Hält die KI-Dominanz weiter an?
Wie Investoren die jüngste Korrektur bei US-Tech-Aktien mit Zertifikaten nutzen.
31.10.2026. Die Schlagzeilen zu Künstlicher Intelligenz (KI) dominieren anhaltend die Finanznachrichten. Dabei wächst die Sorge, ob sich die hohen Investitionen in Ausrüstung und Datenzentren rentieren werden. Manch ein Analyst hat sich die Entwicklungen näher angesehen. Laut Allianz Trade, einem deutschen Kreditversicherer, sind allein die außerbilanziellen Verpflichtungen führender US-Technologiekonzerne für KI-Infrastruktur, Rechenzentren und Energie innerhalb eines Jahres von 573 Milliarden US-Dollar auf mehr als 2,6 Billionen US-Dollar gestiegen (per Ende September).
Auch am Markt für Unternehmensanleihen sind die Konzerne aktive Teilnehmer. Laut einer Studie des Luxemburger Vermögensverwalters Assenagon haben Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft, Oracle und SpaceX in den vergangenen zwei Jahren Anleihen im Volumen von beinahe 400 Milliarden US-Dollar begeben. Bis 2029 könnte die Summe auf gut 5,5 Billionen US-Dollar hinaufschnellen.
Dennoch bleibt der Bereich im Fokus vieler Anleger am Markt für Zertifikate. Darauf verweist Volker Meinel, Zertifikate Experte bei der BNP Paribas, im Gespräch mit dem Börsen-Kurier. Er sagt: „KI steht weiterhin hoch im Kurs besonders bei jenen Investoren, die laufend handeln – somit bei sogenannten ,Tradern‘“.
Gehebelt Chancen nutzen
Wie aber nutzen Anleger Chancen? Auch hierzu stellt Meinel klare Tendenzen fest. Er meint: „Vor allem mit Hebelprodukten – und das sowohl auf der Long- als auch auf der Short-Seite“. Schließlich lässt sich auch mit sinkenden Kursen Geld verdienen, sofern Anleger solch einen Umstand richtig einschätzen. „Die hohen Volatilitäten dieser Aktien machen auch ‚Discount-Zertifikate‘ spannend. Je höher die Schwankung einer Aktie ist, desto attraktiver sind die Konditionen eines Discount-Zertifikates.“
Mit diesem Produkt kauft man sich in den Basiswert günstiger ein, als dieser an der Börse kostet. Dafür profitiert man von möglichen Kursanstiegen des Basiswertes begrenzt, und zwar bis zu einem fixen Cap. Nach unten hin gibt es einen Verlustpuffer in Höhe des Diskonts, zu dem man den Basiswert günstiger erworben hat. Erst wenn der Kurs des Basiswertes derart sinkt, dass selbst der Puffer aus dem Diskont aufgebraucht ist, erleidet man mit dem Zertifikat einen Verlust. Dann ist zugleich der Break-Even-Punkt unterschritten.
Europas Rüstung rutscht an der Börse ab
Doch wie sieht es mit Chancen in Europa aus? Schließlich standen einige Zeit lang etwa deutsche Rüstungskonzerne auch im Fokus. Der BNP-Paribas-Experte meint: „Rüstung musste zuletzt besonders bei den Tradern den KI-Titeln weichen“.
Eine weitere wichtige Rolle für Euroanleger spielt die Währung. Nutzen Anleger dabei verstärkt die Chance einer Absicherung? „Den jüngsten Rückgang des Euro gerade gegenüber dem US-Dollar konnten Trader mit Short-Produkten gut begleiten, wie auch die Bewegungen am japanischen Währungsmarkt sowie die Stärke des Schweizer Franken.“ Meinel beobachtet, dass Anleger Chancen mit Turbo-Zertifikaten, und somit gehebelt, nutzen. Wird allerdings eine vorgegebene Barriere berührt oder unter- bzw. überschritten, verfällt ein Turbo-Zertifikat.
Interessierte Anleger können etwa auf einen weiteren Anstieg des US-Dollars mit einem Turbo-Long-Zertifikat mit einem aktuellen Hebel von 2,3 setzen. Auch gibt es Chancen mit Discount-Zertifikaten auf Alphabet sowie auf Microsoft. Verluste sind bei allen Produkten möglich.
Autorin: Mag. Raja Korinek
| Im Artikel vorgestellten Produkte | |
| Name | ISIN |
| Mini Future Long auf Euro/USD mit aktuellem Hebel von 2,3 | DE000PD93N76 |
| Discount-Zertifikat auf Microsoft | DE000PK1HSV9 |
| Discount-Zertifikat auf Alphabet | DE000PK1H136 |
