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Agrar-Aktien, -Fonds und -ETFs: Wo Potenzial steckt

Von Landtechnik bis Saatgut: Welche Agrar-Aktien und ETFs interessant sind, wie sich Fonds unterscheiden und worauf Anleger achten sollten.

23.10.2026

Dürre und Ernteschwankungen bewegen die Agrarmärkte. Laut FAO kann das Klimaphänomen El Niño regional Dürren und Hitzeextreme verstärken oder heftigere Niederschläge und Überschwemmungen begünstigen. Unabhängig davon erhöht der Klimawandel die Belastung durch Wetterextreme. Laut Weltklimarat (IPCC) hat er das Wachstum der weltweiten Agrarproduktivität bereits gebremst, obwohl deren absolutes Niveau insgesamt gestiegen ist.

Für Aktionäre ist der Effekt zwiespältig: Höhere Agrarpreise können die Einnahmen landwirtschaftlicher Betriebe steigern, Missernten hingegen ihre Investitionskraft schwächen. Gefragt sind Geschäftsmodelle, die Anpassung ermöglichen, statt bloß auf höhere Getreidepreise zu setzen.

Welche Agrar-Aktien sind für Anleger interessant?

Deere liefert Landmaschinen und Präzisionstechnik. Der Jahresgewinn stieg von umgerechnet 1,73 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf knapp mehr als 9 Milliarden Euro im Jahr 2023, sank aber bis 2025 auf rund 5,5 Milliarden Euro. Trotzdem lag von 2015 bis 2025 das Gewinnwachstum bei knapp 10 % p. a.

Lindsay wiederum verkauft Bewässerungssysteme: Trockenheit erhöht den Bedarf, nicht zwingend die Bestellungen. Im Geschäftsjahr 2025 wuchs ihr Bewässerungsumsatz durch das Auslandsgeschäft.

Nutrien produziert Kali- und Stickstoffdünger. In diesen Geschäftsfeldern bestimmen die Gas- und Düngerpreise die Marge. Ein knapperes Angebot an Agrarrohstoffen lässt die Gewinne nicht zwangsläufig steigen. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Nutrien Rekordabsatzmengen bei Kaliprodukten und ein starkes Wachstum der Margen bei Eigenmarkenprodukten. Bei einem Konzernumsatzplus von 8 % stieg der Gewinn je Aktie um 11 %.

Bunge ist im Handel mit Ölsaaten und in deren Verarbeitung tätig und erzielte im zweiten Quartal 2026 höhere Ergebnisse durch starke Leistungen bei der Verarbeitung von Sojabohnen und anderen Ölsaaten sowie in der Raffination. Allerdings unterliegt der Gewinn je Aktie starken zyklischen Schwankungen. Bis 2027 erwarten Analysten laut MarketScreener einen Gewinnschub.

Corteva konzentriert sich seit der Abspaltung der Saatgutgesellschaft Vylor am 1. Oktober auf Pflanzenschutz. Bis 2028 sollte der Gewinn je Aktie laut Konsens von MarketScreener wachsen, weshalb ein für 2028 geschätztes KGV von 10,7 (Stichtag 19. Oktober) durchaus günstig erscheint.

Agrar-Fonds und ETFs: Breiter investieren statt Einzelaktien kaufen

Der iShares Agribusiness UCITS ETF (ISIN IE00B6R52143) führt mit 103 Positionen unterschiedliche Geschäftsmodelle zusammen, wobei nichtzyklische Konsumgüter und Materialien die beiden wichtigsten Sektoren sind. Ende September reichten die Top-Positionen von den Ölsaaten- und Getreideverarbeitern Archer-Daniels-Midland (ADM) und Bunge über Deere und Nutrien bis zum Phosphat- und Stickstoffdünger-Spezialisten CF Industries. Unter den Top 10 befindet sich auch der Pflanzenschutzmittelhersteller Corteva. So verteilt sich das Risiko auf eine Reihe von Firmen, auch wenn die Agrarbranche den gemeinsamen Rahmen bildet.

Beim aktiv verwalteten DWS Invest Global Agribusiness (ISIN LU0273158872) wiederum entscheidet das Fondsmanagement über die Auswahl: Neben Corteva gehörten Ende September vor allem Nutrien, K+S, CF Industries und Mosaic zu den größten Positionen. Die Branchenstruktur zeigt, welche Stufen der Agrarwirtschaft vertreten sind: Landwirtschaftliche Erzeugnisse machten 20,2 %, Düngemittel und Agrochemie 17,6 % und Nahrungsmittel und Fleisch 14,2 % aus. Geografisch dominieren die USA mit fast 44 %, gefolgt von der Schweiz mit knapp 11 %. Die LC-Klasse (Privatanleger, thesaurierend) verlor über fünf Jahre bis 19. Oktober 2,4 %, gewann über zehn Jahre aber 48,5 %.

Agrar-ETFs für Landtechnik, Saatgut und Innovation

Der im September 2026 aufgelegte VanEck Agribusiness UCITS ETF (ISIN IE000GLK5WA7) bietet über die gesamte Wertschöpfungskette der Lebensmittelproduktion hinweg Zugang zum globalen Agribusiness-Thema und investiert unter anderem auch in Unternehmen der Pflanzenforschung, Agrartechnik, Tiergesundheit, Aquakultur, Viehhaltung und des Agrarhandels. Per 19. Oktober waren Deere, Bayer (Pflanzenschutz), Vylor, Zoetis (Tiergesundheit), Nutrien und ADM am stärksten gewichtet. Das Portfolio umfasst insgesamt 46 Positionen und hat eine Gesamtkostenquote (TER) von 0,55 %.

Beim Global X AgTech & Food Innovation UCITS ETF (ISIN IE000EBFYWX3) rückt dagegen die Agrartechnik stärker in den Mittelpunkt. Deere, Kubota, CNH Industrial und AGCO stehen für Landmaschinen, Lindsay für Bewässerungstechnik. Nutrien (Dünger) und Vylor (Saatgut) ergänzen das Portfolio. Auf Deere, Nutrien, Vylor und Kubota entfielen am 19. Oktober zusammen rund 50 % des Portfolios – ein Hinweis auf die hohe Konzentration auf einzelne Werte. Auch Lebensmittelunternehmen sind vertreten. Im Vordergrund stehen jedoch Betriebsmittel und Technik. Insgesamt sind 32 Werte im Portfolio enthalten. Die jährlichen laufenden Kosten (TER) betragen 0,50 %.

Fazit: Welche Agrar-Aktien und ETFs überzeugen?

Ernteextreme schaffen Investitionsbedarf, garantieren aber keine Gewinne. Landmaschinenhersteller hängen von den Einkommen der Bauern ab, Düngemittelhersteller von Rohstoff- und Energiepreisen. Bei den Fonds und ETFs bleiben Portfoliozusammensetzung, Bewertung, Zyklik und Kosten entscheidend.

Autor: Michael Kordovsky

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Name  ISIN
iShares Agribusiness UCITS ETF USD (Acc) IE00B6R52143
DWS Invest Global Agribusiness LC LU0273158872
VanEck Agribusiness UCITS ETF IE000GLK5WA7
Global X AgTech & Food Innovation UCITS ETF IE000EBFYWX3

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