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Semperit schafft Rückkehr in die Gewinnzone

Für 2026 wird nun ein deutlicher Profitabilitätsschub gegenüber 2025 erwartet.

(28.08.2026) Semperit hat in der ersten Jahreshälfte 2026 den operativen Turnaround geschafft und ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Bei einem Umsatzanstieg von rund 11 % auf 355,9 Millionen Euro konnte das Ebitda mit rund 66,6 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt werden. Die Ebitda-Marge stieg auf 18,7 % (1. HJ 2025: 9,6 %), während das Ergebnis nach Steuern mit 28,6 Millionen Euro wieder in den positiven Bereich drehte. „Mehr Volumen, eine bessere Auslastung und die konsequente Umsetzung unserer Kosten- und Effizienzmaßnahmen haben die Profitabilität deutlich gestärkt“, so Semperit-CEO Manfred Stanek.

Wie Stanek gegenüber dem Börsen-Kurier erklärt, ist die positive Entwicklung keineswegs erst im zweiten Quartal sichtbar geworden. „Bereits im zweiten Halbjahr 2025 haben wir spürbar an Fahrt gewonnen“, hält er fest. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres konnte diese Dynamik dann mit einer sehr guten Geschäftsentwicklung bestätigt werden. Zurückzuführen sei das darauf, dass bereits 2023 mit umfangreichen Kosten- und Effizienzprogrammen begonnen wurde, um die Strukturen schlanker aufzustellen, den operativen Hebel zu stärken und die Basis für profitables Wachstum zu schaffen.

Prognose angehoben
Für das Gesamtjahr 2026 wird nun ein deutlicher Profitabilitätsschub gegenüber dem Vorjahr erwartet. Bereits im Juli wurde die Prognose für das operative Ebitda von zuvor 95 auf 100 Millionen Euro angehoben. Beim Umsatz wird hingegen weiterhin ein Wachstum im höheren einstelligen Prozentbereich erwartet. Nichtsdestoweniger rechnet Stanek in der zweiten Jahreshälfte mit einem insgesamt anspruchsvolleren Umfeld. „Steigende Rohstoffkosten und anhaltende Unsicherheiten werden für Gegenwind sorgen“, meint der Semperit-CEO.

Wie Stanek weiter ausführt, wird auf die höheren Rohstoffkosten mit einer Kombination aus konsequentem Preismanagement, aktiver Steuerung der Beschaffung, einer breiten Lieferantenbasis und laufenden Effizienzmaßnahmen reagiert. „Dort, wo es notwendig ist, setzen wir Preisanpassungen um und stehen dazu in engem Austausch mit unseren Kunden“, sagt er. Gleichzeitig arbeite man kontinuierlich daran, die Auswirkungen steigender Inputkosten durch Produktivitätssteigerungen und eine schlanke Kostenbasis zu begrenzen.

Eine Restrukturierungsstory
Wie sehen Analysten die jüngste Entwicklung des Unternehmens? „Semperit hat in den vergangenen 18 Monaten eine bemerkenswerte Transformation durchlaufen und entwickelt sich zunehmend von einer Restrukturierungsstory zu einem qualitativ hochwertigen Investment in eine industrielle Erholung“, meint etwa Volker Bosse von Baader in einem Update Mitte August, in dem er seine „Kaufen“-Empfehlung bestätigt und gleichzeitig das Kursziel von 17,50 auf 20 E erhöht.

Auch die Experten von Warburg Research haben kürzlich ihre Kauf-Empfehlung für die Aktie bestätigt und das Kursziel auf 25 Euro (zuvor 22 Euro) angehoben. Bei der Konkurrenz von NuWays heißt es ebenfalls weiterhin „Kaufen“, während am Kursziel von 22 Euro festgehalten wird.

Detail am Rande: Kurz vor Redaktionsschluss notierte das Semperit-Papier bei knapp 17 Euro. Positiv sehen die Analysten Sarah Hellemann und Christian Sandherr jedenfalls die jüngsten Investitionen in Technologie und Innovation, die „die Produktionseffizienz steigern und das Produktionsangebot erweitern dürften“. Dies könnte zu verbesserten Margen und einer höheren Rentabilität führen. Gleichzeitig würden die solide Bilanz und der überschaubare Schuldenstand höhere Investitionen und strategische Akquisitionen, die das künftige Wachstum treiben könnten, erlauben.

Autor: Mag. Patrick Baldia