Tochtergesellschaften: Warum sie für Unternehmen unverzichtbar sind
Zusammenfassung
- Tochtergesellschaften sichern Wachstum, Innovation und internationale Expansion.
- Österreichische Unternehmen hatten 2023 8.015 Auslandstöchter – deutlich mehr als 2020.
- Beispiele von OMV, Mayr‑Melnhof, Wienerberger und VIG zeigen, wie Töchter neue Märkte öffnen und Geschäftsmodelle transformieren.
- Großprojekte wie Neptun Deep können Produktion und Gewinne massiv steigern.
- Tochtergesellschaften stärken Marktführerschaft, Diversifikation und regionale Präsenz.
Warum Tochtergesellschaften für Unternehmen unverzichtbar sind
Tochtergesellschaften sind für die Zukunftsfähigkeit von Konzernen essenziell. Sie sichern Wachstum, eröffnen neue Geschäftsfelder und ermöglichen die regionale Expansion. Österreichische Unternehmen verfügten laut Statistik Austria zum Jahresende 2023 über 8.015 Auslandstöchter – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 6.731 Einheiten im Jahr 2020.
Die Voestalpine hält rund 500 Konzerngesellschaften, Wienerberger rund 170, die OMV 123 konsolidierte Unternehmen, davon 88 im Ausland. Voraussetzung für den Status einer Tochtergesellschaft ist der beherrschende Einfluss des Mutterunternehmens, meist durch eine Eigentumsmehrheit.
Voraussetzung um eine Tochtergesellschaft zu gründen
Voraussetzung für ein Unternehmen, um den Status einer Tochter zu erhalten ist, dass ein Mutterunternehmen beherrschenden Einfluss auf das Tochterunternehmen ausüben kann, was meist mit einer Eigentumsmehrheit verbunden ist.
Neue Wege durch Tochtergesellschaften
Neben anderen Gründen sorgen Töchter einerseits dafür, dass sie neue zukunftsträchtige Geschäftszweige für das Unternehmen eröffnen, und andererseits dafür, das traditionelle Geschäftsmodell auf andere Regionen auszuweiten.
OMV: Wie durch Töchter Geschäftsmodelle massiv erweitern werden sollen
- Dies zeigt das Beispiel der OMV: Durch die Energiewende verlieren Treibstoffe an Bedeutung, daher stockte der Konzern seine Anteile am Chemiekonzern Borealis auf 75 % auf. Die Tochtergesellschaft ist Symbol für die Neuorientierung des Konzerns.
- Seit 2004 besitzt der Ölkonzern mit 51 % die Mehrheit am rumänischen Öl- und Gasversorger Petrom, mittlerweile OMV Petrom, dem größten Energieunternehmen Südosteuropas.
Größte Erdgasprojekt der EU mit OMV-Tochter – Potential: 100 Milliarden Kubik
Die rumänische OMV-Tochter, sie ist eine 50-zu-50-Partnerschaft mit dem staatlichen Erdölunternehmen Romgaz. Sie wollen bis zu 4-Milliarden-Euro in das gigantische Gasexplorationsprojekt im Schwarzen Meer investieren wird. Das Projekt liegt im rumänischen Teil des Schwarzen Meeres und gilt als zentral für die Energieversorgung Südosteuropas.
Das Projekt gilt als transformativ. Neptun Deep ist das größte Erdgasprojekt der EU und das erste rumänische Tiefsee‑Offshore‑Gasfeld. Es wird von OMV Petrom und Romgaz entwickelt und soll ab 2027 Gas liefern.
Das Potenzial des Gasfeldes schätzt OMV Petrom auf insgesamt 100 Mrd Kubikmeter. Wenn das Gas fließt, soll es die Position der OMV-Gruppe in der Schwarzmeer-Region und in Südosteuropa massiv stärken. Einschätzungen von Analysten zufolge könnte die Gasförderung im Vollbetrieb, der ab 2028 erwartet wird, um rund drei Viertel steigen. Gleichzeitig wird mit einem Gewinnanstieg von etwa 40 % gerechnet, sobald die Produktion vollständig läuft.
Insgesamt hat die OMV 2025 ihre Konzernstruktur weiter ausgebaut und mehrere neue Gesellschaften konsolidiert. Die Zahl der Tochter- und Beteiligungsunternehmen liegt deutlich über den früheren 123 Einheiten.
Mayr-Melnhof: Globale Expansion durch Zukäufe
Die Mayr‑Melnhof‑Gruppe (MM) weist laut Konzernbericht 2025 insgesamt 69 konsolidierte Unternehmen aus, davon 42 Gesellschaften mit Sitz in der Eurozone. Im vergangenen Jahr übernahm MM den britischen Verpackungsspezialisten Essentra Packaging, einschließlich seiner Produktionsstandorte in Europa, den USA und Puerto Rico, zu einem Kaufpreis von rund 312 Millionen Euro.
Ziel der Tochter: Neue Wachstumspfade
Mit dieser Tochtergesellschaft verfolgt MM das Ziel, neue Wachstumspfade zu erschließen, sich als globaler Anbieter im Bereich Pharma‑Sekundärverpackungen zu etablieren und gleichzeitig die Marktposition in den USA weiter zu stärken.
Marktführerschaft durch starke Tochtergesellschaften
Wienerberger stärkt mit integrierter US-Tochter seine US-Marktposition
Mit der Integration der US‑Tochter Meridian Brick stärkte Ziegelproduzent Wienerberger seine Marktposition erheblich und zählt heute zu den führenden Anbietern von Fassadenlösungen in Nordamerika.
Vienna Insurance Group: Breite Präsenz in CEE und Österreich
Die Vienna Insurance Group (VIG) hat Versicherungsgesellschaften in 30 Staaten – hauptsächlich in den CEE‑Ländern und Osteuropa. Mit ihren Gesellschaften belegt die VIG nach Marktanteilen in Nordmazedonien, der Slowakei, Bulgarien, im Baltikum und in Ungarn den ersten Platz. In Ungarn konnte die Marktführerschaft durch den Kauf des Geschäfts der niederländischen Aegon in Ungarn fixiert werden. Mit ihren Österreich‑Tochtergesellschaften Wiener Städtische und Donau‑Versicherung ist die VIG mit mehr als 21 % Marktanteil vor der Uniqa Marktführer in Österreich. Die (VIG) hat zudem mit der Nürnberger Beteiligungs-AG (NÜRNBERGER) eine Zusammenschlussvereinbarung unterzeichnet, die eine Übernahme der Nürnberger umfasst.
Ziel der VIG bis 2028: Ausbau der Marktführerschaft in CEE und ein starkes profitables Wachstum.
Autor: Christian Sec
