Davide Cultrera/UNIQA

UNIQA Strategie 2025–2028: Wachstum, Dividende und Ziele

Profitabilitätssteigerungen und „Netto-Null-Emissionen“ stehen dabei im Fokus.

22.08.2026

Mit der UNIQA Strategie 2025–2028 hat die UNIQA Insurance Group die Weichen für stärkeres Wachstum, höhere Profitabilität und steigende Dividenden gestellt. Das Strategieprogramm „UNIQA 3.0 – Growing Impact 2025–2028“ setzt vor allem auf profitables Wachstum, Effizienzsteigerungen und den Ausbau der Marktposition in Österreich sowie Zentral- und Osteuropa (CEE).

Nach einem starken Start hat der Versicherungskonzern seine ursprünglich festgelegten Finanzziele inzwischen sogar angehoben. Für Anleger stellt sich damit vor allem die Frage: Was bedeutet die UNIQA Strategie 2025–2028 für Wachstum, Gewinn und Dividende – und damit für die UNIQA Aktie?

Das Wichtigste zur UNIQA Strategie 2025–2028

  • Die Prämien sollen bis 2028 im Schnitt um rund 6 % pro Jahr wachsen.
  • Für Österreich werden rund 4 %, international rund 8 % Wachstum pro Jahr angestrebt.
  • Das Ergebnis je Aktie soll jährlich um mindestens 7 % steigen.
  • Die Netto-Combined-Ratio soll bei höchstens 93 % liegen.
  • Der Return on Equity (ROE) soll nachhaltig mehr als 13 % erreichen.
  • UNIQA strebt eine progressive, also jährlich steigende Dividende an.
  • Die Ausschüttungsquote soll zwischen 50 und 60 % liegen.

Was steckt hinter „UNIQA 3.0 – Growing Impact“?

Die UNIQA Strategie 2025–2028 läuft unter dem Namen „UNIQA 3.0 – Growing Impact“. Ihr Fokus liegt auf profitablem Wachstum, weiteren Effizienzsteigerungen und dem Ausbau der starken Marktposition in Österreich und CEE.

UNIQA will Investitionen schneller in Kundenzufriedenheit, Wachstum und Ertrag übersetzen. Neben den finanziellen Zielen bilden deshalb auch Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit zentrale Säulen der Strategie.

Gleichzeitig soll das Geschäftsmodell stärker diversifiziert werden. Österreich soll Stabilität und Effizienz liefern, während die internationalen Märkte stärker zum Wachstum beitragen. Zusätzlich sieht der Konzern Potenzial bei Gesundheitsdienstleistungen außerhalb des klassischen Versicherungsgeschäfts.

UNIQA hebt die Ziele bis 2028 an

Zum Start der Strategie hatte UNIQA ein durchschnittliches Prämienwachstum von rund 5 % pro Jahr und ein jährliches Wachstum des Ergebnisses je Aktie von mindestens 6 % angepeilt. Der Return on Equity sollte nachhaltig über 12 % und die Netto-Combined-Ratio unter 94 % liegen.

Nach dem erfolgreichen ersten Jahr der UNIQA Strategie 2025–2028 wurden die Finanzziele Ende 2025 angehoben.

Bis 2028 strebt UNIQA nun ein durchschnittliches jährliches Prämienwachstum von rund 6 % an. In Österreich sollen es rund 4 %, in den internationalen Märkten weiterhin rund 8 % sein.

Auch bei der Profitabilität liegt die Messlatte höher: Das Ergebnis je Aktie soll jährlich um mindestens 7 % wachsen, die Netto-Combined-Ratio bei höchstens 93 % liegen und der Return on Equity nachhaltig mehr als 13 % erreichen.

Damit sind die finanziellen Ziele der UNIQA Strategie 2025–2028 mittlerweile ambitionierter als bei ihrem Start.

Beste Dienstleisterin und Arbeitgeberin als Ziel

UNIQA will im Rahmen der Strategie nicht nur finanziell wachsen. Der Konzern verfolgt drei übergeordnete Ziele: Er will beste Dienstleisterin für seine Kunden, beste Arbeitgeberin für seine Mitarbeiter und wirtschaftlich erfolgreich sein.

Gemessen werden soll die Entwicklung unter anderem anhand eines Kundenzufriedenheitsindex, eines Mitarbeiterzufriedenheitsindex und eines Engagement-Index. Damit macht UNIQA neben Finanzkennzahlen auch die Qualität der Kundenbeziehungen und die Attraktivität als Arbeitgeber zu messbaren Bestandteilen der Strategie.

Österreich sorgt für Stabilität, CEE für Wachstum

Eine wichtige Säule der Strategie ist die geografische Diversifikation. Österreich bildet weiterhin das Rückgrat des Konzerns, während insbesondere die Märkte in Zentral- und Osteuropa stärkeres Wachstum liefern sollen.

Im österreichischen Geschäft setzt UNIQA vor allem auf Schaden- und Unfallversicherung sowie Gesundheit. Gleichzeitig sollen Effizienzsteigerungen und Digitalisierung die Profitabilität verbessern.

International steht beschleunigtes Wachstum im Vordergrund. UNIQA verfügt in vielen CEE-Märkten über starke Marktpositionen und will dort stärker wachsen als der jeweilige Markt.

Zusätzlich sieht der Konzern Wachstumspotenzial im Gesundheitsbereich – sowohl im klassischen Versicherungsgeschäft als auch bei Gesundheitsdienstleistungen.

Was bedeutet die Strategie für die UNIQA Aktie?

Für Anleger ist vor allem die Kombination aus Gewinnwachstum und steigenden Ausschüttungen interessant. UNIQA positioniert sich ausdrücklich als Dividendentitel.

Die Strategie sieht eine Ausschüttungsquote von 50 bis 60 % sowie eine progressive Dividende vor. Damit soll die Dividende je Aktie von Jahr zu Jahr steigen – vorausgesetzt, Geschäftsentwicklung und Kapitalausstattung lassen dies zu.

Attraktiver für Anleger soll die UNIQA Aktie zudem durch diversifizierte Erträge und Gewinnströme, eine robuste Kapitalposition und eine starke Governance werden. Während in Österreich Stabilität und Effizienz im Vordergrund stehen, setzt UNIQA in den internationalen Märkten auf beschleunigtes Wachstum und Profitabilität.

Für Anleger hängt die Attraktivität der UNIQA Aktie damit nicht allein von der Dividende ab. Entscheidend wird sein, ob es dem Konzern gelingt, das geplante Gewinnwachstum zu erreichen und gleichzeitig Profitabilität und Kapitalstärke auf hohem Niveau zu halten.

UNIQA Strategie 2025–2028: Wie weit ist der Konzern?

Der bisherige Verlauf zeigt, dass UNIQA bei der Umsetzung schneller vorangekommen ist als ursprünglich erwartet. Im Geschäftsjahr 2025 stiegen die verrechneten Prämien um 8,2 % auf 8,36 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 22,2 % auf 424,8 Mio. Euro.

Auch bei wichtigen Profitabilitätskennzahlen lag UNIQA bereits auf einem hohen Niveau: Die Netto-Combined-Ratio erreichte 91,7 %, der Return on Equity 14,3 %.

Auch im ersten Halbjahr 2026 setzte sich das Wachstum fort. Die Prämien stiegen konzernweit um 12 %. In Österreich betrug das Wachstum 4,2 %, in den internationalen Märkten 6,9 %.

Damit liegt UNIQA bei mehreren Kennzahlen bereits auf oder über dem für 2028 angestrebten Niveau. Entscheidend wird allerdings sein, ob sich diese Entwicklung über die gesamte Strategieperiode nachhaltig fortsetzen lässt.

Zinsen, Inflation und Naturkatastrophen bleiben Risiken

Zinsen, Inflation und Naturkatastrophen zählen zu den wesentlichen Risiken, die UNIQA im Rahmen der Strategie 2025–2028 aktiv managen will.

Aufgrund des hohen Anteils von Kranken- und Lebensversicherungen ist UNIQA vergleichsweise zinssensitiv. Entsprechend wichtig ist das Asset-Liability-Management, bei dem Vermögensanlagen und langfristige Verpflichtungen möglichst gut aufeinander abgestimmt werden.

Inflationsrisiken begegnet UNIQA unter anderem durch Indexanpassungen und eine dynamische Preisgestaltung. In Österreich sind 98 % der Verträge indexangepasst und verfügen über lange Laufzeiten. In den internationalen Märkten dominieren dagegen häufig Ein-Jahres-Verträge, wodurch Preise dynamischer angepasst werden können.

Gegen die finanziellen Folgen von Naturkatastrophen setzt der Konzern zudem auf Rückversicherung. Mit UNIQA Re verfügt die Gruppe seit 2003 über einen eigenen Rückversicherer. Seit 2023 werden auch Rückversicherungsverträge für Dritte gezeichnet.

Klimatransition: Netto-Null bis 2050

Auch die Klimatransition ist Teil der UNIQA Strategie 2025–2028. Der Versicherer will bis 2040 in Österreich und bis 2050 im Gesamtkonzern Netto-Null-Emissionen im Versicherungsgeschäft und im eigenen Betrieb erreichen. Für die Veranlagung gilt das Ziel bis 2050.

Dabei sollen die CO₂-Emissionen so weit wie möglich reduziert und verbleibende Restemissionen durch sogenannte „Carbon Removals“, etwa Moor-Renaturierung oder CO₂-Abscheidung, ausgeglichen werden.

Den größten Hebel sieht UNIQA in der Veranlagung. Bereits 2020 begann der Konzern mit dem schrittweisen Ausstieg aus Investments in fossile Energieträger. Die „Phase-out-Strategie“ sieht vor, keine neuen Investments in den betroffenen Bereichen zu tätigen und bestehende Engagements schrittweise abzubauen. Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle transformieren wollen, sollen dabei begleitet werden.

Für bestehende Investments gelten konkrete Ausstiegsziele: Bis 2030 ist der Ausstieg aus Kohle und Öl vorgesehen, bis 2035 aus Gas sowie den geringen Nuklear-Investments. Damit will UNIQA auch das Risiko sogenannter „Stranded Assets“ reduzieren – also von Vermögenswerten, die durch die Energie- und Klimatransformation deutlich an Wert verlieren könnten. Parallel dazu soll der Anteil nachhaltiger Investments steigen.

Auch das Versicherungsgeschäft wird schrittweise auf die Klimaziele ausgerichtet. Seit 2019 zeichnet UNIQA kein Neugeschäft im Bereich Kohle mehr, seit 2024 keines im Bereich Öl und seit 2025 auch keines im Bereich Erdgas. Ab 2030 will der Konzern nicht mehr in Kohle und Öl, ab 2035 auch nicht mehr in Erdgas tätig sein. Bestehende Unternehmenskunden sollen bei der Transformation ihrer Geschäftsmodelle unterstützt werden.

Die dritte Säule bildet der eigene Betrieb. Bis 2030 soll die Firmenflotte auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden; bis 2035 will UNIQA aus Öl- und Gasheizungen aussteigen.

Damit umfasst die Klimatransition drei zentrale Bereiche: Kapitalanlage, Versicherungsgeschäft und eigenen Betrieb. Die Maßnahmen sollen nicht nur Emissionen reduzieren, sondern auch langfristige finanzielle Risiken aus der Transformation der Wirtschaft begrenzen.

Fazit: Was die UNIQA Strategie 2025–2028 für Anleger bedeutet

Die UNIQA Strategie 2025–2028 verbindet stärkeres Wachstum mit höheren Profitabilitätszielen und einer progressiven Dividendenpolitik. Die Kombination aus dem stabilen Österreich-Geschäft und den wachstumsstärkeren CEE-Märkten soll für diversifizierte Ertragsquellen sorgen.

Gleichzeitig geht die Strategie über reine Finanzziele hinaus: Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, eine starke Governance, eine robuste Kapitalposition sowie die Klimatransition gehören ebenfalls zum langfristigen Kurs des Konzerns.

Der Start ist gelungen. Bereits nach dem ersten Strategie-Jahr konnte UNIQA seine ursprünglichen Finanzziele anheben. Für Anleger werden bis 2028 vor allem Gewinnwachstum, Combined Ratio und Dividende entscheidend sein. Gelingt es UNIQA, die angehobenen Ziele nachhaltig zu erreichen, könnte die Strategie die Position des Versicherers als Dividendenaktie weiter stärken.

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