaftsaussichten freilich eine gute Stütze. Die Prognosen sind jedenfalls positiv. So meint Richard Grieveson, stellvertretender Direktor des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw), „Spitzenreiter beim Wirtschaftswachstum unter den östlichen EU-Mitgliedern wird 2026 neuerlich Polen mit 3,6 % sein“. Damit dürften diese Länder sowohl im laufenden Jahr als auch 2027 trotz der aktuellen Schwierigkeiten wieder mehr als doppelt so stark wachsen wie die Eurozone, meint der wiiw-Experte.

Als Anleger profitieren
Investoren können auf die weitere CECE-Kursentwicklung mit dem „Raiffeisen CECE Euro Indexzertifikat“ setzen. Enthalten sind etwa auch polnische Aktien wie etwa Bank Polska Kasa Opieki. Hinzu kommt der Kupferproduzent KGHM Polska Miedz und der Supermarktbetreiber Dino Polska. Aus Tschechien zählen der Versorger CEZ und Komercni Banka dazu. Auch die Erste Group und VIG sind im CECE-Index enthalten, da sie eine Zweitnotiz an der Prager Börse haben.

Anleger müssen beachten, dass Verluste mit diesem Produkt möglich sind.

Im Artikel vorgestellte Zertifikate und Aktien
Name ISIN
Raiffeisen CECE Euro Indexzertifikat AT0000489034
Bank Polska Kasa Opieki PLPEKAO00016
CEZ CZ0005112300
Dino Polska PLDINPL00011
Erste Group AT0000652011
KGHM Polska Miedz PLKGHM000017
Komercni Banka CZ0008019106
Magyar Telekom HU0000073507
OTP Bank HU0000061726
Richter Gedeon HU0000123096
VIG AT0000908504

 

Autor: Mag. Raja Korinek
Bild: AdobeStock / Tom Korcak