Inflation: So schützen Anleger ihr Vermögen
Hohe Energiepreise und Rohstoff-Engpässe: Wie Anleger von einer steigenden Teuerung profitieren können.
(31.07.2026). Wenngleich es auch immer wieder Hoffnung gibt, ist der Krieg im Nahen Osten erneut eskaliert. Die Folgen sind allein an den Rohstoffmärkten deutlich sichtbar. So sind die Notierungen für Gas und Rohöl zuletzt wieder kräftig gestiegen. Dabei übersprang etwa die Nordseesorte Brent kurzzeitig die Marke von 100 USD je Fass und sank am vergangenen Montag wieder auf rund 85 USD. Die Schwankungen dürften hoch bleiben, die Sorge vor einer erneut stärker steigenden Inflation wächst.
Die europäischen Währungshüter sind jedenfalls auf der Hut. Auf ihrer jüngsten Sitzung hat die EZB den Einlagensatz zwar auf 2,25 % belassen. Doch EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte klar, dass die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation noch nicht vollständig zum Tragen gekommen seien. Im Juni stieg sie im Jahresvergleich um 2,8 % und damit etwas weniger stark als im Mai. Sollte die Teuerung tatsächlich wieder stärker anziehen, wird mit einer Zinsanhebung im September gerechnet. In ihrer Juni-Prognose rechnet die EZB mit einer Inflationsrate für 2026 im Schnitt von 3 %.
Inflationsrisiken bleiben
„Aufgrund der hohen Energiepreise und der anhaltenden geopolitischen Risiken sind die Inflationsrisiken noch nicht vollständig verschwunden“, konstatiert auch Josefina Rodriguez, Volkswirtin bei Vanguard. Schon jetzt ziehen solche Aspekte immer weitere Kreise. Der Dieselpreis steigt, wodurch sich Transporte verteuern. Auch die Notierungen von Düngemitteln steigen. Deren Export ist ebenfalls vom Konflikt im Nahen Osten beeinträchtigt.
Obendrein steigt der Strompreis in Europa an der Leipziger Energiebörse und liegt bereits deutlich über dem Niveau von 70 E von Ende April. Damals waren die Hoffnungen auf Friedensgespräche groß, ein Umstand, der zu Rücksetzern bei den Energiepreisen führte. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, meint, wichtigster Preistreiber bleibe dabei Erdgas. „Am Strommarkt setzt – nach dem Merit-Order-Prinzip – in der Regel das teuerste Kraftwerk den Preis. Trotz des Ausbaus erneuerbarer Energien sind dies häufig weiterhin Gaskraftwerke, sodass Erdgas den Strompreis maßgeblich beeinflusst.“
Auf die Teuerung setzen
Anleger, die mit einer stärker steigenden Inflationsrate rechnen, können auf solch eine Entwicklung mit einem Zertifikat setzen. Die „Inflations-Anleihe 30“ der Raiffeisen Bank International zahlt für das erste und zweite Laufzeitjahr einen Zinssatz in Höhe der Inflationsrate. Dabei wird der harmonisierte Verbraucherpreisindex der Eurozone – ex Tabak – jeweils vom April herangezogen. In den Folgejahren erhalten Anleger einen Fixzinssatz von 2,5 % p.a. Die Rückzahlung nach dem vierten Jahr erfolgt zu 100 % vom Nominale. Letzter Bewertungstag ist der 23. Juli 2030.
Auch inflationsindexierte Anleihen könnten im aktuellen Umfeld Chancen bieten. Bei solchen Papieren werden meist Kupon und Nominale regelmäßig an die Inflationsrate angepasst. Steigt zudem die Nachfrage nach solchen Papieren, legt auch der Kurs zu. Der „UBS Core BBG Euro Inflation Linked Bd 1-10 UCITS ETF EUR“ veranlagt in solche Anleihen mit Laufzeiten bis zu zehn Jahren. Größte regionale Gewichtung nimmt Frankreich mit knapp mehr als 45 % ein, gefolgt von Italien und Spanien. Wie bei allen Investments sind bei diesen Produkten auch Verluste möglich.
Autor: Mag. Raja Korinek
Foto: Katharina Kammermann für Unsplash
| Im Artikel vorgestellte Produkte | |
| Name | ISIN |
| Inflations-Anleihe 30 der Raiffeisen Bank International | AT0000A3VE50 |
| UBS Core BBG Euro Inflation Linked Bd 1-10 UCITS ETF EUR | LU1645380368 |
