Bieraktien trotzen allen Krisen

Nach der Marktaufteilung der vier „Riesen“ werden börsenotierte Mittelstandsunternehmen der Brauereien zur Rarität. Respektable Bewertungen sind die Folge.

Die Zeiten für zyklische Aktien werden rauer. Resistente Genuss-Aktien gewinnen an Attraktivität. Die relative Stabilität der Hefe-Anteilsscheine während der letzten Ausverkaufstage war ersichtlich. Abwertungswettläufen, Wirtschaftssanktionen und externen Schocks folgen mildere Notizausschläge. Der Bierkonsum weist eine Stabilität auf und ist global weiter expandierend.

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China-Crash erfasst Japan

Japans Wirtschaft schrumpfte im 2. Quartal um 1,6 % und im Einklang mit dem chinesischen Aktienmarkt gerieten sogar die bis zuletzt widerstandsfähigen japanischen Aktien unter Druck.

Der Aktien-Crash in China greift mittlerweile auf die gesamte asiatischpazifische Region über. Selbst der einst so widerstandsfähige japanische Aktienmarkt geriet ins Wanken. Vom 14. bis 21. August setzte der Shanghai Composite-Index seine Talfahrt weiter fort und brach um 11,5 % ein. Das riss auch den Nikkei im gleichen Zeitraum um 5,3 % nach unten. Es kann bereits von Contagion- Effekten gesprochen werden und China ist hier der „Krisenherd“ mit Handelsverflechtungen zu anderen Ländern der asiatisch-pazifischen Region, u.a. auch Japan.

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Fünf Hidden Champions der Wiener Börse

Eine Reihe weltmarktführender Unternehmen notiert in Wien und ist auch unter fundamentalen Aspekten durchaus interes- sant. Wir haben fünf für Sie gefunden.

Wer in marktführende Unternehmen mit günstiger fundamentaler Bewertung und möglichst hohen Gewinnwachstumsraten investiert, steht langfristig auf der Gewinnerseite. Das gilt sowohl für US-Werte als auch österreichische Aktien. Letztere bieten neben einer mittlerweile guten Publizität und Transparenz der Unternehmen noch den Vorteil niedrigerer Wertpapierspesen von Inlandstransaktionen an der Wiener Börse. Unter anderem folgende Aktien kommen dabei für ein Investment in Frage: Palfinger, Pankl Racing Systems, RHI AG, Rosenbauer und Semperit.

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Wo heuer noch Geld zu verdienen ist

Wie präsentieren sich die globalen Aktienmärkte nach dem ersten Halbjahr 2015? Diese Frage stellten sich die Investment-Experten von GAM. Hier finden Sie ihre Antworten.

Deutschland (Oliver Maslowski)
„Zwei Trends dürften sich fortsetzen: Die Baisse am Rohstoffmarkt und das niedrige Zinsumfeld. Um davon zu profitieren, richten wir unser Portfolio einerseits auf eine Übergewichtung von Konsumaktien aus, die von niedrigeren Materialkosten und höheren Konsumausgaben profitieren. Andererseits begünstigen niedrige Zinsen Wachstumsaktien gegenüber Substanzwerten. Dies schlägt sich in der Übergewichtung des IT-Sektors nieder.“

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Mit Zertifikaten in heimische Aktien investieren

Es muss nicht immer ein Direktinvestment in Aktien sein. Mit Zertifikaten können Anleger viele Szenarien spielen und nicht nur in Zeiten steigender Kurse Gewinne erzielen.

„Generell gilt: Wer sich für Zertifikate interessiert, muss sich auch mit den Basiswerten auseinandersetzen“, sagt Markus Kaller, Leiter Retail Sales & Sparkassen bei der Erste Group zum Börsen-Kurier. Wie er erklärt, wären bei seinen Kunden Produkte auf Immo-Werte sehr beliebt. Wer also in das Erste Group Bonus-Zertifikat Immofinanz 30.9.2016 (AT0000A1FSG6) investiert, sollte auch das Unternehmen mögen, die Berichterstattung verfolgen und Research lesen.

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Kanadas Indian Summer wird eisig

Der kanadische TSX Composite-Index ist mit Aktientitel der Rohstoff-Exporteure durchzogen. Die Beeinträchtigung der Bilanz-Ergebnisse ist im Gange.

Der dominierende, breite TSX Composite Index beinhaltet 247 Titel. Knapp mehr als 100 Unternehmen davon sind in die Förderung der Exploration oder zumindest im Export der Rohstoffe, bzw. der Equipment- Ausstattung sowie in der Energiewirtschaft involviert. Im Gegensatz zur New Yorker Börse hat der Sammelindex in Toronto seit dem Gipfel der Kurse bei 15.660 Punkten an Terrain eingebüßt. 8 % tiefer stehen die Notierungen des bedeutendsten Handelsplatzes des 35 Mio Einwohner zählenden Landes. Der schwächelnde CAD birgt für ausländische Aktien- oder Anleihen-Investoren die zusätzliche Gefahr eines Verlustjahres.

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Worauf man beim Vererben künftig achten sollte

Sowohl im Inland als auch innerhalb der EU wird das Vererben neu geregelt. Wir haben die wichtigsten Änderungen für Sie zusammengefasst.

In puncto Vererben stehen einige Veränderungen sowohl in Österreich als auch innerhalb der EU an. Noch ist bis zum 17. August 2015 – also vor Anwendung der neuen europäischen Erbrechtsverordnung – die Staatsbürgerschaft des Erblassers maßgeblich, hält Martin Schauer, Professor für Zivilrecht an der Universität Wien, bei einer Veranstaltung der Kathrein Privatbank zum Thema (Ver)Erben fest. Ab dem Stichtag ist bei Erbfällen mit internationalem Bezug bzw. Vermögen in mehreren Staaten das Recht jenes EU-Staates maßgeblich, in dem der Erblasser zum Zeitpunkt seines Ablebens seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte.

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Finanz-Bildung entscheidet über Erfolg

Mit dem richtigen Finanzverhalten können Anleger steile Klippen umschiffen. Doch nicht überall ist das Wissen für smarte Entscheidungen vorhanden.

Es gilt, angesparte Geldvermögen zu verwalten, eventuell Kredite zu bedienen oder aber für das Alter privat vorzusorgen: Die privaten Haushalte stehen vor vielen Fragen, wenn es um das Management der eignen Finanzen geht. Dabei basieren die meisten Entscheidungen eher auf einem Bauchgefühl anstatt auf fundiertem Wissen um Rendite und Nachhaltigkeit. „Gute Finanzentscheidungen mehren im Idealfall das Vermögen, vermeiden Überschuldung, finanzieren den Ruhestand und sichern gegen große Lebensrisiken ab“, so eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

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So reduziert man Kursschwankungen im Portfolio

Mit dem Minimum-Varianz-Ansatz kann die Schwankungsbreite eines Portfolios erheblich reduziert werden. Auf eine attraktive Renditeentwicklung muss aber nicht verzichtet werden.

Experten werden derzeit bekanntlich nicht müde zu betonen, dass angesichts des niedrigen Zinsniveaus – und den damit verbundenen überschaubaren Renditeaussichten bei vermeintlich sicheren Anlagen wie Anleihen – kein Weg an Aktien vorbeiführt. Nicht von der Hand zu weisen ist allerdings, dass seit der Finanzkrise die Bereitschaft, Risiken einzugehen, unter Anlegern deutlich zurückgegangen ist.

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Politik muss Hausaufgaben erledigen

„Vertrauensverlust hemmt, Kostenlast bremst, europäische Nachfrage drängt!“ Mit diesen Worten unterstreicht IV-Generalsekretär Christoph Neumayer die Notwendigkeit einer Strukturreform.

„Ungeachtet der wirtschaftlichen Kalamitäten in Griechenland hat sich die konjunkturelle Erholung in Europa verstärkt. Die Kraft des europäischen Aufschwungs beginnt auch die österreichische Industrie zu erfassen, allerdings in einem stark gedämpften Ausmaß“, so Christoph Neumayer in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit IV-Chefökonom Christian Helmenstein.

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Britische Wirtschaft: 50/50-Chance für Rezession

Experten prognostizieren “gravierenden wirtschaftlichen Abschwung”

Für Großbritannien besteht eine 50-prozentige Chance, dass es innerhalb der kommenden 18 Monate nach dem Brexit-Votum in eine Rezession schlittert. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt ein aktueller Bericht des National Insitute of Economic and Social Research (NIESR) http://niesr.ac.uk in London, der für einiges Aufsehen sorgt. Das unabhängige Forschungsinstitut prognostiziert der britischen Wirtschaft darin nicht unbedingt eine rosige Zukunft und stellt klar, dass vor allem in diesem und im nächsten Jahr mit einem “gravierenden wirtschaftlichen Abschwung” zu rechnen sein wird. Auch die Inflation soll noch 2016 auf drei Prozent ansteigen.

Kurzfristige Auswirkungen“
„Wir sehen hier die kurzfristigen ökonomischen Auswirkungen der Entscheidung, die Europäische Union zu verlassen“, zitiert „BBC News“ Simon Kirby, Head of Macroeconomic Modelling and Forecasting am NIESR. Den Berechnungen des Instituts zufolge habe der Ausgang des Referendums zu einer finanziellen und politischen Unsicherheit geführt, die sich direkt negativ auf die Ausgaben und Investitionen sowohl von Unternehmen als auch von privaten Haushalten auswirken würden. „Wir erwarten deshalb einen deutlichen wirtschaftlichen Abschwung in der zweiten Jahreshälfte und im gesamten Jahr 2017“, so Kirby.

„Die Chancen, dass wir innerhalb der kommenden 18 Monate in eine Rezession schlittern, liegen bei 50 zu 50. Außerdem sehen wir in nächster Zeit ein erhöhtes Risiko für eine weitere Verschlechterung der Lage“, ergänzt der Experte. Der Anstieg der Inflationsrate auf drei Prozent sei hauptsächlich dem kürzlichen Einbruch des Pfunds zu verdanken. Davon solle sich die Bank of England aber nicht abschrecken lassen. „Man sollte die temporär angekurbelte Inflation im Moment nicht überbewerten und die die Geld- und Währungspolitik in den kommenden Monaten eher lockern“, meint Kirby.

Ängste bei Kleinen und Mittelständigen
Beinahe zur gleichen Zeit wie das NIESR, hat auch CBI Business Lobby http://news.cbi.org.uk, die einflussreichste Unternehmens-Lobby in Großbritannien, einen Bericht veröffentlicht, der feststellt, dass auch die kleineren und mittelständischen Betriebe im Land nach dem Brexit zunehmend um ihre wirtschaftliche Existenz fürchten. Sie gehen davon aus, dass in den nächsten drei Monaten vor allem ein spürbarer Rückgang bei der Auftragslage zu verzeichnen sein wird. „Der wirtschaftliche Optimismus fällt zurzeit mit der größten Rate seit Januar 2009, als die britische Wirtschaft in eine Rezession rutschte“, heißt es in dem Papier. (03.08.2016)


„Brexit“ als Chance für EU

Allianz-Chefvolkswirt Heise: „Brexit“ kann auch als Weckruf und Chance für die EU begriffen werden.

  • Europa: Leichter Konjunkturdämpfer, 2017 aber besser als 2016
  • Österreich: Wachstumseinbußen von 0,2 Prozentpunkten
  • Ausblick: Begeisterung für „Projekt“ Europa notwendig

Während viele Experten rund drei Wochen nach dem EU-Referendum und ersten Schockreaktionen ein düsteres Bild über mögliche Folgewirkungen zeichnen, kann der „Brexit“ auch als Weckruf und Chance für die EU begriffen werden. „Der EU-Austritt der Briten ist eine große Herausforderung für Großbritannien und die gesamte EU, mit erheblichen wirtschaftlichen Risiken. Langfristig kann der ‚Brexit‘ aber dazu beitragen, dass die EU wieder enger aneinanderrückt“, erklärte Prof. Dr. Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE, am Dienstag bei einem Pressegespräch in Wien. Abgesehen von den direkten Auswirkungen des ‚Brexit‘-Votums auf Großbritannien, gebe es in der EU keinen Anlass für übertriebene Konjunkturskepsis. Um allerdings künftige Herausforderungen zu meistern, müsse die Europäische Union vor allem flexibler und widerstandsfähiger werden. Heise: „Die EU braucht eine neue Erfolgsgeschichte. Sie sollte sich darauf konzentrieren, die Bürger wieder für das ‚Projekt‘ Europa zu begeistern.“

„Brexit“-Votum wirft vorübergehenden Schatten auf Großbritanniens Wirtschaft

Im Hinblick auf den Zeitplan und die Konditionen des EU-Austritts Großbritanniens geht Heise von konstruktiven und pragmatischen Verhandlungen aus. Im Ergebnis werde Großbritannien weiterhin – allerdings beschränkten – Zugang zum Europäischen Binnenmarkt haben. „Das Austrittsvotum wird das jährliche BIP-Wachstum Großbritanniens in den nächsten Jahren um ein bis zwei Prozentpunkte senken“, prognostiziert Heise. Grund dafür seien die weiterhin bestehende Unsicherheit durch das Votum, das belastete Konsumklima und die beeinträchtigte Attraktivität Großbritanniens für Investitionen aus dem In- und Ausland. Die Wachstumsprognosen wurden halbiert: von 1,9 Prozent auf 1,0 Prozent im Jahr 2016 und von 2,1 Prozent auf 1,0 Prozent im Jahr 2017. „Eine Rezession kann nicht ausgeschlossen werden. Langfristig wird sich das Wirtschaftswachstum aber wieder erholen. Denn weder die EU noch Großbritannien haben ein Interesse daran, Handelsbeziehungen unnötig zu belasten“, so der Allianz Experte.

Konjunkturausblick in Europa: leichter Dämpfer, aber positive Signale

Nach der Prognose der Allianz ist im Euroraum zunächst mit einer spürbaren Eintrübung der wirtschaftlichen Erwartungen zu rechnen. Eine Belastung werde der Export nach Großbritannien sein, der durch die zu erwartende Schwäche der britischen Wirtschaft sowie die Aufwertung des Euro gegenüber dem Pfund leiden wird. „Für das dritte und vierte Quartal 2016 rechnen wir zwar mit einer Dämpfung des Wachstums im Euroraum. Im Verlauf des nächsten Jahres könnte es allerdings wieder zu einer leichten Konjunkturbeschleunigung kommen“, erklärte Heise. Konkret erwartet der Allianz Experte ein Wachstum in der Europäischen Union von 1,6 Prozent (statt 1,9 Prozent) im Jahr 2016 und 1,6 Prozent (statt 2,0 Prozent) im Jahr 2017. Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch für die Eurozone ab, deren Wachstumsprognosen für 2016 von 1,7 Prozent auf 1,5 Prozent gesenkt werden. 2017 wird mit einem Wachstum von 1,6 Prozent gerechnet.

Österreich: Spürbare kurzfristige Eintrübung, leichte Erholung in Sicht

Mit spürbaren, wenn auch geringen Auswirkungen des „Brexit“-Votums werde auch Österreich konfrontiert sein. Die BIP-Prognose für Österreich wurde von 1,7 Prozent auf 1,5 Prozent gesenkt: „Der ‚Brexit‘ könnte Österreichs Wirtschaft heuer somit rund 0,2 Prozentpunkte an Wachstum kosten“, prognostizierte Heise. Gründe dafür seien die wirtschaftliche Unsicherheit, die die Investitionsneigung dämpft, und geringere Exporte nach Großbritannien, das als achtwichtigster Handelspartner für die Alpenrepublik gilt. Durch den EU-Austritt der Briten müsse Österreich außerdem mittelfristig mit einem höheren EU-Mitgliedsbeitrag rechnen: „Mit dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU geht ein wesentlicher Beitragszahler verloren. Auf Österreich wird ein zusätzlicher jährlicher Mitgliedsbeitrag in dreistelliger Millionenhöhe zukommen“, so Heise. Für die kommenden Jahre sei aber Erholung in Sicht – Österreich liege hier im EU-Trend.

Finanzmärkte: Ende der EZB-Nullzinspolitik frühestens 2018

Neben wirtschaftlichen Auswirkungen auf Großbritannien beziehungsweise ganz Europa hat das „Brexit“-Votum auch für Unruhe an den Finanzmärkten gesorgt: „Bis die Austrittsverhandlungen auf einem stabilen Weg sind, werden die Märkte weiterhin von hoher Volatilität geprägt sein“, so Heise. Langfristige Folgen an den Währungsmärkten werden sich aber in Grenzen halten: Während das britische Pfund vorerst auf dem niedrigen Niveau bleiben dürfte, erwartet Heise keine nachhaltige Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar. Einem zu starken US-Dollar dürfte die Fed durch die weiter in die Zukunft verschobenen Zinserhöhungen entgegenwirken. Die Europäische Zentralbank könnte aufgrund des Drucks durch den Ausgang des EU-Referendums der Briten ihre expansive Geldpolitik weiter lockern beziehungsweise das Quantitative Easing ausweiten oder verlängern. „Solange es aber nicht zu gravierenden Finanzmarktturbulenzen kommt, wird die EZB eine ruhige Hand bewahren“, so Heise. Von der Nullzinspolitik werde man frühestens 2018 abgehen. Bevor die Zinsen wieder angehoben werden, werde die EZB das  Anleihekaufprogramm auslaufen lassen.

Chance für EU auf mehr Flexibilität

In seinem langfristigen Ausblick für Europa zeigt sich Heise eher optimistisch. Mehrere Jahrzehnte an wirtschaftlicher Integration und politischer Zusammenarbeit hätten zu einer tiefgreifenden Verzahnung der EU-Volkswirtschaften geführt. Es gebe zwar einige Mitgliedstaaten, die zu einer gewissen „Europa-Müdigkeit“ neigten und in denen ein mögliches Referendum nicht ausgeschlossen werden könne, doch die gemeinsamen Errungenschaften würden nicht so einfach aufgegeben werden. Da die EU in manchen Bereichen allerdings von ihrer traditionellen Vision einer stärker zusammenwachsenden Union entfernt sei, sieht Heise das „Brexit“-Votum als Chance, die EU flexibler und widerstandsfähiger zu machen.„Dieses Europa der verschiedenen Ebenen und Geschwindigkeiten wird die Komplexität erhöhen. Es gibt der EU aber auch die Möglichkeit, ihre Akzeptanz und die Begeisterung für das Projekt ‚Europa‘ zu steigern“, so Heise abschließend.  (19.07.2016)


Briten treten aus der EU aus – was nun?

Für den EU-Austritt eines Landes gibt es kein erprobtes Verfahren. Daher ist ungewiss, was als Nächstes geschieht. Folgendes erscheint jedoch plausibel.

  • Artikel 50 der EU-Verfassung, der den Austritt eines Landes aus der EU regelt, wird wirksam.
  • Damit wird ein zweijähriges Verfahren angestoßen, das die Bedingungen für den Austritt Großbritanniens aus der EU festlegt und unter anderem den Rahmen für den künftigen Zutritt zum EU-Binnenmarkt definiert.

Folgen für die britische Wirtschaft
Wir gehen wie die Bank of England davon aus, dass das Brexit-Votum das Wirtschaftswachstum Großbritanniens vermutlich aus folgenden Gründen kurzzeitig belasten wird:

  • Verstärkte Unsicherheiten und nachlassendes Vertrauen dämpfen den privaten Konsum und die Anlageinvestitionen.
  • Steigende Risikoprämien an den britischen Anleihemärkten und möglicherweise höhere Kreditaufnahmekosten.
  • Vermehrte Unsicherheiten, Risikoscheu und möglicherweise höhere Finanzierungskosten im britischen Finanzsektor.
  • Ein schwächeres Pfund dürfte den Export stützen. Zugleich könnte die Bank of England die Zinsen senken und dadurch die negativen Folgen insgesamt etwas abfedern.

Folgen für den britischen Finanzmarkt – Kurzzeitig sollten Anleger mit Folgendem rechnen

  • Erschüttertem Anlegervertrauen und erhöhten Kursschwankungen am britischen Markt.
  • Weiterer Abschwächung des Pfund Sterling zusätzlich zu dem Wertverlust gegenüber dem Euro von bis dato 5%.
  • Abwärtsdruck auf britische Aktien, zumal auf Titel aus dem Finanzsektor und aus Branchen, die besonders stark auf EU-Migranten angewiesen sind (z.B. Bau, Gastronomie), sowie nachlassendem Druck auf britische Unternehmen, die einen Großteil ihres Gewinns in Fremdwährung erwirtschaften.
  • Eventuell moderatem Aufwärtsdruck auf Renditen britischer Staatsanleihen (Gilts) angesichts verstärkter Unsicherheiten, höherer Risikoprämien und der Aussicht auf einen Inflationsanstieg wegen des schwächeren Pfunds (anfänglich könnten die Renditen wegen der Flucht in sichere Häfen fallen).
  • Aufwärtsdruck auf Renditen britischer Unternehmensanleihen aufgrund der Unsicherheit und der kurzzeitig getrübten Aussichten – wie bei Aktien sind die Risiken für den Finanzsektor am größten.
  • Möglicherweise leichtem Rückgang der Immobilienpreise in Großbritannien angesichts des Vertrauensverlusts bei Käufern und eines möglichen Anstiegs der Arbeitslosigkeit.

Folgen für Europa
Moderate direkte Auswirkungen auf die Wirtschaft:

  • Europäische Unternehmen mit umfangreichen Aktivitäten und Vermögenswerten in Großbritannien werden ihre Investitionen möglicherweise drosseln, bis Klarheit über die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU herrscht.
  • Daneben kann die Ungewissheit auch den Handel der EU mit Großbritannien belasten.
  • Sollten die Auswirkungen für die Wirtschaft als erheblich eingestuft werden, dürfte die EZB ihre Anleihekäufe ausweiten, um so die Gefahr unerwartet negativer Folgen für die Wirtschaft zu verringern.

Mögliche Auswirkungen auf die europäischen Finanzmärkte:

  • Kurzfristig könnte der Druck auf Aktien zunehmen, vor allem auf solche von Unternehmen mit großen Einnahmen, Handelsbeziehungen und Anlagen in Großbritannien, vor allem wenn der Euro steigt.
  • An den Anleihemärkten könnten die Renditen der als sicher geltenden Anlagen sinken und die Renditen bzw. Spreads von Unternehmensanleihen steigen; wie bei Aktien wäre der Finanzsektor am stärksten betroffen.
  • Auf längere Sicht könnte das Brexit-Votum den Euroskeptikern Auftrieb geben und Bedenken über die EU im Allgemeinen schüren. Das würde den Druck gerade auf Vermögenswerte in den Peripherieländern erhöhen.

Paras Anand, Leiter des europäischen Aktienteams:
„Die Entscheidung der Wähler in Großbritannien, die EU zu verlassen, hat sowohl die Devisenmärkte als auch die Aktienmärkte überrascht. Das Ausmaß dieser Bewegungen muss man im Kontext einer starken Performance des Pfund Sterling und der UK-Märkte in den vergangenen Wochen betrachten. Dieses Ergebnis führt zu politischer Unsicherheit, die kurzfristig erhöhte Volatilität an den Märkten mit sich bringen dürfte. Anleger sollten jedoch wissen, dass sich solche Ereignisse in der Regel nur marginal auf die langfristigen Aussichten von Unternehmen auswirken. Die Folgen des Referendums auf die britische Binnenwirtschaft und Europa im Allgemeinen sind noch schwer abzuschätzen und werden wahrscheinlich erst im Laufe der Zeit offensichtlich. Sicherlich erhöht der Rückgang des Pfund Sterling die Wettbewerbsfähigkeit der Sektoren mit hohem Exportanteil und sollte langfristig den Appetit für Investitionen aus dem Ausland erhöhen. Wenn wir den Unternehmenssektor näher betrachten, stellen wir fest, dass Unternehmen über erhebliche Barreserven verfügen, sodass der Spielraum für die weitere Unternehmstätigkeit bestehen bleibt. Das sollte das Ausmaß der Kursrückgänge beschränken, die wir in den kommenden Wochen und Monaten sehen werden.

Wir handeln heute nicht anders als in der vergangenen Woche: Wir nutzen die Chance, die von diesen makroökonomischen Ereignissen ausgehen und konzentrieren uns auf Unternehmen, in die wir langfristig investieren möchten. Der paneuropäische Unternehmenssektor ist in der Tat sehr international aufgestellt – ganz im Gegensatz zum US-amerikanischen oder asiatischen Unternehmenssektor. Selbst in einem Szenario, in dem das Abstimmungsergebnis negativere Auswirkungen auf die Nachfrage in Großbritannien und stärkere Auswirkungen auf Europa halt als wir derzeit glauben, wird dies die Aussichten für europäische Unternehmen nicht so stark beeinflussen wie manche glauben.“

David Simner, Fondsmanager europäischer Rentenfonds
„Das Nein der Briten zu einer weiteren EU-Mitgliedschaft wird kurzzeitig für Turbulenzen sorgen, da die Märkte mit größerer Unsicherheit zurechtkommen müssen. In jedem Fall werden sich aus den erhöhten Marktschwankungen aber Anlagechancen über taktische Positionen bei Firmen ergeben, die über eine solide Kapitalausstattung und ein gutes Management verfügen und so die mit einem Brexit-Votum verbundenen Unsicherheiten gut überstehen können.“

Eugene Philalithis, Fondsmanager Fidelity Global Multi Asset Income Fund
„Die größten Auswirkungen des Brexit-Votums erwarten wir für britische Vermögenswerte. Pfund Sterling und britische Aktien werden unter Verkaufsdruck geraten. Bei britischen Staatsanleihen wird es vermutlich (zumindest anfänglich) zu einer Rally kommen, da Anleger Zuflucht in sicheren Häfen suchen werden. Global diversifizierte Portfolios, die in verschiedene Anlageklassen, Regionen und Branchen investieren, sollten gut aufgestellt sein, um von möglichen Marktschwankungen zu profitieren.“ (24.06.2016)

 


Stabiles und gemäßigtes Wachstum der Weltwirtschaft hält an

Nach der für das erste Quartal üblichen Wirtschafts-verlangsamung in den USA scheint sich die Konjunktur seit April wieder aufzuhellen.

Trotz zahlreicher politischer Krisen hält das stabile und gemäßigte Wachstum der Weltwirtschaft an. Nach der für das erste Quartal üblichen Wirtschaftsverlangsamung in den USA scheint sich die Konjunktur seit April wieder aufzuhellen, und auch in Europa bleibt das Wachstum stabil. Darauf verweisen Guy Wagner, Chefanlagestratege der Banque de Luxembourg und sein Team.

Ungeachtet zahlreicher politischer Krisen hält das stabile und gemäßigte Wachstum der Weltwirtschaft an. In China hat sich das Wirtschaftswachstum infolge der staatlichen Konjunkturmaßnahmen gefestigt. Und die Regierung Abe in Japan hat unlängst angekündigt, die geplante Mehrwertsteuererhöhung aufgrund der schwachen Wirtschaftstätigkeit von 2017 auf 2019 zu verschieben. „Nach der für das erste Quartal üblichen Wirtschaftsverlangsamung in den USA scheint sich die Konjunktur seit April wieder aufzuhellen, und auch in Europa bleibt das Wirtschaftswachstum trotz zahlreicher politischer Krisen stabil“, betont Guy Wagner, Chefanlagestratege der Banque de Luxembourg und Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft BLI – Banque de Luxembourg Investments. „Gleichzeitig setzt die Europäische Zentralbank das quantitative Lockerungsprogramm wie geplant um.“

Rentenmärkte in Europa trotz niedriger Renditen interessant, weil EZB Negativzinsen noch stärker senken könnte

An den Rentenmärkten Europas gaben die Langfristzinsen im Mai leicht nach. In Deutschland, Italien und Spanien sanken die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen. „In Europa sind die Rentenmärkte trotz niedriger Renditen hauptsächlich deshalb interessant, weil die Negativzinsen, die die EZB einsetzt, im Jahresverlauf möglichweise noch stärker gesenkt werden könnten“, sagt der luxemburgische Ökonom. In den USA blieb der Zehnjahreszins quasi unverändert. „Auf US-amerikanischer Seite erhalten langlaufende Anleihen dank ihrer höheren Renditen ein Restgewinnpotenzial, ohne dass mit negativen Endfälligkeitsrenditen gerechnet werden müsste.“

Investments in Aktien bleiben alternativlos

Abgesehen von den Schwellenländern legten die wichtigsten Aktienindizes im Mai leicht zu. Im Berichtsmonat stiegen der US-amerikanische S&P 500, der europäische Stoxx 600 und der japanische Topix, während der MSCI Emerging Markets (in USD) einbüßte. Guy Wagner: „Da sich das Gewinnwachstum der Unternehmen verlangsamt, dürfte die Hausse an den Aktienmärkten nur anhalten, wenn insbesondere das Bewertungsniveau weiter ansteigt. Weil alternative Anlagemöglichkeiten zu Aktien fehlen, lässt sich ein solcher Anstieg – trotz immer schwächerer Fundamentalfaktoren – nicht ausschließen.“

Mögliche zinspolitische Straffung in den USA drückt auf Euro

Im Mai schwächte der Euro von 1,15 auf 1,11 US-Dollar ab. „Die Kommentare der Federal Reserve, die auf eine baldige zinspolitische Straffung in den USA schließen ließen, drückten auf die europäische Gemeinschaftswährung. Sie nähert sich erneut der Mitte ihres Kurskorridors von 1,05 bis 1,15 US-Dollar.“ (08.06.2016)

 


Wahlen in den USA

Welche Folgen hat das Rennen um das Weiße Haus für Anleger?

  • Volatilität am US-Aktienmarkt dürfte vor den Wahlen zunehmen
  • Stärkere Kursschwankungen bei Gesundheitsaktien möglich
  • Anhaltender Regulierungsdruck auf Banken erwartet

 

Wie beeinflussen die Präsidentschaftswahlen in Amerika die Kurse am US-Aktienmarkt? Je näher der Wahltermin rückt, desto stärker gewinnt diese Frage für Anleger an Bedeutung.

In der Vergangenheit musste der Aktienmarkt im letzten Jahr der zweiten Amtszeit eines Präsidenten regelmäßig Federn lassen. Zudem dürften die Rhetorik und die durch den Wahlkampf geschürte Verunsicherung kurzzeitig Schwankungen an den Märkten auslösen. Aber natürlich sind das keine in Stein gemeißelten Regeln, denn Geschichte wiederholt sich – anders als behauptet – doch nicht immer. Dafür spricht, dass dieser Wahlkampf in vielerlei Hinsicht anders ist: Zunächst einmal kämpft kein Amtsinhaber um den Wiedereinzug in das Weiße Haus, und auch der amtierende Vizepräsident kandidiert nicht um das höchste Amt im Staate. Der Gewinner wird also in jedem Fall neu im Oval Office sein.

Auswirkungen der Wahlen auf unterschiedliche Industriezweige
Aktuell lässt sich nur schwer sagen, welche Branchen und Unternehmen von der Politik des jeweiligen Kandidaten profitieren werden. Vermutlich werden wir klarer sehen, wenn der Wahlkampf in seine entscheidende Phase eintritt. Themen wie Medikamentenpreise, Militärausgaben und die Regulierung der Finanzmärkte dürften dann die Schlagzeilen beherrschen. Ganz allgemein wird zudem darüber spekuliert, welchen Einfluss die Politik der Kandidaten auf das Tempo der Zinsstraffungen durch die US-Notenbank Fed haben könnte.

Medikamentenpreise
Im vergangenen Herbst gerieten die Kurse von Pharma- und Biotech-Aktien unter Druck, nachdem Hillary Clinton die Preistreiberei bei Arzneimitteln angeprangert hatte. Der davon ausgehende Gegenwind könnte anhalten, auf der anderen Seite aber auch für interessante Einstiegsniveaus bei bestimmten Aktien sorgen. Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass im Senat die Republikaner das Sagen haben. Und die stehen schärferen Gesetzen zur Senkung der Medikamentenpreise eher ablehnend gegenüber. Wie wenig sie von Gesundheitsreformen halten, machten sie mit ihrem Widerstand gegen „Obamacare“ deutlich, der letztlich zur Verabschiedung einer „Light“-Version des ursprünglichen Reformvorschlags führte.

Was ihren möglichen Kandidaten Donald Trump anbelangt, so sind dessen Aussagen zur Gesundheitspolitik – wie zu vielen anderen Politikbereichen – recht widersprüchlich. Auf seiner Wahlkampftour hat er sich wiederholt für Preisverhandlungen mit den Pharmaunternehmen ausgesprochen. In seinem „7-Punkte-Plan“ ist davon allerdings keine Rede mehr. Trump ist Republikaner durch und durch, weshalb eine umfassende Reform des Gesundheitswesens wenig wahrscheinlich ist. Am ehesten wird die schlechte Publicity während des Wahlkampfs die Pharmabranche wohl dazu veranlassen, sich künftig bei den Medikamentenpreisen „freiwillig“ in größerer Zurückhaltung zu üben.

Militärausgaben
Für reichlich Diskussion im Wahlkampf dürfte auch der Verteidigungshaushalt sorgen. Aber wegen der anhaltenden Bedenken um die Sicherheit rund um den Globus sind umfangreiche Kürzungen nicht zu erwarten. So hat die US-Regierung bereits Pläne vorgelegt, denen zufolge der Verteidigungsetat für Europa 2017 als Reaktion auf die „Aggression Russlands“ vervierfacht werden soll. Statt auf weitere Kürzungen des Militärhaushalts zu drängen, scheinen sich die beiden aussichtsreichsten Kandidaten auf die Forderung nach mehr Transparenz und Effizienz in der US-Armee eingeschossen zu haben.

Regulierung der Finanzmärkte
Mehr als sieben Jahren liegt der Höhepunkt der Finanzkrise nun schon zurück. Trotzdem ist es vielen Banken noch nicht gelungen, ihr Image in der US-Öffentlichkeit wieder zu verbessern. Das macht sie zu einem beliebten Angriffsziel im Wahlkampf. Die meisten Kandidaten sprechen sich für eine strengere Regulierung aus. Der Demokrat Bernie Sanders fordert gar eine Neuauflage des „Glass Steagall Acts“. Dieses Gesetz schreibt eine Trennung von Einlagen- und Kreditgeschäft der Banken vor. Allerdings sind derart weitreichende Reformen angesichts der unter Obama bereits verschärften Regulierung wohl kaum durchsetzbar. Zumal Amerikas Geldhäuser inzwischen deutlich solidere Bilanzen vorweisen können.

Für die Aktienmärkte unangenehmer könnte der aus dem Wahlkampftross immer lauter tönende Ruf nach einer Anhebung des Mindestlohns werden. In der größten Volkswirtschaft der Welt wurde der Mindestlohn landesweit seit 2009 nicht mehr erhöht. Eine Anhebung könnte das Lohnwachstum anfachen und die Fed zu beschleunigten Zinserhöhungen zwingen. Auf der anderen Seite haben Zinsstraffungen in der Vergangenheit stets die Gewinne von Banken und Versicherungen beflügelt.

Angel Agudo, Fondsmanager des Fidelity America Fund, kommentiert: „Angefacht von der politischen Ungewissheit vor den US-Präsidentschaftswahlen könnten die Marktschwankungen zunehmen. Aber ganz gleich, wer die Wahl gewinnt: Mit einem grundlegenden Politikwechsel rechne ich nicht. Mit Blick auf einzelne Branchen sind stärkere Kursschwankungen bei Gesundheitsaktien möglich, sollten die Medikamentenpreise ein zentrales Thema im Wahlkampf bleiben. Für die derzeit im Portfolio befindlichen Gesundheitsaktien bin ich aber nach wie vor optimistisch. Zudem dürften Unternehmen, die neue Medikamente oder medizinische Produkte auf den Markt bringen, ihre Preissetzungsmacht auch künftig behaupten. Auch der Verteidigungssektor steht bei Wahlen stets im Rampenlicht. Aus meiner Sicht wird der Militärhaushalt in diesem Wahlkampf jedoch kein Top-Thema sein. Alles in allem können sich durch kurzzeitige Schwankungen rund um die US-Präsidentschaftswahlen attraktive Kaufgelegenheiten ergeben. Ich werde an meinem Anlageprozess festhalten und mich wie gehabt auf die langfristigen Fundamentaldaten der Unternehmen konzentrieren.“

Aditya Khowala, Fondsmanager des Fidelity American Growth Fund, kommentiert: „Unabhängig davon, wer die Wahl gewinnt, ist meines Erachtens nicht mit einem dramatischen Kurswechsel zu rechnen. Auch künftig wird das Hauptaugenmerk der Wirtschaft gelten, aus der uneinheitliche Signale kommen. Eine Verknappung der Liquidität und sinkende Inflationserwartungen schränken auch künftig den Spielraum der amerikanischen Notenbank für Zinserhöhungen ein. Zudem deutet einiges auf anhaltenden Regulierungsdruck auf die Banken hin. Möglicherweise können gewisse haushaltspolitische Spielräume genutzt werden, um das Wachstum über Infrastrukturprojekte und Verteidigungsausgaben anzukurbeln. Daraus könnte sich die eine oder andere interessante Anlagemöglichkeit ergeben. In den konjunkturempfindlichen Marktbereichen gibt es zweifellos Wertpotenzial. Aber nach wie vor kommt es auf die richtige Titelauswahl an. Ich habe mein Portfolio nach dem Bottom-up-Prinzip Aktie für Aktie aufgebaut. Und die im Fonds enthaltenen Unternehmen dürften von den Wachstumstrends der nächsten Jahre profitieren.“ (10.05.2016)

 


China: Kommt jetzt der Wendepunkt?

Kapitalabflüsse und Renminbi stabilisieren sich. Die Geldpolitik stützt positive Entwicklungen in China. Und die Regierung muss Vertrauen der Anleger wiederherstellen

Die ersten Monate des Jahres waren für den chinesischen Aktienmarkt äußerst volatil. Doch Michael Lai, Fondsmanager des GAM Star China Equity, ist optimistisch, dass Anleger das Schlimmste hinter sich haben: „Wir erwarten eine solide wirtschaftliche Entwicklung für die zweite Jahreshälfte. Der Höhepunkt der Konjunkturabschwächung scheint hinter uns zu liegen.“ Zuletzt hatte China es den Investoren jedoch nicht leicht gemacht: Kaum Wachstum, ein schwächelnder Renminbi, das schlecht kommunizierte Eingreifen der Regierung in Aktien und Devisenmärkte und hohe Kapitalabflüsse. Deshalb schwankte die Stimmung der Anleger von einem Extrem ins andere. „Besonders im Spätherbst waren die Ausschläge groß. Auffällig war vor allem der Pessimismus der Anleger gegenüber zyklischen und Deep-Value-Aktien, die sich nach dem Ausverkauf im Frühjahr jedoch wieder stark erholt haben. Die Erholung spiegelt nach Ansicht Lais nicht nur einen Stimmungsumschwung wider, sondern auch die berechtigte Hoffnung, dass China eine harte Landung vermeiden kann.

Interne und externe Gründe für Optimismus

Neben der Aufhellung der Stimmung beobachtet der Fondsmanager noch weitere positive Entwicklungen: „Zum einen hat die Regierung erkannt, dass die Umstrukturierung der Wirtschaft von Produktion und Export hin zu Dienstleistung und Konsum nicht reibungslos verläuft. Deshalb hat sie sich entschieden, Reformen künftig gründlicher zu planen und umzusetzen. Zum anderen möchte sie das Wachstum stärken und dehnt deshalb das Haushaltsdefizit von zwei auf drei Prozent aus.“

Und neben den internen wirken sich auch externe Einflüsse positiv auf China aus, insbesondere die Politik der drei großen Zentralbanken: „Die Bank of Japan führte den Negativzins ein, die Europäische Zentralbank weitete ihre Lockerungsmaßnahmen weiter aus als gedacht und die Federal Reserve blieb bei ihrer zögerlichen Geldpolitik. Die Gefahr einer weiteren Zinserhöhung scheint damit erst einmal gebannt“, so der Experte. Dies führt laut Lai dazu, dass sich die Mittelabflüsse und der Renminbi stabilisieren. Während vor einigen Monaten noch Kapital von rund 100 Milliarden US-Dollar abfloss, begannen sich die Abflüsse bei 30 Milliarden US-Dollar einzupendeln. Auch die Währung wertete wieder auf und hat unterdessen den Stand von Ende 2015 erreicht. „Zugegeben, auch der schwache US-Dollar hat seinen Teil zu dieser Entwicklung beigetragen. Doch was zählt, ist, dass die Angst vor einer anhaltenden Währungsabwertung abgenommen hat“, sagt Lai.

Ohne das Vertrauen der Anleger geht es nicht

Die Regierung muss ihre Fähigkeit, wirtschaftliche Probleme zu lösen, wiederherstellen – so die Ansicht des Experten. Die verbesserte Stimmung und die wieder anziehende Wirtschaft seien daher nicht nur für chinesische Aktienanleger von großer Bedeutung. „Wir hoffen, dass die Investoren in Zukunft mehr Sicherheit für ihr Handeln haben werden – sofern die Behörden aus dem jüngsten Debakel gelernt haben“, so Lai. „Für uns bedeutet der wirtschaftliche Fortschritt, dass wir unser Engagement in zyklische Titel erhöht haben.“ Insbesondere die ehemals ungeliebten Bereiche Energie, Rohstoffe und Deep Value seien für den Experten interessant. „Vorerst überwiegen jedoch immer noch qualitativ hochwertige Wachstumswerte aus dem IT-, Konsumgüter- und Industriesektor.“ (25.04.2016)


US-Konjunktur verscheucht das globale Rezessionsgespenst

Eine globale Rezession ist aus Sicht der Zürcher Kantonalbank Österreich AG heuer aber un­wahrscheinlich.

Während die Konjunktur in den USA leicht an Fahrt gewinnt, fielen die Kon­junkturdaten der letzten Wochen in der Eurozone gemischt aus. Eine globale Rezession ist aus Sicht der Zürcher Kantonalbank Österreich AG heuer aber un­wahrscheinlich. Vom nachgebenden US-Dollar profitieren vor allem die Akti­enmärkte in den USA und in den Schwellenländern. Da sich der Ölpreis zuletzt deutlich erholt hat, ist ein vorübergehender Anstieg der globalen Inflation in den nächsten Monaten möglich.

Zunehmende Sorgen um die US-Konjunktur führ­ten dazu, dass die Finanzmärkte Anfang des Jahres heftig reagierten. Zuletzt stieg der amerikanische Einkaufsmanagerindex ISM allerdings drei Monate in Folge und die Kon­junktur hellte sich auf – sämtliche Rezessionsängste erweisen sich derzeit also als unbe­gründet. In ihrem aktuellen Kapitalmarktausblick geht die Zürcher Kantonalbank Ös­terreich AG davon aus, dass eine globale Rezession auch im weiteren Jahresverlauf ausbleibt. „Die positive Entwicklung in den USA sollte auch die Eurozone, in der die Konjunkturdynamik wie von uns erwartet zuletzt leicht sank, in den nächsten Monaten wieder beflügeln“, erklärt Christian Nemeth, Mitglied des Vorstandes der Zürcher Kan­tonalbank Österreich AG. Für China rechnet die Bank damit, dass sich das Wachstum weiterhin abschwächt. Die chinesische Regierung geht zwar von einer Jahresverände­rungsrate von 6,5 bis 7 Prozent aus, die Zürcher Kantonalbank Österreich AG hält je­doch eher 6,3 Prozent für wahrscheinlich.

US-Dollar verliert an Boden, Ölpreis erholt sich

Obwohl die Konjunktur in den USA leicht an Fahrt gewinnt, betonte die US-Noten­bank Fed in ihrem jüngsten Ausblick vor allem außerhalb der USA liegende Wachs­tumsrisken. Die Fed erwartet nunmehr lediglich zwei Zinsschritte für 2016 statt der zu­vor in Aussicht gestellten vier, was zu einer entsprechenden Reaktion der Finanzmärkte führte. Der US-Dollar wurde gegenüber allen wichtigen Währungen geschwächt, die Aktienmärkte in den USA und in den Schwellenländern profitierten hingegen. „Wir hatten zuvor bereits mit zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr gerechnet und halten vorerst daran fest. Die Wahrscheinlichkeit, dass lediglich eine Anhebung erfolgt, ist al­lerdings gestiegen“, lautet Nemeths Einschätzung. In der Eurozone folgt die Konjunk­tur jener der USA generell mit zeitlicher Verzögerung, weshalb in den nächsten Wo­chen auch im europäischen Raum wieder mit besseren Daten gerechnet werden darf. Der Rückenwind durch einen schwächeren Euro dürfte jedoch vorerst weggefallen sein.

Die globalen Teuerungsraten befinden sich noch immer auf niedrigen Niveaus. Bei der Kerninflation, also der Teuerung ohne Energie und Nahrungsmittel, lässt sich mit Aus­nahme Chinas jedoch ein leichter Aufwärtstrend erkennen. Weil sich auch der Ölpreis in den vergangenen Wochen deutlich erholt hat, rechnet die Zürcher Kantonalbank Ös­terreich AG damit, dass die Inflation in den nächsten Monaten etwas höher ausfallen wird, als dies die meisten Volkswirte und Zentralbanken erwartet hatten. „Dieses Phä­nomen dürfte aber eher vorübergehender Natur sein, wir gehen aktuell von keinem weiteren signifikanten Ölpreisanstieg aus“, so Nemeth.

Globale Geldpolitik bleibt weiterhin expansiv

„Ein Ende der global expansiven Geldpolitik ist noch nicht in Sicht. „Angesichts der weltweit hohen Schuldenlast und des im Vergleich zu früheren Aufschwungsphasen niedrigen Wirtschaftswachstums haben die Zentralbanken kaum eine andere Wahl“, kommentiert Nemeth. Gepaart mit dem neuen zinspolitischen Ausblick der Fed sind das aus Sicht der Zürcher Kantonalbank Österreich AG gute Nachrichten für Anlagen, die von einer hohen Geldschwemme und einem weniger starken US-Dollar profitieren. Bei der Anlagepolitik bleibt das Haus daher bei der Übergewichtung von Aktien und stockt hier sowohl Nordamerika als auch die Schwellenländer auf, die jetzt neutral ge­wichtet sind. Für Europa und den pazifischen Raum nimmt die Bank die Quoten zu­rück, bleibt in Europa aber übergewichtet. (12.04.2016)


Konjunkturaussichten im Euroraum trüben sich weiter ein

Nachdem beim EU-Außenhandel der Motor bereits stottert, hemmt auch die wenig berauschende globale Konjunktur das Wachstum in der Eurozone.

Ein kurzer Rückblick auf die Finanzmärkte zeigt, dass sich die hohen Schwankungen an den globalen Aktienmärkten im Februar fortsetzten. Leichte Verluste musste der MSCI World hinnehmen, besonders deutlich verlor der japanische Aktienmarkt. Hauptgrund dafür war die kräftige Aufwertung des Yen. Die Indizes der USA und der Schwellenländer schlossen dagegen leicht positiv. Bei den Sektoren ging die Talfahrt der Finanzdienstleister, insbesondere der Banken, weiter. „Die unserer Meinung nach übertriebenen Konjunktursorgen haben dafür gesorgt, dass die Renditen in der zweiten Monatshälfte Februar erneut historische Tiefststände erreicht haben“, erklärt Mag. Christian Nemeth, Vorstandsmitglied der Zürcher Kantonalbank Österreich AG. An der Währungsfront hat sich die Lage teilweise beruhigt.

Globales Wachstum: Weder Beschleunigung, noch Einbruch

In den letzten Wochen wurden die Wachstumsprognosen für alle Weltregionen wiederholt nach unten revidiert. Das Vertrauen in die Maßnahmen der Notenbanken, die Konjunktur anzukurbeln, schwindet. Im Gegensatz zu zahlreichen Marktteilnehmern glaubt die Zürcher Kantonalbank Österreich AG nicht an eine leichte Konjunkturbeschleunigung im nächsten Jahr. „Obwohl der private Konsum weiterhin stützend wirkt, ist in den USA keine erhöhte Nachfrage auszumachen. In der Eurozone werden zudem die derzeit wirkenden positiven Effekte wie ein schwächerer Euro und ein niedriger Erdölpreis an Momentum verlieren“, argumentiert Nemeth. Die Zürcher Kantonalbank Österreich AG glaubt weder an einen Einbruch, noch an eine Beschleunigung des globalen Wachstums 2016 oder 2017 und rechnet mit einem konstanten Weltwirtschaftswachstum von knapp drei Prozent.

Übertriebene Rezessionsängste in den USA

Die US-Konjunkturerholung dürfte sich auch im siebenten Jahr fortsetzen, allmählich zeichnet sich aber auch ein gewisser Lohndruck ab. Konsum und Binnenkonjunktur stuft die Zürcher Kantonalbank Österreich AG als robust ein. Angesichts der Finanzmarktturbulenzen zu Jahresbeginn und der anhaltend volatilen Märkte glaubt Nemeth nicht mehr an einen weiteren Zinsschritt der US-Notenbank Fed vor Anfang Juni.

Aktueller Marktausblick der Zürcher Kantonalbank Österreich AG

Im Euroraum hat sich die Konsumentenstimmung ein wenig eingetrübt. Der Außenhandel ist bereits angeschlagen, die wenig berauschende globale Konjunktur wird das Wachstum in der Eurozone zusätzlich hemmen.

Leichte Abschwächung des Renminbi nicht ausgeschlossen

Die Entwicklung des Renminbi steht seit einiger Zeit im Fokus vieler Investoren. Manche von ihnen befürchten eine Abschwächung, die einen deflationären Schock für die Weltwirtschaft auslösen könnte. Nemeth beruhigt allerdings ein wenig: „Die chinesische Regierung hat weder Absicht noch Interesse an einer starken Abwertung der eigenen Währung. Die verstärkte Ausrichtung an einen größeren Währungskorb ist hier ein erster, wichtiger Schritt.“ Das sinkende Vertrauen in Chinas Wirtschaftspolitik hat jedoch zu massiven Kapitalabflüssen geführt. Die Regierung versucht nun mittels mehrerer Maßnahmen das Vertrauen zurückzugewinnen. Die Zentralbank hält den Renminbi seit einigen Wochen recht stabil, allerdings verbunden mit hohen Interventionen am Devisenmarkt. „In unserem Basisszenario gehen wir von einer leichten Abschwächung des Renminbi vor allem gegenüber dem US-Dollar aus“, so Nemeth. Für Japan rechnen die Experten der Zürcher Kantonalbank Österreich AG mit moderatem Wirtschaftswachstum und weiteren geldpolitischen Lockerungen seitens der Notenbank.

Anlagepolitik: Europa bleibt bei Aktien der Favorit

„Wir halten an unserem moderat positiven Makrobild einer fortschreitenden globalen Konjunkturerholung unverändert fest“, lautet die Einschätzung Nemeths. Die wirtschaftlichen und geopolitischen Risken müsse man zwar durchaus ernst nehmen, dennoch sieht die Zürcher Kantonalbank Österreich AG Chancen auf

den Finanzmärkten. Die Phase erhöhter Volatilität wird aber wohl noch anhalten. Auf der Aktienseite will die Bank Kursschwächen für weitere Aufstockungen nutzen und empfiehlt eine leicht übergewichtete Positionierung auf der Aktienseite. Europäische Titel bleiben weiterhin der regionale Favorit der Zürcher Kantonalbank Österreich AG. „Eine lockere Geldpolitik und die im Vergleich günstige Bewertung sollten die Kursentwicklung unterstützen“, so die Annahme Nemeths. (14.03.2016)


Die Wahrscheinlichkeit einer Krise in den USA liegt unter 5 %

Die Aussichten an den Aktienmärkten sind gedämpft, doch für den wichtigen US-Markt dürften sie sich langfristig wieder aufhellen.

„Global betrachtet deutet vieles auf einen Bärenmarkt hin, und auch US-Titel scheinen ihr Potenzial fürs erste ausgereizt zu haben. Allerdings gibt es wenig Zeichen für eine dauerhafte Eintrübung in den USA“, erklärt Eric Chaney, Head of Research bei AXA Investment Managers. Aktien aus den USA seien jedoch auch nach den jüngsten Abverkäufen weiterhin teuer, und von fundamentaler Seite sei zurzeit ebenfalls mit wenig Unterstützung zu rechnen. Daher hält Chaney eine kurzfristige Untergewichtung amerikanischer Titel in den nächsten drei bis sechs Monaten für gerechtfertigt. Langfristig allerdings rechnet er mit einer Erholung von US-Aktien. „Bei genauerer Betrachtung weisen die Indikatoren nicht auf eine Krise hin. Und auch die amerikanische Notenbank hat gute Gründe, bei der Anhebung des Zinsniveaus behutsamer vorzugehen, als sie es zuletzt in Aussicht gestellt hat“, begründet der Ökonom seine Erwartung.

Globale Aktienmärkte bieten Chancen für taktische Trades

Die jüngste Korrektur am Aktienmarkt sei auf Sorgen um einen Konflikt in der internationalen Geldpolitik und auf eine schwächere Weltkonjunktur zurückzuführen, erläutert Chaney. Daher hat sein Team die globale Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 3,1 auf 2,7 Prozent gesenkt. 2016 könnte damit zum schwächsten Jahr seit 2009 werden. Die globale Nachfrage könne weiterhin nicht mit dem Angebot mithalten, und es sehe auch nicht so aus, als würden die Regierungen in die Bresche springen. „Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass die Aktienmärkte insgesamt weiterhin abwerten“, sagt Chaney. Investoren sollten das aber nicht zum Anlass nehmen, undifferenziert Aktien abzustoßen. „Im Gegenteil haben die Abverkäufe dazu geführt, dass manche Segmente des Aktienmarktes attraktiv erscheinen. Deshalb sind wir bei globalen Aktien kurzfristig sogar übergewichtet“, erläutert er seine Positionierung. Langfristig sieht er dennoch die Voraussetzungen für eine negative Gewichtung gegeben. In der Zwischenzeit gelte es, die anhaltend hohe Volatilität für taktische Trades zu nutzen.

Die Zinsen in den USA dürften langfristig niedrig bleiben

Am US-Markt sehe die Situation allerdings anders aus. „Die Bewertungen in den USA haben in der Vergangenheit ein so hohes Niveau erreicht, dass US-Aktien auch nach der Korrektur noch relativ teuer erscheinen“, so Chaney. Die Kennzahlen aus den produzierenden Sektoren seien weiterhin schwach, der Investitionszyklus habe seinen Höhepunkt erreicht und es sei nicht zu erwarten, dass die Arbeitslosigkeit noch weiter sinken werde. Mit Rückenwind aus der fundamentalen Entwicklung dürften Aktieninvestoren daher nicht rechnen. Gehe man davon aus, dass die Unternehmen ihr Potenzial zum Gewinnwachstum bereits 2015 ausgeschöpft haben, sei mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19,5 zu rechnen. „Diese eher hohe Bewertung ist auch auf die Geldpolitik zurückzuführen. Der Markt erwartet, dass die Zinsen auch langfristig eher niedrig bleiben, wodurch zukünftige Gewinne heute an Wert gewinnen“, erklärt Chaney.

Die Fed dürfte Rücksicht auf die Konjunktur nehmen

Zwar deuteten die Einschätzungen der Mitglieder des Federal Open Market Committee (FOMC) darauf hin, dass die US-Notenbank die Leitzinsen bis Ende 2017 um 200 Basispunkte erhöhe. Die Märkte gingen jedoch mit gutem Grund von einer deutlich moderateren Erhöhung von nur 75 Basispunkten aus. „Unter Ben Bernanke hat die Fed gezeigt, dass sie nicht bereit ist, die Fehler von 1930 zu wiederholen, als die zu rigide Geldpolitik die Wirtschaft in die Große Depression gestürzt hat. Anders als in der

Vergangenheit gibt es diesmal gute Gründe, sich eher an der Einschätzung der Märkte zu orientieren“, sagt Chaney. Damit dürfte sich das geldpolitische Umfeld in den USA weniger rigide entwickeln, was auch dem Aktienmarkt zugutekommen werde. Weitere Indikatoren ließen erwarten, dass sich die Bedingungen für US-Aktien mittelfristig wieder verbessern. So liege die Wahrscheinlichkeit einer Krise, gemessen am hauseigenen AXA IM US Financial Stress Indicator, der die Volatilität in verschiedenen Segmenten des US-Marktes sowie die Korrelation über diese Märkte hinweg misst, bei unter fünf Prozent. Die Entwicklung der Zinskurve, des wichtigsten Indikators für die Krisenanfälligkeit der US-Wirtschaft, weise zudem darauf hin, dass die aktuelle Eintrübung eher zyklischer Natur und nicht auf eine mögliche Rezession zurückzuführen sei.

„Der US-Aktienmarkt eilt dem globalen Trend voraus“, fasst Chaney seine Einschätzung zusammen. Während er bei globalen Aktien langfristig untergewichtet ist, hat er US-Titel daher bereits auf „neutral“ heraufgestuft. (08.03.2016)


Verantwortliches Investieren wird zum Muss

Das Interesse der Investoren an verantwortungsbewussten Kapitalanlagen steigt kontinuierlich. „2016 werden sich umweltorientierte, soziale und Governance-Investments von einem Spezialgebiet zu einem Muss entwickeln“, sagt Matt Christensen von AXA Investment Managers (AXA IM).

Die 21. Klimakonferenz in Paris hat ein klares Signal an Unternehmen gesendet, die in den Bereichen Energieerzeugung, Transport, Bau und Industrie tätig sind: Um die Risiken des Klimawandels auf Umwelt und Wirtschaft zu begrenzen, ist ein Wandel erforderlich. Matt Christensen, Global Head of Responsible Investment (RI) bei AXA IM, erwartet, dass sich Investoren immer stärker auf die Investmentmöglichkeiten fokussieren werden, die sich durch den Klimawandel und die damit verbundenen Governance-Implikationen entwickeln.

Drei Themen werden nach Christensen die Entscheidungen von Investoren künftig verstärkt beeinflussen:

1. Die Entwicklung der kohlenstoffintensiven Sektoren könnte langfristig Einfluss auf die Bewertung und die Asset Allocation nehmen. Analysten und Investoren werden den Klimawandel in ihr Research und in ihre Fundamentalanalysen einbeziehen um einschätzen zu können, wie Unternehmen auf diese Herausforderung reagieren.

2. Öffentliche und private Investoren werden nach Möglichkeiten suchen, den Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft zu finanzieren, indem sie Energieeffizienz und neue Energiequellen unterstützen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und werden die unterschiedlichsten Sektoren, Regionen und Assetklassen beeinflussen.

3. Die Transparenz für Investoren wird sich erhöhen, da der Finanzstabilitätsrat Unternehmen drängen wird, ihre Klimarisiken offenzulegen. Davon werden auch Fundamentalanalysten profitieren. Ihre ESG-Analysen werden belastbarer.

Investoren trennen sich von kohlenstoffintensiven Sektoren

2015 haben eine Reihe bedeutender Anleger ihre Investitionen in kohlenstoffintensive Sektoren abgestoßen. Dem Klimanetzwerk Fossil Free zufolge handelt es sich dabei insgesamt um ein Anlagevolumen von rund 3,4 Billionen Dollar von mehr als 500 Institutionen. Christensen geht davon aus, dass es 2016 noch mehr werden. Allerdings sieht der AXA-IM-Experte solche Veräußerungen nicht als geeignetes Mittel, um Steinkohleunternehmen zu saubereren Technologien zu bewegen, insbesondere wenn sie keine anderen Einnahmequellen haben. Er empfiehlt Investoren, die Einfluss auf das Umweltengagement von Unternehmen nehmen wollen, stattdessen einen Mix von Verkäufen einerseits und gezieltem Engagement andererseits.

Der Markt für Green Bonds wird weiter wachsen

Zum vierten Mal in Folge konnten Green Bonds 2015 Zulassungsrekorde feiern. Das Marktvolumen liegt laut AXA IM nun bei rund 100 Millionen US-Dollar. Bislang seien vor allem überstaatliche Organisationen und staatsnahe Organisationen (Agencies) unter den Emittenten. Green Bonds würden aber zunehmend auch von Unternehmen herausgegeben. Deren Emissionen hätten 2015 rund 45 Prozent des Gesamtangebotes ausgemacht. Gleichzeitig sei die Frequenz der Emissionen deutlich gestiegen, vor allem im Vorfeld der Klimakonferenz. Bis dato sei bei solchen Emissionen der Finanzsektor Vorreiter gewesen. Dieser habe sogar die Energieerzeuger übertroffen, die auf dem Markt erneuerbare Energien refinanzieren wollen. AXA IM rechnet jedoch nun mit einem Anstieg der Emissionen von Unternehmen, da sich auch immer mehr traditionelle Investoren für Green Bonds interessierten, die neben Rendite mehr Diversifikation sowie ökologische Vorteile versprächen.

Trend: Impact Investing

Christensen sieht das Thema in diesem Jahr auch auf den Agenden von Hauptversammlungen ganz vorne. „Für Unternehmen wird es immer schwieriger werden, Umweltrisiken zu rechtfertigen“, sagt der RI-Experte. In Zukunft werde Impact Investing, bei dem Investoren auf die Verwendung ihrer Gelder Einfluss nehmen können, zum Trend werden und zwar nicht nur als alternative Anlageklasse, sondern über alle Assetklassen hinweg. „Es wird in der Finanzindustrie zu einer Kultur der Wirkungsmessung kommen“, meint Christensen. Noch sei der Markt jung, aber das Potenzial von nachhaltiger Geldanlage sei immens, so Christensen: „Responsible Investment wird die Zukunft gestalten.“ (01.03.2016)


Österreich hat Talsohle durchschritten

„Die österreichische Wirtschaft hat die Talsohle durchschritten und wird im ersten Quartal dieses Jahres wieder wachsen“, so Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, bei seinem jüngsten Prognoseausblick in Wien. Zwar habe die österreichische Wirtschaft im vierten Quartal stagniert und dürfe auch für das Jahr 2015 insgesamt deutlich unter dem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum der Europäischen Währungsunion geblieben sein. Doch die wichtigsten Stimmungsindikatoren deuteten ein Ende dieser Phase an.

Weltweit wird die Wirtschaft nach der Prognose der DekaBank weiterhin nur verhalten wachsen: „Für 2016 rechnen wir lediglich mit einem Plus von 3,2 %“, so Kater. Ein stärkeres Wachstum werde es erst wieder ab 2017 geben. „Wir erleben gerade den Abschluss einer Entwicklungsphase der Weltwirtschaft“, erläutert Kater. Insbesondere China und die Schwellenländer hätten zur schwachen weltwirtschaftlichen Entwicklung beigetragen. „Viele Schwellenländer müssen an ihrem Geschäftsmodell arbeiten, nachdem die erste Entwicklungsstufe des Aufbaus von Industrieproduktion nun ausgereizt ist“, kommentiert Kater und betont: „Das wird nicht allen Ländern gelingen“.

Weltweit würden zudem politische Einflussfaktoren an Bedeutung gewinnen. Besonders Europa stehe eine spannende Zeit bevor. „Momentan sehen wir wenig Rückhalt für die aktuelle Politik“, so Kater. Veränderungen in der Parteienlandschaft könnten die weitere wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen: „Politische Einflüsse sind aber nur nachhaltig, wenn sie dauerhafte Veränderungen mit sich bringen. Der Ausstieg des Vereinigten Königreiches aus der EU wäre eine solche dauerhafte Veränderung. Hierauf würden die Finanzmärkte mit großer Verunsicherung reagieren.“

Volatile Märkte beherrschen das Jahr 2016

Diese sind derzeit besonders nervös. Der Aktienmarkt in Europa und den USA hat den historisch schwächsten Jahresauftakt verzeichnet. „Das Jahr 2016 wird für die globalen Finanzmärkte sehr nervenaufreibend und schwankungsreich“, so Kater weiter. Schließlich sei es das Jahr, in dem die US-Notenbank die Leitzinsen wieder in mehreren Schritten auf ein höheres Niveau anhebe. „Es ist höchst unsicher, wie die US-Wirtschaft, die Emerging Markets-Volkswirtschaften und die Märkte darauf reagieren“, betont Kater. Hinzu komme ein zweiter Unsicherheitsfaktor: die langsamere Gangart der Weltwirtschaft, die insbesondere aus einer schwächeren Dynamik der Emerging Markets resultiere. Trotzdem bleibt Kater optimistisch: „Wir rechnen damit, dass das globale moderate Wachstum und die schubkräftige Geldpolitik der Notenbanken den Aktienmärkten insbesondere in Europa ausreichend Auftrieb verleihen werden, sodass am Ende dieses Jahres ein Plus resultieren wird – schlechter Jahresanfang hin oder her.“ (10.02.2016)


Das Klima an den Finanzmärkten wird rauer

Janus sieht bei Aktien gute Anlagechancen und rät bei Anleihen zur Vorsicht.

Die US-Notenbank wird im laufenden Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit den Leitzins in mehreren Schritten weiter anheben. Vor diesem Hintergrund versprechen Aktien gute Anlagechancen, während bei Anleihen vor allem in den USA die Börsenampeln auf Gelb springen. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten des US-amerikanischen Asset-Managers Janus Capital in ihrem Kapitalmarktausblick für das Jahr 2016. „In der Vergangenheit haben sich Aktien in der Mehrzahl der Phasen, in denen die Fed den Leitzins angehoben hat, gut entwickelt“, sagt Enrique Chang, Chief Investment Officer bei Janus und für seinen Kollege Marc Pinto, Portfoliomanager bei Janus, spricht auch das makroökonomische Umfeld für Dividendentitel. „Wenn die Zinsen langsam steigen und dabei die Wirtschaft nur leicht wächst, gleichzeitig die Inflation niedrig ist, hat sich das bislang als generell günstig für Aktien erwiesen – vor allem für Wachstumstitel.”

Nach Meinung der Janus-Experten werden vor allem die Aktienmärkte in Europa und Japan vom Anstieg der US-Zinsen profitieren. „Höhere Zinsen und in deren Folge ein stärkerer Dollar kurbeln die Exporte in den Volkswirtschaften dieser Regionen an, was die industrielle Produktion und damit letztlich das Bruttoinlandsprodukt steigert“, prognostiziert Pintos Kollege George Maris. Ihm zufolge könnte die straffere US-Geldpolitik auch psychologischen Effekt für europäische und japanische Unternehmen haben: Aus Sorge, dass sich die Zinsen vor ihrer eigenen Haustüre über kurz oder lang ebenfalls verteuern werden, könnten sie ihre Investitionen hochfahren, um die günstigen Finanzierungskosten zu nutzen.

Auch wenn die Bedingungen für die Aktienmärkte insgesamt gut sind, raten die Janus-Experten den Investoren, bei der Auswahl einzelner Unternehmen auf solide Bilanzen und eine hohe Finanzkraft sowie niedrige Verschuldung zu achten. „Anleger sollten ein Verständnis dafür entwickeln, wie gut ein Unternehmen in der Lage ist, seine Auslandserlöse in Verbindung mit seiner Liquidität und seinen Verbindlichkeiten zu managen“, sagt Janus-Anlageexperte Brian Demain. „Solche Faktoren bekommen in diesem Stadium des Zinszyklus eine größere Bedeutung.“ Und Greg Kolb, Chief Investment Officer bei Perkins Investment Management, einem Tochter-Unternehmen des US-Vermögensverwalters, ergänzt, dass Unternehmen mit gesunder Bilanz eine schwächere Gewinnentwicklung überstehen können, ohne dass ihnen der finanzielle Dispositionsspielraum verloren geht.

Ausdrücklich gehen die Janus-Experten in ihrem Ausblick auch auf das Phänomen der Disruption ein. Sie weisen darauf hin, dass die US-, ebenso wie die Weltwirtschaft nur moderat wachsen, sich gleichzeitig aber das Innovationstempo noch weiter beschleunigt. „Neue Technologien lassen althergebrachte Geschäftsmodelle zusammenbrechen oder zwingen ganze Branchen oder Industriezweige dazu, einen Wandel zu vollziehen“, erklärt Portfoliomanager Demain. „Wir halten Unternehmen, die im Zentrum dieses Prozesses stehen und ihn vorantreiben für eine der besten Möglichkeiten, in Wachstum zu investieren in einem ansonsten von eher wachstumsarmen wirtschaftlichen Umfeld.“

Bei den Emerging Markets gehen die Janus-Experten vor allem auf China und Indien ein. Ihrer Einschätzung zufolge wird China seinen Wandel von einer exportorientierten, industriell geprägten Volkswirtschaft zu einem vom Konsum getrieben Wirtschaftsmodell fortsetzen. „Obwohl der Übergangsprozess noch seine Zeit benötigen wird, trägt der steigende Konsum bereits heute einen erheblichen Teil zum Wirtschaftswachstum des Landes bei“, stellt Carmel Wellso, Researchspezialistin und Portfoliomanagerin bei Janus, heraus. „Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt und die gute Verbraucherkonjunktur letztlich hilft, dass die chinesische Wirtschaft ein ‚hard landing‘ verhindern kann.“

Indien verspricht für die Janus-Experten im laufenden Jahr zu einem der attraktivsten Länder unter den Emerging Markets zu werden. Anders als in vielen anderen Schwellenländer ist die Inflation auf dem Sub-Kontinent gebannt, so dass die Notenbank Spielraum hat, die Zinsen zu lockern, um das Wirtschaftswachstum zu stimulieren. „Wir sind zuversichtlich, dass sich die Impulse der indischen Notenbank zunehmend in der realen Wirtschaft des Landes niederschlagen werden“, gibt Anlageexperte Maris einen Ausblick.

Deutlich vorsichtiger sollten die Investoren auf Empfehlung der Janus-Experten im laufenden Jahr an den Anleihemärkten agieren. „Weniger wegen der steigenden Zinsen in den USA – dies ist längst eingepreist an den Märkten“, sagt Gibson Smith, Chief Investment Officer Fixed Income bei Janus. „Es ist vielmehr das unterschiedliche Wachstumstempo der großen Volkswirtschaften in Kombination mit einem Anstieg der globalen Verschuldung, das Anlass zur Vorsicht gibt.“ Smith und sein Team rechnen damit, dass die US-Wirtschaft wie in den Vorjahren stabil wachsen wird, während sich in Europa und Japan die Phase des geringen Wachstums nahe der Nulllinie fortsetzt. „Das Wachstum einzelner Länder – und damit auch deren Geldpolitik – werden in den kommenden Jahren weiter voneinander abweichen“, warnt Smith. „Die globale Wirtschaft kann das verkraften, aber die Investoren sollten sich auf stark schwankende Erträge einstellen, auch weil die Bewertungen von Risikoanlegen ziemlich ausgereizt ist.“ Ähnlich zurückhaltend beurteilen die Janus-Experten die Situation bei Unternehmensanleihen. „Die niedrigen Zinsen veranlassen viele Firmen, sich über die Ausgabe von Anleihen zu finanzieren und so ihre Verschuldung hochzufahren“, beobachtet Mayur Saigal, Global Head of Fixed Income Risikomanagement. „Der starke Anstieg der Verschuldung, zunehmend engere Anleihe-Spreads und eine Ausweitung der Laufzeiten sind ein Zeichen dafür, dass der Kreditzyklus weit vorangeschritten ist. Dies spricht nach unserer Einschätzung für eine defensive Ausrichtung des Anleihenanteils im Portfolio.“ (20.01.2016)


Besonnenheit bleibt Trumph

Kaum hat das neue Börsenjahr begonnen, schon herrscht, ausgelöst durch den Kurseinbruch in China, helle Aufregung an den Börsen: Am ersten Handelstag verlor der DAX 4,3 % – einen größeren Verlust gab es zuletzt 1988, also vor Beginn der eigentlichen Index-Historie. Eine schnelle Wende nach oben wie im vergangenen Jahr blieb aus, so dass wir nun die schwächste Auftaktwoche der DAX-Geschichte verzeichnen. Erinnerungen an 2008 werden wach, als die lange ignorierte US-Subprime-Krise in eine globale Finanzkrise mündete und Anleger, Notenbanken und Politik in den Abgrund schauten. Die negativen Nachrichten waren nicht wirklich neu, stießen aber bei den Anlegern insofern auf fruchtbaren Boden, als das Grundvertrauen -ablesbar beispielsweise am Sentix-Index – schon zum Jahresende erodiert war. Nun sind die Aktienpositionen bereits Anfang Januar unter Wasser, und die Risikotragfähigkeit vieler Institutioneller kommt auf den Prüfstand. Entsprechend vorsichtig dürften die meisten in den kommenden Monaten agieren. In der Tat belegen historische Vergleiche, dass ein schwacher Auftakt im Mittel bis zum Ende des ersten Quartals nachwirkt.

Fundamentales Umfeld bleibt gesund
Drei Schlagworte treiben die Börsen zurzeit um: China, der Ölpreis und die Fed. Die Neupositionierung Chinas hinterlässt zwangsläufig partielle Bremsspuren, erscheint uns aber unerlässlich für eine Verstetigung der Wirtschaftsentwicklung im Reich der Mitte. Die Ausschläge der dortigen Kasino-Börsen sollten hierzulande nicht überbewertet werden. Auch der Ölpreisverfall bringt eine Neuadjustierung der Weltwirtschaft mit sich. Die sinkende Nachfrage der Erzeugerländer wird jedoch durch eine Stärkung der Binnen-Kaufkraft kompensiert. Und die US-Zinswende erscheint uns als überfälliges Signal einer Normalisierung. Die jüngsten Indikatoren wie der starke US-Arbeitsmarktbericht, aber auch das EWU-Konjunkturklima unterstreichen unsere Zuversicht. In der neuen Woche startet mit Alcoa, Intel und mehreren Großbanken die US-Berichtssaison. Die vorsichtige Haltung der Anleger birgt Potenzial für positive Überraschungen.

Fazit
Unser Jahresmotto „Grund zur Besonnenheit“ erweist schneller als erwartet seine Berechtigung. Mehrere Risiko-Themen werden gleichzeitig diskutiert und dürften zunächst auf der Stimmung lasten. Damit werden aber auch die Erwartungen der Anleger zurecht gestutzt. Die nach unten weisende Marktbreite spricht gegen eine schnelle Wiederaufnahme des Aufwärtstrends, die alles in allem aber positiven konjunkturellen Bedingungen sollten sich aber nach einigen Monaten der
Bodenbildung durchsetzen. (11.01.2016)

Dr. Berndt Fernow, Investmentanalyst


Der geldpolitische Kurs der Fed lässt das Risiko für Aktien steigen

Nach dem geldpolitischen Schwenk, den die US-Notenbank in der vergangenen Woche vollzogen hat, sollten die Investoren über eine strategische Neuausrichtung ihres Portfolios nachdenken. Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen erscheint es sinnvoll, dass Engagement in Aktien zugunsten anderer Anlageklassen einschließlich Hochzinsanleihen und Immobilien zu reduzieren. Zu dieser Einschätzung kommt das Multi-Asset Research-Team von Source, einem der führenden europäischen Anbieter von Exchange Traded Funds.

„In den vergangenen drei Monaten haben Aktien eine solide Performance hingelegt“, erklärt Paul Jackson, Managing Director und Head of Multi-Asset Research bei Source. „Jetzt ist jedoch das Risiko gestiegen, dass die Fed mit ihrer geldpolitischen Straffung einen Fehler macht. Wir bevorzugen weiterhin aktienähnliche Anlagen, reduzieren jedoch ihre Gesamtgewichtung in unserem Allokationsmodell. Gleichzeitig sind wir der Ansicht, dass es sich lohnt, die regionalen Schwerpunkte der Aktienengagements zu verschieben und insbesondere das Engagement in den USA, Großbritannien und den Schwellenländern zu reduzieren.“ Weiterhin äußerst positiv sehen die Source-Experten Aktien aus Japan und der Eurozone. Allerdings empfehlen sie in der jüngsten Ausgabe ihres Quartalsberichts The Big Picture, dass Anleger von außerhalb der Eurozone dabei ihr Währungsrisiko absichern sollten.

In dem Bericht gehen sie ebenfalls auf die attraktiven Renditen im Hochzinssegment des Anleihemarkts ein. Dabei sehen sie in diesem Bereich die besten Chancen in den USA, wo die Renditen im Hochzinssegment derzeit bei durchschnittlich 8,3 Prozent liegen. Diese vergleichsweise beeindruckenden Renditen spiegeln das erhöhte Ausfallrisiko wider, das sich vor allem auf den Energiesektor bezieht, nachdem die Rohstoffpreise so stark gefallen sind. Angesichts der Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen in den USA raten die Source-Experten den Anlegern, sich auf das kurze Ende der Laufzeitkurve zu konzentrieren, das in der Regel weniger empfindlich gegenüber Zinsänderungen ist.
„Der Beschluss der Fed, die Zinsen zu erhöhen, war für die wenigsten überraschend. Doch wie von uns jüngst in unseren wöchentlichen Veröffentlichungen hervorgehoben, kommt dieser Schritt der Fed zu einem Zeitpunkt, an dem einige Wirtschaftsdaten eher für eine geldpolitische Lockerung sprechen.“, so Jackson weiter. „Speziell das verarbeitende Gewerbe in den USA, zeigt nach sechs Jahren Wirtschaftswachstum in der weltgrößten Volkswirtschaft erste Anzeichen von Schwäche. Allerdings entwickeln sich andere Bereiche, wie etwa der Dienstleistungssektor weiterhin vergleichsweise stark.“

Die Fed hat im Zuge der jüngsten Leitzinsanhebung ihren Willen bekräftigt, ihre Geldpolitik nach einer ultralockeren Phase in den vergangenen sieben Jahren wieder auf einen normalen Kurs bringen zu wollen. „Wir gehen davon aus, dass die Fed ihre Zinsen im Jahr 2016 möglicherweise noch drei weitere Male erhöhen wird. Doch die Schwäche im verarbeitenden Gewerbe macht die Risiken einer solchen Entscheidung für den Aktienmarkt deutlich. Die Anleger müssen abwarten und sollten genau beobachten, wie sich die Straffung auf die US-Wirtschaft auswirkt.“ (21.12.2016)

Source UK Services Limited ist in Großbritannien durch die Financial Conduct Authority zugelassen und reguliert.


Enzo Puntillo, Head of Fixed Income bei GAM in Zürich, sieht gute Gründe für eine Zinserhöhung in den USA

Es ist Zeit für einen Zinsschritt in den USA. Diese Ansicht vertritt Enzo Puntillo, Head of Fixed Income beim Asset Manager GAM in Zürich: „Das Quantitative Easing und die Nullzinspolitik in den USA haben ihre Schuldigkeit getan. Inzwischen ist kein zusätzlicher Nutzen beider Instrumente mehr erkennbar. Die Fed sollte daher aufhören, der US-Wirtschaft Schmerzmittel zu verabreichen und stattdessen auf etwas Anregenderes setzen.“ Eine Zinserhöhung im Dezember ist dann auch sehr wahrscheinlich. Nach der Veröffentlichung des letzten Fed-Protokolls sei an den Märkten eine Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt von zwei Dritteln eingepreist.

Zinserhöhung dämpft Wirtschaftswachstum nicht zwingend
Zwar sei die Konjunktur in den USA derzeit nicht besonders stark – weder absolut betrachtet noch im Vergleich mit früheren Konjunkturzyklen, erläutert der Experte. Strukturell hänge dies mit dem niedrigeren demographisch bedingten Wachstum und der geringeren Produktivität zusammen. Auf kürzere Sicht entstünde Gegenwind für die Wirtschaft durch die zurückhaltenden Investitionen im Ölsektor, das nachlassende Wachstum der Weltwirtschaft und den starken US-Dollar.

Doch auch vor diesem Hintergrund müsse eine Zinserhöhung das Wirtschaftswachstum nicht unbedingt dämpfen, argumentiert Puntillo. Er empfiehlt, einen oft vernachlässigten Wirtschaftsfaktor in die Betrachtung einzubeziehen: das Zinseinkommen der Privathaushalte. „Wenn man sich den vorigen Zinserhöhungszyklus der Fed anschaut, sieht man, dass dieser zu einem Anstieg der Haushaltseinkommen um 4 bis 4,5 Prozent geführt hat.“ Zwar sei es unwahrscheinlich, dass die Zinsen im aktuellen Zyklus auf ein ähnlich hohes Niveau steigen könnten, so Puntillo weiter. Dennoch würden höhere Zinsen die Haushaltseinkommen erhöhen, ohne dass sich dadurch die Schulden zu stark verteuerten. Insgesamt könne dieser Effekt das Wachstum stützen.

Die geldpolitische Straffung hat längst begonnen
Darüber hinaus müsse man zwischen dem ersten Zinsschritt der Notenbank und dem Beginn der geldpolitischen Straffung unterscheiden, so Puntillo weiter. Die Reaktion der Märkte auf eine Änderung der Geldpolitik erfolge üblicherweise nicht erst zum Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung, sondern bereits nach deren Ankündigung. „Diesmal hat die Straffung bereits im Jahr 2013 begonnen – und zwar mit der Ankündigung des Tapering im Jahr 2013“, so Puntillo. „Zu dieser Zeit fand bereits eine Anpassung der Terminzinsen um ein bis zwei Prozentpunkte statt.“

In der Vergangenheit habe die erste Zinserhöhung durch die Fed jedoch häufig dazu geführt, dass der US-Dollar an Stärke eingebüßt habe. „Ob der Dollar-Wechselkurs allerdings auch diesmal sinken wird, ist fraglich, denn andere Zentralbanken werden voraussichtlich noch eine Weile brauchen, bis sie die Zinsen anheben.“ (23.11.2015)

 


Wahlsieg der AKP ist positiv für die Finanzmärkte

Erdinc Benli, Co-Head des Global Emerging Markets Equities Team bei GAM, sieht in dem Ergebnis ein Signal für Investoren, sich nach einer langen Phase der politischen Unsicherheit wieder auf Fundamentaldaten türkischer Unternehmen konzentrieren zu können. Denn nachdem die türkische Regierungspartei AKP bei den Wahlen im Juni ihre absolute Mehrheit verloren hatte, ging sie das Risiko von Neuwahlen ein – und wurde mit einem klaren Wahlsieg belohnt. Investoren können davon profitieren, meint Benli. „Dieses Ergebnis ist unerwartet, aber positiv für die Finanzmärkte. Die politische Unsicherheit, die mit der Pattsituation im Parlament verbunden war, hatte zuletzt den Aktienmarkt und die türkische Währung belastet.“

Dem vorläufigen Ergebnis zufolge hat die AKP bei den Wahlen knapp 50 % der Stimmen im Parlament gewonnen. Darüber hinaus hat auch die prokurdische Partei HDP die Zehn-Prozent-Hürde genommen und ist somit im Parlament vertreten. Benli hält dies für positiv: „Dadurch sinkt das Risiko innenpolitischer Konflikte. Das ist genau, was die Wähler wollen: Frieden, Stabilität und eine starke Regierung, die wirtschaftliche Prosperität ermöglicht.“

Aus Investorensicht werde wichtig sein, wer für die wichtigen Ministerposten nominiert werde. Dies sei zentral, um Vertrauen zurückzugewinnen und die dringend nötigen strukturellen Reformen anzugehen, um die türkische Wirtschaft weiterzuentwickeln. „Insgesamt ist der Wahlausgang aber positiv für den türkischen Aktienmarkt. Dies dürfte kurzfristig für eine Erleichterungsrallye sorgen, auch über den heutigen Tag hinaus“, erklärt Benli.

Zuletzt hätten sich die Kurse türkischer Aktien – in US-Dollar gerechnet – auf Mehrjahrestiefs bewegt. Investoren hätten ihre Engagements in der Türkei zuletzt zurückgefahren. „Insbesondere der Banken- und der Immobiliensektor könnten von der guten Stimmung profitieren. Doch auch regierungsnahe Unternehmen, die zuletzt besonders gelitten hatten, könnten sich besser entwickeln als der Markt.“ (03.11.2015)


Europäische und US-amerikanische Aktien aus zyklischen Branchen haben Kurspotential

Aktien aus zyklischen Branchen bieten nach den Kurskorrekturen der vergangenen Wochen gute Einstiegschancen. Zu dieser Einschätzung kommen die Research-Experten von Source, einem der größten Anbieter von börsengehandelten Produkten (ETPs) in Europa. “Unserer Analyse zufolge sind einige zyklische Aktiensektoren in den USA und Europa nach der Underperformance der Aktienmärkte in den letzten Monaten sehr gut positioniert für eine Erholung bis Jahresende”, sagt Paul Jackson, Head of Multi-Asset Research bei Source.
 
In der neueste Ausgabe des Source Sector Selector analysieren die Source-Experten die Gründe für die aktuelle Schwäche an den Aktienmärkten. Sie sehen diese in der Sorge der Investoren über das globale Wirtschaftswachstum begründet. Insbesondere gebe es Befürchtungen, dass sich das Wirtschaftswachstum in China deutlich verlangsamen könnte. Diese Ängste hält Jackson jedoch für unbegründet. “Das globale Wachstum ist trotz der Konjunkturverlangsamung in China ausreichend hoch. Wir rechnen daher damit, dass sich Aktien, Immobilien und hochverzinsliche Unternehmensanleihen in den kommenden Monaten besser entwickeln werden als Staats- und Investment Grade-Anleihen”, so der Source-Experte. „Dazu kommt, dass die Bewertungen von US-Aktien unserer Einschätzung nach mit anderen Maßstäben zu messen sind als europäische Aktien. In den USA konzentrieren wir uns vor allem auf das Kurs-Cashflow-Verhältnis, bei europäischen Aktien hingegen auf die Dividendenerträge.”
 
Dabei sind derzeit vor allem europäische Dividendentitel günstig bewertet. Jackson Prozent pro Jahr um die derzeitigen Aktienbewertungen zu rechtfertigen. “Insgesamt gehören defensive Sektoren zurzeit zu den teuersten, während Banken und ressourcenbezogene Sektoren sowohl in den USA als auch in Europa zu den preisgünstigsten zählen”, erläutert Jackson die Ergebnisse der Source-Analyse . “Der Energieversorgungssektor, eine klassische defensive Allokation, ist außerdem in Europa mit einer Nettoverschuldung von 3,2 relativ zum EBITDA die am stärksten fremdkapitalfinanzierte Branche.”
 
Die Source-Analysten empfehlen Investoren, zyklische Konsumgüter in den USA, europäische Medienunternehmen sowie Unternehmen aus Industriegüter und -dienstleistungsbereichen aus beiden Regionen stärker in Betracht zu ziehen. “Außerdem sind wir weiterhin von US-amerikanischen und europäischen Finanzwerten überzeugt, denn ihre Bewertungen und die Kursdynamik sind äußerst attraktiv”, so Jackson. Eine Ausnahme bildet jedoch der Finanzdienstleistungssektor in den USA, wo die Bewertungen und die Rentabilität vieler Institute die Source-Experten weniger überzeugen. “Auch bei Grundstoffen sind wir nicht sehr enthusiastisch”, schränkt Jackson ein, “denn uns fehlt die Überzeugung, dass der Rohstoff-Superzyklus bereits die Talsohle erreicht hat.“
Source UK Services Limited ist eine in Großbritannien von der Financial Conduct Authority zugelassene und regulierte Gesellschaft. (19.10.2016)

Zinserhöhungen treiben historisch gesehen die Aktienkurse

Die hohe Volatilität an den Kapitalmärkten veranlasst derzeit viele Anleger zu Vorsicht. Dies ist umso erstaunlicher, als dass die globale Wirtschaft ein unvermindert moderates Wachstum aufweist. Vor diesem Hintergrund ist eine wahrscheinliche Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) eventuell als weniger besorgniserregend einzustufen, als dies viele Anleger annehmen. Dies sind einige der Einschätzungen, die im neuesten, vierteljährlich erscheinenden Bericht des Multi-Asset-Research-Teams von Source, einem der größten Anbieter von Exchange Traded Products (ETPs) in Europa, hervorgehoben werden.

Paul Jackson, Head of Multi-Asset Research bei Source, meint hierzu: „Wir machen uns keine allzu großen Sorgen über die Zinserhöhung durch die Fed, die unseres Erachtens wahrscheinlich zum Jahresende erfolgen wird. Vielmehr zeigen unsere Analysen, dass die Aktienmärkte in Zinsstraffungszyklen der Fed in der Regel gut abschneiden – insbesondere im Vergleich zu Staatsanleihen und Anleihen mit Investment-Grade-Rating. Mehr Sorgen würde uns dagegen eine dramatische Abkühlung der globalen Wirtschaft bereiten, was die gegenwärtigen Daten indes nicht vermuten lassen.“

Der Source-Experte ist der Auffassung, dass die Bedenken über eine Wirtschaftsabkühlung in China übertrieben sind. Denn die zunehmende Verschuldung des Landes ist eigenfinanziert und ein Großteil der Bankkredite wird durch Einlagen gedeckt. Darüber hinaus verfügt die Zentralbank Chinas über ein breites geldpolitisches Instrumentarium, das ihr nach wie vor eine Reihe von Optionen bietet. Allerdings gesteht Jackson ein, dass das Wirtschaftswachstum in China nachlässt, was sich seiner Meinung nach jedoch stärker an den Rohstoffmärkten als an den globalen Aktien- und anderen Märkten für Risikoanlagen bemerkbar machen dürfte.

Der Bericht hebt die Aussichten für die Aktienmärkte in der Eurozone und Japan hervor, deren Binnenwirtschaften sich im Gegensatz zu den im Zyklus viel weiter fortgeschrittenen Volkswirtschaften der USA und Großbritanniens erst in der Anfangsphase der wirtschaftlichen Expansion befinden. Darüber hinaus kommt der Bericht zu dem Schluss, dass im Bereich der festverzinslichen Anlagen Schwellenländeranleihen auf Sicht der kommenden zwölf Monate die attraktivsten Gesamtrenditen bieten dürften, obgleich ihre Währungen gegenüber dem US-Dollar an Wert verlieren könnten. Da einige der maßgeblichen Volkswirtschaften unter den Schwellenländern derzeit eine Rezession durchlaufen, befindet sich die Weltwirtschaft in einem Umfeld, in dem die Anleihemärkte profitieren sollten. (29.09.2015)


Moderate Erholung der Weltwirtschaft, gemischtes Bild in den nordischen Ländern

Die Weltwirtschaft erholt sich, allerdings langsamer als erwartet, berücksichtigt man die weltweit extrem lockere Geldpolitik und die Halbierung des Ölpreises seit Sommer vergangenen Jahres. Das weltweite Wirtschaftswachstum setzt sich nur mit moderater Geschwindigkeit fort: Für dieses Jahr rechnet Nordea mit einer Zunahme des globalen Bruttoinlandsproduktes um 3,1 Prozent und mit einen weiteren Anstieg um 3,5 Prozent 2016. Die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wirken sich auch auf die Wachstumsaussichten der nordischen Volkswirtschaften aus.

Die Volkswirtschaften der nordischen Länder Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen, die stark vom Welthandel abhängig sind, präsentieren sich mit einem gemischten Bild. „Schwedens Wirtschaft hat klar die Führungsrolle übernommen, mit hohem Wachstum und steigender Beschäftigung. Dänemark ist der Übergang in eine stabile Erholungsphase gelungen, wenn auch mit etwas geringerem Wachstumstempo“, sagt Helge J. Pedersen, Chefvolkswirt von Nordea. „Norwegens Wirtschaft steht aufgrund des Ölpreisverfalls nicht mehr voll unter Dampf, während Finnland durch geringere Binnennachfrage und die Schwäche der russischen Wirtschaft hinter die anderen nordischen Länder zurückfällt“, so Pedersen weiter. „Alles in allem müssen die nordischen Volkswirtschaften einen herausfordernden Kurs bewältigen.“

„Insgesamt erwarten wir für die nordische Region Europas ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent in diesem Jahr, das sich im kommenden Jahr auf 1,9 Prozent beschleunigen dürfte“, sagt Pedersen. Vor allem Schweden entwickelt sich gut, aber auch Dänemarks Wirtschaft ist mittlerweile in deutlich besserer Verfassung als noch vor wenigen Jahren. „Der starke Ölpreisverfall bedeutet jedoch, dass vor Norwegen einige wirtschaftlich schwächere Jahre liegen“, so Pedersen weiter. „Und auch für Finnland sehen wir derzeit keine Anzeichen einer kräftigen Erholung der Wirtschaft.“

Schwedens Wirtschaft konnte in den vergangenen Jahren aufgrund der kräftigen Inlandsnachfrage um gut 2,5 Prozent wachsen. Vieles spricht dafür, dass das schwedische Bruttoinlandsprodukt sowohl 2015 als auch 2016 um 3 Prozent ansteigen wird. Auf längere Sicht dürfte sich das Wachstum etwas abschwächen, da sich auch die Rahmenbedingungen für weitere wirtschaftliche Expansion verändern. Private und staatliche Nachfrage sowie Investitionen sind die wichtigsten Wachstumstreiber in Schweden.

In Norwegen wirkt sich der Ölpreisverfall auf die wichtigsten inländischen Wirtschaftsindikatoren aus. „Wir erwarten, dass die Dynamik in der Öl-Service-Industrie in den kommenden Jahren weiter abnimmt“, sagt Pedersen. Das dürfte sich auch in den Wachstumsraten der kommenden Jahre niederschlagen: In den nächsten Jahren rechnet Nordea mit einem Wachstum der norwegischen Binnenwirtschaft von rund 1,5 Prozent.

Die wirtschaftliche Aktivität Dänemarks verbessert sich allmählich und schafft so die Basis für eine selbsttragende wirtschaftliche Erholung. Vor diesem Hintergrund geht Nordea von einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent in diesem und von 2,0 Prozent im kommenden Jahr aus. Ein Anstieg der Beschäftigung und höhere Immobilienpreise sorgen zudem für ordentliches Wachstum des privaten Konsums.

In Finnland bleiben die Erwartungen für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts sehr vorsichtig. Es zeichnet sich keine starke Erholung der Exporte ab, weil Finnland vor allem Zwischenprodukte und Investitionsgüter herstellt, während der aktuelle weltweite Aufschwung vor allem von der Konsumgüternachfrage getragen wird. (4.9.2015)


Wir erleben eine Korrektur, nicht den Start eines Bärenmarkts

“Die Schwankungen an den Aktienmärkten dürften zunehmen – ehrlich gesagt waren sie in den vergangen 12 Monaten auch fast zu niedrig. Solange die US-Wirtschaft stabil bleibt, dürfte die Welt aber nicht in eine Rezession rutschen. Trotz der zunehmenden Marktschwankungen sprechen Unternehmensdaten und globales Umfeld weiter für Aktien. Was wir sehen, ist eine Korrektur und nicht der Start eines Bärenmarkts.

Für den Kurssturz am chinesischen Markt sind mehrere Faktoren verantwortlich. Einerseits mehren sich die Zeichen für eine Wachstumsabkühlung. Etliche Indikatoren wie der Autoabsatz, Stromverbrauch und Einkaufsmanagerindex bewegen sich im negativen Terrain. Andere Indikatoren wie die Einzelhandelsumsätze und die Kreditvergabe wachsen langsamer. Auch der Reformmotor ist ins Stottern geraten. Beim Umbau der Staatsbetriebe scheint der Eifer für Privatisierung und für mehr Wettbewerb zu erlahmen und einer Konsolidierung von Wirtschaftszweigen Platz zu machen. Als Herzstück der Reform sollte den Marktkräften eine größere Rolle zugebilligt werden. Diesen Grundsatz scheint man in den letzten Wochen fallen zu lassen zugunsten verstärkter Eingriffe in den Markt. Trotzdem gehe ich davon aus, dass wir es in China mit einer Abkühlung und nicht mit einem Einbruch zu tun haben. Denn auch wenn die Reformen aktuell etwas stocken, werden sie fortgesetzt. So birgt das ehrgeizige Vorhaben der ‘neuen Seidenstraße’ interessante Möglichkeiten. Und die Abwertung des Renminbi ist Ausdruck einer Öffnung des Kapitalverkehrs. Eine Panikreaktion auf die Wirtschaftsentwicklung sehe ich darin nicht. Weitere Lockerungsmaßnahmen wie die Senkung des Leitzinses und der Mindestreservequote sind wahrscheinlich. Sie dürften der Wirtschaft und den Aktienmärkten helfen.

China bleibt ein Risiko, auch für den japanischen Aktienmarkt. Aktuell ist der japanische Aktienmarkt in einer zwischenzeitlichen Konsolidierungsphase. Insgesamt ist er allerdings aufgrund seiner günstigen Bewertungen und des positiven Ausblicks für das Gewinnwachstum der Unternehmen im Vergleich zu den übrigen entwickelten Märkten gut aufgestellt. Zudem sind die japanischen Unternehmen dabei, ihre Corporate Governance – lange ein Schwachpunkt Japans – zu verbessern. Ich gehe zudem davon aus, dass der Finanzsektor in Japan sich im Zuge der Zinserhöhung in den USA gut entwickelt.

Der deutsche Aktienmarkt ist in den vergangenen drei Monaten stärker abgestraft worden als der europäische Gesamtmarkt, die deutschen Aktien sind in meinen Augen nun überverkauft. Beim Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt der Dax unter dem europäischen Durchschnitt. Das ist nicht gerechtfertigt. Dabei muss man berücksichtigen, dass nur rund 10 – 15 % der Erträge deutscher Unternehmen aus China kommen. Zudem sind nicht alle Exportgüter, die von Investitionsgütern bis hin zu Luxusartikeln reichen, von einer Wachstumsabkühlung gleich stark betroffen. Insgesamt gehe ich davon aus, dass die Gewinne deutscher Unternehmen in diesem Jahr um 7 bis 10 % steigen werden. Tatsächlich haben die meisten Unternehmen mit ihren Gewinnausblicken im zweiten Quartal positiv überrascht. Unterstützt wird dieser Ausblick auch von einem der wichtigsten Indikatoren, dem Einkaufsmanagerindex, der weiter von globalem Wachstum ausgeht.” (24.8.2015)


Eine Analyse von US-Vermögensverwalter Janus Capital

Hohe Volatilität an den Finanzmärkten wird auch die zweite Hälfte des laufenden Börsenjahres prägen. Dabei drohen die starken Kursschwankungen der vergangenen Monate von den Anleihe- und Devisenmärkten auf die Aktienmärkte überzuschwappen. Auslöser dafür sind steigende Unsicherheiten etwa in Zusammenhang mit der Wachstumsverlangsamung in China, neue Preisturbulenzen auf dem Ölmarkt oder steigende geopolitische Risiken. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten des US-amerikanischen Asset Managers Janus Capital in ihrem Ausblick auf das verbleibende Börsenjahr. “Das immer noch laufende geldpolitische Experiment der Notenbanken wird entweder so ausgehen, dass sich die Weltwirtschaft real erholen wird”, sagt Myron S. Scholes, Chief Investment Strategist bei Janus, “oder aber es wird nicht gelingen nachhaltiges Wachstum zu erzeugen. Dann drohen die fiskalischen Ungleichgewichte so groß zu werden, dass die großen Volkswirtschaften Jahre benötigen werden, um den Schuldenüberhang abzubauen.” “Wir kommen in eine Phase, in der sich das Anlagerisiko definitiv erhöht hat”, ergänzt Janus-Kollege Ashwin Alankar, Global Head of Asset-Allocation & Risk Management. Seiner Beobachtung zufolge waren viele institutionelle und private Anleger in den vergangenen Jahren in Aktien unterinvestiert – was die Märkte gestützt hat. “Doch das hat sich geändert. Die Wahrscheinlichkeit einer deutlichen Korrektur ist daher stark gestiegen“, warnt der Portfolio-Manager.Auch in einem Umfeld eines moderaten globalen Wirtschaftswachstums gibt es allerdings nach Ansicht der Janus-Experten weiterhin gute Anlagemöglichkeiten an einzelnen Aktienmärkten oder in ausgesuchten Branchen. “Eine ganze Reihe multinationaler Konzerne wird aufgrund der Kursverschiebungen an den Devisenmärkten deutlich wettbewerbsfähiger”, nennt Carmel Wellso, Director of Research und Portfolio-Managerin bei Janus, ein Beispiel. “Auf der anderen Seite haben einige Regierungen vor dem Hintergrund des anhaltenden schwachen Wachstums in ihrer Volkswirtschaft erhebliche Strukturreformen eingeleitet, deren positive Effekte sich nun zu zeigen beginnen. Das führt dazu, dass sich das wirtschaftliche Klima in diesen Ländern erheblich verbessert.“ Unter diesem Blickwinkel schätzen die Janus-Experten vor allem Japan, Italien und Indien als besonders chancenreich ein. “Die Strukturveränderungen in diesen Ländern lassen eine Reihe von Aktien so attraktiv erscheinen, wie ich es in meiner rund 20jährigen Zeit als Investor noch nicht erlebt habe”, sagt Wellso. “Das moderate Wirtschaftstempo wird im Ergebnis zu geringem Wachstum beim Durchschnitt aller Unternehmen führen“, sagt Portfolio-Manager Brian Demain, „Aber auf individueller Ebene ist die Differenz zwischen wachstumsstarken und wachstumsschwachen Firmen so groß wie nie. Der Schlüssel zum Erfolg ist also, sich auf die Outperformer zu konzentrieren und nicht auf den Durchschnitt.“ Als aussichtsreich gilt dabei nach Ansicht des Janus-Experten der Technologiebereich. “Im IT-Sektor profitieren die Hersteller der technischen Infrastruktur und Endgeräte, dass unsere Welt immer mehr vernetzt wird und das Sammeln und die Analyse von Daten für Unternehmen aller Branchen immer wichtiger wird. Firmen im Biotechnologie- und Pharmaziebereich können dagegen aufgrund ihrer laufenden Forschungserfolge mit einem Produktivitätsschub rechnen.” “Ein besseres Verständnis von den genetischen Zusammenhängen vieler Krankheiten ist ein wichtiger Katalysator für Innovation im Gesundheitssektor“, ergänzt sein Kollege Andy Acker. “Aber das ist der Anfang. Wir sind überzeugt davon, dass das Innovationstempo weiterhin hoch bleibt und die Gesundheitsbranche Anlegern mit die besten Wachstumschancen bietet, die derzeit am Aktienmarkt zu finden sind.“Nach Einschätzung der Janus-Experten bieten sich jedoch auf längere Sicht auch in Traditionsbranchen Einstiegschancen. “Im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld sinken die Möglichkeiten für weiteres Umsatzwachstum. Das sorgt für Druck auf das Management vieler Unternehmen, Strukturanpassungen vorzunehmen und so Shareholder-Value zu schaffen“, sagt Portfolio-Manager Daniel Kozlowski. “Einige Beispiele dafür gibt es bereits – etwa indem Nicht-Kernaktivitäten verkauft, Unternehmensteile abgespalten und an die Börse gebracht oder aber Geschäft zugekauft wurde, um so die Konsolidierung in der Branche voranzutreiben.“ (10.8.2015)


Europäischer Pharmasektor mit guten Wachstumsaussichten

Aktien aus dem Euroraum haben in diesem Jahr bis dato die beste Wertentwicklung unter den international führenden Aktienmärkten erzielt. Das ist angesichts des geringen Wachstums in Europa beeindruckend. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 16 ist die Region nun allerdings nicht mehr günstiger als andere sondern liegt auf Augenhöhe mit den weltweiten Durchschnittswerten. Von diesem allgemeinen Marktanstieg haben viele Anleger profitiert und schnellen Gewinn gemacht. Ich bin mir aber sicher, dass wahllose Kaufentscheidungen nicht von Dauer sein werden – also Käufe, die weder Risiko und Bilanzen noch Wachstumspotenzial oder Qualität der Unternehmensführung berücksichtigen.Was bedeutet das für meine Titelauswahl? Grundsätzlich wähle ich Aktien von Unternehmen, die von innen heraus wachsen können und dadurch in gewisser Weise unabhängig vom allgemeinen Wirtschaftsumfeld sind. Am stärksten übergewichtet ist aktuell der Pharmasektor mit Titeln wie Bayer, Roche, Novartis und Sanofi. Sie verfügen über hohes Wachstumspotenzial, das sich nicht in ihren Bewertungen widerspiegelt. Die Pharmatitel zeichnen sich durch interessante Produkt-Pipelines aus, die auf Jahre hinaus für absehbare Gewinne sorgen. Getragen werden sie auch von starken zugrunde liegenden Rahmenbedingungen wie der Alterung der Gesellschaft, der frühzeitigen und besseren Diagnose und Behandlung von Erkrankungen sowie einer besseren Gesundheitsversorgung in den Schwellenländern.Skeptisch bin ich bei Basiskonsumgütern. Viele Aktien aus der Branche sind mit einem durchschnittlichen KGV von 21,5 überteuert. Gleichzeitig sind die Gewinnaussichten im niedrigen einstelligen Bereich äußerst bescheiden. Sorgen bereitet mir auch das langsamere Umsatzwachstum in den Schwellenländern. Ihr Anteil am Gesamtumsatz ist bei vielen Branchenakteuren hoch und wird Spuren beim Umsatzwachstum hinterlassen. Auch bei Investitionsgütern und Werkstoffen halte ich mich eher zurück. Ihre Aktien scheinen mir angesichts der fehlenden Preissetzungsmacht in den beiden Branchen relativ teuer. Auch die Kapazitätsauslastung ist insgesamt eher suboptimal, und aktuell verspüren die Unternehmen wenig Druck zu investieren.

Finanzwerte habe ich kürzlich von untergewichtet auf neutral angehoben. Hierbei handelt es sich häufig um Aktien mit hohem Beta, also um Titel, die größeren Schwankungen unterliegen als der Gesamtmarkt. Hinzu kommt, dass ich nach den aktuellen Ereignissen in Griechenland keine massiven Rückschläge für europäische Banken und Versicherer erwarte.

Was einzelne Titel betrifft, ist Ryanair nach wie vor mein Top-Favorit und die größte Position im Fonds. Die Aktie hat sich seit etwa einem Jahr unverändert stark entwickelt. Dank der niedrigen Kostenbasis profitiert Ryanair mit am stärksten vom strukturellen Wachstum von Billigfliegern. Der Schlüssel zum Potenzial des Unternehmens liegt in seiner Preissetzungsmacht, die auf Flexibilität und Kostenkontrolle beruht. So kann es vorübergehend die Preise senken, um die Konkurrenz auf Abstand zu halten und seinen Marktanteil zu vergrößern. Auch der Automobilzulieferer Valeo zählt zu den größten Fondsbeständen. Das Unternehmen konzentriert sich auf innovative Lösungen in langfristigen, margenstarken Wachstumssegmenten wie Sicherheit und Emissionsreduktion. Über ein Viertel des Umsatzes erwirtschaftet Valeo in den Schwellenländern. Das wird künftiges Wachstum von innen verstärken.” (3.8.2015)


Bei Aufschwung europäischer Aktien erst Halbzeit

Nach dem Kompromiss mit Griechenland hat an den europäischen Aktienmärkten ein neuer Kursaufschwung eingesetzt, der sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen dürfte. Europäische Dividendentitel bieten damit weiterhin sehr gute Anlagechancen. Zu dieser Einschätzung kommt Niall Gallagher, Fondsmanager bei GAM. „Um es mit einem Fußballspiel zu vergleichen: Bei der Erholung der europäischen Aktienmärkte haben wir gerade mal Halbzeit“, sagt Gallagher. „Dabei war die erste Hälfte in diesem Match gekennzeichnet von einer Neubewertung von Aktien, während in der zweiten steigende Unternehmensgewinne die Kurse weiter nach oben treiben werden.“ Ein Grund für die optimistische Prognose des GAM-Experten ist, dass viele strukturelle Ungleichgewichte innerhalb der Eurozone korrigiert worden sind. „In den Peripherieländern sind die Leistungsbilanzdefizite vielerorts in Überschüsse verwandelt worden und eine Reihe von Volkswirtschaften innerhalb der Eurozone steht nun mit einem gesunden Staatshaushalt da.Wieder erstarkter Bankensektor stützt die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone”
Auch sei das europäische Bankensystem in den vergangenen Jahren gestärkt worden, indem die Institute ihre Eigenkapitalausstattung erhöht haben. „Auf diese Weise sind die Großbanken wieder in der Lage, die reale Wirtschaft ausreichend mit Krediten zu versorgen“, erläutert Gallagher seine Einschätzung. „Dazu kommt, dass die Volkswirtschaften in der Eurozone vom gesunkenen Ölpreis profitieren. Denn sowohl Unternehmen als auch privaten Haushalte sparen dadurch erheblich bei den Energiekosten, wodurch auf der anderen Seite die Kauf- beziehungsweise Investitionskraft steigt.“ (29.07.2015)

Keine Zinserhöhung in Europa vor 2018

Die Europäische Zentralbank wird ihre Zinsen mit Blick auf die anhaltenden Widrigkeiten in der Region nicht vor 2018 anheben, ist die schottische Investment Management-Gesellschaft Kames Capital überzeugt. John McNeill, Co-Manager des Kames Absolute Return Bond Global Fund, hält eine Zinsanhebung in der Eurozone im Jahr 2017, so wie es der Markt erwartet, für unrealistisch – vor allem in Anbetracht der jüngsten Ereignisse in Griechenland.Seines Erachtens wird es deutlich länger dauern, bis sich die wirtschaftliche Erholung – und die Inflation – so gefestigt haben, dass ein solcher Schritt erforderlich ist. Hinzu kommt, dass sich die EZB gegenwärtig auf ihr laufendes QE-Programm konzentriert.”Der Markt hat begonnen, Ende 2017 als Termin für EZB-Zinsanhebungen einzupreisen, aber dieser Zeitpunkt erscheint uns zu früh. Da in Europa weiterhin eine lockere Geldpolitik vorherrscht und die Inflation praktisch immer noch bei fast Null liegt, werden einige Jahre vergehen, bis die EZB die Zinsschraube wieder anziehen kann”, so McNeill. Außerdem nimmt das Griechenland-Drama kein Ende, was laut McNeil für die EZB ein weiterer Grund für eine Verschiebung der Zinserhöhungen ist.”Geopolitische Risiken, die unter der Oberfläche schwelten, rückten in letzter Zeit stärker in den Vordergrund, wie etwa die aktuelle Entwicklung der Griechenland-Krise und die Volatilität an Chinas Börse. Die europäischen Anleihenmärkte verzeichneten höhere Verluste als ihre Pendants in Großbritannien und den USA. Die Auflösung von Positionen, die Anleger im Vorfeld des EZB-Liquiditätsprogramms aufgebaut hatten, verstärkten die Abflüsse”, teilt der Co-Manager mit.McNeill weist ferner darauf hin, dass es sich angesichts der extremen Renditeentwicklung in der Eurozone durchaus wieder lohnen könnte, eine Wette auf den EZB QE-Trade einzugehen: “In Kerneuropa haben wir nach besagten Positionsauflösungen eigens eine Position eröffnet, mit der wir vom QE-Programm der EZB profitieren möchten, ohne vollständig long zu gehen”, so McNeill.Der Fonds baute eine Long-Position in 30-jährigen Bundesanleihen auf und ging short in Euro-Swaps mit einer Laufzeit von 30 Jahren in Erwartung einer hohen Nachfrage nach Bunds – in Anbetracht des EZB-Kaufprogramms. “Angesichts des sehr begrenzten Angebots an Bonds im Sommer und der Tatsache, dass die EZB ihre Käufe beschleunigen muss, sollten die Kurse der Bunds stärker als die der Swaps steigen”, sagt der Co-Manager. (22.7.2015)


Euro-Peripherie: Kein zweites Griechenland in Sicht

Nach dem vorläufigen Ende der Verhandlungen mit Griechenland scheinen die Krisensorgen in Europa deutlich abzunehmen. Denn nach Ansicht von Enzo Puntillo, Anleihenexperte bei GAM, ist in den von der Schuldenkrise ebenfalls tangierten anderen Staaten der Euro-Peripherie „kein zweites Griechenland in Sicht.“ Die zähen Verhandlungen über die griechischen Schulden hatten zuletzt in Anlegerkreisen auch die Frage aufgeworfen, wie groß die Ansteckungsgefahr besonders für die übrigen sogenannten PIIGS-Staaten der Euro-Zone ist, sprich Portugal, Italien, Irland und Spanien. „Ursprünglich basierte diese Zuordnung auf sehr wenigen Punkten, nämlich dem Schuldenniveau und den Leistungsbilanzdefiziten. Dabei wurde vernachlässigt, dass die Länder wirtschaftlich sehr unterschiedlich aufgestellt sind“, erklärt Puntillo.

Für ihn ist die Frage nach der Ansteckungsgefahr daher unbegründet: „Anders als in Griechenland, das mit allen Symptomen einer ausgewachsenen Schuldenkrise kämpft, ist in den übrigen Peripherie-Staaten davon kaum etwas zu spüren.“ Diese Länder hätten in den vergangenen Jahren sehr viel dafür getan, ihre Haushalts- und Leistungsbilanzdefizite zu senken. Griechenland hingegen habe zwar gewisse Schritte eingeleitet, sei jedoch nicht ausreichend weit gegangen, um die Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen.

„Die Europäische Zentralbank EZB will weiterhin alles unternehmen, um die Stabilität des Euroraums zu gewährleisten. Dazu gehört auch, das Ansteckungspotential der Griechenlandkrise zu begrenzen“, so der Investmentexperte weiter. Zudem verfüge die Zentralbank unterdessen über ein größeres Arsenal an Schutzmaßnahmen, unter anderem die quantitative geldpolitische Lockerung und das Programm zum gezielten Aufkauf von Staatsanleihen (OMT). Risiken aus Kapitalmarktwetten gegen Peripherie-Anleihen seien auch nicht mehr vorhanden, denn sonst hätte es mit der fortschreitenden Krise in Griechenland bereits massenhafte Eindeckungen von Positionen gegeben.

Keine Ansteckungsgefahr für Italien
Als Italien in die Gruppe der PIIGS einsortiert wurde, hatte das Land keine deutlich gestiegenen Schulden, und sein Leistungs- und Haushaltsdefizit sei keineswegs extrem gewesen. „Die italienische und die griechische Wirtschaft unterscheiden sich weiterhin sehr deutlich, und wir sehen keine Ansteckungsgefahr für Italien“, prognostiziert Puntillo.

Die italienischen Schulden seien überwiegend über den heimischen Privatsektor finanziert, während Griechenland vor allem ausländische Gläubiger hat. „Kaum eine Privatwirtschaft der Welt ist reicher als die italienische, nicht einmal Deutschland kann hier mithalten“, sagt der Investmentexperte. Italien könne es sich nicht leisten, Schulden gegenüber den eigenen Haushalten nicht zu bedienen, jeder Schritt in diese Richtung wäre politischer Selbstmord. Daneben verfüge Italien über einen sehr starken Exportmarkt unter anderem im Luxus-, Maschinenbau-, Automobil- und Pharmasegment und sei damit gegenüber Griechenland deutlich anders positioniert.

„Natürlich bleibt auch in Italien noch einiges zu tun – so muss etwa die Regierung den Arbeitsmarkt flexibilisieren, um mehr Arbeitsplätze für junge Menschen zu schaffen, und gleichzeitig mehr Möglichkeiten zur Erwerbstätigkeit von Frauen schaffen. Aber die Wirtschaft hat viel zu bieten, und es besteht kein Grund für Anleger, demnächst in Italien griechische Verhältnisse zu fürchten“, schlussfolgert Puntillo. (14.07.2015)

Wie Österreichs Kapitalmarkt belebt werden kann

Bessere Rahmenbedingungen für Risikokapital, Privatisierungen und Mitarbeiterbeteiligungen – mit diesem Mix könnte man die Wiener Börse und Österreichs Wirtschaft beleben, so Willibald Cernko im Exklusiv-Interview.

Willibald Cernko ist als Vorstandsvorsitzender der Bank Austria nicht nur oberster Repräsentant des größten Aktionärs der Wiener Börse. Vielmehr hat er sich in der Vergangenheit schon oft für eine Stärkung des heimischen Kapitalmarktes und der Aktienkultur ausgesprochen. Im Exklusivgespräch mit dem Börsen-Kurier betont er, dass eine Belebung des Kapitalmarkts für die Zukunft der österreichischen Wirtschaft und damit des Landes nötig sind. (15.07.2015)

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Aktien haben weiterhin Potenzial

Griechenland hin oder her: Laut Allianz-Österreich-CIO Martin Bruckner bleiben Aktien auch weiterhin begehrt – vor allem jene aus dem viel gescholtenen Europa.

Die näher rückende Zinserhöhung in den USA (erwartet im September), eine leichte Erholung der Inflationserwartungen und die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich Griechenlands werden auch im kommenden Quartal für erhöhte Volatilität an den Anleihen-, Aktien- und Währungsmärkten sorgen, sind die Experten der Allianz überzeugt. Dem Aktienbullenmarkt gesteht man aber trotzdem nur eine Atempause zu. „Dieser ist nicht mehr ganz jung, eine Zinswende sehen wir aber nicht als Ende des Zyklus“, so Martin Bruckner. (15.07.2015)

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ATX Ende 2015 bei rund 2.700 Punkten

Trotz der jüngsten Eskalation der Griechenland-Krise gehen führende heimische Analysten von einer positiven Entwicklung des Leitindex ATX in der zweiten Jahreshälfte aus.

Die Eskalation der Griechenland- Krise – Stichwort: Referendum – hat zu Wochenbeginn zu Kursverlusten an den europäischen Börsen gesorgt. Der DAX brach um 3,56 % ein, der Euro Stoxx 50 sogar um 4,21 %. Dieser Entwicklung konnte sich auch der ATX nicht entziehen: Der heimische Leitindex notierte Montagabend bei 2.427,20 Punkten, was ein Minus von 3,28 % gegenüber dem vorangegangenen Handelstag bedeutet. Erste-Group-Chefanalyst Friedrich Mostböck spricht gegenüber dem Börsen-Kurier dennoch von einer kurzfristigen Störung. „Die Lage hat sich ja in den letzten Wochen zugespitzt“, so der Experte.

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Valartis sieht Aktien im Aufwind

Geht es nach Alfred Reisenberger, Investmentstratege der Valartis Bank (Austria) AG, so steht die Ampel – zumindest bei Aktien – weiter auf Grün.

Der Chef-Investmentstratege von Valartis Österreich stellte in einer Pressekonferenz Positives in den Vordergrund, kurz bevor es zum Verhandlungseklat zwischen der EU und Griechenland am vergangenen Wochenende kam. Somit schwebt das Gespenst „Grexit“ nach wie vor wie ein Damoklesschwert über Griechenland und der EU. Jedoch, wenn der Grexit gebannt ist, „wird sich der Markt wieder auf die positiven Fundamentaldaten konzentrieren“, so Reisenberger. Dem ist jedoch noch nicht so. Deshalb scheint eine zu optimistische Voraussage noch vage, obwohl der Österreich-Valartis-Chef der Meinung war, dass es keinen Grexit geben wird.

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Ethik-Investments auf dem Vormarsch

Ethische Geldanlagen spielen in Großbritannien noch eine untergeordnete Rolle. Die Anbieter einschlägiger Produkte berichten allerdings von zunehmendem Investoreninteresse.

Nachhaltige Investments erfreuen sich im deutschsprachigen Raum immer größerer Beliebtheit. Laut dem kürzlich veröffentlichten Marktbericht des Fachverbands Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) beläuft sich das Marktvolumen nachhaltiger Fonds und Mandate in Deutschland, Österreich und der Schweiz heute auf 197,5 Mrd.

Exportschub im 1. Quartal

Zwischen Dollarstärke und einem höheren Warenausfuhrvolumen aus EU und Euroraum ist ein gewisser Zusammenhang erkennbar. Doch diese Entwicklung ist kein Dauerzustand.

Das Währungspaar EUR/USD erreichte im März ein Tief von unter 1,05, ehe im April eine stärkere Gegenbewegung einsetzte. Per 13. Juni liegt die Relation EUR/USD noch immer rund 17 % unter dem Stand von vor 12 Monaten. Gegenüber Pfund und Franken liegt die Abwertung bei 9,5 bzw. 14,1 %. Produkte aus dem Euroraum haben sich somit in Dollar, Pfund und Franken entsprechend verbilligt. Das beflügelte den Export: Im Zeitraum Jänner bis März 2015 stiegen die Warenausfuhren des Euroraums (ER19) in die restliche Welt um 5 % auf 491,2 Mrd€, während sich der Intra- Euroraum-Handel mit einem Anstieg von 0,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum in engen Grenzen hielt.

Unser Thema der Woche

Gute Chancen für Dividendenüberraschungen

Die Experten der britischen Fondsgesellschaft Kames Capital sehen in einer Reihe von Assetklassen – darunter auch alternative Anlagen – interessante Ertragsaussichten für Anleger.

„Die Bilanzen schauen derzeit stark aus, dazu kommt die steigende Bereitschaft, Dividenden zu erhöhen“, macht Mark Peden, Manager des Kames Global Equity Income Fund (ISIN: IE00BF5SW072), bei unserem Besuch am Firmensitz in Edinburgh ein grundsätzlich attraktives Umfeld für globale Aktien aus. Positiv einzuschätzen sei etwa, dass die Unternehmen derzeit Fremdkapital emittieren, um anlegerfreundliche Maßnahmen zu forcieren.

Schreckgespenst Grexit wirkt

Griechenlands Schulden haben eine kritische Masse erreicht, die Gläubigern und Politik das fürchten lehrt.

Seit dem 11. Feber 2015 akzeptiert die EZB keine griechischen Staatsanleihen als Sicherheiten. Seither sind griechische Banken auf ELA(Emergency Liquidity Assistance)-Kredite angewiesen, die von der griechischen Zentralbank zwar vergeben werden, aber der Genehmigung durch die EZB bedürfen. Mittlerweile ist das ELA-Volumen auf 80,7 Mrd€ angeschwollen.

Neue Regeln gegen Marktmissbrauch kommen

MAD war bisher, MAR und CS MAD ist die Zukunft. Die Bekämpfung von Marktmissbrauch geht in die nächste Etappe.

Die aktuelle EU-Richtlinie gegen Insiderhandel und Marktmanipulation (MAD) bekommt gleich zwei Nachfolger: Die EU-Verordnung über Insiderhandel und Marktmanipulation (Market Abuse Regulation MAR) und die neue EU-Richtlinie über strafrechtliche Sanktionen bei Marktmissbrauch (Criminal Sanctions Market Abuse Directive CS MAD).

Versicherungen brauchen Innovationen

Die Probleme sind zahlreich, Lösungen müssen erst gefunden werden. Darüber sind sich die heimischen Versicherungs-Bosse einig. Wer die steigenden Kosten tragen wird, bleibt offen.

Die Ausgangslage für die heimische Versicherungswirtschaft ist keine einfache, wie auf der jüngsten Podiumsdiskussion zu „Baustellen der Versicherungswirtschaft“ des Finanz- Marketing Verband Österreich festgehalten wurde. Gerade bei der Lebensversicherung müssten Kunden ihre Erwartungen zurückschrauben. Grund sind die tiefen Zinsen. Auch in Österreich werden inzwischen Produkte ohne Garantiezins angeboten.

Breite Streuung bringt Rendite

Die meisten Österreicher horten lieber Bargeld, anstatt für die Vorsorge interessante Alternativen – die es bei langfristigen Veranlagungen durchaus gibt – in Betracht zu ziehen.

Die Summe ist doch recht beachtlich: „Das Gesamtvermögen der Österreicher beträgt rund 572 Mrd€“, zeigt Philip Steiner, Vorstandsmitglied der Nürnberger Versicherung, anlässlich der Podiumsdiskussion zu „Geldanlage in Zeiten des Niedrigzinses“ auf. Davon liegen rund 40 % auf Sparbüchern, „oder werden unterm Kopfpolster gehortet“, formuliert es der Experte ein wenig überspitzt. Mit der logischen Konsequenz, dass sich nach Abzug der Inflation ein realer Verlust ergebe.

Eine Zinswende mit Fragezeichen

Die Renditen 10-jähriger westlicher Staatsanleihen signalisieren bereits eine Zinsanhebung. Der Wille der US-Notenbank, die Zügel zu straffen, könnte erneut überschätzt werden.

„Ich kann mir nicht vorstellen, wie wir aus dieser Geldschwemme einen geordneten Weg herausfinden.“ – Worte von Gerhard Schwarz, Direktor der Schweizer Denkfabrik „Avenir Suisse“ zum Jahresende 2013. Eineinhalb Jahre später wird die Finanzwelt mit verbalen „Transparenz“- Ankündigungen der Fed konfrontiert.

Profitieren von Seitwärtsmärkten

Anleger, die nicht mit weiteren großen Kurszuwächse rechnen, können mit Teilschutzzertifikaten zumindest eine interessante Verzinsung lukrieren, erklärt Heiko Geiger von Vontobel.

Schon seit einiger Zeit mahnen Stimmen vor einem möglichen Ende der Aktienhausse. Heiko Geiger, Produktspezialist bei Vontobel resümiert: „Die europäischen Märkte sind nicht mehr billig. Allerdings wird die Hausse künstlich durch die lockere Geldpolitik der Notenbanken angefeuert.“ Allein heuer sind die Märkte gut gelaufen. Zu Recht würden sich viele Anleger derzeit fragen, ob sie auf weitere Kursanstiege setzen sollten, oder ob schon das Jahrespotenzial ausgereizt sei, meint Geiger: „Daher sträuben sich Anleger jetzt, noch direkt in den Aktienmarkt zu investieren.“

Vola bei Anleihen deutlich gestiegen

Angesichts der zuletzt deutlich gestiegenen Volatilität halten Experten eine Rückkehr zu den Bund-Rendite-Jahrestiefständen für wenig wahrscheinlich.

„Nachdem wir in den letzten zwei Jahren eine längere Phase niedriger Volatilität – die wichtigsten Faktoren waren in diesem Zusammenhang die niedrigen Zinsen und das Quantitative Easing der Zentralbanken – gesehen haben, ist sie heuer wieder erheblich gestiegen“, umschreibt Andreas Riegler, Head of Global Fixed Income bei Raiffeisen Capital Management (RCM), die aktuelle Lage an den Anleihemärkten. Angesichts der deutlich gestiegenen Volatilität sei vor allem eines klar: Eine Rückkehr zu den Jahrestiefständen – als sich die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen auf 0,05 % beliefen – sei wenig wahrscheinlich, da Investoren auch gehörige Risiken sehen würden.

Qualitätsaktien im Fokus der Anleger

Eine spürbare Korrektur an den Aktienmärkten ist überfällig. Anlegern würde sie günstige Einstiegschancen, vor allem in Qualitätsaktien, bieten.

Dass kontinuierliches Dividendenwachstum langfristig zu überlegener Performance führt, ist bekannt. Um aber in einer Korrektur auf die richtigen Aktien zu setzen und im Falle einer anhaltenden Börsenschwäche das Rückschlagpotenzial zu begrenzen, sollten folgende Faktoren beachtet werden:

Die besten Zertifikate Österreichs

Das Zertifikate Forum Austria vergab zum neunten Mal in Folge den Zertifikate Award Austria für die besten Emittenten und innovativsten Produkte ihrer Branche.

Heike Arbter, Vorstandsvorsitzende des Zertifikate Forum Austria (ZFA), freut sich naturgemäß: „Der Zertifikate Award Austria kürt die Besten der Besten und ist eine Auszeichnung für die kontinuierliche Arbeit, die die Emittenten das ganze Jahr über leisten.“ Zertifikate erfreuen sich im anhaltenden Niedrigzinsumfeld dabei durchaus wachsender Beliebtheit in der Vermögensveranlagung. Alleine im März konnten 190 Mio€ in Zertifikaten umgesetzt werden, um 7,9 % mehr als im Vormonat.

„Konjunkturerholung setzt sich fort“

Die Analysten der Credit Suisse loben die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und den USA; im aktuellen Umfeld favorisieren sie Aktien.

„Die Erholung der Weltwirtschaft setzt sich fort, das Wachstum wird unter anderem von der noch immer expansiven Geldpolitik getrieben. Inflation ist praktisch nicht vorhanden und wird in absehbarer Zeit auch nicht in großem Stil auf uns zukommen“, so Erwin Busch von der Credit Suisse Deutschland.

Wie die Superreichen Ihr Vermögen vermehren

Wenn Milliardäre Kernaktionäre von börsenotierten Unternehmen sind, können auch Privatanleger von ihren Deals profitieren. Wir haben die interessantesten Aktien gefunden.

Zur erstmaligen Veröffentlichung der Forbes-Liste im Jahr 1987 waren es weltweit lediglich 140 Milliardäre mit einem Gesamtvermögen von 295 Mrd USD, was einem Durchschnitt von 2,11 MrdUSD pro Kopf/Familie entsprach. Bis zur Forbes-Liste des Jahres 2015 stieg weltweit die Anzahl der Milliardäre auf 1.826 (Vorjahr 1.645) und deren Gesamtvermögen von 6,4 auf 7,05 BioUSD (Vorjahr 6,4 Bio).

Was Aktienrückkäufe dem Anleger bringen

Kapitalstarke Unternehmen kaufen wie wild eigene Unternehmensanteile – das pusht den Kurs. Es gibt aber auch kritische Stimmen.

Der Trend startete wie so oft in den USA: Amerikanische Unternehmen erwarben im vergangenen Jahr eigene Aktien in rekordverdächtigem Ausmaß. Dabei sind Aktienrückkäufe ein relativ junges „Instrument“, um Geld an die Aktionäre zurückfließen zu lassen. Hier kauft ein Unternehmen seine eigenen Aktien und verringert somit die Anzahl der umlaufenden Stücke. Logische Folge: Der Kurs steigt.

Wartehaltung am Königsthron

Den Wahlen zum Unterhaus des Vereinigten Königreichs am 7. Mai sieht der Londoner Finanzmarkt gelassen entgegen. Politische Irritationen sind auf das Folgejahr verschoben.

Das jüngste Allzeithoch des bedeutendsten britischen Aktienbarometers von Mitte April steht der Rallye des deutschen Vergleichsindex nur bedingt nach. Denn im Unterschied zum deutschen DAX stellt der FTSE 100 einen Kursindex und keinen Performance- Index dar. Die jährlichen Dividendenzahlungen werden somit dem Punktestand nicht zugerechnet. Dass die Entwicklung seit dem Krisenjahr 2009 dennoch etwas bescheidener ausfällt, ist bloß dem Umstand zuzuschreiben, dass einige Schwergewichte zweier „leidender“ Branchen dementsprechend im Index repräsentiert werden.

Vieles spricht für asiatische Aktien

Für Experten spricht neben den niedrigen Energiepreisen unter anderem auch eine ambitionierte Reformagenda für Aktien aus Asien (ausgenommen Japan).

Die Ausgangslage war für asiatische Aktien (Japan ausgenommen, Anm.) schon einmal schlechter. Vielmehr machen Experten eine Reihe von Treibern aus, wie etwa Reformbestrebungen in vielen Märkten der Region. Dazu würden die niedrigen Energiepreise kommen, die dazu führen, dass in Ländern wie Indien, Malaysia und Indonesien Energiesubventionen zurückgefahren werden könnten. „Wenn sowohl der Staat als auch Privathaushalte mehr Geld als geplant zur Verfügung haben, dann dürfen sich Unternehmen auf höhere Umsätze freuen – mit positiven Nebenwirklungen für den Aktienwert“, erklärt Matthew Vaight, Manager des M&G Global Emerging Markets Fund (GB00B3FFXZ60).

Impulse für die Wiener Börse

Voraussichtlich am 3. Juli soll sich der Staat aus der Einlagensicherung zurückziehen. Zahlreiche Sparer, die auf der Suche nach Alternativen sind, könnten die Wiener Börse entdecken.

Noch sind die gedeckten privaten Spareinlagen zur Hälfte durch die staatliche Einlagensicherung geschützt. Für die ersten 50.000 € haften die Banken im Insolvenzfall und die nächsten 50.000 € werden vom Bund garantiert. Doch damit ist im Juli Schluss. Stattdessen sollten Banken bis zum Jahr 2024 0,8 % der gedeckten Einlagen in einen Einlagensicherungsfonds einzahlen – nach heutigem Stand 1,49 Mrd€.

„Variabel verzinste Hochzinsanleihen als Absicherung“

M&G-Experte James Tomlin wappnet sich gegen eine allmähliche Wende bei den Zinsen, die der Fondsmanager vor allem in den USA sowie in England in naher Zukunft erwartet.

Das aktuelle Zinstiefdilemma stellt Anleger stets vor das gleiche Problem: Mehr Risiko an den Aktienmärkten nehmen oder doch in mickrig verzinste Anleihen investieren? Hier wartet James Tomlins, Manager des M&G Global Floating Rate High Yield Fund (ISIN: USDTranche: GB00B3FFY203, Euro hedged Tranche: GB00BMP3SF82) mit einer weiteren Alternative auf, mit variabel verzinsten Anleihen aus dem High-Yield-Bereich.

Aktien weiter im Aufwind

„Aktienbullen auf robustem, aber dünnerem Eis“, so die These der beiden Allianz-Invest-Vorstände Martin Bruckner und Christian Ramberger in ihrem Ausblick für das 2. Quartal.

Aktien weiter im Aufwind. Aber: Der Wind schwächt sich im zweiten Quartal etwas ab, während im ersten Quartal 2015 die Aufholjagd an den europäischen Aktienmärkten noch voll im Gang war. Jedoch: Für eine Fortsetzung des Aktienbullenmarktes sprechen laut Allianz Invest ein höheres Wirtschaftswachstum bei niedriger Inflation und weiterer globaler Liquiditätsunterstützung sowie Rekordtiefstände bei Anleihen.

„Dividenden sind die neuen Zinsen“

Angesichts des aktuellen Zinsumfelds stünden Anleger vor der Wahl, entweder die Aktienquote zu erhöhen oder ihre Ziele anzupassen, so LBBW-Experte Markus Zeiß.

Für Markus Zeiß besteht kein Zweifel: „Dividenden sind die neuen Zinsen“, sagt der Senior Fondsmanager Aktien bei LBBW Asset Management gegenüber dem Börsen-Kurier. Viele Investoren wie etwa Stiftungen oder Institutionelle könnten ihre Anlageziele angesichts des derzeitigen Zinsniveaus gar nicht mehr erreichen. „Sie brauchen Renditen, weshalb sie auch verstärkt Dividenden Beachtung schenken“, sagt er. Zum Trendwechsel sei es 2008 gekommen. „Seit damals ist die Dividendenrendite höher als die Umlaufrendite“, so Zeiß. Derzeit liegt die europäische Dividendenrendite im Übrigen bei 3,10 %, die deutsche Umlaufrendite bei 0,14 %.

Risiko-Spreads steigen dramatisch an

Österreichische Emittenten mit expliziten oder impliziten Staatsgarantien sind mit drastisch steigenden Refinanzierungskosten konfrontiert.

Offenbar reagieren die Finanzmärkte auf den Zahlungsstopp der HETA genau so, wie es der Börsen-Kurier vor einem halben Jahr vorausgesagt hatte. Wir hatten argumentiert, dass an den Bondmärkten undifferenziert „im Zweifel gegen den Angeklagten“ geurteilt werde. Sollte eine öffentliche Garantie wie jene der Kärntner Landesregierung verleugnet werden, würden die Bondkäufer zwangsläufig eine Neubewertung vornehmen. Internationale Fixzins-Investoren würden für österreichische Anleihen nach so einem Präzedenzfall also einen empfindlich höheren „Risikospread“ einstreifen wollen – und betroffen wären alle österreichischen Emittenten, die bislang von einer expliziten oder impliziten Staatsgarantie profitiert hatten.

Ethisch korrektes Investieren zahlt sich aus

Nachhaltige Renditen sind das Resultat eines vorsichtigen und integren Managements, unabhängig ob bei Aktien-, Anleihen oder Fondsinvestments.

„Gute“ Investments sind eher unauffällig und haben keine marktschreierische Werbung nötig. Unauffälligkeit bedeutet unter anderem keine Skandale oder selbstverschuldeten Konflikte mit Behörden. Das gilt vor allem bei Fondsinvestments für die Selektion der KAGs und Vermögensverwalter, die auch nicht durch „übernatürliche“ Leistungen auffallen sollten. Weicht nämlich die Wertentwicklung intransparenterer Produkte zu stark vom Marktdurchschnitt ab, ist große Vorsicht geboten. Positive Abweichungen bedürfen immer einer natürlichen plausiblen Erklärung und Dokumentation – und schon alleine dies erfordert eine transparente Berichterstattung (z.B. via monatlicher Factsheets). Das ist auch die Lehre aus dem Madoff-Skandal.

Aktien zur Vorsorge notwendig

Nicht nur in Österreich wenden sich viele von den Börsen ab und gehen damit das Risiko ein, viel Geld „zu verlieren“.

Anleger, die ihr Geld in Aktien der großen Unternehmen des DAX investiert haben, verbuchen momentan satte Gewinne. Das Frankfurter Kursfeuerwerk ist auch den sprudelnden Unternehmensgewinnen zu verdanken. Vor allem aber befeuern die historisch niedrigen Zinsen den Aufwärtstrend. Kaum eine andere Anlageform bringt derzeit noch so zuverlässig Gewinne. Die Aktie müsste folglich des Deutschen liebstes Kind sein. Doch: Sie steht zwar für satte Gewinnchancen, das Deutsche Aktieninstitut (DAI) hat für 2014 jedoch einen deutlichen Beliebtheitsverlust der Aktie vermeldet.

So soll Börse!

Der Privatanleger im Fokus – so präsentierte sich uns die Börse München bei einem Besuch in der bayrischen Landeshauptstadt.

Als eine von sieben deutschen Regionalbörsen steht die Börse München nicht nur mit Frankfurt, sondern eben auch mit den anderen Anbietern im Wettbewerb. Dass das für den Markt und insbesondere für Privatanleger Vorteile bringt, zeigt sich bei einem Lokalaugenschein. Wir sprachen in München mit Vorstand Jochen Thiel.

Weiterer Durchbruch des Euro

Eine politisch herbeigesehnte weitere Schwächung der Gemeinschaftswährung nimmt ihren Lauf. Doch das Tempo dieser Entwicklung überrascht.

„Wann haben wir die EUR/USD-Parität?“, lauten nun unisono die Fragestellungen an die Experten. Die Antworten unterscheiden sich nur in der Angabe der Zeitspannen von einer Woche bis hin zum Jahresende. Die professionellen Marktteilnehmer der Deutschen Bank stellen auf Grund der ultralockeren Geldpolitik rekordhohe Kapitalabflüsse aus dem Euroraum fest und prognostizieren bereits für kommendes Jahr einen Euro-Kurs von 0,90 bzw. 0,85 im Jahr 2017. Ein solches Szenario würde dem Tiefststand des Jahres 2011 gleichkommen.

Erinnerungen an die Internet-Blase

Der Nasdaq Composite hat erstmals seit dem Platzen der Internetblase wieder 5.000 Punkte übersprungen. Ist die Sorglosigkeit gerechtfertigt oder kommt der Hochmut vor dem Fall?

Lachshäppchen, Kaffee, ab und zu ein Gläschen Schampus: so empfing die Technologiebörse Nasdaq ihre Besucher fast täglich am Times Square. Es verging kaum ein Tag ohne Börsengang. Die Kurse einiger Börsenneulinge wurden innerhalb kürzester Zeit um über 1.000 % in die Höhe gejagt. Bernie Ebbers, der Chef des damaligen Nasdaq-Schwergewichts Worldcom, schaffte sich eine rund 2.570 km² große Ranch an. Das entspricht der Fläche des USBundesstaates Rhode Island.

Neue Strategien für den Rentenmarkt

Barbell-Ansatz oder Better Beta – was hinter diesen Begriffen steckt und warum sie attraktive Renditen versprechen, darüber sprachen wir mit AB-Portfolio-Manager Markus Peters.

Dass traditionelle Investmentstrategien am Rentenmarkt angesichts der lang andauernden Niedrigzinsphase ausgedient haben, ist offensichtlich. Markus Peters zeigt das Dilemma an einigen Beispielen. So waren noch 2011 österreichische Bundesanleihen mit einer fünfjährigen Laufzeit mit einem 1,75-%-Kupon ausgestattet und Österreich verfügte damals noch über ein Triple-A-Rating. Heute liegt der Zinssatz trotz gesunkener Bonität bei -0,096 %. Ähnlich bei Unternehmensanleihen: Musste beispielsweise die Erste Group 2011 noch 4,25 % Zinsen zahlen, so sind es jetzt nur noch 0,785 %.

Was gute Aktien-Diversifikation ausmacht

Auf die Frage „Wie soll ich anlegen?“ lautet eine Standardantwort: „Gut diversifiziert“. Schön und gut. Aber was heißt „gut diversifizieren“ in der Praxis? Profis geben Antworten.

„Korrelation zählt, und nicht nur Diversifikation“, holt Anne Oberbillig, Produktspezialistin bei Nordea, gleich weiter aus. Im Krisenstartjahr 2008 boten selbst höchst unterschiedlichste Aktien keine Risikostreuung: Jede etwa im breiten Euro Stoxx 50 Aktienindex vertretene Aktie hat 2008 deutlich nachgegeben. Auch die Erträge fast aller übrigen Assetklassen waren tief negativ. Conclusio: „Nicht die Zahl der Anlageklassen im Portfolio ist entscheidend, sondern deren Diversifikationsfähigkeit.“ Bei einem Portfolio aus zwei Assetklassen, die nur zu 25 % miteinander korrelieren, reduziert sich das Risiko um ca. 27 %.

Der Ölpreis macht’s wieder gut

Niedriger Ölpreis, Geldpolitik, rückläufige Inflationstendenzen und nicht zuletzt geopolitische Faktoren beeinflussen die Weltwirtschaft massiv. Ein vorsichtiger Ausblick von Fidelity.

Nach wie vor deuten die Indikatoren auf einen leichten Wiederanstieg des weltweiten Wirtschaftswachstums in den nächsten Monaten hin. Niedrigere Ölpreise und eine unterstützende Geldpolitik dürften sich zur Jahresmitte bemerkbar machen. Bis dahin wird sich wohl auch der stark rückläufige Inflationstrend fortsetzen. Wie es im zweiten Halbjahr weitergeht, hängt vor allem von der Ölpreisentwicklung ab. Damit ist der Wachstumsausblick für die nächsten Monate eher durchwachsen, meint Fidelity-Volkswirtin Anna Stupnytska im Makroausblick des Investmenthauses.

Defensive Dividendentitel sind die erste Wahl

Institutionelle Anleger sitzen auf billigem Geld und kommen angesichts von Negativzinsen im kurzen Laufzeitspektrum an Aktienveranlagungen nicht mehr vorbei.

Die Macht der Gewohnheit übersteht Wirtschaftskrisen und die Nachfrage nach bekannten Marken der Güter des täglichen Bedarfs, wie Pampers-Windeln, Gillette-Rasierklingen (Procter&Gamble, ISIN: US7427181091) oder Lipton-Eistee (Unilever, NL0000009355) ist auch in schlechten Zeiten konstant. Auf Nahrungsmittel, Getränke, Körperpflege, Energie und Wasser wird man auch in schlechten Zeiten nicht verzichten. Werfen Aktien defensiver Unternehmen aus diesen Bereichen noch solide Dividenden ab, so ist dies in der aktuellen Niedrigzinsphase umso mehr willkommen.

MDAX strebt auf 20.000 Punkte zu

Die Stärken der deutschen Industrie spiegeln sich insbesondere im Index der zweiten Reihe wider. Einzig die erfolgte Übergewichtung der Immobilien-Werte wirkt verzerrend.

Der MID-Cap-DAX (MDAX) steht vor einer fünfstelligen Schwelle, die selbst bei Optimisten noch vor zwei Jahren nicht zu erahnen war. Um nicht weniger als 310 % arbeitete sich der 50 Titel der zweiten Reihe umfassende Sammelindex seit dem Höhepunkt der Krise nach oben. Das international meist beachtete Pendant, der DAX 30, bescherte den Investoren im gleichen Zeitraum „nur“ eine positive Entwicklung von 181 %. Die Ursachen dafür sind nicht nur der Marktenge der niedriger kapitalisierten Titel zuzuschreiben. Besonders entscheidend ist die differenzierte Branchen- Zusammensetzung der beiden Messlatten.

Franken-Dividenden locken Anleger

Die starken schweizerischen Dividendenzahler wollen ihre hohen Ausschüttungen vorerst beibehalten.

Wie es aussieht scheint sich der Schweizer Franken nach starken Schwankungen gerade bei rund 1,05 Franken je Euro einzupendeln. Obwohl das nicht ganz ohne Interventionen seitens der SNB abgelaufen sein soll, sehen viele Ökonomen auf diesem Niveau bereits einen „realistischen“ Gleichgewichtspreis, um den sich der Franken-Euro-Wechselkurs nun bewegen sollte. Allerdings hatte die SNB den Franken noch bei 1,20 als deutlich überbewertet bezeichnet, während andere Experten anhand der „Kaufkraftparität“ den „fairen“ Wert bis auf 0,95 hinaufrechnen. Insofern ist wohl nur eines sicher, nämlich dass der Franken weiterhin einen guten „Hedge“ gegen Euro-Zone- Turbulenzen darstellen dürfte.

Günstige Bewertungen nutzen

Laut AXA Investment Managers sollen Investmentgrade- und High-Yield-Anleihen von der Suche der Investoren nach Rendite profitieren.

Auch wenn die Stimmung in der Wirtschaft schwankt, sind die niedrigen Energiepreise alles in allem positiv für das Wachstum, meint in einer Aussendung Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA IM. Außerdem rechnet Iggo mit einer Leitzinserhöhung der Fed um bis zu 150 Basispunkte bis 2016: „Sollte es dazu kommen, dürften die mittel- und längerfristigen Kapitalmarktrenditen wohl kaum auf dem gegenwärtigen Niveau verbleiben.“ Die EZB-Maßnahmen bis Ende September 2016 sieht Iggo allerdings durchaus skeptisch: Er befürchtet, dass dieses Vorhaben auf dem Markt möglicherweise bereits eingepreist wurde und dass die Kernmärkte für Staatsanleihen gegebenenfalls negativ reagieren könnten.

Aktien, Aktien und nochmals Aktien

Selten waren sich die Vortragenden auf der ZfU-Tagung so einig wie heuer: An Aktien führt kein Weg vorbei, wobei die einzelnen Kapitalmärkte unterschiedlich bewertet wurden.

Waren in den vergangenen Jahren Gold, Rohstoffe und Bonds noch ein Thema, gerieten sie dieses Jahr zu einem Nischenprogramm. Natürlich wurde in Zürich darauf hingewiesen, dass ein Portfolio diversifiziert aufgebaut werden muss und eine Goldbeimischung von rund 10 % zum Standardrepertoire gehört, doch selten hatte man in den Vorträgen ein so beherrschendes Thema wie dieses Jahr. Heuer gilt es vor allem, in Aktien investiert zu sein. Dennoch muss hier einiges beachtet werden.

Kopenhagens Abwehrmechanismus

Nach der explosionsartigen Neubewertung des Franken riecht der Finanzmarkt erneut Lunte. Die Sogwirkung der dänischen Devise setzt die Notenbank unter Handlungsstress.

Senkt eine Notenbank binnen weniger Wochen vier Mal den Leitzins, ist dieses Geschehen als hektisches Agieren zu deuten. Ein nunmehriger Satz von -0,75 % entspricht jenem Niveau, das die Schweizer Nationalbank kürzlich festlegte und bereits als „Giftspritze“ zu werten ist. Die Emission staatlicher Anleihen wurde kurzfristig sogar ausgesetzt. Die jüngst erfolgte Schwächung des Euro durch die Ankündigung des breit angelegten „Quantitative Easing“ durch die EZB führt dazu, dass die dänische Notenbank stetig mehr Fremdwährungen ankaufen muss, um die Krone im Zielband zu halten.

Wie es um die RBI wirklich steht

Sollte sich die Marktstimmung gegenüber der RBI nicht drastisch verbessern, könnte die RBI Buchgewinne in Milliardenhöhe in die nächste Quartalsbilanz stellen.

Die gute Nachricht vorweg: Sollte die fast schon hysterische Stimmung der Finanzmärkte gegenüber der RBI bis zum nächsten Bilanzstichtag anhalten, dann wird sie schon im nächsten Quartalsausweis einen Extra-Gewinn ausweisen, der durchaus Milliardenbeträge erreichen könnte. Denn durch den Absturz von Teilen ihrer umlaufenden Anleihen auf zeitweise weniger als die Hälfte des Nennwertes wird die RBI gezwungen, ihre eigenen verbrieften Schulden entsprechend abzuwerten, wobei die RBI allerdings einen erheblichen Ermessensspielraum haben dürfte. So waren die Marktpreisverluste bei lange laufenden Papieren deutlich stärker ausgefallen als bei den kürzeren Restlaufzeiten, während bei etlichen Papieren seit dem jüngsten Crash gar kein Handel zustande gekommen ist und sich folglich auch keine Marktpreise manifestiert haben.

Die FED wird „nix tun“

Wie jedes Jahr trafen sich Anfang Jänner hochkarätige Experten und Vermögensverwalter in Zürich. Der Börsen-Kurier war wie immer exklusiv vor Ort.

Eines der wichtigsten Themen der diesjährigen Veranstaltung der ZfU – International Business School waren die Notenbanken der Schweiz, der EU und natürlich der USA. Einigkeit herrschte bei den Vortragenden darüber, dass die Entscheidung der Schweizer Nationalbank (SNB) zwar überraschend kam, aber auch notwendig war. Die Aufwertung des Schweizer Franken war aber deutlich überzogen und mittelbzw. langfristig gesehen, wird der Schweizer Franken wieder mit 1,2 zum Euro bewertet sein. Die wirtschaftlichen Auswirkungen eines stärkeren Franken in der Schweiz werden aber als nicht so besorgniserregend angesehen.

Gold profitiert von Konjunkturerholung

Vom heftigen Kursrutsch sollten sich Anleger nicht abschrecken lassen, meint Juan Carlos vom World Gold Council, der gleich mehrere Gründe für einen neuen Preisanlauf sieht.

Schwankungsfreudigkeit will der langjährige Director of Investment Research beim World Gold Council, Juan Carlos, dem Goldpreis keinesfalls in Abrede stellen. Allein 2013 sackte dieser auf Dollarbasis um fast 30 % von seinem Höchststand von 1.900 USD ab. „Im Vorjahr gab es lediglich eine Seitwärtsbewegung. Dafür versechsfachte sich der Preis von 2000 bis 2012“, rechnet Carlos auf der jüngsten ETFSecurities- Konferenz in Zürich gegenüber dem Börsen-Kurier vor. Das macht immerhin eine jährliche Rendite von 10 %, „und damit mehr, als man allein mit US-Aktien erzielt hat, inklusive Dividendenzahlungen.“

Der Euro – eine Bodensuche

Das rasche Abdriften der Gemeinschaftswährung zum US-Dollar wirkt spektakulär. Das derzeitige Niveau stellt dennoch keine ausgeprägte Schwäche dar.

In Davos ließ Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff aufhorchen, weil er eine Parität des Euro zum USD als „normalen Weg“ sieht. Nach dem Unterschreiten der 1,15er-Marke befindet sich die europäische Einheitswährung so gut wie im freien Fall. Das sogenannte „Quantitative easing“ startet im März und soll einen Zeitraum von 18 Monaten umfassen. Die monatlichen Aufkäufe der EZB betreffen Wertpapiere des öffentlichen und privaten Sektors mit Laufzeiten von zwei bis 30 Jahren und sind auf jeweils 60 Mrd€ ausgelegt. Eine bedeutende Trendumkehr erscheint dadurch kurzfristig kaum denkbar.

Gesunkener Ölpreis bietet Einstiegschancen

Die harten Grabenkämpfe um Marktanteile innerhalb des Ölkartells lasten auf dem Preis. Langfristig dürften vor allem Investitionskürzungen den Preis stützen.

Mit dieser Entwicklung hatte kaum ein Analyst gerechnet: Seit dem Sommer 2014 befindet sich der Ölpreis auf einer kräftigen Talfahrt. Noch im Juni lag die Notierung der Nordseemarke Brent bei 112 USD, vor wenigen Tagen rutschte sie unter 50 USD. Dabei hatte vor wenigen Monaten der ehemalige ETF-Securities- Chefanalyst Nick Brooks im Exklusivinterview mit dem Börsen Kurier mit einem – zumindest zwischenzeitlichen – Rebound des Ölpreises spekuliert. Vor allem das Wachstumspotenzial Chinas werde unterschätzt, so das Argument damals. Auch das Ausmaß des Kurssturzes sei weit überzogen, unterstrich nun ETF-Securities-Analyst Martin Arnold auf der jährlichen ETFS-Investmentskonferenz in Zürich uns gegenüber.

Des Franken wahres Antlitz

Reale Marktbewertungen prägen wieder das EUR/CHF-Verhältnis. Ein Auseinanderdriften der Wirtschaftsdynamik Europas zu den USA beendet eine teure Ankopplungspolitik.

Von „Kapitulation“ bis „Verantwortungslosigkeit“ wurden medial diverse Reaktionen transportiert. Diese Aussagen gaben den Ton auf eine katapultartige Neubewertung des Schweizer Franken zum Euro an. Die Verkündung der SNB am 15. Jänner vormittags, eine drei Jahre dauernde Untergrenze von 1,20 CHF zum EUR nicht mehr aktiv zu verteidigen, führte zu einem reflexartigen Agieren der Finanzakteure auf dem Devisenmarkt, das sich in einem derartig prozentuellen Ausmaß nur alle zwei Dekaden ereignet. Tektonische Verschiebungen im Währungsverhältnis gibt es dieser Tage nur in einem Umfeld von Drittland- Devisen.

Kurspotenzial für heimische Exporteure

15 % Dollar/Yuan-Aufwertung bedeuten erheblichen Rückenwind für die heimischen Unternehmen KTM, FACC, Rosenbauer, Palfinger, AT&S und Lenzing.

Mit nur noch knapp 1,18 Dollar je Euro ist die Gemeinschaftswährung mittlerweile dort angekommen, wo sie 1999 gestartet war. Damit ist der Euro zwar noch immer nicht exzessiv billig – immerhin galt dieser Kurs damals als durchaus ambitioniert – der Einbruch um rund 15 % im letzten Jahr sollte dennoch bereits sichtbare Effekte auf die Bilanzen einiger österreichischer Titel zeigen – das besonders, weil der chinesische Yuan an den Dollar gebunden ist und weite Teile Asiens daher die Dollar- Aufwertung mitgemacht haben.

„Ölaktien haben gewissen Charme“

Für Anleger mit einem längeren Zeithorizont könnten Ölaktien derzeit durchaus interessant sein. Allerdings warnen Experten vor möglichen Rücksetzern im ersten Halbjahr.

Erstmals seit 2009 fiel der Ölpreis vergangene Woche unter die 50- USD-Marke. „In den letzten vier Wochen hat sich die Situation verschärft und zu einem weiteren Preiseinbruch geführt, der nicht zu erwarten war“, so Hannes Loacker, Rohstoffanalyst bei der RBI. Man habe gesehen, dass einige OPEC-Mitglieder sehr aggressiv vorgehen, anstatt das Angebot zurückzufahren.

Dividendentitel bringen Sicherheit ins Portfolio

Dividendenaktien sind nicht nur in der derzeitigen Niedrigzinsphase eine Überlegung wert. Laut Experten sollten sie zu keinem Zeitpunkt in einem Portfolio fehlen.

Das Angebot an attraktiv rentierenden und gleichzeitig mit überschaubarem Risiken verbundenen Anlagemöglichkeiten ist derzeit bekanntlich rar gesät. Kein Wunder, dass Experten wie Monika Jung und Alfred Reisenberger von der Valartis Bank, Anlegern Dividendenaktien ans Herz legen. Allerdings macht Dividend-Investing nicht nur in Niedrigzinsphasen Sinn, sondern eignet sich vielmehr als langfristige Anlagestrategie. Denn die Aktien von Unternehmen, die über einen längeren Zeitraum nicht nur Dividenden ausschütten, sondern diese auch erhöhen, bringen in jedes Portfolio Sicherheit – von der Aussicht auf Kursanstiege ganz zu schweigen.

Nächste Chance für Tech-Investoren

Vernetzung und Kommunikation internetfähiger Geräte hat enormes Marktpotenzial. Laut Fidelity gibt es einige „First Mover“, die Anlegern gute Investmentchancen bieten.

„Die technologische Entwicklung schreitet rasant voran. Die Phase des mobilen Internets ist zwar noch in vollem Gange, doch vorausschauende Investoren fragen sich bereits, was als nächstes kommt. Wir erwarten, dass das sogenannte ,Internet of Things’ die nächste große Welle sein wird, die erheblichen Einfluss auf unseren Alltag haben wird. Dabei werden Geräte und Maschinen intelligent vernetzt und können über das Internet untereinander Informationen austauschen und verarbeiten“, so Fidelity-Österreich- Chef Adam Lessing über einen Trend, den sein internationales Investmenthaus ausgemacht hat.

Wie internationale Investoren Aktien aussuchen

An der Wiener Börse ist der Anteil der internationalen Investoren kontinuierlich wesentlich höher als jener der österreichischen. Wie funktioniert der Aktienauswahlprozess?

Beispiel eins für den „Value“-Ansatz des Stockpicking von Institutionellen: Der skandinavische Gründer und Leadmanager von European Value Partners, Tom Stubbe Olsen, bekannt vom Nordea 1 – European Value Fund, setzt auf die Anlagephilosophie „Europäische Value-Aktien sichern den Wachstumstrend“. Was es für einen weiteren Börsenanstieg brauche, sei vor allem „Revenue“.

Kapitalanlegertagung feiert Jubiläum

Am 27. und 28. Jänner findet in Zürich die 30. Kapitalanlegertagung statt. ZfU-Gründer Fritz Haselbeck verriet im Börsen-Kurier-Interview schon jetzt die Highlights der Konferenz.

„Die Optimisten haben Recht behalten“ fasst Fritz Haselbeck das Jahr 2014 kurz zusammen. Und er fragt, ob die Devise „Geld ohne Ende“ eine Erfolgsgeschichte oder doch maßlos übertrieben ist. Hinweise auf eine Antwort geben auch diesmal wieder die Experten bei der Kapitalanlegertagung in Zürich.

„ATX kann 2015 schnell 10 bis 15 % aufholen“

Nach einem eher durchwachsenen Jahr 2014 sehen Experten an der Wiener Börse einiges an Aufholpotenzial. Das größte Risiko bleibt nach wie vor der Ukraine-Russland-Konflikt.

Blöd gelaufen. 2014 konnte der ATX nicht das – von vielen Experten erwartete – Comeback feiern. Vielmehr steht seit Jahresbeginn ein Minus von 10,6 % zu Buche. Einen Strich durch die Rechnung machte dem heimischen Leitindex neben den Gewinnrückgängen – die Erste Group-Analysten sprechen von -14 % – vor allem der Ukraine-Russland- Konflikt. Tatsächlich setzte nach dem Einmarsch russischer Truppen in der Krim im Feber – nach einem rasanten Anstieg auf 2.729 Punkte im Jänner – ein Kurssturz ein, der Mitte Oktober im Jahrestiefstand von 2.032 Punkten münden sollte.

Baumwolle: Globales Krisen-Niveau

Subventionierungen und die Angst vor Marktanteils-Verlusten verhindern eine Bereinigung der Angebotsseite.

59 US-Cent für ein Pfund Baumwolle (0,454 kg) – diese Notiz an der US-Futures-Terminbörse ICE markiert den tiefsten Stand seit 66 Monaten und war somit nur am Höhepunkt der vergangenen Krise zu registrieren. Ähnlich wie bei Rohöl trifft bei der wichtigsten Naturfaser der Welt eine stagnierende Nachfrage auf eine expansive Angebotsseite.

Was Absolute Return Fonds wirklich können

Fonds für jedes Börsenszenario zu finden, ist alles andere als leicht. Auch die meisten Absolute Return Fonds können das Versprechen, durchwegs positiv zu performen, nicht einhalten.

„Grundsätzlich kann man sagen, dass das Risiko eines Fondsinvestments mit dem Grad der Diversifizierung, die der Fondsmanager eingehen kann, abnimmt“, erklärt Albert Reiter, Geschäftsführer des Analysehauses e-fundresearch.com, und empfiehlt Anlegern, Produkte mit möglichst breiter Aufstellung ins Auge zu fassen. Im Rahmen einer globalen Strategie könne man beispielsweise im Falle von vorübergehenden Problemen in einer Region das Exposure gegenüber dieser reduzieren und gleichzeitig gegenüber einer anderen erhöhen – vor allem im Hinblick auf die Währungskomponente. Ein gut diversifiziertes Portfolio könne man etwa mit einem Mischfonds aus globalen Aktien und Anleihen zusammenstellen. Sinnvoll sei auch eine Kombination aus Dividendenaktien, ausgewählten Corporate Bonds und High Yield. Ebenfalls Interessant wären Immobilien-Wandelanleihen.

5 bis 7 % organisches Wachstum 2015

Für die Luxusgüterbranche rückt neben Weihnachten auch immer mehr das chinesisches Neujahrsfest (am 19. Feber) in den Fokus. Und auch der schwache Euro sollte 2015 helfen.

Im Feiertagsgeschäft mit Luxusgütern verschieben sich die Gewichte. „Die ehemalige zentrale Stellung des Weihnachtsgeschäfts wird relativiert, vor allem da das chinesische Neujahrsfest für die Branche wichtiger wird“, erklärt die Fondsmanagerin Scilla Huang Sun von Swiss & Global Asset Management. Dennoch bleiben die einzelnen Anlässe für viele Luxusgüter-Hersteller überdurchschnittlich wichtig: So erzielt Lindt & Sprüngli mehr als 80 % des Gewinns in der zweiten Jahreshälfte; auch für die Schmuck- und Uhrenindustrie sei das Weihnachtsgeschäft sehr wichtig.

SAG Motion-Anleihe – 7,5 % Verzinsung p.a.

Die österreichische SAG Motion GmbH, ein weltweit führender Produzent von Kraftstofftanks für schwere Nutzfahrzeuge, emittiert ab sofort eine Anleihe. Die Zeichnunsgfrist läuft voraussichtlich bis 10. Dezember 2014. Die Stückelung der Anleihe (ISIN / WKN: DE000 A1ZR645 / A1ZR64) beträgt 1.000 EUR. Die Anleihe weist ein Volumen von bis zu 30 Mio. EUR auf und ist mit einem jährlichen Zinssatz von 7,5 Prozent bei einer Laufzeit von fünf Jahren ausgestattet. Die effektive jährliche Rendite der Anleihe beträgt 7,64 Prozent. Die Gesellschaft hat in einem Nachtrag zum Wertpapierprospekt die Investorenrechte nachgebessert, indem die Zinsen nun halbjährlich (nachträglich zum 12. Juni und 12. Dezember eines jeden Jahres) ausbezahlt werden. Darüber hinaus hat sich die SAG Motion Gruppe zur Einhaltung eines verbindlichen Verschuldungsgrades (Nettoverschuldung/EBITDA<5) verpflichtet. Liegt ein Überschreiten des maximalen Verschuldungsgrades vor, ist für die nächstfolgende Zinsperiode ein erhöhter Zinssatz von 8,5 Prozent p. a. zu zahlen. Das Angebot richtet sich sowohl an private Investoren in Österreich, Deutschland und Luxemburg, wie auch an institutionelle Investoren in Deutschland und anderen Staaten. Der Mindestbetrag der Zeichnung beträgt 1.000 EUR. Die Anleihe soll am 12. Dezember in den Entry Standard für Unternehmensanleihen der Frankfurter Wertpapierbörse sowie in den dritten Markt der Wiener Börse (Segment „Corporates Prime“) einbezogen werden. Die SAG Motion beabsichtigt, den Erlös in die internationale Expansion sowie in den Ausbau der Fertigungskapazitäten zu investieren. Ein weiterer Teil fließt in den Ausbau der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten sowie in die planmäßige Rückführung von Bankverbindlichkeiten. Als Sole Lead Manager und Bookrunner fungiert die equinet Bank AG, Frankfurt am Main, die SG & CO Capital Markets GmbH, Wien, begleitet die Transaktion als Financial Advisor. Die SAG Motion GmbH ist ein international tätiger Zulieferer von Aluminiumkomponenten und -systemen für die Automobil-, Nutzfahrzeug-, Luftfahrt- und Schienenfahrzeugindustrie. 2013 erwirtschaftete die SAG Motion Gruppe mit 844 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 170 Mio. Euro. Das EBITDA betrug 2013 7,2 Mio. Euro. In den kommenden Jahren will das Unternehmen seine führende Marktposition absichern und die internationalen Aktivitäten kontinuierlich ausbauen.

Die sechs Finanzirrtümer der Mittelschicht

Wir Normalbürger begehen gerne einige finanzielle Fehler, behauptet „Investment Punk“ Gerald Hörhan. Aber er hat auch ein paar Praxistipps.

Es gibt Finanzprofis, die mit ihren Erwartungen für die Anlagenzukunft nicht hinter dem Berg halten. Und es gibt Finanzprofis, die drehen vorher eine thematische „Ehrenrunde“: „Investment Punk“ (so hieß auch sein Bestseller) Gerald Hörhan etwa gibt erst auf Nachfrage seine Meinung zum Thema „Wie soll man verfügbares Kapital aktuell sinnvoll anlegen?“ zum Besten: Seine Antwort ist genauso nichtalltäglich wie sein, na ja „gewöhnungsbedürftiges“, Outfit (Style: Punkermontur statt Businessanzug). Der „Investment Punk“ mag also optisch polarisieren, hat aber durchaus einiges „auf dem Kasten“: Er ist Harvard-Absolvent „magna cum laude“ und in seinem „seriösen“ Businessleben Executive Director / Vorstand des Investmentbankinghauses Pallas Capital Holding AG.

Wem nützen Proxy Advisors?

Stimmrechtsberater, sogenannte „Proxy Advisors“, beeinflussen das Stimmverhalten institutioneller Investoren und damit zunehmend Abstimmungsergebnisse auf Hauptversammlungen.

Das auf eine Initiative der B&C Privatstiftung zurückgehende Kapitalmarktforum lud Anfang November in die Säulenhalle der Wiener Börse – Thema: Der für Proxy Advisors geltende Regelungshintergrund sowie die gelebte Praxis aus Branchenund Emittentensicht. Die EU dringt seit der Finanzkrise verstärkt darauf, dass institutionelle Investoren als aktive Aktionäre auftreten und ihr Stimmrecht in den Hauptversammlungen wahrnehmen.

Qualitätsaktien sind die beste Geldanlage Trotz

Trotz der unsicheren Lage an den Börsen halten Experten derzeit Aktien für die beste Anlagemöglichkeit – allerdings nur solche von Qualitätsunternehmen.

An den Börsen regiert derzeit die Unsicherheit. Genährt wird diese durch eine Reihe von Entwicklungen – angefangen vom schlechten Konjunkturausblick für Europa, über Japans Rückfall in die Rezession bis hin zum neuerlichen Aufflackern der Ukraine-Krise. Nach den Kursverlusten der letzten Wochen halten einige Beobachter auch einen neuerlichen Crash für möglich. Dennoch sind Aktien für viele Experten im derzeitigen Szenario die beste Anlagemöglichkeit – allerdings nicht alle Aktien. „Gerade in Börsephasen, die von Unsicherheit geprägt sind wie derzeit, ist es die richtige Entscheidung, sich gute und solide Unternehmen ins Portfolio zu legen“, so Herbert Perus, Leiter Globale Aktien bei Raiffeisen Capital Management.

Alan Greenspan erklärt Gold zu Geld

Gold stelle aktuell „als eine Art Währung außerhalb der Politik eine gute Anlagemöglichkeit für Kapital dar“ und werde in fünf Jahren „merklich höher“ notieren.

Der langjährige Fed-Gouverneur Alan Greenspan hat letzte Woche für einige Aufregung gesorgt. Immerhin hatte er 19 Jahre lang die führende Papier-Währung gemanagt und dabei stets das Notenbank- Mantra gepredigt, Gold sei nichts weiter als ein Rohstoff. Nun erklärte er das genaue Gegenteil: „Gold ist eine Währung. So wie es aussieht, ist Gold sogar eine erstrangige Währung – und keine Papier- Währung, inklusive dem Dollar, kann da mithalten.“

So ticken die Schweizer

Die Abstimmungen am 30. November sind eine weitere Nagelprobe in der schwierigen Gratwanderung zwischen Alleingang und Globalisierung der Eidgenossen.

Wohl kaum ein anderes Land hat es jüngst derart oft in die Schlagzeilen geschafft wie die Schweiz. Nicht aber, weil etwa neuartige Uhrwerke oder geschmackvolle Kräuterzuckerln die Runde machten. Vielmehr war die „Bankenfestung“ im Fokus zahlreicher EU-Staaten. Die Steuerhinterziehung solle ein Ende haben, so der Tenor aus der Politik. Allein, das sei Ansichtssache, ist man bei den Eidgenossen überzeugt: „Wir unterscheiden schließlich zwischen Steuerhinterziehung und -optimierung“, lässt sich Marco Garzetti, CEO der Swiss Fund Management AG, nicht beirren. Eine Tatsache, die man als eingefleischter Eidgenosse, „schon in die Wiege gelegt bekommt“, verweist Garzetti bei seinem Wien-Besuch weiters auf die gut gepflegte Tradition, an der auch jetzt nicht zu rütteln sei.

Der Währungsfonds als Anlagekompass

Ein vergleichender Blick auf die staatlichen Aktiva und Wachstumsaussichten von Volkswirtschaften weltweit zeigt interessante Relationen und Reihungen.

Als Staatsanleihen-Anleger schaut man genau auf die Schuldensituation von Ländern. Aber das ist nur eine Seite der Medaille. Denn auch Staaten haben Aktiva in ihrer „Bilanz“. Da fallen einem zuerst die Finanzaktiva ein. Was weniger geläufig ist – weil viel schwerer zu bewerten – sind die nichtfinanziellen Aktiva, die eine Volkswirtschaft ausmachen. Der IWF hat in seinem neuesten World Economic Outlook diese „Non Financial Assets“ von Staaten klassifiziert. Da finden sich also Gebäude und Unterkünfte, Verkehrswegenetze, Land und Landverbesserungen, Maschinen und Ausrüstung, Transportmittel, biologische Ressourcen, intellektuelles Eigentum und deren Produkte, Waffen- und Verteidigungssysteme, Vorräte, Wertgegenstände, Rohstoffund Energieressourcen, Wasser Foto: Fotolia/HappyAlex Zuwanderern, meist aus der EU, zurückgreifen, so Garzetti.

Die Fallen bei der Finanztransaktionssteuer

0,1 % Finanztransaktionssteuer auf Aktien und Anleihen und 0,01 % auf Derivatkontrakte wären verkraftbar und sollen den Hochfrequenzhandel treffen, so die Proponenten – wirklich?

Zieht man den umfangreichen Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Finanztransaktionssteuer- Richtlinie heran, so heißt es dort, „diese Steuersätze dürfen nicht niedriger sein“ als 0,1 bzw. 0,01 % in Bezug auf die betroffenen Finanztransaktionen. Und die Erläuterungen formulieren explizit, dass diese Prozentsätze „Mindeststeuersätze“ sind, „oberhalb derer die Mitgliedstaaten Gestaltungsspielräume haben“. Nun, aus der Realpolitik weiß man, in welche Richtung in Zeiten von nationalen Budgetknappheiten (die ja weiter bestehen werden) „Gestaltungsspielräume“ bei Steuern bzw. deren Höhe gerne tendieren. Zumal sich nationale Politiker gerne auf EU-Vorgaben ausreden. Und zumal im EU-Vorschlag keine Obergrenzen angeführt sind.

Stimmung der Jahreszeit entsprechend

„Der Aufschwung ist hoch gefährdet, die Konjunkturerholung droht zu straucheln“, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayr zum Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage.

Das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung (IV) unter 394 Unternehmen mit rund 251.000 Beschäftigten für das 3. Quartal 2014 fällt auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren zurück. Für Generalsekretär Neumayr und Chefökonom Helmenstein ein Grund zur Sorge. „Die Konjunkturerholung hat ein frühzeitiges Ende gefunden. Die klassische Frühjahrsbelebung hat während der Sommermonate so kräftig an Dynamik eingebüßt, dass die befürchtete Herbstflaute Realität geworden ist.

Von der Lust auf Luxus profitieren

Mit dem steigenden Wohlstand in den Emerging Markets wachsen weiterhin die Umsätze bei teuren Markenprodukten. Damit sind entsprechende Aktien relativ konjunkturunabhängig.

Über Geld spricht man bekanntlich nicht – es zu zeigen, scheint offenbar weniger ein Tabu zu sein, zumindest in Form von teuren Taschen, wertvollen Uhren und exquisiten Kleidungsstücken. Das gilt vor allem für die aufstrebenden Schwellenländer, in denen immer mehr Menschen einen Teil ihres Wohlstandes in diese Güter „investieren“ wollen. Heiko Geiger von der Schweizer Privatbank Vontobel: „Luxus verkauft sich eben immer. Damit ist die Branche eher krisenresistenter im Vergleich zum Gesamtmarkt.“ Und die Preisbildungsmacht sowie Eintrittsbarrieren für potenzielle Mitwerbern sind entsprechend hoch.

Karelische Abhängigkeiten

Die Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland treffen die finnische Wirtschaft in einem ungünstigen Moment.

Die Fragilität der finnischen Wirtschaft wird deutlich, lässt man die BIP-Entwicklungsdaten der Jahre 2009 bis 2013 auf sich einwirken. Die globale Krise im Jahr 2009 traf Suomi unter den OECD-Ländern am massivsten. Das BIP brach in diesem Jahr um 8 % ein, die Erholung im Jahr 2010 fiel mit +3,4 % dagegen weniger ausgeprägt aus. 2011 war ein Plus von 2,8 % zu verzeichnen, 2012 und 2013 glitt die 5,3 Mio Einwohner zählende Volkswirtschaft erneut in eine Rezession. Die ursprüngliche Prognose eines bescheidenen Wachstums von 0,2 % in diesem Jahr ist nun wieder nicht zu halten.

Jahresendrallye in Wien erwartet

Emittenten und Analysten halten den Rückgang des ATX für übertrieben. Über Ursachen und Chancen sprachen die Experten beim Börse-Roundtable auf der diesjährigen GEWINN-Messe.

Es gibt Dinge, die könne man eben nicht beeinflussen, etwa die geopolitischen Turbulenzen in der Ukraine oder die Konjunkturabschwächung in Deutschland. Erstere Problematik schrecke viele Anleger von der Wiener Börse ab, „sie wird immer noch als reines Ostspiel gesehen“, zeigt sich Wiener-Börse-Chefin Birgit Kuras verärgert über das Ausmaß der Kursrückgänge. Dabei habe die Börse heuer einige „Neuheiten“ zu bieten, wie Kuras am Börse-Roundtable bei der diesjährigen GEWINNMesse aufzeigte, etwa die Emissionen von BUWOG und FACC sowie die Kapitalerhöhung bei der RBI.

Schweizerische „Gold-Initiative“ naht

Am 20. November wird abgestimmt: Die SNB soll mindestens 20 % ihrer Aktiva in Gold halten, dieses vollständig in der Schweiz lagern und das Edelmetall künftig nicht mehr verkaufen.

Zwar wird die „Gold-Initiative“ inzwischen von so gut wie allen zuständigen Institutionen und sogar von der populistischen SVP abgelehnt, deren Nationalratsabgeordnete die Initiative gestartet haben. Beobachtern zufolge ist es aber dennoch nicht ganz ausgeschlossen, dass die Schweizer ihrem Franken am 20. November ein strenges Gold- Korsett verordnen. Denn geht es nach der Initiative, dann würde der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vorgeschrieben, mindestens 20 % ihrer Aktiva in Gold zu halten, dieses vollständig in der Schweiz zu lagern und das Edelmetall künftig nicht mehr zu verkaufen.

„Wir benötigen starke Finanzmärkte“

Der bekannte Finanzjournalist Jens Korte erklärt, warum er demnächst mit einer Korrektur in den USA rechnet und wieso diese eine gute Einstiegsmöglichkeit darstellen könnte.

Jens Korte hat einiges erlebt an der New York Stock Exchange – und zwar nicht nur Positives. Seit mittlerweile rund 15 Jahren berichtet der Journalist für diverse deutschsprachige Medien vom wichtigsten Handelsplatz der Welt. Er war dabei, als die Dotcom-Blase platzte, der Dow Jones im Zuge der Terroranschläge auf das World Trade Center einbrach oder die Subprimekrise die Wall Street erschütterte. „Ich habe viele Tränen gesehen“, sagt er. Gleichzeitig hat er auch viele Veränderungen miterlebt, wobei die prägnanteste sicherlich der Siegeszug des elektronischen Handels war. „Dass heute noch Händler am Börseparkett herumspringen, ist großteils nur mehr Folklore“, meint er.

40 CEOs agierten als Spiritus Rector

Die österreichischen Leitbetriebe gehören gestärkt und in die Auslage gestellt. So soll das Projekt „Standortstrategie Leitbetriebe“ funktionieren.

Gemeinsam mit IV-Präsident Georg Kapsch und den CEOs Sabine Herlitschka (Infineon Technologies Austria AG), Peter Oswald (Mondi Europe und International) sowie Elisabeth Engelbrechtsmüller- Strauß (Fronius International GmbH) präsentierte Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner das Projekt „Standortstrategie Leitbetriebe“. „Wir müssen unsere Kräfte bündeln und neue Prioritäten setzen. Leitbetriebe sichern Wachstum und Beschäftigung und sind in ihrer Wertschöpfungskette eng mit jeweils bis zu 1.000 KMU vernetzt. Sie decken die gesamte Wirtschaft ab, stehen aber in einem intensiven internationalen Wettbewerb.

Gute Einstiegschancen ab Ende Oktober

Mostböck erklärt, warum sich Anleger noch bis Ende Oktober mit Aktienkäufen gedulden und dabei auf defensive Werte zugreifen sollten.

Börsen-Kurier: Herr Mostböck, läuten die jüngsten Kursrückgänge den nächsten Crash ein? Friedrich Mostböck: Das glaube ich nicht, da viele Märkte seit Jahresbeginn kaum zugelegt haben oder sogar leicht im Minus liegen. Normalerweise geht eine große Euphorie einem Crash voraus. Das ist derzeit nicht der Fall. Allein beim MSCI Weltindex liegt das erwartete KGV auf die kommenden 12 Monate bei 16,4, damit unter dem langjährigen Schnitt von 17,95. Angesichts der tiefen Anleiherenditen sind Aktien insgesamt immer noch die interessantere Alternative.

Bestätigtes Hindenburg-Omen

Nach 67 Monaten könnten die Tage des „stärksten Wall Street-Booms aller Zeiten“ gezählt sein. Dafür sprechen zumindest einige technische Indikatoren und die Nervosität der Investoren.

In der Nähe des „Top“ herrschen an der Wall Street traditionell eigene Gesetze. So hatte der für gewöhnlich sehr schwache September diesmal lediglich eine milde Korrektur und gleichzeitig eine Flut an anscheinend durchaus großzügig bepreisten IPOs gebracht, während der marktbreite S&P 500 Index am 19. September mit 2.018 Zählern sogar ein neues All-time-high erreichen konnte. Dennoch gehen aktuell nur wenige Analysten davon aus, dass die Aktienanleger heuer auf die im Oktober üblichen Kursgewinne hoffen dürfen.

Wall Street sichert sich gegen Crash ab

Goldman Sachs und JP Morgan bringen wieder Derivate und „synthetische“ Produkte auf den Markt, mit denen sie sich selbst (so wie 2007/08) gegen Einbrüche absichern können.

Es erinnert an 2007: Als die Probleme mit den faulen Krediten immer deutlicher wurden, wollten sich etliche Investmentbanken gegen die absehbaren Verluste absichern. Dafür benötigten sie freilich Gegenparteien für die andere Seite der Deals, wozu aber ab 2007 kaum mehr jemand bereit war, der gewusst hat, welche Risiken er da übernehmen sollte. Folglich wurden Derivate und „synthetische“ Produkte entwickelt, mit denen die Risiken verborgen wurden. Den Anlegern wurden nun AAA-geratete Produkte angeboten, mit denen sie „billig“ – d.h. ihnen wurden geringfügig höhere Zinsen geboten – in die angeblich weiterhin boomenden Markt investieren sollten. Tatsächlich übernahmen sie aber – ohne es zu wissen – die Gegenseite der Sicherungsgeschäfte.

Wird der Dollar stärker?

Die bereits vorherrschenden Zinsdifferenzen und die divergierende Geldpolitik von Fed und EZB machen den Dollar nachhaltig attraktiver.

Mittlerweile nimmt die Fed ihren Fuß vom Gaspedal. In den vergangenen zehn Monaten hat sie ihr Anleihenkaufvolumen von 85 auf 25 MrdUSD gedrosselt. In einem nächsten Schritt sollen die Bondkäufe um weitere 10 MrdUSD reduziert werden, ehe bis Jahresende von einer vollständigen Einstellung auszugehen ist. Gerade zu diesem Zeitpunkt steigt die EZB aufs Gaspedal. In ihrer Sitzung von 4. September hat sie zusätzlich zu den bereits im Juni beschlossenen zweckgebundenen Refinanzierungstranchen für die Realwirtschaft noch ein Kaufprogramm für verbriefte Kredite (ABS, asset backed securities) ins Leben gerufen. Das Volumen der neuen Maßnahmen wird laut den Informationen des „Spiegel“ mit 800 Mrd€ bzw. 8,1 % des BIP des Euroraums beziffert.

„Aktien derzeit wichtigster Teil jeder Anlagestrategie“

Aufgrund der wieder anziehenden Weltwirtschaft haben Experten derzeit Aktien auf der Rechnung. Interessant wären vor allem Titel aus den Industrienationen.

„Der wichtigste Teil jeder Anlagestrategie sind derzeit Aktien“, so Gérard Piasko, Chief Investment Strategist EMEA der Deutsche Asset & Wealth Management. Was stimmt den Experten so positiv auf die Assetklasse? „Auch wenn die Weltwirtschaft nicht mehr so stark wachsen wird wie im vergangenen Jahrzehnt, so wird sich ihre Erholung in den kommenden Monaten beschleunigen. Das bedeutet, dass Unternehmensgewinne und Zinsen steigen sollten“, sagt er. Dementsprechend empfiehlt er Aktien über- und festverzinsliche Wertpapiere unterzugewichten.

Verlockende Nischenrenditen

In den USA gibt es eine Menge kleiner, erfolgreicher Unternehmen. Fondsmanager Thorsten Becker vom JOHCM US Small & Mid Cap Fonds begibt sich auf die Suche nach den Klassenbesten.

J O Hambro Capital Management Group ist eine UK-Investmentboutique und verwaltet rund 19 Mrd USD. Im Fokus stehen regionale Strategien, Sektorfonds wird man hier vergebens suchen. Ende September wird die Familie rund um den JOHCM US Small & Mid Cap Fonds Euro A (ISIN: IE00BQT49308) reicher sein. Wobei, das Portfolio selbst gibt es bereits – ein genauer Blick in Philosophie und Investmentansatz lohnt sich allemal.

Kurspotenzial in den Schwellenländern

Nach dem schwierigen Vorjahr könnten Schwellenländeranleihen heuer ein Comeback feiern. Zumindest ist das in der Vergangenheit nach starken Kurseinbrüchen der Fall gewesen.

2013 war bekanntlich nicht das beste Jahr für Schwellenländeranleihen. Verschnupft haben die Märkte vor allem auf das Tapering der USNotenbank Federal Reserve reagiert. Laut Greg Saichin, CIO Global Emerging Market Debt bei Allianz Global Investors, stehen die Chancen dennoch gar nicht so schlecht, dass 2014 ein deutlich besseres Jahr für die Assetklasse werden könnte. Denn in den vergangenen 20 Jahren hätten Emerging Market Bonds in den 18 Monaten nach einem größeren Einbruch im Schnitt eine Kurserholung um 31 % verzeichnet. Ab April 2009 legte etwa der JPMorgan EMBI Index bis Oktober 2010 um knapp 20 % zu. Auf die Peso-Krise im Mai 1995 folgte gar eine Erholung um 45 %.

Die erneute Abwertungs-Spirale

Neue Belebungsprogramme der EZB und der japanischen Notenbank führen zu einer weiteren Ausweitung der Bilanz und einer Euro-Yen-Abwertung.

Die nun laufende Schwäche der europäischen Gemeinschaftswährung nahm bereits im Mai dieses Jahres ihren Lauf. Unabhängig von der Ukraine-Krise stellte sich schon während des zweiten Quartals heraus, dass die Konjunkturprognosen zu Jahresbeginn eher Zweckoptimismus gewesen sind. EZB-Präsident Mario Draghi würde weitere Instrumente (auch neue) nutzen, um seine Handlungsfähigkeit glaubwürdig unter Beweis zu stellen. Dies witterte der Markt im Frühsommer und der gewünschte Effekt blieb nicht aus: Bis zu 6 % gab der EUR zu den angelsächsischen Pendants seither nach. Auf welches Terrain die EZB ihren Aktionsradius ausweitete, ist dem Normalbürger nun kaum bekannt, ebenso wenig die massiv gekappte BIP-Prognose für 2015 (1,6 %).

Chancen bei europäischen Value-Aktien

Die meisten Anleger lassen europäische Value-Aktie derzeit links liegen. Zu Unrecht, meinen die Experten von M&G. Längerfristig lässt sich mit ihnen gutes Geld verdienen.

Value-Aktien gelten unter den meisten Anlegern nicht gerade als besonders sexy. Auch die Experten von M&G sprechen – im konkreten Falle der billigsten europäischen Werte – von „hässlichen Entlein“. Allerdings sprechen sie diesen einiges an Potenzial zu. „Die günstigsten Titel zu kaufen, lohnt sich einfach“, so Fondsspezialistin Susanne Grabinger anlässlich eines Vortrages beim 3. Österreichischen Fondsforum in der vergangenen Woche in Wien. Dass sich mit dieser Strategie auf längere Sicht eine Outperformance erzielen lässt, wird nicht zuletzt auch von Studien bestätigt. Dennoch erfreute sie sich zuletzt nicht gerade regen Zuspruchs.

50 % der Umsätze mit nur vier Titeln

Erste, RBI, OMV, voestalpine, Andritz und Immofinanz halten fast drei Viertel der gesamten Börsenkapitalisierung des Prime Market und erzielen mehr als zwei Drittel der Börsenumsätze.

Nun ist es sicherlich erfreulich, dass von den Titeln des Prime Market der Wiener Börse auch im August ein durchschnittlicher Tagesumsatz (bei Doppelzählung) von rund 183 Mio€ erzielt wurde. Allerdings erscheint doch bedenklich, dass für mehr als die Hälfte der Umsätze gerade einmal vier Aktien verantwortlich waren. So entfielen knapp 21 % der Umsätze allein auf die Erste Group Bank, 12,3 % auf die Raiffeisen Bank International (RBI), 10,4 % auf die OMV und 8,86 % auf die voestalpine.

Irrationale Kursrallye des Bund-Futures

Experten warnen vor einer bedenklichen Blasenbildung bei deutschen Bundesanleihen, zumal inzwischen auch immer mehr kurzfristige Spekulanten auf den Trend aufspringen.

Das aktuelle Wirtschaftsumfeld bietet offenbar einen idealen Nährboden für die jüngste Kursrallye bei den deutschen Staatsanleihen – sie gelten als der weltweit sicherste Hafen. In den Peripherieländern der Eurozone will die Konjunktur noch immer nicht anspringen. Und in Deutschland verharrt die Inflation auf dem tiefsten Stand seit mehr als vier Jahren. Die Augustzahl erreichte ein Plus von 0,8 % gegenüber dem Vorjahreswert. Ganz allgemein wächst zudem auch die Sorge über eine mögliche Deflation innerhalb der Eurozone.

Übernahmefieber erfreut Aktionäre

Roche und Infineon greifen bei ihren aktuellen Übernahmen tief in die Kassa und gehen dabei beträchtliche Risiken ein.

Im heuer bereits 2 BioUSD schweren „Merger & Acquisition“- Geschäft wurden zuletzt erstaunliche Preise bezahlt. So bietet der Pharmariese Roche für eine Inter- Mune-Aktie 74 USD, was einem Aufschlag von 38 % auf den Aktienkurs des US-Biotech-Unternehmens entspricht, während Infineon pro International-Rectifier-Aktie sogar 40 USD auf den Tisch legt, was einen Aufschlag von fast 50 % auf den Schlusskurs der US-Aktie bedeutet.

Tango bei den Staatsanleihen geht weiter

Das Argentiniendebakel hatte bislang erstaunlich geringe Auswirkungen auf die Staatsanleihenkurse anderer Schwellenländer. Die berüchtigte Ruhe vor dem Sturm?

Gerade erst hatten Anleger wieder Vertrauen in Emerging-Market- Staatsanleihen gefasst. Noch im Vorjahr schreckte nämlich die Sorge vor einer kräftigen Drosselung der lockeren US-Geldpolitik und damit vor einem möglichen Zinsanstieg viele ab: Dann wäre ein US-Investment attraktiver, während die USD-Schulden der Schwellenländer sich verteuern würden und diese daher riskanter wären. Da kommen die Schlagzeilen über Argentiniens Pleite zu einem schlechten Zeitpunkt.

Nachlassende Gewinndynamik

Der rasch gewachsene Gewinn-Basis-Effekt lässt immer weniger Spielraum, den Markt positiv zu beeinflussen. Noch schützt das Niedrigzinsumfeld vor negativen Überraschungen.

Gewinnwarnungen gibt es vereinzelt bereits bei DAX-Titeln zu vermelden. Im Lichte politischer Unsicherheiten in Osteuropa schlagen sich diese Faktoren nieder – nicht aber bei den führenden 30 US-Unternehmen, gelistet im Dow-Jones- Index. Die beinhalteten „big caps“ egalisierten die Verluste von Ende Juli wieder rasch. Die Alternativlosigkeit zu Dividenden-Papieren dient dabei (noch) als Stütze der US-Indizes.

„Strahlendes“ Comeback erwartet

Geopolitische Spannungen könnten die Atomkraft wieder interessanter machen und damit auch dem Uranpreis samt entsprechenden Branchenaktien auf die Sprünge helfen.

Spätestens seit dem Unglück von Fukushima im Jahr 2011 war das Thema Uran auch in der Finanzwelt endgültig ein Tabu. Noch von 2005 bis 2008 schnellte der Uranpreis auf 140 USD/lb. Seither segelt er nach unten, wobei Nippons Atomunfall die Talfahrt noch beschleunigte. Inzwischen notiert der Preis bei rund 30 USD/lb – ein Niveau, das sich laut Florian Gröschl, Geschäftsführer von ARC (Absolute Return Consulting), aber nicht halten werde: „Alles, was mit Atomkraft zu tun hat, wurde an der Börse heftig abverkauft. Inzwischen könnte sich ein Rebound andeuten. Zudem wird mittelfristig die globale Elektrizitätsversorgung ohne Atomkraft nicht stattfinden, es wird einen gewissen Gegentrend in der Politik geben.“

Vorsorge gegen geopolitische Risiken

Billiges Notenbank-Geld verhindert zwar heute größere Abstürze am Aktienmarkt, doch das gleichzeitige Auftreten mehrerer politischer Krisen mahnt Anleger zur Vorsicht.

Mit dem Krim-Konflikt entstand ein neuer „Kalter Krieg“ zwischen Russland und der NATO. Im Extremfall droht der Ukraine ein Bürgerkriegsszenario wie in Ex-Jugoslawien und damit einhergehend der Staatsbankrott. Gleichzeitig überschatten der Gaza-Konflikt und die Eroberung größerer Gebiete im Irak und Syrien durch die dschihadistisch- salafistische Terror-Organisation IS das Geschehen. Die Terroristen kontrollieren bereits mehrere Ölquellen!

Schrecksekunden als Einstiegschance

Laut Marktexperten war die scharfe Kurskorrektur an den globalen Aktienmärkten ohnedies längst fällig. Vor allem die arg gebeutelte Wiener Börse lockt nun mit günstigen Kursen.

Monat für Monat hatten sich die globalen Aktienmärkte unbeeindruckt von dem Kanonendonner im Nahen Osten und in der Ukraine gezeigt. Dass jetzt der russische Präsident Wladimir Putin Gegensanktionen über den Westen verhängte war dann vielen Anlegern offenbar zuviel. Zu groß ist die Unsicherheit über deren Auswirkungen. Da war es wenig hilfreich, dass in Europa negative Konjunkturdaten veröffentlicht wurden, etwa zu Italiens schrumpfendem BIP, sowie den schwachen Auftragsdaten aus Deutschland. Allein, Anfang Juli konnte der Dax die Marke von 10.000 Punkten übertreffen, rund ein Monat später verlor er fast 10 %. Ähnliche Entwicklungen bei zahlreichen anderen Börsen – wobei sich der Wiener ATX seit Jänner 2014 im Sinkflug befindet.

Skandinavische (Un)sicherheiten

Die Verschiffung der Liquidität in Schwedens und Norwegens Devisen gleicht einer Einbunkerung mit extrem hohen Sicherungskosten.

Im Frühling des Jahres 2011 standen die EU-Länder mit Bezug auf die Schuldenkrise medial im Fokus. Die Suche nach einer harten Währung führte folgend zu so manchen Irrwegen. Einige führten in den Norden. Seitdem gab die Schwedische Krone (SEK) rund 3 % gegenüber der Gemeinschaftswährung ab. Die Norweger haben nun bereits wieder 8,30 NOK für einen Euro zu berappen. Die Gas- und Öl-Währung notiert damit im genannten Zeitraum bereits 5 % schwächer und liegt nun unter dem langjährigen Median zur Gemeinschaftswährung. Zur jüngsten Abschwächung des Euro gegenüber dem USD (3 %) konnten diese beiden Nord- Währungen in Relation zu dem kerneuropäischen Zahlungsmittel nicht im Geringsten profitieren.

Dem Sparschwein sollte adieu gesagt werden

Ein Erfahrungswert ist mathematisch gesehen die angenäherte Lösung zu einem Problem. Doch was tun, wenn es keine Erfahrungen gibt? Dann sind kreative Lösungen gefragt!

Unsere Generation ist mit einer vollkommen neuen Herausforderung konfrontiert – die Nullzinsphase. Keiner unserer Vorfahren hat eine solche Phase jemals erlebt. Das Sparbuch war vermeintlich immer der sichere Hafen. Und jetzt das! Konservative Sparer sind hart getroffen und wissen nicht, wie sie damit umgehen können. Was tun?

Gerichte werden anlegerfreundlicher

Die heimischen Gerichte sind in Finanzmarkt-Angelegenheiten zwar nicht die schnellsten, dafür zeichnet sich eine Besserstellung der unterlegenen Vertragspartner ab.

Ob Gemeinde oder Privatanleger – in den wilden Boomjahren waren Sitten eingerissen, bei denen stärkere Marktteilnehmer ihre Vertragspartner offenbar massiv und systematisch über den Tisch gezogen hatten. Erwiesen sich die angeblich „risikofreien“ Produkte dann als größtmögliche finanzielle Desaster, pochten die Verkäufer auf die Vertragsfreiheit: Niemand wäre zu den Geschäften gezwungen worden, man habe über die Risiken informiert und es hätte ja auch alles zum Vorteil des Kunden ausgehen können, die einfach Pech gehabt hätten.

Immobilien-Finanzierung attraktiv wie nie

In den vergangenen Jahren hat sich in Österreich die Wohnimmobilienpreisentwicklung von der Einkommensentwicklung stark abgekoppelt.

Von 1999 bis 2012 stieg in Österreich das durchschnittliche Netto- Jahreseinkommen der unselbständig Beschäftigten um 26,7 % auf 20.596 €, während im Zeitraum von 2000 bis 2013 die Preise für Erstbezugs-Eigentumswohnungen in acht Landeshauptstädten stärker anstiegen als die vorangegangenen Einkommen. Die Preissteigerungen bewegten sich zwischen 20,5 % (St. Pölten) und 96,2 % (Salzburg), während sie in Wien um 71,3 % anstiegen. Mit Ausnahme von St. Pölten und Salzburg mit einem Plus von jeweils 44,8 bzw. 100,1 % moderatere Wertsteigerungen verzeichneten gebrauchte Eigentumswohnungen – so das Ergebnis einer Auswertung der Daten der Immobilienpreisspiegel der WKO Verband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder.

Privatanleger ausgeschlossen

Die lukrative Anlage in Private Equity (Dach-)Fonds ist für kleinere Privatanleger nicht mehr zugänglich.

Konnten Anleger bis dato bereits mit 2.500 € über einen Private-Equity- Dachfonds an den Übernahmedeals von Größen wie Blackstone und KKR partizipieren und ohne tägliche Kursschwankungen auf lange Sicht beachtliche Renditen erzielen, so ist das jetzt primär institutionellen Anlegern und wenigen Millionären vorbehalten, denn aus Anlegerschutzgründen wird das Mindestinvestment auf 100.000 € angehoben (§ 48 Abs. 8a Z7 und 8C /11 AIFMG). Ein normaler Privatanleger, der fortan in Private-Equity-Produkte investieren möchte, muss gegenüber der AIF-Verwaltungsgesellschaft oder gegenüber der den Vertrieb durchführenden natürlichen oder juristischen Person nachweisen, dass er seit mehr als vier Jahren in Finanzinstrumente gemäß § 1 Z 4a WAG 2007, also Aktien investiert war.

Gallische Gewinnchancen

Die Pariser Börse hat in den vergangenen Jahren eine vergleichsweise bescheidene Performance hingelegt. Zu Unrecht, denn die Grande Nation hat einige Weltperlen zu bieten.

Angesichts der schlechten Wirtschaftsdaten und des steigenden Schuldenbergs gab es an der zweitgrößten Volkswirtschaft in der Eurozone wenig zu beschönigen. Allein 2013 erreichte die Gesamtschuldenquote 93,5 %, die Zahl der Arbeitssuchenden erreichte mit 3,4 Mio zuletzt ein Rekordhoch. Doch Anfang Juli veröffentlichte die französische Notenbank ihre neueste Prognose, in der sie die Wirtschaft erstmals wieder auf Wachstumskurs sieht. Dabei sind einige französische – vor allem weltweit tätige – Konzerne schon jetzt gut aufgestellt. Zuletzt hatte Frankreichs größte Bank, die BNP Paribas (ISIN: FR0000131104), mit der Rekordstrafe von 8,9 Mrd USD für den Verstoß gegen US-Sanktionen für Aufsehen gesorgt. Seit dem Urteil gibt es Gewissheit – und für Cyrill Meilland von Kepler Cheuvreux einen Grund, die Kaufempfehlung zu bestätigen.

FMA will schärfere Insiderregeln

Laut EU reicht schon das „Wissen“ für einen Insidertatbestand, in Österreich muss aber „Kausalität“, Vorsatz und Bereicherungsabsicht nachgewiesen werden.

Wer eine Aktie kauft oder verkauft, nur um dann zu erfahren, dass ein „Insider“ mit relevantem Informationsvorsprung auf der anderen Seite gestanden ist, darf sich wohl zu Recht als betrogen betrachten. Das scheint zudem gar nicht selten der Fall zu sein, immerhin stieß das elektronische Warnsystem der FMA seit Einführung auf bis zu 1.500 Auffälligkeiten, von denen die Behörde seit 2002 auch rund 70 genauer untersucht hat. Zur Anzeige gebracht wurden dann aber nur noch 20 Fälle mit 86 Beschuldigten, wovon ganze sieben Fälle tatsächlich vor Gericht landeten (vier davon wurden außergerichtlich durch Diversion gelöst).

Afrika-Fonds – die Gipfelstürmer der Zukunft

Das neue Afrika ist charakterisiert durch eine wirtschaftliche Aufholjagd, gestützt von Infrastrukturinvestitionen und die Erschließung von Bodenschätzen.

Im vergangenen Jahrzehnt hat sich das Bruttoinlandsprodukt der afrikanischen Staaten im Durchschnitt verdoppelt und laut dem jüngsten „African Economic Outlook“, den die OECD jährlich gemeinsam mit der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) und dem UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) herausgibt, soll sich das Wirtschaftswachstum Afrikas von 3,9 % im Jahr 2013 heuer auf 4,8 % beschleunigen, womit bald das Wachstumstempo von vor dem Krisenjahr 2009 erreicht wäre. Laut IWF werden sich in den nächsten fünf Jahren sieben der zehn am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in Afrika befinden. Der Kontinent bietet 1 Mrd Konsumenten, die bereits 600 Mrd USD pro Jahr ausgeben, die sich weltweit am schnellsten entwickelte Mittelschicht und 60 % des weltweit nichtbewirtschafteten Ackerbodens.

Pfund-Stärke signalisiert Zeitenwende

Als erste Notenbank der etablierten Industriestaaten signalisiert die Bank of England einen Kurswechsel. Seit Beginn der Finanzkrise steht erstmals eine Leitzins-Anhebung bevor.

„Die Leitzinsen könnten früher steigen, als der Markt es erwartet.“ Seit dieser Aussage Mark Carneys von der Bank of England (BoE) entfacht nun das britische Pfund eine Sogwirkung. Erstmals seit Mitte des Jahres 2012 (als noch die Euro-Schulden-Krise das Geschehen beherrschte) sind nun wieder weniger als 80 Pence für einen Euro zu berappen. Zum USD zog die britische Währung, mit über 1,70 USD pro Pfund, auf ein Niveau an, das seit dem Jahre 2008 nicht mehr gesehen wurde.

Die ganze Welt drängt in den Iran

Werden die Iran-Sanktionen dank der neuen Lage im Irak früher aufgehoben als bislang erwartet, sollten österreichische Unternehmen davon überproportional profitieren können.

Das Auseinanderfallen des Irak in das ölreiche Kurdistan im Norden, den West-Irak der ISIS-Truppen und den südlichen Rest unter der Führung Nouri al-Malikis hat offenbar großes Potenzial, die bestehenden geostrategischen Allianzen in Bewegung zu bringen. Denn obwohl die Vereinigten Staaten offiziell noch wenig Bereitschaft zeigen, im Sanktionsstreit mit dem Iran nachzugeben, finden sich die USA nun sowohl in der Syrien-Frage als auch im Irak mit dem Erzfeind im selben Boot. Saudi- Arabien, der nach Israel beste Freund der USA in der Region und größter arabischer Feind des Iran, unterstützt hingegen jeweils die Gegenseite. Und wenn ein hoher US-Regierungsbeamter nun ein weiterhin gespanntes Verhältnis zum Iran ankündigt, weil dieser den Terrorismus begünstige und Menschenrechte missachte, trifft dies wohl um nichts weniger auch auf Saudi-Arabien zu, was die bisherige Position der USA politisch zunehmend unter Druck bringt.

Börsenrallye zeigt Ermüdungstendenz

„Geht die Börsenrallye in die Verlängerung?“ Wie es weitergehen soll, darüber informierte kürzlich Monika Rosen, Bank-Austria-Chefanalystin für Private Banking.

USWie es sich zeigt, konnten 2014 die internationalen Börsen nicht an die Rekordgewinne von 2013 anschließen. Trotz des anhaltenden Niedrigzinsumfelds, welches die Anleger nach wie vor zu den Aktien zieht, scheint die Begeisterung aktuell abzunehmen. Noch gibt es aber keinen Grund zur Panik. So hat der DAX jüngst die magische Schwelle von 10.000 Punkten überschritten. „Jedoch es fehlt an Begeisterung der Handelsteilnehmer und die Phantasie für zukünftige Anstiege nimmt ab“, so Chefanalystin Rosen vor Journalisten. Außerdem ist es durch die anhaltende Börsenrallye seit Monaten zu keiner stärkeren Korrektur mehr an den Börsen gekommen.

Hohe Dividenden allein sind zu wenig

In der aktuellen Niedrigzinsphase erscheinen Aktien mit Dividendenrenditen von mehr als 4 % sehr verlockend. Doch oft haben diese attraktiven Ausschüttungen einen Haken.

Bedenkt man, dass auf einem Sparbuch mit dreijähriger Kapitalbindung 2 % p.a. bereits Spitzenkonditionen sind und auch Anlegerwohnungen nur noch 2,8 bis 4 % p.a. abwerfen, gewinnen Dividendentitel mit höherer Rendite an Bedeutung, zumal auch die Hoffnung besteht, dass die Dividendenzahlung stärker steigt als die Verbraucherpreise. Letzteres mag zwar auf die Dividendenaristokraten des S&P-500-Index weitgehend zutreffen, doch bei allzu großzügiger Ausschüttung liegt häufig das Problem stagnierender Erträge zugrunde, das mit einer hohen Dividendenausschüttung – oft aus der Substanz – kompensiert wird. Bei den 54 S&P-500-Dividendenaristokraten, die über mindestens 25 Jahre hindurch jedes Jahr in Folge ihre Dividendenzahlungen erhöhten, muss man sich hingegen in der Regel mit niedrigeren Renditen zwischen 2 und 3,5 % zufriedengeben.

Verzerrungen auf dem Anleihenmarkt

Noch nie mussten der italienische Staat und Spanien so wenig Zinsen für Bonds bezahlen wie derzeit. Die Schuldenstände dieser Länder dagegen befinden sich auf neuen Rekordhöhen.

Die Finanzakteure wittern für die Euro-Zone den Beginn eines „Quantitative easing“, während dieses Kapitel in den Vereinigten Staaten seinem Ende zugeht. Noch beschränkte sich die EZB zuletzt darauf, diese Möglichkeit in den Raum zu stellen. Negative Einlagezinsen und zugleich neu eingeräumte Langfristkredite für Banken (mit einem recht rigiden Kontrollmechanismus) sollen die Kreditvergabe an die Privatwirtschaft endlich in Schwung bringen. Als Botschaft kommt dieses Agieren auf dem Finanzmarkt aber beinahe als Verzweiflungsakt an.

Bitte nicht „narrisch“ werden!

Die Fußball-WM beginnt nun – eine gute Gelegenheit, um in Unterhaltungselektronik, Sportartikelhersteller & Co. zu investieren? Experten geben sich zurückhaltend.

Sport ist mit tiefen Emotionen verbunden – für Aktive und Zuseher. Das ist gut so, im Veranlagungsbereich ist zu viel Euphorie allerdings keine Garantie für die ganz großen Gewinne. Hintergrund: Angesichts der Fußball- WM wurden in unterschiedlichen Medien u.a. die Hersteller von Unterhaltungselektronik sehr lobend hervorgehoben. Die durchaus nachvollziehbar klingende Argumentation dafür lautet: Die WM animiere den Konsumenten zum Kauf von TV-Geräten mit großen Bildschirmen und anderem HiFi-Equipment. Analog dazu seien auch Getränkehersteller – vornehmlich Bierbrauer – interessant, weil sich der sportbegeisterte Zuschauer sehr gerne die TV-Übertragung mit dem vermehrten Konsum des Gerstensaftes versüße. Als dritter im Bunde gelten mit gleicher Argumentation Sportartikelanbieter.

„Glauben nicht an Markterholung“

Experten glauben nicht, dass die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien ein Börsenwachstum einleiten wird. Interessante Kaufgelegenheiten sehen sie dennoch.

Spätestens seit heute, wenn die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien losgeht, werden einen Monat lang alle Augen auf das aufstrebende Schwellenland gerichtet sein. So mancher Beobachter hofft, dass damit auch der brasilianische Aktienmarkt, der seit nunmehr drei Jahren vor sich hin schwächelt, wachgeküsst wird. Juliette Alves macht solchen Hoffnungen einen Strich durch die Rechnung. „Wir glauben nicht, dass der Markt sich heuer großartig erholen wird“, sagt die Co-Managerin des Comgest Growth Latin America im Gespräch mit dem Börsen- Kurier.

Der Psychologie ein Schnippchen schlagen

Mithilfe von Erkenntnissen aus der Behavioral-Finance-Theorie können Anleger ihre persönliche Börsenperformance optimieren. Experten verraten einschlägige Tipps.

„Der Markt ist rational“, so die Grundaussage der Effizienzmarkttheorie des US-Wirtschaftswissenschafters und Nobelpreisträgers Eugene Fama. Demnach handeln sämtliche Marktteilnehmer auf Basis derselben Informationen und die Kurse spiegeln die Summe aller verfügbaren Informationen wider. Einen gänzlich anderen Standpunkt vertritt die Behavioral-Finance-Theorie: Laut der verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie sind Fehler systematischer Natur und werden von Anlegern aufgrund von beschränkten Informationsverarbeitungskapazitäten begangen. „Das ist auch statistisch nachgewiesen“, so Boris Jurczyk, Leiter Equity Selection bei der Berenberg Bank.

Erstattungsanspruch ab 15 %

Samt Spesen und Quellensteuer kann bei in der Schweiz liegenden Aktien schon mal fast die halbe Dividende einbehalten werden.

Ein Aktiendepot im Ausland wird zu einem zunehmend teuren Vergnügen. Das zeigt sich vor allem bei Dividendenausschüttungen; so wurden einem Börsen-Kurier-Leser, der in der Schweiz Nestlé-Aktien liegen hat, von der Dividende satte 45,79 % abgezogen, wobei neben der 35 %- igen Quellensteuer, auch diverse Zahlungs- und Devisenprovisionen einbehalten wurden.

Jetzt in Wandelanleihen investieren

Gerade Seitwärtsphasen – wie wir sie derzeit erleben – sind laut Experten ein guter Zeitpunkt, um das Exposure gegenüber Aktien mit Wandelanleihen aufzubauen.

Wie wird es mit den Aktienmärkten weitergehen? Derzeit befinden sich die Märkte im Großen und Ganzen jedenfalls in einer Seitwärtsbewegung. „Gerade solche Phasen sind ein relativ guter Zeitpunkt, um in Wandelanleihen zu investieren“, so Gerald Trimmal, Fondsmanager bei Valartis Asset Management. Nachsatz: „Kursgewinne werden zwar nicht gemacht, dafür bekommt man zumindest Zinsen.“

Börsen bestätigen EU-Konsenspolitik

Nachdem Konservative und Sozialdemokraten nun wohl noch enger zusammenrücken müssen, wird wohl auch ihr finanzpolitischer Kurs beibehalten werden.

Dass sich die Finanzmärkte mit dem bewährten Finanzpolitiker Jean-Claude Juncker besser zurechtfinden werden als mit Martin Schulz, war allgemein erwartet worden und dann auch eingetroffen. So eröffneten am Montag schon die asiatischen Aktienmärkte deutlich im Plus und mehr noch die europäischen, was wohl als Bestätigung für die im EU-Parlament geübte Konsenspolitik gewertet werden darf. Und diese auch auf die Kommission ausstrahlende Konsenskultur dürfte sich durch das jüngste Ergebnis sogar noch weiter verstärken.

„ATX hat heuer Potenzial von 8 bis 12 %“

Nachdem mehr als die Hälfte der ATX-Prime-Unternehmen die Zahlen fürs erste Quartal vorgelegt hat, sehen Experten vorerst keinen Grund sich neu zu positionieren.

„Die Berichtsaison ist bislang im Großen und Ganzen neutral verlaufen“, bringt es Stefan Maxian, Chefanalyst der Raiffeisen Centrobank (RCB), im Gespräch mit dem Börsen- Kurier auf dem Punkt. Großartige Überraschungen – sowohl in positiver als auch negativer Hinsicht – wären nämlich ausgeblieben. Leicht positiv überrascht habe beispielsweise – „aufgrund des milden Winters“ – der Ziegelproduzent Wienerberger. „Das war allerdings kein normales erstes Quartal. Daraus auf die Folgequartale zu schließen, wäre nicht richtig“, hält der Experte fest. Besser als erwartet habe sich auch die Erste Group im ersten Quartal geschlagen. „Wir sind von höheren Risikokosten ausgegangen“, erklärt Maxian. „Bei der Erste Group hat man gesehen, dass sich die Rahmenbedingungen kaum geändert haben“, sagt Thomas Neuhold, Head of Austrian Equity Research bei Kepler Cheuvreux.

Russland-Anleihen: Vertrauens-Wette

Russische Anleihen locken mit hohen Renditen, aber neben den politischen Faktoren birgt ein instabiler Ölpreis weiteres Gefahrenpotenzial.

Verlockungen gibt es bezüglich Russland-Bonds nun von zwei Seiten. Ein mögliches Aufwärtspotenzial des Rubels im Zuge einer politischen Entspannung und eine Rückkehr der Notiz der Anleihen auf das Niveau von 2011 bis 2012. Die Währung der russischen Föderation gab bereits seit zwölf Monaten (weit vor der Zuspitzung der Ukraine-Krise) bis heute um rund 20 % nach, die Kurse der Gläubigerpapiere sanken im genannten Zeitraum je nach Laufzeit um zwischen 13 und 17 %.

Wieviel Ethik vertragen Gewinn und Wachstum?

Zu einer interessanten Diskussionsrunde lud das Bankhaus Schelhammer & Schattera gemeinsam mit dem management club Wien mit Präsident Gerhard Starsich.

Im Anlagedschungel der Finanzprodukte finden sich in der Tat oft nur Insider zurecht, jene, die auch das hiezu nötige Finanzwissen haben. So ist es kein Wunder, wenn immer mehr Sparwillige nach Auswegen und einem transparenten Umfeld suchen. Auslöser einer Trendumkehr war zweifelsohne die 2008 ausgebrochene globale Finanz- und Wirtschaftskrise, welche das Bedürfnis der Anleger nach mehr Sicherheit zur Folge hatte. Nun ist seit damals ein Trend bemerkbar geworden, der sich immer stärker auf die sogenannten „Gewinnmaximierungsprodukte“ auswirkt. Das heißt: Wenn schon, dann muss ein Produkt transparent und verständlich sein. Dies förderte die Entwicklung ethischer und nachhaltiger Produkte.

EU-Börsesteuer kommt 2016

Anstatt der versprochenen Besteuerung unproduktiver Finanzmarkttransaktionen zulasten der Banken einigten sich zehn EU-Staaten nur darauf, einfach die Anleger abzuzocken.

War die „Transaktionssteuer“ ursprünglich dazu gedacht, Auswüchse an den Finanzmärkten einzudämmen, ist sie jetzt zu einer bloßen Abzocke verkommen. Daran lässt die knappe A4-Seite keinen Zweifel, die die Finanzminister der zehn beteiligten Staaten nach einem von Finanzminister Michael Spindelegger geleiteten Treffen vorgelegt haben. Demnach werden unter anderem in Frankreich, Deutschland und Österreich „spätestens mit 1. Jänner 2016“ Aktien und „einige Derivate“ einer Umsatzsteuer unterzogen.

Welche Aktien in Wien noch günstig sind

Während ATX und WBI bei rund 85 % ihrer 5-Jahres-Höchststände notieren, hat der Börsen-Kurier untersucht, welche Titel das größte Aufholpotenzial haben könnten.

Wenn die Wall Street ihrem oberen Wendepunkt zuschreitet – was nach dem längsten Aufschwung aller Zeiten wohl ja bald der Fall sein muss – schlägt für gewöhnlich die Stunde der kleineren Börsen und der Nebenwerte. Denn nun sucht das „Smart Money“ der US-Anleger nach Märkten die noch „billig“ erscheinen, und versuchen dort die Schnäppchen zu identifizieren, was dann – glaubt man der historischen Erfahrung – durchaus nach eher oberflächlichen Gesichtspunkten erfolgen kann.

M&A-Bereitschaft hoch wie lange nicht

„Tatsache ist aber, dass wir wohl immer mehr Deals sehen werden, bei denen US-amerikanische und asiatische Firmen europäische Unternehmen oder deren Einheiten schlucken“, meint Paras Anand, europäischer Aktienchef bei Fidelity in London, in untenstehendem Kommentar.

Unternehmen weltweit haben ihre Gewinne in den letzten Jahren trotz Abschwung und Rezession erfolgreich behauptet. Ohnehin schon konservative Bilanzen wurden dadurch noch konservativer und sind mittlerweile schlicht ineffizient. Vor diesem Hintergrund werden strategische Fusionen und Übernahmen in den kommenden Quartalen aller Wahrscheinlichkeit nach zunehmen. Den Beginn dieser Entwicklung haben wir kürzlich in der europäischen Telekommunikationsbranche und im Pharmasektor erlebt. Für Aufruhr sorgen jetzt vor dem Hintergrund nationaler Interessen die Überlegungen zu Alstom.

McDonald’s statt Facebook – unauffällig ist „in“

Eine Korrektur erfasste den Technologiesektor, während sich klassische Value-Aktien und defensive Blue Chips bemerkenswert stabil hielten.

Die 100 S&P-500-Werte mit der niedrigsten Volatilität halten mit der Performance des S&P-500-Index Schritt – dies aber bei weniger Risiko: In den vergangenen 5 Jahren erzielten sie 14,9 % p.a. (ohne Dividenden), während die Volatilität in den vergangenen 12 Monaten lediglich bei 10,2 % lag. Im Vergleich dazu lag die 5-Jahres-Performance im S&P- 500-Index bei 16,8 % p.a. Dieser stand eine Volatilität von 11,1 % gegenüber, wobei die Volatilität hier im historischen Vergleich außergewöhnlich niedrig ist. Berücksichtigt man die Dividendenzahlungen, dann waren die Low-Vola-Stocks mit 18,65 % p.a. nur um 0,96 %-Punkte hinter dem S&P, während in den vergangenen drei Jahren die Outperformance 1,05 %-Punkte p.a. beträgt.

Inhaberaktien: Ausnahme für 3. Markt

Weil Inhaberaktien anonym übertragen werden könnten, gelten sie als Instrumente der Organisierten Kriminalität.

Die USA drängen daher erfolgreich auf deren weltweite Ächtung, so dass seit 1. Jänner auch in Österreich grundsätzlich Namensaktien anstatt der bislang üblichen Inhaberaktien vorgeschrieben sind. Weil aber Eigentumsverhältnisse und Transaktionen im Falle einer Börsennotiz auch über das Wertpapierdepot bei der Hausbank nachvollziehbar wären, wurden an Börsen gelistete Unternehmen davon ausgenommen, wobei bereits die bloße Ankündigung einer Börsennotierung ausreichen soll.

Mit Leidenschaft zum Anlageerfolg

Dürers Feldhase sowie Meisterwerke von Rubens und Michelangelo begeistern in der Albertina gerade wieder Wien. Wir fragten nach, ob Kunst auch als ein probates Anlagevehikel taugt.

Bereits 2002 setzte sich der Börsen- Kurier mit der Frage „Kunst als Anlageobjekt?“ intensiv auseinander und sprach damals mit Fachleuten über die Stabilität eines Kunst- Investments. Einer der Experten, den wir damals befragten, war der international anerkannte, seit 2013 ehemalige, Auktionator des Auktionshauses „im Kinsky“, Otto Hans Ressler. Er sagte: „Gemälde überdauerten auch Krisenzeiten“. Hatte er Recht? 2008 brach die globale Finanz- und Wirtschaftskrise aus. Hat sie dem Kunstmarkt geschadet?

Chancen im Niedrigzinsumfeld

Allianz-CIO Martin Bruckner informierte vergangene Woche über attraktive Realrenditen, die auch risikoscheue Investoren einfahren können.

Woran viele Investoren und vor allem Sparer schon lange zu leiden haben, ist das Niedrigzinsumfeld mit den unbefriedigenden Renditen. Die Leitzinsen in den USA und der Eurozone befinden sich weiterhin auf niedrigen Niveaus, die Inflationsraten liegen in den Industriestaaten unter den Zielraten. In der Eurozone flammt die Deflationsdiskussion wieder auf, die EZB scheint laut Allianz- Investment-Chef Bruckner zu weiteren Maßnahmen bereit. Und auch die Fed unter der neu gewählten Präsidentin Yellen setzt die Politik der monatlichen Reduktion der Anleihekäufe ihres Vorgängers Bernanke fort und dürfte diese im Laufe des Jahres gänzlich einstellen. Höhere Leitzinsen fasst sie demnach erst für März 2015 ins Auge. Sparer müssen somit weiter leiden.

Die chancenreichsten Bank-Aktien

Experten empfehlen Anlegern, auf längere Sicht auf große und breit aufgestellte Banken zu setzen. Billig sind deren Aktien zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht mehr.

Ende April ist so weit: Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) wird die wirtschaftlichen Kriterien für den Stresstest veröffentlichen, dem sich 128 europäische Großbanken in den kommenden Monaten unterziehen müssen. Experten gehen davon aus, dass dieser – ebenso wie der Asset Quality Review – besonders streng ausfallen wird. Ähnliches scheinen auch die betroffenen Banken zu erwarten, die in den vergangenen Monaten eifrig darum bemüht waren, ihre Kapitalquoten zu erhöhen und problematische Aktiva abzubauen. „Die Trennung zwischen Spreu und Weizen schreitet weiter voran“, bringt es Jörn Lange, Buyside- Analyst im Team Global Equities bei Raiffeisen Capital Management (RCM), auf den Punkt.

Boom erreicht die Euro-Krisenländer

Während die Aufschläge bei den Anleihen von Italien, Portugal und Griechenland auf Vorkrisenniveau zurückgefallen sind, sind ihre Aktienmärkte weit von den Höchstständen entfernt.

Auch wenn es weniger realen Verbesserungen als der „globalen Jagd nach dem Risiko“ geschuldet sein mag: Die Risiko-Spreads der Anleihen von Italien, Portugal und Griechenland befinden sich wieder in der Gegend ihrer Vorkrisenniveaus und in genau diese Richtung ziehen auch die Aktienmärkte. Während der DAX und der CAC 40 heuer stagnierten und es auch der ATX nur knapp ins Plus geschafft hat, steht der Athener Leitindex ASE heuer mit 14 % im Plus. Der Mailänder Leitindex FTSE-MIB und der portugiesische PSI 20 konnten sogar 17 % zulegen, was sie heuer zu den bislang stärksten Aktienmärkten aller westlichen Industriestaaten macht.

Bei Extra-Renditen jetzt zugreifen!

Die früher oft ungewöhnlich hohen Wiener Dividendenrenditen sind auf international übliche Niveaus zurückgekommen. Dennoch gibt es noch einige Schnäppchen.

Mittlerweile zahlen nur noch der Verbund und die Burgenland Holding mehr als 6 % an Dividendenrendite, die sich schnell entschlossene Anleger mit wohl überschaubaren Risiken aber durchaus noch sichern könnten. Mehr als 5 % zahlen darüber hinaus nur noch Atrium European Real Estate, Mayr-Melnhof Karton und die Öst. Post AG, wobei besonders bei Mayr-Melnhof kaum mit einer dauerhaften Anhebung gerechnet werden sollte, da hier für 2013 nicht nur die normale Dividende um 15 Cent auf 2,40 € je Aktie erhöht wird, sondern – nach 20 Jahre an der Börse – auch ein Jubiläumsbonus von ebenfalls 2,40 € ausgeschüttet wird, wobei diese Großzügigkeit wohl auch davon motiviert war, dass der geplante Kauf von mehreren Werken in Russland und Deutschland gerade gescheitert ist.

Healthcare-Boom in Asien ungebrochen

Die Emerging Markets sind als Investmentchance keineswegs abgemeldet, meint die Fondsgesellschaft Lacuna. Vor allem der Gesundheitssektor befindet sich dort nach wie vor im Aufwind.

Das Thema Emerging Markets wurde und wird von vielen Investoren derzeit stiefmütterlich behandelt. Denn Analysten prophezeien den Schwellenländern aktuell keine allzu rosigen Konjunkturaussichten und korrigieren ihre Wachstumsprognosen nach unten. Der Gesundheitsmarkt, insbesondere im asiatischen Raum, stemmt sich allerdings gegen diesen Trend, meinen die Fachleute der seit Jahren in diesem Bereich tätigen Fondsgesellschaft Lacuna. Gerade durch die starke Nachfrage aus den Emerging Markets zählt der Gesundheitsmarkt weiterhin zu den weltweit am stärksten wachsenden Branchen.

US-Insider werfen ihre Aktien auf den Markt

Laut der „Adjusted Insider Ratio“ verlässt das „Smart“-Money die Wall Street gerade so schnell wie nie zuvor.

Geht es nach der „Adjusted Insider Ratio“ („AIR“), dann hat sich am US-Aktienmarkt mittlerweile eine durchaus bedrohliche Zweiteilung zwischen „Smart-“ und „Dumb-“ Money („schlaues“ bzw. „dummes“ Geld) herausgebildet. Dieser Anfang der 1990er Jahre von dem US-Finanzprofessor Nejat Seyhun entwickelte Indikator setzt die Käufe von Aktien der eigenen Firmen durch Geschäftsführer und Direktoren in Relation zu ihren Verkäufen. Und weil „Corporate Insider“ grundsätzlich über bessere Informationen über ihre eigenen Unternehmen verfügen als „der Markt“, gelten ihre Investitionen als wichtiger Indikator. Im Gegensatz dazu steigt „Dumb- Money“, vom langen Boom angelockt, spät und zu Höchstkursen in den Markt ein und ermöglicht damit dem „Smart-Money“ erst einen optimalen Ausstieg.

OGH fordert Pflichtangebot

Der gesetzlich vorgeschriebene Mindestpreis darf den vom Übernehmer bezahlten Kaufpreis nicht unterschreiten – nur dürfte der nicht ganz so einfach zu bestimmen sein.

Nachdem die Lifemotion S.A. im Dezember von der Kurt Hirsch Holding 51 % des Grundkapitals übernommen hatte, wurde von der Übernahmekommission zwar der „Sanierungsbedarf“ sowie der „Aktienerwerb zu Sanierungszwecken“ bestätigt, dem Käufern aber dennoch ein Pflichtangebot an die Streubesitzaktionäre vorgeschrieben. Dagegen hatte Lifemotion Rekurs an den OGH erhoben, der nunmehr rechtsgültig abgelehnt wurde. Die Lifemotion hat folglich ein Pflichtangebot an die Aktionäre zu legen, wobei „eine faire Preisfindung angesichts der doch eher ungewöhnlichen Umstände eine spezielle Herausforderung“ werden dürfte, wie Anlegerschützer und IVA-Präsident Wilhelm Rasinger erwartet.

Worauf Sie bei Corporate Bonds achten sollten

In den vergangenen zwei Jahren wurden 33 privatanlegertaugliche Unternehmensanleihen an der Wiener Börse platziert. Der jüngste Angebotsrückgang ist nur ein vorübergehender.

Anfang März war es endlich soweit. Mit der 3,125-%-Anleihe des heimischen Catering-Unternehmens DO & CO wurde die erste Unternehmensanleihe des Jahres an der Wiener Börse platziert, die sich – dank einer Stückelung von 500 € – auch an Privatanleger gerichtet hat. Wie der Börsen-Kurier berichtete, belief sich das Emissionsvolumen auf 150 Mio€. Davor gingen bereits vier Emissionen erfolgreich über die Bühne – allerdings mit Stückelungen von jeweils 100.000 €. Insgesamt hat sich für Retail-Investoren in den letzten beiden Jahren an der Wiener Börse einiges getan: Über diesem Zeitraum wurden 33 Bonds mit niedrigen Stükkelungen und einem Gesamtvolumen von 4,67 Mrd€ neu emittiert.

Bewährungsprobe für „Abenomics“

Die japanische Regierung unter dem Premierminister Shinzo Abe und die Zentralbank in Tokio geraten zunehmend unter Druck.

Der japanische Aktienmarkt verzeichnete im Jänner und Feber Rückschläge, da Ängste vor einer Krise der Emerging Markets, aber auch die Enttäuschung über ein schwächer als erwartetes Wirtschaftswachstum und zunehmende Zweifel an „Abenomics“ Investoren verunsicherten. „Abenomics“ (in Analogie zu „Reaganomics“) ist der Versuch, die seit Jahrzehnten schwächelnde drittgrößte Volkswirtschaft der Welt mit einer unorthodoxen Wirtschaftspolitik in Schwung zu bringen.

Bullenmarkt von Ukraine kaum beunruhigt

Russland scheint am stärksten unter der Krise zu leiden, weshalb die Finanzmärkte von einem Einlenken Putins und einem milden Krisenverlauf ohne scharfe Sanktionen ausgehen.

Nachdem Zarin Katharina II. die Krim schon vor fast 250 Jahren „von nun an und für alle Zeiten“ als russisch deklariert hat und nur eine eigenwillige Verfügung des ukrainischen KP-Chefs Nikita Chruschtschow sie der Ukraine angliederte, wäre der einzige Weg zur Lösung der Krimkrise, bei der alle ihr Gesicht wahren können, mittlerweile wohl der, dass Russland der Ukraine die Krim einfach abkauft. Das wird freilich kaum geschehen, und so bleibt nur zu hoffen, dass weiteres Blutvergießen unterbleibt – wovon anscheinend bislang auch die Finanzmärkte ausgehen.

Die Aufholjagd des MIB-Index

Die steile Aufwärtsentwicklung des bedeutendsten italienischen Aktienindex überrascht. Nur die Peripheriebörsen in Lissabon und Athen halten mit.

Im Rahmen der EZB-Pressekonferenz am 6. März betonte Präsident Mario Draghi die Notwendigkeit einer Umsetzung der Arbeitsmarktreformen in romanischen Ländern. Nun könnte zumindest erstmals eine liberalere Sicht in Bezug auf die drückende Steuerlast im Apenninenland Platz finden. Der vom italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi installierte neue Finanzminister Pier Carlo Padoan überrascht mit seiner Ankündigung, noch in diesem Jahr steuerliche Mindereinnahmen von 10 Mrd€ zu tolerieren.

Die Börsen als Investment-Chance

Für Börsegesellschaften ist es schwieriger geworden, Geld zu verdienen. Wer in ihre Aktien investieren möchte, sollte sich daher intensiv mit deren Geschäftmodell auseinandersetzen.

Die globale Börsenlandschaft war zuletzt von zahlreichen Übernahmen und Fusionen geprägt. Der Ende des Vorjahres erfolgte Kauf des Börsenbetreibers NYSE Euronext durch den Konkurrenten Intercontinental Exchange (ICE) war nur der vorläufig letzte spektakuläre Deal, denn Experten sehen das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. „Die in den letzten Jahren erlebte Konsolidierung der Börsen geht weiter“, sagt etwa Jörn Lange, Analyst bei Raiffeisen Capital Management.

Soros lauert auf Eurozone-Banken

In einem Zeitfenster von einem knappen halben Jahr sollten laut der Hedge-Fonds-Legende im Zuge des Banken-Stresstests noch etliche kapitalschwache Eurozone-Banken mit Eigenkapital- Angeboten herauskommen, mit denen Investoren „nachhaltig Geld verdienen“ könnten.

George Soros hat zuletzt gleich mehrfach für Aufsehen gesorgt. So sprang sein „Quantum Endowment Fund“ gerade an die erste Stelle der erfolgreichsten Hedge Fonds aller Zeiten, während er laut der jüngsten Pflichtveröffentlichungen (F13) zudem mit 1,3 MrdUSD aktuell die größte Short-Position auf den USIndex S&P 500 eingegangen ist, die jemals an die US-Behörden gemeldet wurde.

Welche Autozulieferer Kurspotenzial haben

Im Jänner wurden im EU-Raum 935.640 Pkw und damit um 5,5 % mehr als im Vorjahr verkauft werden. Das rückt auch Aktien von Autozulieferern in den Fokus.

Allgemein ist ein Diversifizierungstrend in der Kfz-Zulieferindustrie zu Industriebereichen zu beobachten. Der massive Einbruch der nur auf die Pkw-Hersteller abzielenden Sparten hatte im Jahre 2009 tiefe Spuren hinterlassen. Die Krise brachte die finanzielle Balance der Branche damals beinahe zum Kollabieren.

Den Schritt in die Welt wagen

Es sind große Namen wie Henkel, Merck oder Fresenius, die als deutsche Familienunternehmen an der Börse reüssieren.

Doch es gibt auch zahlreiche nicht notierte Firmen, wie etwa die Freudenberg-Gruppe, die in den Händen von Familien sind oder von ihnen geführt werden. Dabei funktionieren Familienunternehmen nach ganz eigenen Regeln. Wie genau, das erforscht ein eigenes Institut der Privatuniversität Witten- Herdecke. Eine gemeinsame Studie mit der Beratungsgesellschaft PWC legt nun offen: Nachhaltiges Wachstum misst sich für die Familienunternehmen nicht nur am Umsatz, sondern auch an der Beschäftigungsentwicklung, dem Anlageund Umlaufvermögen und der Profitabilität. In den vergangenen fünf Jahren wuchsen drei Viertel der befragten Firmen.

Janet Yellen beruhigt die Märkte

Janet Yellen ist die erste Frau an der Spitze der Fed seit deren Gründung im Jahr 1913 und ihr erster Auftritt vor dem Kongress war viel versprechend.

Die 67-jährige Janet Yellen ist die Nachfolgerin von Ben Bernanke, dessen Vertrag nach acht Jahren ausgelaufen war. Sie durchlief eine langjährige Karriere an renommierten Universitäten, ehe sie von 1994 bis 1997 Mitglied des Vorstandes im Board of Governors of the Federal Reserve System wurde. Vom 14. Juni 2004 bis 4. Oktober 2010 war sie Präsidentin und CEO der Federal Reserve Bank of San Francisco. 2009 war sie als stimmberechtigtes Mitglied des Offenmarktausschusses der Fed für die expansive Geldpolitik zur Verhinderung eines Zusammenbruchs der Finanzmärkte mitverantwortlich. Yellens geldpolitische Linie deckt sich weitgehend mit jener ihres Vorgängers. In den vergangenen Jahren hat sie immer wieder betont, dass die Reduktion der Arbeitslosigkeit Priorität habe.

„Ganze Branche sollte Flagge zeigen“

Das Interesse an nachhaltigen Geldanlagen steigt bei institutionellen wie privaten Anlegern stetig. Die Finanzbranche reagiert darauf aber meist nur auf Nachfrage.

Michael Martinek, Chef des auf nachhaltige Geldanlage spezialisierten Bankhauses Schelhammer & Schattera, schätzt den Stellenwert von „ethisch-nachhaltigen“ Geldprodukten in der heimischen Finanzbranche als enden wollend ein. Denn trotz nachgewiesen stetig steigendem Interesse der (in Österreich mit rund 80 % Anteil tonangebenden) institutionellen aber auch der privaten Investoren reagiert die Branche auf entsprechende Kundenwünsche meist nur mit einem: „Ja, das haben wir auch.“

So schützen Sie Ihr Geld im Depot

Die Emerging-Markets-Panik hat die Leitbörsen erfasst und immer mehr Anleger sichern ihr Aktienportfolio ab. Wer dabei falsch hedgt, verliert doppelt.

Wer alle Aktien im Portfolio abstößt, produziert hohe Spesen und versäumt unter Umständen plötzliche Kursanstiege infolge guter Nachrichten. Trotzdem will man nicht tatenlos zusehen, wenn die Kurse verfallen. Eine Absicherung mittels Short-Hebelzertifikaten oder CFDs erscheint zweckmäßig und kostengünstig, wobei auf den Hebel zu achten ist.

„Keine neue Asienkrise“

Länder, die eng in die Wertschöpfungskette der Industrienationen eingebunden sind, bleiben attraktiv, so die Ansicht der Anleihenexperten der internationalen GAM Holding.

Die Währungen vieler Schwellenländer haben zuletzt stark abgewertet. Doch eine Krise, wie sie die asiatischen Länder 1997 erlebt haben, dürfte nicht bevorstehen. Dieser Meinung ist Paul McNamara, Fondsmanager bei der Asset Management Gruppe GAM. „Die aktuelle Entwicklung ist nicht vergleichbar mit 1997“, meint er. Die Länder seien heute deutlich robuster, die Banken teilweise besser aufgestellt als in den Industrienationen. „Was wir erleben, ist das Ende des Wachstumsmodells, dem die Schwellenländer nach der Finanzkrise gefolgt sind.“ Mithilfe der lockeren Geldpolitik und ausländischen Kapitals sei es den Schwellenländern nach der Krise gelungen, so McNamara weiter, das Investment im Inland zu stärken und ihr hohes Wachstumsniveau aufrecht zu erhalten.

Chinas Kreditblase droht zu platzen

Fast in jedem Vortrag auf der 29. Kapitalanlegertagung des ZfU war der asiatische Raum ein Thema und kam dabei leider nicht besonders gut weg.

Dane Chamorro, Director Asia Pacific für Global Risk Analysis bei Control Risks, widmete seinen Vortrag dem Motto „Asien 2014: Woher kommt das Wachstum?“. Dabei stellte Chamorro gleich zu Beginn seines Referates fest, dass raue Zeiten auf die Anleger in dieser Region zukommen werden, denn das Jahr des Pferdes habe „ein wildes Pferd“ bekommen – sehr volatile Märkte werden erwartet.

Helmenstein für mehr Headquarters

In der Presskonferenz der Industriellenvereinigung (IV) gaben sich Generalsekretär Christoph Neumayer und IV-Chefökonom Christian Helmenstein nur vorsichtig optimistisch.

Beide, Generalsekretär und Chefökonom, waren sich einig, dass standortpolitische Maßnahmen das Wachstum beschleunigen oder eben verzögern können. „Eine Annäherung an das Trendwachstum ist möglich, aber abhängig von standortpolitischen Maßnahmen“, so Neumayer. Chefökonom Helmenstein erwähnte die Wichtigkeit der Headquarters für Österreich und übte Kritik am „Hochsteuerland Österreich“ mit einem Höchststeuersatz von 50 %, aber auch an den zu niedrigen Einkommen der Österreicher. Unzufrieden sind die Vertreter der IV vor allem mit dem Abgabenänderungsgesetz, das laut Generalsekretär aktuell nicht in die richtige Richtung ziele.

Erfolgreich anlegen wie die Norweger

Der Norwegische Staatsfonds zeigt vor, wie man mit breiter Diversifizierung und hohem Aktienanteil auch in schwierigen Zeiten hohe Renditen erwirtschaftet.

Dank der Einnahmen aus den Ölund Gasvorkommen und anständiger Veranlagungsergebnisse hat der Norwegische Staatsfonds Government Pension Fund – Global (GPFG) den Rekordwert von 5,11 BioNOK (818 MrdUSD/610 Mrd€) erreicht, was die 5,1 Millionen Norweger allesamt zu (Kronen-)Millionären macht. Norwegen selbst wird dadurch zum Netto-Gläubiger und der GPFG noch vor der saudi-arabischen SAMA Foreign Holdings (676 MrdUSD), der Abu Dhabi Investment Authority der Vereinigten Arabischen Emirate (627 MrdUSD) und der Kuwait Investment Authority (386 MrdUSD) zum größten Staatsfonds der Welt.

2014 wird „ein wildes Pferd“

Wie jedes Jahr hat sich der Börsen-Kurier als Medienpartner auf der Internationalen Kapitalanlegertagung des ZfU – International Business School nach Investmenttipps umgehört.

Am 31. Jänner 2014 beginnt in China das „Jahr des Pferdes“. Dies inspirierte Dane Chamorro, Direktor Asia Pacific für Global Risk Analysis bei Control Risks, in seinem Vortrag zu der Aussage, dass 2014 ein wildes Pferd die Bühne der Kapitalmärkte betritt. Er bezog diese Aussage in seinem Vortrag zwar vor allem auf die Emerging Markets, doch auch Michael Riesner, Leiter technische Aktien-Analyse der UBS Investmentbank, erklärte 2014 zu einem schwierigen Jahr. Er sieht die Finanzmärkte bereits in einer Spätphase eines Bullenmarktes in einem strukturellen Bärenmarkt. Mit einem Absturz von bis zu 37 % rechnet Riesner noch im Laufe des späteren Frühjahres und begründet diese Prognose damit, dass bereits in den vergangenen Wochen „erste Äpfel vom Baum gefallen sind“.

Warum Reiche immer reicher werden

Während die Reichen ihr Vermögen zuletzt sukzessiv vermehrt haben, treten die Menschen am unteren Ende der Einkommenspyramide auf der Stelle. Grund sind die sinkenden Reallöhne.

Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Diese ernüchternde Entwicklung wird von einer Reihe von Studien bestätigt: Laut der von der Unternehmensberatung Capgemini veröffentlichten aktuellen Ausgabe des „World Wealth Report“ ist die Zahl der so genannten „High-Net-Worth-Individuals“ (HNWI), also der Menschen, die über ein Vermögen von mindestens 1 MioUSD verfügen, zwischen 2011 und 2012 um 9,2 % auf weltweit 12 Mio gestiegen. Gemeinsam besitzen sie ein Vermögen von 42,7 BioUSD. Am anderen Ende der Vermögenspyramide schaut es deutlich trister aus. Angesichts stagnierender Reallöhne treten breite Bevölkerungsschichten auf der Stelle.

Die Schlüsselthemen für 2014

Im Gespräch mit dem Börsen-Kurier geht Société-Générale-Experte Arthur van Slooten auf die marktbeherrschenden Themen des laufenden Jahres ein und gibt Tipps, wie Anleger im aktuellen Umfeld profitieren können.

Für Arthur van Slooten, Stratege für globale Asset Allocation bei der Société Générale, ist es klar: Die USNotenbank wird das „Tapering“ (Reduktion der Anleihenkäufe) fortsetzen, die (kurzfristigen) Zinsen aber niedrig lassen. Der Spread zwischen zehn- und zweijährigen USTreasuries wird damit den höchsten Stand der letzten vierzig Jahre erreichen. Van Slootens Tipp: Sogenannte „Steepener Anleihen“, die auf eine steiler werdende Zinsstruktur und damit auf eine steigende Zinsdifferenz setzen.

Gewinnchancen mit Penny-Stocks

Wer zuletzt in Wiener Penny Stocks investiert hatte, konnte mit Warimpex, Head oder Brain Force durchaus auch ein Mehrfaches seines Einsatzes an Gewinn einstreifen.

Seitdem Leonardo DiCaprio im Hollywood-Börsendrama „The Wolf of Wall Street“ die US-Öffentlichkeit mit der Investmentidee der Penny- Stocks vertraut gemacht hatte, jubeln die einschlägigen Anbieter über enorm angestiegenes Anlegerinteresse. Das ist umso erstaunlicher, als hier die Betrugsgeschichte des Jordan Belfort geschildert wird, der in den 1980er- und 90er-Jahren hunderte Millionen Dollar abzocken konnte, indem er wertlose Aktien billig aufgekauft, hochgejubelt und teuer weiterverkauft hat. Die Gefahr, wertlose Aktien untergejubelt zu bekommen, scheinen die neuen Anleger indes zu vernachlässigen, wobei angesichts des Risikos eines Totalverlusts allerdings nur hartgesottene Spekulanten entsprechende Investitionen ins Auge fassen sollten.

Frühindikatoren stimmen optimistisch

Die konjunkturellen Wolken scheinen sich immer mehr zu verziehen und die Eurozone könnte 2014 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren.

Betrachtet man den Economic Sentiment Index, eine aus fünf Umfragen bestehende Komponente des von „The Conference Board“ veröffentlichten Leading Economic Index für die Eurozone, so ist eine klare Aufhellung der Stimmung im Zeitraum Mai bis November erkennbar. Der Stimmungsindikator der Wirtschaft stieg in diesem Zeitraum jeden Monat in Folge von 89,5 bis auf 98,5 Punkte. Dass sich die Erholung in der Privatwirtschaft der Eurozone beschleunigt, zeigt auch der finale Markit Eurozone Composite Index (PMI®), der im Dezember gegenüber November 2013 von 51,7 auf 52,1 Punkte stieg und sowohl ein 3-Monats-Hoch als auch den zweithöchsten Stand der letzten zweieinhalb Jahre erreichte.

Vorsicht bei Internet-Meldungen!

Der Wettlauf um die Verbreitung von Nachrichten im Internet fordert seinen Tribut: Immer häufiger kommt es auch auf seriösen Seiten zu haarsträubenden Falschmeldungen.

Leser der renommierten Internetseite „derStandard.at“ trauten am 17. Dezember ihren Augen nicht: Die Berichterstattung über den Sozialplan bei Lenzing wurde mit dem Satz: „Vorstand und Betriebsrat des insolventen Unternehmens haben sich … geeinigt“! Lenzing pleite? Natürlich nicht. Da ist einem – offensichtlich unerfahrenen – Online-Journalisten ein „Irrtum“ unterlaufen. Ein gefährlicher Irrtum, der trotz des Hinweises von Lesern noch Stunden später auf der Facebook-Seite des Standard zu finden war.

Wo 2014 die Musik spielt

Im Jänner wird Zürich jedes Jahr zum Nabel der Anlegerwelt, wenn die ZfU International Business School mit einem hochrangigen Expertenaufgebot zur Kapitalanlegertagung lädt.

Im Gespräch mit dem Medienpartner Börsen-Kurier signalisiert ZfUGründer Fritz Haselbeck nach mehreren schwierigen Jahren für die Finanzbranche endlich wieder Optimismus: Nachdem die „befürchteten Tornados“ an den Märkten nicht eingetroffen sind, kam es zuletzt zu einer „gewissen Beruhigung des Gesamtumfelds“. Grundsicherheit und Grundvertrauen der Investoren seien zurückgekehrt, Anleger würden wieder mehr Chancen als Gefahren sehen, erklärt Haselbeck. Untrügerisches Zeichen für das zurückgekehrte Interesse der Investoren ist die wieder gestiegene Zahl der Teilnehmer an der diesjährigen Kapitalanlegertagung. Diese wartet auch heuer wieder mit einem Feuerwerk an Expertenwissen auf.

Pennystock-Rallye zum Jahresauftakt nutzen

Im Dezember werden Pennystocks im Zuge des Tax-Loss-Sellings abgestoßen. Das setzt die Kurse weiter unter Druck und ruft kurz darauf Schnäppchenjäger auf den Plan.

Pennystocks im engeren Sinne sind Aktien, die unter 1 USD notieren. Laut der Definition der amerikanischen Börsenaufsicht SEC sind es Aktien sehr kleiner Unternehmen, deren Kurs unter 5 USD liegt. Diese Werte werden häufig nicht an den streng überwachten Handelsplätzen, sondern am OTC Bulletin Board (OTCBB), dem Pendant zum Freiverkehr, gehandelt. Aufgrund der niedrigen Marktkapitalisierung von häufig unter 50 MioUSD und in der Folge eines illiquiden Handels können bereits Verkaufsvolumina von wenigen hunderttausend US-Dollar zweistellige Kursstürze verursachen. Deshalb brechen niedergeprügelte Pennystocks infolge des Tax-Loss- Selling (Realisierung steuerlicher Verluste) im Dezember oft noch weiter ein.

„2014 Industrieländer bevorzugen“

Für Aktien aus den Industrieländern sollte es 2014 aufwärts gehen – damit wären Erträge im oberen einstelligen Bereich drin, meint der internationale Vermögensverwalter Schroders.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis zahlreicher Unternehmen hat bereits deutlich angezogen und auch die ersten Schritte der Zentralbanken in den USA, Japan, Großbritannien und Europa, die Konjunktur zu stützen, sollten sich positiv auf Aktien auswirken, meint Johanna Kyrklund, Leiterin für weltweite Multi- Asset-Anlagen bei Schroders. Kyrklund glaubt außerdem nicht, dass die Schwellenländer die Attraktivität der Industrienationen im kommenden Jahr übertreffen können: „Der fehlende Inflationsdruck ermöglicht den Industrieländern eine ultralockere Geldpolitik. Im Gegensatz dazu müssen einige Schwellenländer sich immer deutlicher zwischen Wachstum und Inflation entschieden.“

Warren Buffett: Mit einfachen Regeln zum Erfolg

Der zweitreichste Mann der Welt arbeitet nach leicht nachvollziehbaren Regeln, jedoch mit starkem Hebel und dem Willen und der Finanzkraft, auch Schwächephasen durchzutauchen.

Mit einem Vermögen von knapp 60 MrdUSD zählt der Investor Warren Buffett zu den drei reichsten Menschen der Welt. Und das, wie eine aktuelle Studie feststellt, offenbar zu Recht. So hat im Vergleich mit allen Aktien und Investmentfonds, die in den USA von 1926 bis 2011 länger als 30 Jahre gehandelt wurden, sein Fonds Berkshire Hathaway die absolut beste „Sharp Ratio“. Diese wichtige Finanzmarktkennzahl bemisst die Wertentwicklung der untersuchten Geldanlage in Bezug auf das eingegangene Risiko und wurde für Buffett von 1976 – 2011 mit 0,76 festgelegt. Das ist zwar fast doppelt so viel wie der Durchschnitt des Aktienmarktes, angesichts des gewaltigen Erfolgs erscheint es aber auch den Analysten überraschend wenig, insbesondere weil Buffett konsequent nach einer sehr einfachen Strategie vorgeht, die den Autoren zufolge ohne viel Aufwand auch von jedem Privatanleger nachvollzogen werden könnte.

Skepsis als klares Kaufsignal

Seit dem letzten Tief 2009 erzielte der US-Aktienmarkt ein Plus von 150 %. Das lässt viele an der Nachhaltigkeit des aktuellen Bullenmarktes zweifeln. Für Bill Miller von Legg Mason, einem der weltweit größten Vermögensverwalter, ein Grund zur Freude

„Aus unserer Sicht ist das ein gutes Zeichen und stimmt uns gerade bullish für US-Aktien“, freut sich Legg Masons Altmeister Bill Miller über die oben beschriebene Zurückhaltung seiner Landsleute. Was Miller, dessen Gesellschaft aktuell 670 MrdUSD verwaltet, weiters in seiner Meinung bestärkt, sind die Dividendenzahlungen und das -wachstum in den USA: „Das Dividendenwachstum lag in den vergangenen Jahren kontinuierlich im zweistelligen Bereich und liegt aktuell bei über 17 %. Das ist eine der höchsten Wachstumsraten aller Zeiten und liegt nur knapp unter dem letzten Hoch von 18 % vom vergangenen Dezember.“

Günstige Aktien mit Aufholpotenzial

Die Aktienmärkte sind historisch betrachtet nicht mehr günstig bewertet. Dennoch gibt es noch vereinzelte Value-Aktien mit reichlich Aufholpotenzial.

Value-Aktien sind Werte, die unter dem Aspekt ihrer Ertragskraft unter ihrem Fair Value notieren. Sie sind in der Regel in den im Folgenden genannten Aktien-Clustern zu finden.

Qualitätsaktien aus niedergeprügelten Branchen
Gerät eine Branche unter Druck, dann beeinträchtigt dies in der Regel auch die Kursentwicklung der fundamental solidesten Werte. Nimmt man die Dow-Jones-Branchen-Indizes, so verloren Minentitel in den vergangenen zwölf Monaten 35,3 % an Wert, während in Europa Versorgertitel stark niedergeprügelt wurden. Angesichts positiver Gewinnüberraschungen und Aufwärtsrevisionen der Gewinnprognosen erscheint der unter Buchwert notierende brasilianische Minenkonzern Vale (KGV 2014e: 7,6) lukrativ, während bei den Energieversorgern ein Blick auf die französische Electricité De France (E.D.F.) geworfen werden sollte (für 2014 geschätztes Kurs/Cash- Flow Verhältnis von 3,9!, erw. Dividendenrendite von 4,5 %).

Staatsschulden müssen hinunter

Mit Vehemenz macht nun die Industriellenvereinigung (IV), mit ihrem Präsidenten Georg Kapsch Druck auf die Politik. Diese soll „heute definieren, wann was passiert.“ Vor Steuererhöhungen warnt die IV zum wiederholten Male eindringlich.

Dass Georg Kapsch ungeduldig geworden ist, konnte man ihm am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz anmerken. Gemeinsam mit Generalsekretär Christoph Neumayer legte er das Forderungspaket der IV an die hohe Politik vor den Medienvertretern auf den Tisch. Die Forderungen sind klar formuliert, sie müssten von der nächsten Regierung rasch aufgenommen werden, so die IV. Die Dringlichkeit ist gegeben, damit die Zukunft des Industrie- und Arbeitsstandortes Österreich gesichert und heimische Arbeitsplätze erhalten bleiben, ist man in der IV felsenfest überzeugt.

1.500 % Performance seit dem Jahr 2000

Während der legendäre „Corporate Raider“ vor heftigen Kurseinbrüchen an der Wall Street warnt, hält er seine eigenen Beteiligungen noch immer für stark unterbewertet.

Wenn der Großinvestor Carl Icahn via Reuters vor einem Engagement an den Börsen warnt, „weil die Gewinne vieler Unternehmen mehr durch die niedrigen Kreditzinsen befeuert werden als durch die Strategie des Managements“, kommen – wie letzte Woche – weltweit die Indizes unter Druck. Gleichzeitig drängt sich aber auch die Frage auf, wo der legendäre „Corporate-Raider“ denn selbst engagiert ist. Schließlich hat es sich bislang zumeist gelohnt, sich an den 77-jährigen Multimilliardär anzuhängen, der 1985 durch die unfreundliche Übernahme der USFluggesellschaft TWA zum Vorbild für den Spekulanten Gordon Gekko in Oliver Stones Hollywood-Streifen „Wall Street“ wurde.

Zehn gute Jahre für Risiko-Assets

In einem Kommentar klopfen die Experten von swisspartners die weltweite Erholung auf Nachhaltigkeit hin ab und zeichnen – allen Unkenrufen zum Trotz – ein positives Bild für Aktien.

Die aktuelle Situation, in welcher die amerikanische Wirtschaft trotz der umfangreichen Fed-Maßnahmen nur moderat wächst, wird dafür sorgen, dass die US-Notenbank ihre experimentelle „monetary policy“ zumindest bis zum Jahresende oder sogar darüber hinaus fortsetzt, so die Experten des in Zürich, Genf und Vaduz ansässigen Vermögensberaters swisspartners. Und: Angesichts der hohen Anzahl an Fehlstarts der US-Wirtschaft wird die Notenbank zweifellos sicher sein wollen, dass vor einem Ausstieg aus besagter Politik eine robuste und nachhaltige Erholung eingesetzt hat.

Wachtsumsmarkt Bio-Nahrungsmittel

Einer Analyse der Zürcher Kantonalbank zufolge hat sich der Markt in den vergangenen zwölf Jahren von 15,2 auf 62,9 MrdUSD mehr als vervierfacht. Und es soll so weitergehen.

Der Stellenwert von gesunder Ernährung und das Interesse der Konsumenten an nachhaltig produzierten Lebensmitteln gehören seit mehreren Jahren zu den großen Trends unserer Zeit. Nicht nur bei uns setzen immer mehr Konsumenten auf Lebensmittel, die zwar einen höheren Preis haben, dafür aber in der Herstellung tier- und umweltschonender sind. In der Schweiz etwa wurden 2011 Bioprodukte im Wert von umgerechnet 1,127 Mrd€ oder rund 142 € pro Kopf und Jahr konsumiert. Wichtigste Treiber dieser Entwicklung sind bei steigendem Wohlstand auch das steigende Interesse an Nahrungsmitteln, die unter nachhaltigen Bedingungen produziert werden sowie der höhere Stellenwert von gesunder Ernährung und gutem Essen ganz allgemein.

Es gibt immer interessante Anleihen

Auch wenn die Renditeaussichten mit Aktien höher sind, halten viele Anleger Anleihen weiterhin die Treue. Nach wie vor fließt viel Geld in Anleihenfonds.

Totgesagte leben bekanntlich länger: Trotz der nicht endenden Serie an Grabesreden seitens diverser Experten zu Ehren der Assetklasse, scheinen Anleger nach wie vor auf Anleihen zu setzen – und das ungeachtet der ultralockeren Zentralbankpolitik. Nach wie vor fließt viel Geld in Rentenfonds und ein Ende dieser Entwicklung scheint derzeit nicht absehbar. Pioneer Investments verzeichnete etwa im bisherigen Jahresverlauf Nettozuflüsse in der Höhe von 8 Mrd€, wie CEO Sandro Pierri in der vergangenen Woche bei einem Vortrag in Wien bestätigte. Davon seien 70 % in Fixed Income geflossen.

Edelmetall-Aktien so billig wie nie

Negative Marktstimmung, Bodenbildungstendenzen auf niedrigem Niveau sowie zunehmende positive Gewinnüberraschungen machen Minenaktien für antizyklische Käufer interessant.

Edelmetallaktien reagieren mit einer Hebelwirkung auf den Goldpreis. Die 18 Werte des NYSE Arca Gold BUGS Index wiesen im Zeitraum von Ende 2000 bis Ende 2012 einen Hebel von 1,93 (Gold + 510 %, Index + 984 %) auf. Bis Ende 2010 lag der Goldpreis- Hebel sogar bei 3,1. Doch seit dem Hoch am 8. September 2011 verlor der NYSE Arca Gold BUGS 63,9 % an Wert (per 8. 11.). Mittlerweile befinden sich Goldminenaktien in einer charttechnischen Unterstützungszone, die bis ins Jahr 1987 zurückgeht. In den vergangenen 45 Jahren erlitten Goldminenaktien acht Mal einen Jahresverlust von 40 % und mehr, zuletzt im Sommer 2013. Bis dato waren das immer günstige Einstiegszeitpunkte. Seit dem Sommer- Tief liegen Edelmetall-Aktien bereits wieder mehr als 10 % im Plus.

Zuversicht für 2014

Das Stimmungsbild in der Eurozone hellt sich zusehends auf. Laut Philipp van Hove von Hansainvest sollte sich dies 2014 fortsetzen. Bis Jahresende rechnet er mit einer Seitwärtsbewegung.

Der Aufschwung an den Börsen kommt nicht von ungefähr. „Die Frühindikatoren vermittelten zuletzt ein deutlich besseres Bild von der konjunkturellen Lage im Euroraum“, sagt Philipp van Hove, Portfoliomanager bei der deutschen Hansainvest, einer Tochter der Signal Iduna Gruppe. Auch der anhaltende Liquiditätsstrom der Notenbanken sowie die angestoßenen Reformbemühungen stimmen die Märkte laut Hove positiv. So verzeichnete das „Krisenland“ Spanien von Juli bis September mit einem BIP-Anstieg von 0,1 % das erste Plus seit neun Quartalen. „Globale Investoren haben in der Krise ihr Geld aus dem Euroraum abgezogen. Bei einer Verbesserung der Lage könnte weiterhin Kapital zurückfließen“, erwartet van Hove.

Die Lieblingsaktien der Walls-Street-Gurus

Ob Warren Buffett, Seth Klarman, George Soros oder Schwerverdiener David Tepper – die Transaktionen der Gurus können quartalsweise verfolgt werden.

Im Internet können kostenlos die Transaktionen der Wall-Street-Elite verfolgt werden. Doch freiwillig lässt sich aus dieser Gruppe kaum jemand in die Karten schauen: Sie sind in den USA gesetzlich dazu verpflichtet. Die im Jahr 1975 gemäß dem Securities Exchange Act von 1934 vom US-Kongress verabschiedete „Section 13 (f)“ sieht vor, dass jeder institutionelle Fondsmanager mit mehr als 100 MioUSD an verwaltetem Vermögen einmal pro Quartal seine Positionen an die US-Börsenaufsicht meldet. Innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende gibt es dann zu jedem institutionellen Großanleger neue Daten unter den 13 F-filings: www.sec.gov/edgar.shtml.

Aktien USA: zu teuer, zu billig?

Ein kumuliertes Plus von 175 % ist die stolze Bilanz des US-Aktienmarktes, seit er im September 2009 die Talsohle durchschritten hat. Das ist aber auch der Grund, warum derzeit viel darüber diskutiert wird, ob US-Titel nun schon deutlich überbewertet oder noch immer günstig sind.

„Um die aktuelle Bewertungsdiskussion zu verstehen, muss man zunächst einmal die Grundlagen von Robert Shillers so genanntem zyklisch angepassten Kurs-Gewinn- Verhältnis (CAPE) verstehen“, meint Sam Peters, Portfoliomanager beim US-Aktienspezialisten Legg Mason. Das CAPE nutzt das Zehnjahresmittel des gleitenden Jahresdurchschnitts auf monatlicher Basis, um das KGV des Marktes zu berechnen, welches das nachhaltige Niveau der Gewinne vollständiger widerspiegelt. Zur Zeit liegt Shillers CAPEMehrfaches leicht über 23, was historisch betrachtet hoch ist. Deshalb würde Shiller wohl argumentieren, dass der Markt anfällig für negative Überraschungen sei.

Unentdeckte Schnäppchen an der Wiener Börse

Trotz der sich andeutenden konjunkturellen Erholung sind Zykliker an der Wiener Börse unter Investoren nicht gerade heiß begehrt – zu Unrecht, wie Experten meinen.

„Alles, was mit dem Wirtschaftszyklus in Europa zu tun hat, wird derzeit – wie auch in den letzten Jahren – von Investoren gemieden“, so Herbert Perus, Leiter Globale Aktien bei Raiffeisen Capital Management (RCM). Dementsprechend groß sei auch die Diskrepanz zwischen Wert und Preis bei vielen europäischen Zyklikern, die im Übrigen derzeit die größte Position in den hauseigenen Europa-Aktienfonds einnehmen. „Dass die Angst vor einem wirtschaftlichen Zusammenbruch in Europa langsam zurückgeht, könnte jedenfalls der Anfang einer starken Kursentwicklung sein“, meint der Value-Investor.

IWF macht Enteignung salonfähig

Der IWF stellt auf Seite 49 seines aktuellen Fiskalmonitors eine einmalige Netto-Vermögens- Abgabe von ca. 10 % zur Diskussion. Die Umsetzung hätte fatale Folgen.

Um den öffentlichen Schuldenstand der Eurozone auf das Niveau von Ende 2007 zu senken, zeigt der IWF die Einführung einer überraschenden aber einmaligen Abgabe, bemessen am Nettovermögen (Assets minus Schulden), als denkbare Alternative. Gemäß dem „Eurosystem Household Finance and Consumption Survey“ von April 2013 (Quelle: EZB) liegt das durchschnittliche Nettovermögen eines Haushalts in der Eurozone bei 230.800 € (Österreich: 265.000 €). Dabei wurden Immobilien, Autos, eigene Unternehmen, Lebensversicherungen, private Zusatzpensionen, Sparguthaben und Wertpapiere berücksichtigt.

Höchste Ehren für Börsen-Kurier-Autor

Gemeinsam mit zwei weiteren US-Ökonomen erhält Yale-Professor und Börsen-Kurier-Autor Robert J. Shiller (Foto oben) den Wirtschaftsnobelpreis 2013.

Es liegt uns trotz zunehmender „Boulevardisierung“ der Medienlandschaft fern, „Wir sind Nobelpreis!“ auszurufen; die in der Vorwoche von der Schwedischen Akademie der Wissenschaften bekannt gegebene Verleihung des Wirtschaftsnobelpreises an Yale-Professor und Börsen-Kurier-Autor Robert J. Shiller hat uns dann aber doch mit Stolz erfüllt. Shiller, der seit langem als Anwärter auf die Auszeichnung gegolten hat, erhält den Preis gemeinsam mit den beiden Ökonomen Eugene Fama und Lars Peter Hansen von der Universität Chicago für ihre Arbeiten zur empirischen Analyse von Vermögenswerten und zur längerfristigen Entwicklung von Aktienkursen.

Global Players – made in Austria

Wer sich auf lukrative Nischen konzentriert, kann im Konzert der ganz Großen mitspielen. Auch heimische Unternehmen liegen an der Weltspitze.

Natürlich tummeln sich am Wiener Börsenparkett keine globalen Giganten wie Coca Cola oder Google, dennoch haben heimische AGs in bestimmten Marktbereichen eine herausragende Stellung eingenommen. Ein gutes Beispiel ist etwa Schoeller- Bleckmann Oilfield Equipment. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Servicierung von großen Erdölausstattern wie Halliburton oder Schlumberger. Bei komplexen Bohrvorgängen wie dem „directional drilling“ ist SBO Weltmarktführer. Bei dieser Methode wird nicht nur vertikal in das Erdreich vorgestoßen, sondern auch horizontal gebohrt. So können Ölfelder leichter gefunden und ergiebiger ausgebeutet werden. Klingt kompliziert, ist es auch, weshalb sich die Spezialisierung auszahlt und SBO einen technischen Vorsprung errungen hat, der nicht von Billig-Produzenten imitiert werden kann.

Europäische Qualitätsaktien im Fokus

Das konjunkturelle Bild in Europa hellt sich langsam auf. Mit der wirtschaftlichen Stabilisierung ergeben sich auch neue Investment- Perspektiven.

„Durch die Verengung des Blicks auf die makroökonomischen und politischen Probleme in Europa wurden europäische Aktien lange Zeit unterschätzt“, so Thorsten Winkelmann, Manager des Allianz Europe Equity Growth – laut Lipper und e-fundresearch einer der derzeit fünf besten Europa-Aktienfonds. Allein in den vergangenen fünf Jahren brachte er Anlegern ein Plus von 12,40 %. Europa ist für ihn schon eine ganze Weile hochinteressant. „Allerdings unter der Bedingung, dass man in ausgesuchte Werte investiert“, so der Stock-Picker.

2014 startet der gläserne Steuerbürger

Die US-Budgetkrise zeigt den enormen Geldbedarf der führenden Finanzmacht. Der Foreign Account Tax Compliance Act soll ab 2014 Mehrerlöse lukrieren. Viele Länder ahmen das nach.

Erstmals zwingt ein Staat dank seiner wirtschaftlichen Machtposition die Länder der Erde, seine Bürger steuerehrlich zu machen. Die durch das gefinkelte FATCA-Regelwerk mit Beweislastumkehr und drastische Strafsteuern in Zugzwang gebrachten Staaten machen bei der globalen Schnüffelaktion mit. Durch Inter Governmental Agreements (IGA) hängen sie sich ans komplizierte FATCA-Regelwerk an und erhalten im Gegenzug die Vermögensdaten der eigenen Bürger. Steuerunehrliche werden damit nirgendwo mehr geschützt sein.

Absage an kapitalmarktfeindliche Steuern

Der Börsen-Kurier hat sich bei wichtigen Vertretern der heimischen Financial Community umgehört, wo diese dringenden Handlungsbedarf seitens einer neuen Regierung sehen.

Aus welchen Parteien sich die künftige österreichische Bundesregierung zusammensetzen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden – es wird nach wie vor fleißig sondiert. Sollte es zu einer neuerlichen großen Koalition kommen, so ist Raiffeisen Chefanalyst Peter Brezinschek jedenfalls optimistisch, dass diese diesmal etwas reformfreudiger sein wird. „Schließlich steht beiden Parteien das Wasser bis zum Hals“, spricht er im Gespräch mit dem Börsen-Kurier die empfindlichen Stimmverluste an, die beide Seiten einstecken mussten. Dringenden Handlungsbedarf sieht er vor allem in vier Bereichen. Dazu gehört eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Österreichs durch eine Senkung der Lohnnebenkosten sowie den Bürokratieabbau.

Vermögen im Visier der Politik

Nicht nur die Ökonomen der Plattform proMarktwirtschaft lehnen die (Wieder)Einführung von Vermögensteuern ab. Aber wie schauen die Einsätze im Regierungspoker realpolitisch aus?

Der Börsen-Kurier hörte sich in den Parteien um, wie es bei den Reizthemen Vermögensteuern und Wertpapier- KESt weitergehen soll. „Bei der ‚Millionärssteuer’ geht es darum, dass, wie mehrere Studien belegen, Vermögen und Reichtum in Österreich ungleich verteilt sind und die Millionäre einen Beitrag zu mehr Steuergerechtigkeit leisten sollen, damit die Abgabenbelastung der unteren und mittleren Einkommen gesenkt werden kann,“ fordert die SPÖ. Eine „Steuerstrukturreform“ solle die „Schieflage der Besteuerung von Arbeit auf der einen und Kapital und Vermögen“ auf der anderen Seite beseitigen.

Attraktive Rendite trotz magerer Zinsen

Jeder Anleger weiß: Mit dem Sparbuch wird auch auf absehbare Zeit nicht viel Ertrag zu holen sein. Experten zeigen lukrative Alternativen auf.

Wir befinden uns noch immer in einem Niedrigzinsumfeld. Solide Staatsanleihen aber auch Sparbücher werfen – wenn überhaupt – inflationsbereinigt nur sehr bescheidene Gewinne ab. Bei einer Informationsveranstaltung von db-X markets zum Thema wurde das anwesende Fachpublikum (Investoren, Anlageberater, Wirtschaftsjournalisten) befragt, wer denn mit einer Änderung dieser Situation rechnen würde. Ergebnis: Von den rund 30 anwesenden Personen glaubte niemand, dass ein deutlicher Zinsanstieg bevorstehe.

„Prime“ nun auch bei Anleihen

Die Wiener Börse führt ein eigenes Prime-Segment für Unternehmensanleihen ein. Dieses Corporate Prime genannte Segment soll sich durch erhöhte Informationspflicht auszeichnen.

Seit 2008 gab es an der Wiener Börse mit der AMAG nur einen nennenswerten Börsegang. Im Vergleich dazu viel erfolgreicher stellt sich die Situation auf dem Anleihemarkt dar. 2012 wurden auf dem Markt 5,5 Mrd€ Anleihevolumen platziert, ein Wert, der heuer vielleicht nicht ganz erreicht werden wird. Obgleich es sich dabei um einen internationalen Trend handelt, kann den heimischen Marktteilnehmern, insbesondere den Marktführern bei der Begleitung von Anleihebegebungen, Raiffeisen und UniCredit, ein hoher Anteil am Erfolg nicht abgesprochen werden.

Heimische Top-Unternehmen mit Kurspotenzial

An der Wiener Börse notieren eine Reihe von Top-Industrieunternehmen. Experten empfehlen Anlegern, sich auf Aktien mit Wettbewerbsvorteilen zu konzentrieren.

Trotz überschaubarer Landesgröße ist Österreich bekanntlich nicht gerade arm an Top-Industrieunternehmen. Nicht wenige dieser Unternehmen, die heute einen Großteil ihrer Umsätze im Ausland erzielen, notieren an der Wiener Börse – davon mit Andritz, Lenzing, Mayr- Melnhof, OMV, RHI, Schoeller- Bleckmann Oilfield Equipment (SBO), voestalpine, Wienerberger und Zumtobel alleine neun im Leitindex ATX, der insgesamt 20 Werte umfasst. Diese hohe Dichte unterstreiche letztlich auch die Bedeutung des Kapitalmarkts für die Finanzierung der heimischen Industrie, so Michael Buhl, Vorstand der Wiener Börse, gegenüber dem Börsen-Kurier.

Manager auf dem Prüfstand

Vergangene Woche veranstaltete Deloitte gemeinsam mit der UniWien und dem Austrian Chapter von Transparency International das „8. Symposium zum Wirtschafts und Finanzstrafrecht“.

Der Vormittag, eingeleitet von Univ.-Prof. Helmut Fuchs und moderiert von Karin Mair von Deloitte, war dem forensischen Teil gewidmet. Der aktuell viel strapazierte Untreue-Tatbestand wurde von den Referenten aus diversen Blickwinkeln beleuchtet – hat es sich doch mittlerweile herumgesprochen, dass der Missbrauch anvertrauter Macht kein Kavaliersdelikt ist, sondern ein Straftatbestand, der mit bis zu zehnjähriger Freiheitsstrafe bedroht ist. Immer ausgefeiltere forensische Untersuchungsmethoden tragen wesentlich dazu bei, strafrechtliche Sachverhalte so aufzubereiten, dass der Täter überführt werden kann.

Unterschätzte Öl-Giganten

Eine stärkere Belebung der Weltkonjunktur und höhere Ölpreise sind gut für die Ertragsentwicklung von Öl-Multis, die derzeit fundamental günstig bewertet sind.

Die Industrieproduktion in China expandierte im August um 10,2 % und damit so stark wie seit 17 Monaten nicht mehr; die Stromproduktion stieg sogar um 13,4 % vgl. mit 8,1 % im Juli. In China wird also wieder mehr Öl verbraucht.

Enforcement startet endlich durch

Jahrelang wurde sie gefordert: eine „Bilanzpolizei“ für Österreich – das einzige EU-Land das noch keine hatte. Seit kurzem ist die „Enforcement“-Institution aktiv.

Der Ruf nach einer eigenen „Bilanzpolizei“ klang martialisch. Aber was macht nun die – schon weniger martialisch klingende – „Prüfstelle für Rechnungslegung“? Sie betrifft „nur“ die rund 140 in- und ausländischen kapitalmarktorientierten Unternehmen, die am regulierten Markt, also im amtlichen Handel und im geregelten Freiverkehr, der Wiener Börse zugelassen sind.

Steueroasen bremsen Wirtschaftswachstum

Expertenschätzungen zufolge haben allein reiche Privatpersonen im globalen Offhore-System Gelder von 18,5 BioUSD gebunkert.

Angaben der Weltbank zufolge liegen die jährlichen grenzüberschreitenden Geldflüsse aus kriminellen Aktivitäten, Korruption und Steuerhinterziehung zwischen einer und 1,6 BioUSD (Baker 2005). Das entspricht 1,9 bis 3,0 % des globalen BIP. Die Hälfte davon stammt aus Entwicklungs- und Schwellenländern.

Der Hype ist vorbei

Das Privatstiftungsgesetz 1993, das zunächst zu einem Stiftungsgründungsboom führte, ist in die Jahre gekommen.

Nach 14 Gesetzeskorrekturen ist das Steuermodell Privatstiftung tot. Die Laudatio, die Univ.-Prof. Martin Schauer von der Universität Wien im Rahmen einer Festveranstaltung von Willheim Müller Rechtsanwälte am 5. September hielt, fiel demnach verhalten aus. Schauer spannte den Bogen weit – von der früheren gemeinwohlorientierten Stiftung zu den aktuell rd. 3.300, überwiegend privatnützigen, österreichischen Privatstiftungen mit einem geschätzten Vermögen von 70 bis 100 Mrd€.

Mit Besonnenheit Gewinne lukrieren

Die Entscheidung über einen Militärschlag gegen Syrien hat der US-Präsident an den Kongress delegiert. Falsche Trading- Entscheidungen können nun fatale Folgen haben.

Der Militärschlag der USA gegen Syrien wurde verschoben. Nahostexperten zweifeln an der pädagogischen Wirkung eines kurzen Bombardements und befürchten einen Flächenbrand (Worst Case: Iran greift Israel an). Die Nervosität der Anleger steigt. Die Volatilität gemessen am CBOE Volatility Index (VIX) stieg vom 23. bis 30. August von 14 auf 17 und der S&P 500 ging um 1,8 % zurück. Der DAX gab in diesem Zeitraum um 3,7 % nach, während der Ölpreis (WTI) um 1,2 % anstieg. Solange Unsicherheit herrscht, dürfte sich daran wenig ändern.

US-Aktienboom geht die Luft aus

Nach 53 Monaten und fast 150 % Kursgewinn dürfte der laufende Aktienzyklus seinem Höhepunkt zusteuern und könnte das Top sogar bereits erreicht haben.

Bei aller Unsicherheit über die künftige Kursentwicklung ist doch eines klar: Die internationalen Aktienmärkte bewegen sich in Zyklen und auf jeden Boom folgt zwangsläufig der Abschwung. Wer in den letzten dreißig Jahren also breit in den Aktienmarkt investiert hatte, tat gut daran, keine Buy-and-hold- Strategie zu verfolgen, sondern „opportunistisch“ zu investieren, also möglichst nahe am unteren Wendepunkt einzusteigen und in der Gegend des Top zu verkaufen.

Auch JP Morgan setzt auf Europa

JPM-Aktienstratege Thomas Lee identifiziert die zehn US-Aktien, die seiner Meinung nach am stärksten vom Aufschwung in Europa profitieren sollten.

Thomas Lee, Analyst der US-Großbank JP Morgan, ist sicherlich kein Pessimist. So sieht er den marktbreiten US-Aktienindex S&P 500, der zuletzt um die 1.650 Punkte notiert, bis Jahresende auf 1.775 steigen, während laut Bloomberg News die 13 wichtigsten US-Aktienstrategen (zu denen er zählt) im Schnitt nur mit 1.663 Zählern rechnen. Hauptgrund für seinen Optimismus ist jedenfalls die zunehmend bessere Konjunkturlage in Europa, die Lee tatsächlich frühzeitig erkannt hatte. Lee setzt nun auf die krisenbedingt aufgestaute europäische Nachfrage, die nun auch bei US-Unternehmen zu nachhaltigen Absatzsteigerungen führen werde.

CHF-Schuldner könnten bald aufatmen

Innenpolitische Risikofaktoren in der Schweiz stehen erkennbaren Entspannungstendenzen im Falle eines nachhaltigen globalen Konjunkturaufschwungs gegenüber.

Die Devisenreserven der Schweiz haben infolge massiver Euro-Käufe zur Stützung der Wechselkursuntergrenze EUR/CHF bei 1,20 mittlerweile 74 % des BIP erreicht und bestehen zu 48 % aus Euro und 27 % US-Dollar. Dies schürt Ängste um die zukünftige Stabilität, und die am 20. März 2013 mit mehr als 105.000 Stimmen bei der Bundeskanzlei in Bern eingereichte Goldinitiative der SVP spukt noch immer in den Köpfen der Schweizer herum: Deren Kernpunkte Goldverkaufsverbot und Mindest-Goldanteile von 20 % der Aktiva der SNB würden die Interventionsspielräume zur Verteidigung der Untergrenze erheblich einschränken.

Gewinne locken im „Land des Lächelns“

Die Bank of Japan flutet den Markt mit frischem Geld und die Yen-Abwertung beflügelt die japanische Exportwirtschaft. Japanische Aktien haben weiteres Aufholpotenzial.

Nach dem Wahlsieg der Liberaldemokratischen Partei (LDP) im Dezember und der Rückkehr des früheren Premiers Shinzo Abe setzte an der Tokioter Börse ein Kursfeuerwerk ein, das genährt von einem starken Liquiditätsstrom in einen nachhaltigen Aufschwung überging. Binnen eines Jahres (Stichtag 9. August) stieg der Nikkei 225 Index um 51,6 % und seit Jahresanfang um 31 %. Auf der anderen Seite schwächte der Yen ab. Seit Jahresanfang stieg der Euro gegenüber dem Yen um 12,1 %, was auf die expansive Geldpolitik der japanischen Zentralbank (Bank of Japan, BoJ) zurückzuführen ist: Im April kündigte BoJ-Chef Haruhiko Kuroda ein massives Wertpapierkauf- Programm an. Um die monetäre Basis bis Ende 2014 auf umgerechnet 2,9 BioUSD nahezu zu verdoppeln werden 1,4 BioUSD ins Finanzsystem gepumpt.

China ist kein Selbstläufer

Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post, hat nach einem längeren „Studienaufenthalt“ in China das Land zum Kern der Wachstumsstrategie des Logistikers erklärt.

Und auch der Chef der Deutschen Börse, Reto Francioni, hat auf der Bilanzpressekonferenz im Feber wissen lassen, dass die Zukunft des Konzerns in der Erschließung des chinesischen Marktes liege, Gründung einer Task Force inbegriffen. Dabei ist die Volksrepublik keinesfalls erst vor kurzem zum Powerhouse in Asien mit traumhaften Wachstumsraten und blendenden Ausblicken avanciert. Seit der Öffnung des Riesenreichs blicken weltweit Konzernführer nach China. Da ist die deutsche Wirtschaft keine Ausnahme. Doch wirklich erfolgreich im Sinne hoher erzielter Umsätze sind nur die wenigsten deutschen Großunternehmen.

Vorsorgewohnungen auf dem Prüfstand

Rentable Geldanlagen in Wohnungen seien out, sagen manche Experten. Der Nettoertrag sinke, während die Wohnungspreise steigen und Mieten nicht nachziehen. Andere raten zum Mix.

Die Nachfrage nach Anlagewohnungen hat sich normalisiert. Andreas Ridder, Geschäftsführer des Immobilienexperten CB Richard Ellis: „Die Nettorendite im höherpreisigen Segment ist auf 1,5 bis 2 % gesunken. Die Kaufpreise sind bereits zu hoch. Wenn der Ertrag von Anleihen steigt und die Finanzierung des Wohnungskaufs teurer wird, ist das schlecht für Vermieter.“

Patente beflügeln Firmenwerte

Immer wenn Steve Jobs publikumswirksam neue Produkte präsentierte, hingen nicht nur Apple-Jünger an seinen Lippen.

Auch die Konkurrenz war gespannt, welche technischen Neuigkeiten da die Messlatte für neue Produkte höher legen würde. Jobs Präsentationen waren wie ein Heilsversprechen für Technikverliebte und wie ein Showdown für die Konkurrenz. Auch wenn das Charisma von Steve Jobs nach seinem Tod für seine Nachfolger kaum erreichbar scheint, so ist doch klar: Produktneuheiten sind wie Musik im ständigen Wettbewerb um neue Kunden. Und: Große Namen leben von ihren Innovationen.

Wie man mit Sicherheit Geld verdient

Nicht nur für Geheimdienste stellt der Computer eine beliebte Angriffsfläche dar – Tendenz: Stark steigend. Betroffen sind Privatpersonen und Unternehmen.

Die weltweite Welle an Empörung, die die Enthüllungen des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden vor einigen Wochen losgetreten haben, ist nach wie vor groß. Und das Unbehagen vieler Menschen infolge der Erkenntnis, der totalen Überwachung durch Geheimdienste wie der National Security Agency (NSA) hilflos ausgeliefert zu sein, dürfte sich nicht so schnell wieder in Luft auslösen. Nicht zu helfen ist freilich jenen Unternehmen, die erst jetzt das Wissen sauer aufstößt, ein potenzielles Opfer von Industrie- und Wirtschaftsspionage zu sein. Für Experten ist es längst kein Geheimnis mehr, dass diese seit vielen Jahren im Fokus von Geheimdiensten auf der ganzen Welt stehen. Und sie warnen seit längerem vor eklatanten Sicherheitsmängeln bei Unternehmen.

Rohstoffe sind out, Aktien in

Die Experten von M&G halten vor allem US-Unternehmen und Titel aus Emerging Markets für attraktiv.

Die Unsicherheiten bezüglich der US-Geldpolitik haben Ende April zu einem Einbruch an den Aktienmärkten geführt: So korrigierte der Euro Stoxx 50 von mehr als 2.800 auf rund 2.500 Punkte. Dieser „Performanceknick“ erwies sich allerdings lediglich als Zwischenspiel, seit Ende Juni befinden sich große Leitindizes bereits wieder im Aufwärtstrend und haben teilweise neue Rekordstände erreicht. Wie lange kann der Bullenmarkt noch anhalten?

Droht Immo-AGs noch mehr Regulierung?

Vieles bleibt unklar bei der Umsetzung der EU-Richtlinie zur Regulierung alternativer Investmentfondsmanager. So auch die Frage, ob heimische Immo AGs von ihr erfasst werden.

In ihrem Regulierungseifer ist die EU offenbar überfordert. Obwohl ihre AIFM-Richtlinie vor zwei Jahren in Kraft trat, gibt es in der Brüsseler Kommission keine einheitliche Meinung, ob sich Immobilien AGs konzessionieren lassen müssen. Es heißt, dies könne noch nicht abschließend beurteilt werden; am besten sei es, in jedem EU-Land jeden Fall behördlich zu prüfen und allmählich einen offiziellen Standpunkt zu erarbeiten. In Österreich ist dafür laut Finanzministerium die Finanzmarktaufsicht zuständig: „Das AIFMG gibt keine detaillierte Angabe zur Frage vor, ob Immo AGs betroffen sind. Daher ist im Einzelfall festzustellen, ob es sich um ein AIF handelt. Entscheidend ist, ob die Immo AG operativ tätig ist.“ Einschlägige Bestimmungen finden sich im § 2 (1) des AIFMG.

Verschnaufpause im Aufwärtstrend

Eine Besserung der Konjunkturlage ist an den Märkten bereits eingepreist. Solange die wirtschaftlichen Daten und die Firmengewinne aber nicht nachziehen, muss man sich auf Kurse im Krebsgang einstellen, sagt der Leiter der technischen Analyse bei Fidelity, Jeff Hochman.

Mit Erreichen der Talsohle 2009 setzte ein langfristiger Aufwärtstrend ein. Für den Rest dieses Jahres und möglicherweise bis 2014 hinein dürfte dieser neue Bullenmarkt nun jedoch in eine Phase eintreten, in der die Kurse sich innerhalb einer großen Bandbreite seitwärts bewegen. Der Grund laut Hochmann: An den Aktienmärkten in den USA und Europa haben die Anleger bereits eine stetige Besserung der Konjunkturlage in den Kursen eingepreist. Damit diese aber weiter deutlich steigen können, braucht es mehr positiv überraschende Wirtschaftszahlen. Die zwei größten unmittelbaren Risiken für die Märkte sind jetzt ein allgemeiner Zinsanstieg und mögliche Enttäuschungen bei den Gewinnen in der aktuellen Berichtssaison.

Erfolgreich investieren in Biotech-Aktien

Der Nasdaq Biotechnology Index liegt heuer bereits 41 % im Plus und die Kursvervielfachungen häufen sich. Der Börsen- Kurier zeigt, worauf es bei Biotech-Investments ankommt.

Die Risiken einzelner Aktienkategorien des Biotech-Sektors sind unterschiedlich. Während im frühen Entwicklungsstadium das Prinzip Hoffnung bei ersten vielversprechenden Testdaten die Kurse in exorbitante Höhen treiben kann, tritt meist ab der späten Phase II die Ernüchterung ein. Besonders kritisch ist die letzte Phase kurz vor Zulassung der wichtigsten Präparate. Eine Ablehnung der FDA oder schon alleine schlechte klinische Testdaten können über Nacht bis zu mehr als drei Viertel des Wertes vernichten. Das war beispielsweise am 31. Jänner 2013 beim Onkologie-Unternehmen Celsion der Fall. Nachdem beim Leber-Tumor-Medikament Thermo- Dox® die Testziele verfehlt wurden, brach der Kurs gegenüber dem Vortag von 8,02 auf 1,51 USD ein. Am 2. Mai verlor die Aktie von Aveo Pharmaceuticals 46 %, nachdem sich der beratende Ausschuss der FDA gegen die Zulassung des Nierenkrebs- Medikaments tivozanib ausgesprochen hatte.