Minimum-Volatility-ETFs: So können Anleger Risiken senken
Der Start in das Jahr 2026 war fulminant. Inzwischen sind Anleger aber verunsichert.
27.02.2026, aktualisiert 23. 10.2026
Das Börsenjahr 2026 bleibt für Anleger herausfordernd. Nach zeitweise kräftigen Kursanstiegen an den internationalen Aktienmärkten haben geopolitische Konflikte, hartnäckige Inflation und hohe Bewertungen insbesondere bei US-Technologieaktien die Unsicherheit wieder verstärkt. Hinzu kommen Zweifel, ob sich die enormen Investitionen in Künstliche Intelligenz im erwarteten Ausmaß rentieren werden. Wie rasch die Stimmung an den Börsen umschlagen kann, zeigt der CNN Fear and Greed Index.
Am 23. Oktober lag der Stimmungsindikator bei nur noch 21 Punkten und signalisierte damit extreme Angst unter den Anlegern. Einen Monat zuvor hatte er noch 33 Punkte angezeigt. Anfang Februar waren es zeitweise 54 Punkte gewesen.
Zur Erklärung: Der „Fear and Greed Index“ misst die Anlegerstimmung am US-Aktienmarkt und wurde vom US-Nachrichtensender CNN entwickelt. Dabei werden sieben Indikatoren herangezogen, um einzuschätzen, ob Angst oder Gier das Verhalten dominiert. Dazu zählen unter anderem Marktmomentum, Volatilität und die Nachfrage nach risikoreicheren Unternehmensanleihen. Ein Wert von 0 steht für extreme Angst unter Anlegern, ein Wert von 100 für extreme Gier. Rund 50 Punkte deuten auf eine neutrale Haltung hin.
Deutliche Wende bei der Marktstimmung
Die jüngste Entwicklung verdeutlicht, wie rasch sich das Börsenumfeld ändern kann. Besonders die hohen Bewertungen von US-Technologieaktien und die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz sorgen zunehmend für Skepsis. Meta, Microsoft, Alphabet und Amazon investieren enorme Summen in Rechenzentren, Chips und KI-Anwendungen. Ob daraus rasch entsprechende Gewinne entstehen, bleibt offen.
Zuletzt gerieten Technologieaktien deutlich unter Druck. Am 22. Oktober verlor der Nasdaq 2,6 %, während der S&P 500 um 1,2 % nachgab. Gleichzeitig verteuerte sich Rohöl angesichts des anhaltenden Irankrieges. Der Brent-Preis stieg auf mehr als 113 US-Dollar je Barrel. Höhere Energiepreise könnten die Inflation erneut anheizen und damit auch die Zinspolitik der Notenbanken beeinflussen.
Zusätzlich belasten hohe Staatsschulden, steigende Anleiherenditen und handelspolitische Unsicherheiten die Märkte. Besonders hoch bewertete Wachstumsaktien reagieren empfindlich auf steigende Finanzierungskosten. Anleger müssen deshalb weiterhin mit größeren Kursschwankungen rechnen.
Mit schwankungsärmeren ETFs durch die Turbulenzen
Langfristig orientierte Anleger, die trotz all dieser Entwicklungen nicht auf ein breit gestreutes Aktieninvestment verzichten wollen, können etwa auf ETFs setzen, die gezielt in schwankungsärmere Titel investieren. Solche Minimum-Volatility-Strategien sollen die Kursschwankungen gegenüber klassischen Aktienindizes begrenzen. Verluste lassen sich damit allerdings nicht ausschließen.
OMV unter den größten Positionen
So bildet beispielsweise der Invesco EURO STOXX High Dividend Low Volatility UCITS ETF den EURO iSTOXX High Dividend Low Volatility 50 Index nach. Dieser setzt auf 50 Aktien aus der Eurozone, die hohe Dividendenrenditen mit vergleichsweise geringen Kursschwankungen verbinden.
Zu den größten Positionen zählen weiterhin der österreichische Energiekonzern OMV mit 2,70 %, der französische Immobilienkonzern Gecina mit 2,88 % sowie FDJ United mit 2,93 %. Auch Mercedes-Benz (2,57 %) und der Einzelhändler Carrefour (2,44 %) sind unter den zehn größten Positionen vertreten. Auffällig ist die breite Streuung der Einzelwerte. Die zehn größten Positionen vereinen rund 27 % des Fondsvermögens auf sich. (Stand: 7. Oktober 2026)
Geringe Volatilität mit weltweiten Aktien
Der iShares Edge MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF setzt auf eine Auswahl von Aktien aus dem MSCI World, deren Kombination möglichst geringe Kursschwankungen erwarten lässt. Mitte Oktober umfasste das Portfolio 297 Positionen. Zu den größten Gewichtungen zählen der Ölkonzern ExxonMobil, Microsoft und der Pharmakonzern Johnson & Johnson. Auch Duke Energy, Cisco Systems und Novartis sind vertreten.
Die Gewichtung der einzelnen Unternehmen fällt deutlich geringer aus als bei vielen klassischen, nach Marktkapitalisierung gewichteten Aktienindizes. Dennoch bleibt der US-Anteil hoch. Die hier vorgestellte ETF-Variante ist gegenüber dem Euro währungsgesichert. Bei beiden Produkten sind aber natürlich auch Verluste möglich.
Autor: Raja Korinek
Foto: Foto: AdobeStock / Old Man Stocker / KI generiert
| Im Artikel vorgestellte ETFs und Aktien | |
| Name | ISIN |
| Invesco EURO STOXX High Dividend Low Volatility UCITS ETF | IE00BZ4BMM98 |
| iShares Edge MSCI World Min. Volatility UCITS ETF Hedged Euro | IE00BYXPXL17 |
| Carrefour | FR0000120172 |
| Deutsche Telekom | DE0005557508 |
| Engie | FR0010208488 |
| Exxon | US30231G1022 |
| Mercedes-Benz | DE0007100000 |
| Novartis | CH0012005267 |
| OMV | AT0000743059 |
