Was bringt das zweite Halbjahr 2026?
Erste Asset Management: In den USA bleibt Technologie Treiber, in Europa Banken und Pharma.
(13.08.). Die negativen Schlagzeilen reißen nicht ab. Zwischen dem Iran und den USA ist keine Einigung in Sicht. In der Ukraine tobt der Krieg weiter. Doch an den globalen Börsen haben zahlreiche Indizes neue Höchststände erklommen.
In einem Pressegespräch zum Halbjahresausblick 2026 der Erste Asset Management – der Börsen-Kurier war dabei – ging Tamás Menyhárt, Senior Fondsmanager des Erste Responsible Stock Global Fond, auf die Entwicklungen ein. So seien die Bewertungen am S&P, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), sogar zurückgegangen. Zuletzt sei das geschätzte KGV auf die kommenden 12 Monate auf gut 20 gesunken. Und liege damit im 5-Jahres-Durchschnitt.
KI und Cloud bleiben Treiber
Denn die Unternehmensgewinne steigen kräftig, etwa im Technologiesektor, in dem zahlreiche Konzerne in den Ausbau Künstlicher Intelligenz (KI) investieren. Viele solcher Unternehmen, wie zum Beispiel Microsoft und Amazon, bauen damit nämlich ihr Cloud-Geschäft aus. Weil auch der Bedarf an Speicherplatz wachse, würden immer mehr Datenzentren gebaut, wovon jede Menge Ausrüster – wie etwa der Chipentwickler Nvidia – profitierten. Christoph Vahs, Senior Fondsmanager des Erste Responsible Stock America Fonds verwies in diesem Zusammenhang auf weitere Marktentwicklungen und hob den Chiphersteller Micron Technology, der Computer, Handys und Datenzentren ausrüstet, hervor: „Der Konzern hat derart viele Aufträge, dass er das Geschäft mit Endkunden beendet hat.“
Auch in Europa können einige Unternehmen von dem Trend profitieren, zum Beispiel Siemens Energy und Schneider Electric, wie es weiters heißt. Letzteres Unternehmen aus Frankreich liefert Lüftungs- und Kühlsysteme und sorgt für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung in Datenzentren.
Energie und Banken legen zu
Auch die Entwicklungen in den Sektoren Energie und Banken stechen positiv hervor, betonte Menyhárt. Der Umstand trifft ebenso auf Europa zu, eine Region, in der solche Titel in den entsprechenden Indizes höher gewichtet sind als in den USA.
Doch wie könnte es weitergehen? „Wir sehen aktuell keine Blase im KI-Sektor, wie von manchen Marktbeobachtern befürchtet wird“, konstatierte Menyhárt. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf jenen Umstand, dass der IT-Sektor in den USA derzeit unter dem historischen Schnitt bewertet sei. So liegt das KGV am S&P 500 Information Technology Sector bei rund 22,7 und damit unter dem 5-Jahres-Durchschnitt von knapp 26. Kursrücksetzer könne man freilich nie ausschließen. Doch solchen Aspekten kann Menyhárt auch Positives abgewinnen. „Den jüngsten Rücksetzer am Philadelphia Semiconductor Index im Juni nutzten Anleger dazu, verstärkt in andere Sektoren zu investieren. Der US-Markt gewinnt damit an Breite, eine gesunde Entwicklung.“
Gesundheit holt auf
Vahs ergänzte, ihm gefallen in den USA auch Banken und Gesundheitsaktien wie etwa Eli Lilly und Amgen. Die Geschäftsmodelle seien gut aufgestellt, die Übernahmetätigkeit nehme wieder zu. Immer wieder kaufen große Pharmakonzerne erfolgsversprechende Biotechnologiefirmen auf, um ihre Pipeline damit wieder zu stärken.
Auch in Europa sieht Menyhárt in ebendiesem Sektor, der noch zuvor unter der Zollunsicherheit in den USA gelitten hatte, reichlich Chancen. Doch hier kam es vergangenen Sommer zu einer vorläufigen Einigung. Und letztlich bleibt der Experte für Europas Banken zuversichtlich. Sie würden anhaltend von den mittlerweile höheren Zinsen profitieren.
Autorin: Mag. Raja Korinek
| Im Artikel vorgestellte Produkte und Aktien | |
| Name | ISIN |
| Erste Responsible Stock Global Fonds | AT0000646799 |
| Erste Responsible Stock America Fonds | AT0000812862 |
| Amazon | US0231351067 |
| Amgen | US0311621009 |
| Eli Lilly | US5324571083 |
| Micron Technology | US5951121038 |
| Microsoft | US5949181045 |
| Nvidia | US67066G1040 |
| Schneider Electric | FR0000121972 |
| Siemens Energy | DE000ENER6Y0 |
