Endlich wieder eine Dividende

Die FACC AG konnte auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken.

(05.06.) Zum zweiten Mal lud der Innviertler Luftfahrtzulieferer in die FACC-Academy zur Hauptversammlung. Der Einladung waren mehr als 80 Aktionäre gefolgt, die nicht enttäuscht wurden.

Der Beginn der HV gestaltete sich wie schon gewohnt: AR-Vorsitzender Chengkuan Wang erklärte, dass er wegen fehlender Deutschkenntnisse die HV nicht leiten könne, worauf – ebenfalls wie immer – IVA-Vorstandsmitglied Michael Knap zum Vorsitzenden gewählt wurde und diese Aufgabe wieder mit viel Routine bewältigte. Knap schien übrigens auch dieses Jahr an der Abfassung des „Skripts“ beteiligt gewesen zu sein, da Redundanzen der Vorjahre (wie die dreimalige Verlesung eines Tagesordnungspunktes, Anm.) nicht mehr vorkamen.

Erholung bei Boeing, Business Jets stark
Und so konnte der sichtlich zufriedene CEO Robert Machtlinger (Foto) über ein neues Rekordjahr mit einem Umsatz von 984,4 Millionen Euro (+11 %) und einem Ebit von 42,3 Millionen Euro berichten. „Das liegt auch daran, dass sich Boeing im vergangenen Jahr sichtlich erholt und die Produktion wieder gesteigert hat“, erläuterte er. So stiegen die Boeing-Auslieferungen 2025 auf 600 Einheiten im Vergleich zu 348 im Jahr davor. Das Geschäft mit Airbus läuft ohnehin gut wie immer.

Sehr positiv: bei den Business Jets (Hauptkunden Bombardier und Embraer) sind die Umsätze stark gewachsen. „Das ist darauf zurückzuführen, dass es immer mehr Anbieter von Mietflugzeugen dieser Klasse gibt, die relativ große Flotten anlegen“, erklärte Machtlinger. Hier ist FACC Weltmarktführer bei Kabinenausstattungen, der Anteil am Umsatz liegt inzwischen bei 18 %.

Erweiterung in Oberösterreich
Ebenfalls erfreulich ist die Tatsache, dass man am Standort St. Martin im Innkreis bis 2028 um rund 120 Millionen Euro ein neues Werk für Aerostructures errichten wird. Hier soll auch ein neuer Forschungsbereich für Zukunftstechnologien wie z. B. KI und weitere Automatisierung entstehen. „Gründe dafür gibt es einige“, führte Machtlinger aus. „Wir haben qualifiziertes Personal, die Strukturen sind vorhanden und F&E sowie die Testanlagen sind auch schon hier. Würden wir woanders neu bauen, würde das ein Vielfaches kosten.“

Im Anschluss ging CFO Florian Heindl auf die Geschäftszahlen ein, wobei er einräumte, dass ihm die Ebit-Marge von 4,3 % „immer noch zu wenig“ ist. „Da wollen wir auf jeden Fall mehr“, meinte er. Auf spätere Nachfrage von IVA-Mann Florian Beckermann erklärte der Vorstand, bei den Aerostructures sei das Potenzial, mehr als 10 % zu erreichen, vorhanden. „Bei Engines & Nacelles, wo auch das Drohnengeschäft angesiedelt ist, sind wir ohnehin bei mehr als 12 %.“

Antrag auf Dividendenverzicht
Zu Beginn der Generaldebatte stellte ein bekannter Linzer Aktionär, der sich diesmal ausnahmsweise nicht über den Aktienkurs beschweren konnte, den Antrag, man solle keine Dividende zahlen, um das Geld im Unternehmen zu lassen. Das Podium gab dazu keinen Kommentar ab, nur Beckermann widersprach ihm und meinte, die Dividende sei etwas dürftig und außerdem „wohl eher symbolisch“.

Zu seiner Frage nach Auswirkungen der US-Politik erklärte Machtlinger, dass man diese im Blick behalte, aber „es storniert keiner deswegen Bestellungen, weil derzeit zwischen 2.500 und 5.200 Flugzeuge fehlen“.

Ein anderer Anteilseigner wollte wissen, wieviel Ebit-Marge man 2025 durch das CORE-Programm (der Börsen-Kurier berichtete) erzielt hätte. „Das kann man nicht allein durch CORE beziffern“, antwortete Heindl. „CORE bedeutet ja nicht nur Einsparungen, es ist viel umfassender. Die höhere Marge liegt auch an außerordentlichen Preiserhöhungen, unter anderem wegen der Inflation und steigender Kosten.“

Dank eines weiteren Anteilseigners erfuhren die Anwesenden dann noch, dass man insgesamt 2,5 Millionen Euro in Schulungsmaßnahmen investiert hat und die Anzahl der F&E-Mitarbeiter bei rund 600, davon 400 in Österreich, liegt. Und die FACC hält knapp 400 Patente.

Die Abstimmungen verliefen alle im Sinne der Anträge, wobei die neue Vergütungspolitik mit fast 2 Mio Gegenstimmen am wenigsten Zustimmung fand.

Autor: Cornelius M. Pirch
Foto: FACC

Auf einen Blick:
Anwesend: 64,24 % GK
Information: Gut
Organisation: Sehr gut
Stimmung: Freundlich (gut)
Dividende: 1,10 Euro/Aktie
Ex-Tag: 1.6. Zahltag: 5.6.