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Der Lockruf hoher Zinskupons

Acht Prozent Zinsrendite als spekulative Konkurrenz zu Aktien.

(02.10.2026) Attraktive Zinsrenditen durch gefallene Einstiegskurse rücken in Europa und in den USA Anleihen wieder in den Blickpunkt der Investoren. Dabei locken insbesondere Hochzinsbonds der Unternehmen die Kapitalanleger an. Ob die Aktienmärkte da-durch einen Dämpfer erleiden werden, bleibt abzuwarten.

Hohe Renditen als Stimulus
In den Vereinigten Staaten lag nach Angaben des Finanzdatenportals Macrotrend die durchschnittliche Zinsdifferenz (auch Risikoprämien bzw. Spreads genannt) zwischen Staatspapieren und den in Übersee benannten Corporate High Yield Bonds bei gleicher Laufzeit am 24. September bei 2,86 %. Da selbst das dem US-Finanzministerium untergeordnete Treasury Department bereits über 5,2 % für 10-jährige Titel zu bieten hat, erzielen Zeichner derartiger Hochzinsobligationen der Unternehmen bereits teils eine ansehnliche Zinsrendite von mehr als 8 %. Diese Anleihekategorie zieht bei günstigen Marktkonstellationen wiederholt Kapital an. Der Reiz liegt in wiederkehrenden Erträgen in attraktiver Zinshöhe. Ein größeres Ausfallrisiko wird dabei seitens der Investoren in Kauf genommen.

Unternehmensemittenten im High-Yield-Bond-Universum weist die Finanzanalyse-Plattform TradingView tabellarisch aus. Demnach erzielen in den USA Obligationen von Brighthouse Financial oder Charter Communications Renditen, die 8 % übersteigen. Durch außerordentlich hohe Verbindlichkeiten gesellen sich ebenso Schuldtitel der prominenten Oracle zur Auswahl. Aber auch mit Anleihen von Time Warner Cable bietet sich eine potenzielle Ausbeute auf diesem Niveau.

Druck auf die Schuldenstruktur
Für jene emittierenden Unternehmen der Hochzinsanleihen, die durch eine geringere Bonität seitens der Ratingagenturen keinen Investment-Grade-Status erhalten, verschärft sich durch hohe Zinssätze indes das Risikoprofil. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am 26. September in einem Beitrag betonte, stünden vor allem US-Schuldner vor Herausforderungen. Würden doch künftig hohe Volumina an Krediten fällig, die zur Zeit der Corona-Krise zu einem niedrigen Zins untergebracht worden seien. Unternehmen kämen deshalb unter Druck, da diese Verbindlichkeiten mehrheitlich zu hohen Zinskonditionen abgelöst werden müssten. Reuters zufolge steigt der jährliche Umfang der Fälligkeiten in den USA von umgerechnet 504 Milliarden Euro im Jahr 2027 stufenweise auf etwa 906 Milliarden Euro im Jahr 2030.

Höheres Risiko für Anleger
Ein Engagement der Gläubiger basiert auf dem Vertrauen in die Gesellschaft, die Liquidität zur Bedienung der Zinstermine aufrechterhalten zu können. Hochzinsanleihen erfordern eingehende Recherchen, um das Risiko von Zahlungsausfällen oder eines Totalverlusts einschätzen zu können. Da eine fundierte Abwägung für Kleinanleger zumeist nicht möglich ist, werden am Markt auch Fonds für Hochzinsanleihen offeriert.

Nach jüngsten Auswertungen von e-Fundresearch gehörten heuer beispielsweise der seit 14 Jahren gemanagte „DWS Invest Euro High Yield Corporates“, der „Euro High Yield Short Duration Bond“ der BNP Paribas sowie der „Pimco European High Yield Bond Fund“ zu lukrativen Produkten. Doch spielen bei der Auswahl weitere Parameter eine Rolle. Da bei Engagements in anderen Wirtschaftsräumen Währungseinflüsse durchschlagen, betont etwa die DWS im Zusammenhang mit der hauseigenen Variante deren Hedging-Strategie.

Autor: Roman Steinbauer

Im Artikel vorgestellte Fonds und Unternehmen

Name  ISIN
DWS Invest Euro High Yield Corporates LU0616839766
BNP Paribas Euro High Yield Short Duration Bond LU1022394404
PIMCO GIS European High Yield Bond IE00BK9YL102

 

Name  ISIN
Brighthouse Financial US10922NAG88
Charter Communications US16119P1084
Oracle Corp. US68389X1054
AT&T (Time Warner 2018 übernommen) US00206R1023